"Riesenbutzbach" ist Christoph Marthalers und Anna Viebrocks Reaktion auf die Wirtschaftskrise. Der Schweizer Regisseur und seine Bühnenbildnerin haben ein Szenario entworfen, in dem 15 Figuren mit dem krisenbedingten sozialen Abstieg konfrontiert werden: Sie reden aneinander vorbei, gehen scheinbar sinnlosen Tätigkeiten nach. Arbeitslose und Bankrotteure in Trainingshosen und schäbigen Pullovern sitzen in den leeren Garagen, die einst ihre Autos beherbergten. Ein Familienvater beobachtet durch eine Kamera seine Frau beim Aufräumen. Und da niemand so genau weiß, was zu schützen oder zu bewachen ist, beobachten und bespitzeln sich eben alle Bewohner gegenseitig. Hierarchien sind ausgeprägt und werden durch Intrigen stabilisiert. Die Theatertreffen-Jury hat 2010 die Inszenierung von Christoph Marthaler unter die zehn bemerkenswertesten deutschsprachigen Inszenierungen der vergangenen Saison gewählt.




