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Zuschauerresonanz 2013

Bilanz der Zuschauerredaktion

Die Anzahl der über die Kommunikationswege Telefon, E-Mail, Brief und Fax bearbeiteten Kontakte war im Berichtsjahr mit 456 549 leicht rückläufig (2012: 477 762). Dabei ging die Zahl der telefonischen Kontakte von 118 943 auf 98 697 überproportional zurück.
Die Zahl der schriftlichen Kontakte stieg hingegen von 345 294 auf 357 852 an; davon waren 157 880 Zuschaueranfragen und 199 972 Geschäftsvorgänge (B2B). Die von der Zuschauerredaktion mitbetreute Facebook-Dachseite konnte ihre Fanzahl von 54 000 auf 97 000 steigern und hat sich als zusätzliche Anlaufstelle für eine schnelle Kontaktaufnahme etabliert.

Eine intensive kritische bis ablehnende Diskussion entzündete sich auf Facebook Anfang des Jahres am neuen Beitragsmodell. In den 570 schriftlichen und telefonischen Reaktionen überwogen hingegen Sachfragen, beispielsweise zur Beitragspflicht der Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. Weitere 400 Stellungnahmen und Fragen zu Vorzügen und Missständen des öffentlich-rechtlichen Systems gingen nach der Thematisierung bei „maybrit illner“ ein, wobei insgesamt Anerkennung und Zustimmung für die Leistungen des beitragsfinanzierten Rundfunks überwogen.

Der zum Jahresauftakt gesendete Dreiteiler „Das Adlon“ wurde in 670 Zuschauerreaktionen größtenteils als „darstellerisch, dramaturgisch und ausstattungsmäßig perfekt“ bewertet. Große Anerkennung gab es für die Thematisierung der lange verdrängten Misshandlungen in Heimeinrichtungen in vielen der 374 Reaktionen auf den Fernsehfilm „Und alle haben geschwiegen“. Außergewöhnlich beeindruckt waren die Zuschauer auch von dem historischen Mehrteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“. Mit 2 800 Rückmeldungen war die Resonanz ungewöhnlich hoch, wobei sich die in Polen erhobenen Vorwürfe, der Film unterstelle den Soldaten der polnischen Heimatarmee Antisemitismus, in Massenprotesten im Internet entluden, die auch Wochen nach der Ausstrahlung noch virulent waren. Unmut machte sich in über 3 800 Reaktionen über die Verlegung der Sendeplätze im Verlauf der zweiten Staffel von „Borgia“ breit. Bestens bewertet und mit dem Wunsch „Fortsetzung unbedingt erwünscht“ versehen wurden von 1 100 Zuschauern die Ende 2012 beziehungsweise Ende 2013 gesendeten ersten beiden Staffeln von „Downton Abbey“.

Die intensive Auseinandersetzung der Zuschauer mit Konzept, Moderation und Zukunft von „Wetten, dass ..?“ manifestierte sich in rund 13 000 Zuschauerreaktionen zu den sieben Ausgaben. Vor allem das Sommerspecial aus Mallorca wurde hinsichtlich Gästeauswahl und Konzeption von den Stammsehern sehr kritisch beurteilt. Als „gute Abendunterhaltung“ und „gelungene Retrospektive“ wurden in 700 Rückmeldungen mehrheitlich die Shows „50 Jahre ZDF“ beurteilt; oft wurde nachgefragt, ob und wo man sich die Ausschnitte noch einmal ansehen könne. Über 4 000 Zuschauer meldeten sich zum „ZDF-Fernsehgarten“, hauptsächlich mit Kartenwünschen, Auftrittsangeboten, Nachfragen zu Musiken und Interpreten sowie Interesse an Mode und Garderobe der Moderatorin. Das nach zwei Monaten wieder abgesetzte Talkformat „inka!“ sorgte für 1 700 Zuschauerreaktionen. Waren es zunächst die Fans der „Topfgeldjäger“, die in dem Format keinen adäquaten Ersatz für ihre Lieblingssendung sahen, meldeten sich nach Einstellung der Sendung jene, die gerne weiterhin zugeschaut hätten. Der Schwerpunkt der Resonanz auf die neuen Formate am Sonntagvormittag lag auf der Mitmachmöglichkeit bei „Bares für Rares“ (410 Reaktionen). Eine feste Fangemeinde verzeichnet die „heute-show“ (1 275 Reaktionen), wobei die Satiresendung natürlich auch Protestreaktionen hervorruft. In vielen der über 700 Stellungnahmen und über 1 100 Facebook-Kommentaren zur Berichterstattung über den Rücktritt von Benedikt XVI. und die anschließende Papstwahl wurde diese als zu ausufernd kritisiert. Verstärkte inhaltlich kommentierende Rückmeldungen von Zuschauern kamen auch zur Debatte über die Höhe der Beamtenpensionen (100 Reaktionen) zum Rücktritt von Annette Schavan (120 Reaktionen), zum Start der „heute“-App (100 Reaktionen), zum Terroranschlag auf den Boston-Marathon (90 Reaktionen), zum NSU-Prozessauftakt (80 Reaktionen) sowie zur NSA/Abhöraffäre. Rund 1 300 Rückmeldungen gingen zu den Berichten und Sendungen rund um die Bundestagswahl sowie die Landtagswahlen in Bayern und Hessen ein. Als erkenntnisreich für die Wahlentscheidung wurden in diesem Zusammenhang die jeweils politische Schwerpunktthemen (zum Beispiel Energiewende, Zuwanderung) aufgreifenden Formate „Wie geht's Deutschland?“ und „Illner intensiv“ beurteilt. Die Moderation des TV-Duells wurde hingegen als eher schwach und der Erkenntnisgewinn als begrenzt wahrgenommen. Außenpolitisch waren die Konflikte in Syrien und Ägypten sowie der Taifun auf den Philippinen Themen, die sich unter anderem in vielen über die Adressen von Zuschauerredaktion und B2B eingehenden Hilfs- und Spendenangeboten manifestierten. Die Zuschauerredaktion war auch Adressat einer Protestwelle von Tierschützern gegen die Schnellverordnung zur Tötung von Straßenhunden in Rumänien, wiederum geschürt durch lancierte Internetpetitionen als Reaktion auf die Berichterstattung. 2 500 Zuschauer kommentierten das Ende November im „heute-journal“ geführte Schaltgespräch mit Sigmar Gabriel zum Thema Mitgliederbefragung, wobei der Interviewstil gleichermaßen kritisiert wie gelobt wurde. Zum Jahresausklang gingen schließlich noch über 150 Reaktionen auf die als vielfach zu umfangreich empfundene Berichterstattung über den Skiunfall von Michael Schumacher ein.

Das Leben von Asylsuchenden und Flüchtlingen aus deren Perspektive miterleben ließ sich in der zunächst bei ZDFneo gezeigten Dokureihe „Auf der Flucht – das Experiment“, die neben einer abermaligen Internetpetition für die sofortige Absetzung 300 weitere, unmittelbare Zuschauerreaktionen nach sich zog. In diesen wurde der Sendung vorgeworfen, aus der Flucht ein Event zu machen und Voyeurismus auf dem Rücken der Ärmsten der Armen zu betreiben.Zur Champions League-Berichterstattung gingen fast 7 100 Reaktionen ein. Die „Follow-your-team“-Regelung kam nicht zur Anwendung, da in der K.o.-Phase noch drei deutsche Mannschaften im Wettbewerb vertreten waren, weshalb einige Dienstagsspiele mit deutscher Beteiligung zum Verdruss vieler Fußballfans nicht im ZDF zu sehen waren. Einen Ansturm auf die Zuschauerredaktion gab es am Abend der Papstwahl – die Fußballfans bangten um die Übertragung der Partie FC Bayern – FC Arsenal.

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