US-Major Ben Marco kann nachts nicht schlafen - und er will es auch nicht. Seine Tage verbringt er mit Vorträgen über den Hinterhalt, in den seine Einheit in der kuwaitischen Wüste geriet, und den heldenhaften Einsatz von Sergeant Raymond Shaw, der für die Rettung von Marcos Leuten mit der Ehrenmedaille ausgezeichnet wurde. Aber bei Nacht verwandeln sich Marcos traumartige Erinnerungen an die Wüste in unheimliche und erschreckende Alpträume.
Er beginnt sich zu fragen, ob die beiden Soldaten, die bei dem Kampf ihr Leben lassen mussten, vielleicht ein wesentlich schlimmeres Ende fanden als es offiziell heißt - und ob Shaw vielleicht gar nicht der strahlende Held ist, für den ihn jeder hält. Als der sich als sicherer Bewerber um das Amt des Vizepräsidenten bemüht, sieht sich Marco gezwungen, zu handeln und seinem wachsenden Misstrauen Gehör zu verschaffen. Sehr zum Missfallen von Shaws resoluter Mutter Eleanor, die im Hintergrund die Fäden zieht.
Während Marcos Vorgesetzte immer stärker an seiner Zurechnungsfähigkeit zweifeln und das Sicherheitsnetz um ihn immer enger wird, bleibt ihm nur noch wenig Zeit, die ungeheure, schockierende Wahrheit aufzudecken, bevor das Weiße Haus in Gefahr gerät.
Mit "Der Manchurian Kandidat" schuf Regisseur Jonathan Demme ("Das Schweigen der Lämmer", "Philadelphia") das spannungsgeladene Remake des 1962 gedrehten Spielfilms "Botschafter der Angst". Die damals zu Zeiten des Koreakriegs angesiedelte Geschichte wurde sensibel modernisiert und in die Zeit des ersten Golfkriegs und die umstrittene "Desert Storm"-Operation verlegt.
Oscarpreisträger Denzel Washington, der mit Regisseur Demme bereits für das bewegende Aidsdrama "Philadelphia" zusammenarbeitete, spielt hier einmal nicht den starken, coolen Helden, sondern eine gebrochene Figur auf der Suche nach einer mysteriösen Vergangenheit. An seiner Seite beeindruckt die wunderbare Meryl Streep, deren Porträt einer machtbesessenen Frau wie eine Studie zu ihrer Oscarrolle der "Eisernen Lady" Maggie Thatcher wirkt. Als ihr Sohn überzeugt Charakterdarsteller Liev Schreiber, der den deutschen Fernsehzuschauern nicht nur durch einige Auftritte in der Krimiserie "CSI - Las Vegas" bekannt ist, sondern an der Seite von Daniel Craig in dem Widerstandsdrama "Unbeugsam" oder neben Angelina Jolie in dem Actionthriller "Salt" nachhaltigen Eindruck hinterließ.
Für den atmosphärischen Look des Films sorgte Kameramann Tak Fujimoto, der Produktionen wie "The Sixth Sense", "Signs" oder "Das Schweigen der Lämmer" seine visuelle Handschrift verlieh.






