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Die Marktanteilsbilanz 2012

Die wichtigsten Zahlen des deutschen TV-Marktes für das Jahr 2012 in der Zusammenfassung.

Im Jahr 2012 erreicht das ZDF einen Marktanteil von 12,6 Prozent und ist damit erstmals seit 1983 alleiniger Marktführer. Während sich das ZDF vor allem dank der beiden Sportgroßereignisse Fußball-EM und Olympia um 0,5 Prozentpunkte verbessern kann, haben die großen Konkurrenten mit rückläufigen Marktanteilen zu kämpfen.

Die ARD verliert leicht (-0,1 Prozentpunkte) und erreicht  12,3 Prozent Marktanteil. Der Vorjahresmarktführer RTL schließt ebenfalls bei 12,3 Prozent Marktanteil ab und verliert im Vergleich zum Vorjahr 1,8 Prozentpunkte. Für SAT.1 und ProSieben war das Fernsehjahr 2012 ebenfalls ein schweres. SAT.1 liegt bei 9,4 Prozent Marktanteil (-0,7 PP), ProSieben bei 5,9 Prozent Marktanteil (-0,3 PP). Inzwischen hat VOX (5,8 Prozent MA/+0,2 PP) beim Gesamtpublikum fast zu ProSieben aufgeschlossen.

Differenziert man die Marktanteile nach einzelnen Tageszeiten, zeigt sich, dass das ZDF vor allem am Abend eine führende Stellung einnimmt. In der Primetime zwischen 19 Uhr und 23 Uhr ist das ZDF mit 14,8 Prozent Marktanteil und am Vorabend zwischen 17 Uhr und 19 Uhr mit 14,1 Prozent Marktanteil Marktführer. Stabilisierend für den Gesamtmarktanteil wirken sich überdies die Gewinne am Vormittag zwischen 9 Uhr und 14 Uhr aus.

Beim Fernsehjahr 2012 muss man bedenken, dass die Fußball-EM in Polen und der Ukraine und die Olympischen Spiele in London einen entscheidenden Marktanteilsbeitrag geleistet haben. Dies bestätigt ein Blick auf die ZDF-Marktanteile im Monatsverlauf: Die größten Gewinne gegenüber 2011 erzielt das ZDF in den durch die Fußball-EM und die Olympischen Spiele geprägten Monaten Juni und August 2012. Bereits im Mai deutete sich an, dass das ZDF im diesjährigen Wettbewerb ganz gut aufgestellt ist. Erstmals seit Januar 2009 war das ZDF Monatsmarktführer. Im weiteren Verlauf des Jahres lag das ZDF auch im Juli, Oktober und Dezember vorne.

Das ZDF gewinnt dabei in allen Altersgruppen hinzu. Bei 14-bis-49-Jährigen (6,8 Prozent MA/+0,6 PP) und bei 30-bis-59-Jährigen (9,8 Prozent MA/+0,6 PP) sind die Zuwächse dabei etwas deutlicher, bei Ab-50-Jährigen (17,3 Prozent MA/+0,1 PP) fallen die Gewinne etwas geringer aus. Bei Ab-50-Jährigen ist das ZDF Marktführer, bei 30-bis-59-Jährigen liegt es hinter RTL und SAT.1 weiterhin auf Rang drei und bei 14-bis-49-Jährigen ist das ZDF Sechster hinter RTL, ProSieben, SAT.1, VOX und der ARD.
Die ZDF-Familie erreicht einen Marktanteil von 15,9 Prozent (+1,2 PP) und kann damit deutlich zulegen. Hier wirkt sich neben den Gewinnen im Hauptprogramm die Entwicklung der Digitalkanäle positiv für den Familienmarktanteil aus. Dabei können alle drei Sender ihren Aufwärtstrend bestätigen.

ZDFneo erreicht 0,6 Prozent Marktanteil (+0,2 PP), ZDFinfo 0,4 Prozent Marktanteil (+0,3 PP) und ZDFkultur 0,1 Prozent Marktanteil (+0,1 PP).

Bei den Partnerkanälen, die sowohl der ARD- als auch der ZDF-Familie jeweils hälftig zugerechnet werden, gibt es nur leichte Veränderungen. 3sat (1,0 Prozent MA), ARTE (0,8 Prozent MA) und PHOENIX (1,1 Prozent MA) bleiben konstant. Der KiKA (1,4 Prozent MA/+0,1 PP) kann sich leicht verbessern. In seiner Sendezeit zwischen 6 und 21 Uhr zeigt sich der Kindersender bei 3-bis-13-Jährigen deutlich verbessert und erreicht 20,8 Prozent Marktanteil (+1,8 PP).

Erfolgreichste Senderfamilie bleibt die ARD-Familie mit 27,6 Prozent Marktanteil (+0,2 PP). Während das Hauptprogramm hier leicht rückläufig ist, erreichen die sieben Dritten Programme der ARD 12,6 Prozent Marktanteil und verbessern sich damit leicht um 0,1 Prozentpunkte. Bei den Digitalkanälen der ARD zeigen sich kaum Veränderungen.

Die RTL-Group (25,4 Prozent MA/-1,1 PP) verliert, was auf die deutlichen Verluste bei RTL zurückzuführen ist. Gewinne bei RTL2 (4,0 Prozent MA/+0,4 PP) und VOX wirken hier ebenso wie der neue Sender RTL Nitro (0,3 Prozent MA), der seit dem 1. April 2012 sendet, etwas abmildernd. In der ProSiebenSat.1-Media AG (19,9 Prozent MA/-0,7 PP) können die Verluste von SAT.1 und ProSieben durch die Gewinne von Sixx (0,6 Prozent MA/+0,3 PP) etwas abgefedert werden. Kabel 1 (3,9 Prozent MA/-0,1 PP) ist ebenfalls leicht rückläufig, so dass die ProSiebenSat.1-Media AG die 20 Prozent-Marke knapp verfehlt.

Erfolgreichste Sendungen

Wie in Jahren mit Fußball-Großereignissen üblich, sind die erfolgreichsten Sendungen auch im Jahr 2012 die Übertragungen im Rahmen der Fußball-EM. Das Halbfinale Deutschland gegen Italien am 28. Juni in der ARD ist mit 27,99 Millionen Zuschauern (76,6 Prozent MA) die am besten eingeschaltete Fernsehsendung. Meistgesehene ZDF-Sendung: das Vorrundenspiel Niederlande gegen Deutschland am 13. Juni mit 27,28 Millionen Zuschauern (74,8 Prozent MA). Die erfolgreichste Nicht-Sport-Sendung ist die erste "Wetten, dass..?"-Sendung mit Markus Lanz am 6. Oktober mit 13,59 Millionen Zuschauern (43,8 Prozent MA). Erfolgreichstes fiktionales Format ist wie in den vergangenen Jahren der "Tatort" in der ARD.

Die durchschnittliche tägliche Sehdauer liegt im Jahr 2012 mit 222 Minuten etwas niedriger als im Vorjahr. Dennoch sind 222 Minuten der dritthöchste bislang gemessene Wert. Nur 2010 (223 Minuten) und 2011 (225 Minuten) wurde noch mehr ferngesehen.

Bilanz der ZDF-Online-Angebote

Die Nutzung der ZDF-Online-Angebote wird derzeit nicht wie die Fernsehnutzung in einem Panel gemessen, sondern mit unterschiedlichen Methoden evaluiert. Gängige Währung zur Bewertung der Akzeptanz unserer Online-Angebote im Vergleich zu den Wettbewerbern sind zum einen Besucher ('Köpfe', also Reichweite in Millionen und Prozent) und zum anderen Visits ('Besuche', also zusammenhängende Nutzungsvorgänge). Die Nutzung der ZDF-Live-Streams und -Abrufvideos wird mit der Kennzahl 'Sichtung' erhoben. Für die Messung von Bewegtbild gibt es aktuell noch keinen Marktstandard – allerdings hat sich die AGF, die die Messung der Fernsehnutzung in Deutschland vornimmt, jüngst diesem Thema angenommen, so dass voraussichtlich 2013 schon mit ersten Leistungswerten zu rechnen ist.

Die aktuelle Reichweitenbefragung von ARD und ZDF weist 11,70 Millionen monatliche Besucher der ZDF-Online-Angebote und eine Reichweite von 22,9 Prozent aus. Damit liegt ZDFonline auf Rang 10 der befragten Angebote hinter ARDonline (16,77 Millionen/32,9 Prozent), aber vor RTLonline (11,17 Millionen/21,9 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr (2011: 11,64 Millionen) fällt die Steigerung der Besucherzahlen von ZDFonline moderat aus. Die erfolgreichste Mediathek 2012 ist die ZDFmediathek: 6,18 Millionen Nutzer besuchen sie innerhalb eines Monats. Die ARD-Mediathek hat 5,70 Millionen monatliche Nutzer, die DasErste-Mediathek 4,93 Millionen und rtl-now.de 3,34 Millionen Nutzer.

Nach Visits liegt die Nutzung von ZDFonline bei durchschnittlich 30,24 Millionen pro Monat, das entspricht einer Steigerung von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr (durchschnittlich 29,26 Millionen Visits pro Monat). Der relativ geringe Anstieg ist auch auf den Relaunch von zdf.de, heute.de und zdfsport.de am 29. April 2012 zurückzuführen. Veränderungen im Online-Angebot führen erfahrungsgemäß erst einmal zu einem Einbruch in der Nutzung – allerdings liegt die Nutzung der ZDF-Online-Angebote auch im letzten Quartal 2012, also einige Monate nach dem Relaunch, noch deutlich unter der Nutzung, die im ersten Quartal 2012 – vor dem Relaunch – erzielt wurde, und auch unter der Nutzung, die im vierten Quartal 2011 erreicht wurde. Die höchste Nutzung ist 2012 im ersten Quartal zu verzeichnen, stärkster Monat ist der Januar 2012 mit 34,25 Millionen Visits, was unter anderem auf die Berichterstattung zur Debatte um und zum Rücktritt von Christian Wulff und auf das Online-Angebot zum Wintersport und zur Handball-EM zurückzuführen ist. Im Olympia-Monat August 2012 werden 31,32 Millionen Visits erzielt, in den folgenden Monaten liegt die Nutzung jeweils unter der 30 Millionen-Grenze. Die Leistung zur Fußball-EM im Juni 2012 kann von der Medienforschung leider nicht ermittelt werden, da die umbenannte Domain zdfsport.de nicht zur Nutzungsmessung angemeldet wurde. Der Einbruch von rund 16 Prozent nach dem Relaunch von zdf.de, heute.de und zdfsport.de am 29. April 2012 wird in der Jahresbilanz (+3 Prozent im Vergleich zu 2011) demnach in erster Linie durch Olympia kompensiert.

Die Nutzung der ZDF-Streaming-Angebote (Abrufvideos und Live-Streams) liegt im Jahr 2012 bei durchschnittlich 36,36 Millionen Sichtungen pro Monat und damit um 16 Prozent höher als im Vorjahr (durchschnittlich 31,47 Millionen Sichtungen pro Monat). Die höchste Nutzung wird hier im August 2012 erzielt – durch die sechs zusätzlichen, zu den Olympischen Spielen angebotenen Live-Streams, auf denen exklusiv Wettkämpfe gezeigt wurden, die nicht im Fernsehen übertragen wurden, stieg die Nutzung auf 42,57 Millionen Sichtungen an. Bei der Interpretation der Online-Nutzung ist zu beachten, dass aktuell sowohl die Internetnutzung insgesamt als auch speziell die Bewegtbildnutzung im Netz noch wachsen.

Das erfolgreichste Abrufvideo im Jahr 2012 ist mit rund 369.000 Sichtungen "Neues aus der Anstalt" vom 31. Januar 2012. Auf Rang 2 platziert sich mit 342.000 Sichtungen das Abrufvideo zur "heute-show" vom 9. November 2012 und den dritten Rang belegt mit 336.000 Sichtungen "Neues aus der Anstalt" vom 24. April 2012.

In der Top 20 der erfolgreichsten Abrufvideos im Jahr 2012 dominiert mit 16 Plätzen das Genre Unterhaltung. Dabei gehören acht Abrufvideos zur "heute-show" und sieben Abrufvideos zu "Neues aus der Anstalt". Außerdem findet sich ein Abrufvideo zum ZDFkultur-Format "Roche & Böhmermann" unter den Top 20. Zwei Ränge werden von fiktionalen Formaten belegt: "Wilsberg – Aus Mangel an Beweisen" und Fernsehfilm der Woche "Mord in Ludwigslust". Ebenfalls zwei Ränge belegen Informationsendungen: die "37 Grad"-Sendung "Ich will mich nicht vergessen" sowie die erste Ausgabe von "Precht: Macht Lernen dumm?"

Bei der Interpretation der Daten berücksichtigen Sie bitte, dass die Abrufvideos unterschiedlich lange online abrufbar sind. Darüber hinaus ist zu bedenken, dass es Sendungen mit aktuellem Bezug, insbesondere Nachrichtenformate, schwer haben, einen Rang innerhalb der Top 20 zu erlangen – sie werden mehrmals am Tag durch eine neue, aktuelle Ausgabe ersetzt und haben somit wenig Zeit, Sichtungen anzusammeln.

Die Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2012 zeigen, dass Nutzer hybrider Fernsehgeräte (Smart-TV, hbbTV) sowie Tablet-Nutzer überdurchschnittlich häufig Videos im Internet ansehen. Es ist demnach zu erwarten, dass mit zunehmender Ausstattung der Haushalte mit internetfähigen Fernsehgeräten und Tablets die Online-Bewegtbildnutzung im stark umkämpften Bewegtbildmarkt weiter an Fahrt gewinnt.

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