"Berlin Live" ist ein musikalisches Happening, veranstaltet im Trafo, der beeindruckenden Beton-Kathedrale des Clubs Tresor. Drei Bands kommen zusammen und spielen abwechselnd live für jeweils 20 bis 25 Minuten. Die Bands vereint eine gemeinsame musikalische Idee, Referenz oder Periode - und ihre Affinität zu Berlin.
Wire gelten als Mitbegründer des Post-Punks. Mit ihrer Debütplatte "Pink Flag" wurden sie zur Referenzband Nummer eins für Blur, Bloc Party und The Rapture. Seit 30 Jahren sind sie am Start. Im Januar 2011 veröffentlichten Colin Newman, Graham Lewis, Bruce Gilbert und Robert Grey mit "Red Barked Tree" ein Statement, das in 30 Jahren ebenso stark klingen wird, wie ihr gefeierter Backkatalog es heute tut.
Auch die Band Einstürzende Neubauten feierte 2010 ihr 30-jähriges Bestehen. Ein nicht selbstverständlicher Tatbestand, galt doch ihr lärmgewaltiger, rhythmusritueller Anti-Pop als Gegengift für die medial sedierte Gesellschaft, als temporärer Entwurf. Ihre nonkonformistische Mixtur aus Schrottplatzinstrumentarium und von Untergangsfantasien geschwängerten Texten schuf ein völlig neues Musikverständnis, von dem später Bands wie Depeche Mode und Rammstein profitierten. Einstürzende Neubauten sind nicht nur Ikonen der Industrial-Szene, sondern auch eine international gefragte Größe der Gegenwarts- und Popkultur.
Caspar Brötzmann Massaker gründete sich 1986 und besteht aus den drei Freunden Caspar Brötzmann, Eduardo Delgado Lopez und Danny Arnold. Sie vertonen - spitz formuliert - den archaischen Sound eines steinzeitlichen Höhlenclans: schwer, laut, präzise, hell und transparent. Nach zehn Jahren Abstinenz und etlichen Kollaborationen sind sie jetzt zurück mit ihrem Breitwandkino aus tiefster Seele voller atmosphärischer Bilder. Sozusagen "Musik, die auch im Louvre hängen könnte".




