Irak 2003: Offizier Roy Miller (Matt Damon) ist im besetzten Bagdad stationiert und soll mit seinem Team die Massenvernichtungswaffen Sadam Husseins ausfindig machen - ein schwieriger und vor allem gefährlicher Job. Denn um diesen Auftrag auszuführen, müssen sie das von den Amerikanern eingerichtete Sicherheitsareal, die so genannte "Green Zone", verlassen. Doch trotz vermeintlich sicherer Hinweise bleibt auch der jüngste Einsatz erfolglos, die gestürmte Lagerhalle ist leer.
Als Miller die Zuverlässigkeit der Quellen und die Vorgehensweise des Geheimdienstes in Frage stellt, wird er von dem CIA-Agenten Martin Brown (Brendan Gleeson) kontaktiert. Der Nahost-Experte weiß aus Erfahrung, dass derartige Himmelfahrtskommandos von vornherein zum Scheitern verurteilt sind, und nun sollen endlich die Gründe dafür aufgedeckt werden.
Doch Millers eindringliche Suche nach der Wahrheit entwickelt sich bald zu einer gefährlichen Mission ums Überleben: Ein irakischer Informant (Khalid Abdalla) sowie die Reporterin Lawrie Dayne (Amy Ryan) bringen ihn allmählich auf eine Spur, die nicht nur in die eigenen Reihen führt, sondern anscheinend sogar bis ins Pentagon.
Nach den Blockbustern "Die Bourne Verschwörung" (2004) und "Das Bourne Ultimatum" (2010) arbeiten Regisseur Paul Greengrass und Hauptdarsteller Matt Damon bei "Green Zone" erneut erfolgreich zusammen. Basierend auf dem preisgekrönten Enthüllungsbuch "Imperial Life in the Emerald City" von Washington-Post-Redakteur Rajiv Chandrasekaran, gelingt Greengrass hier ein komplexer und spannend aufbereiteter Politthriller, der durch unruhige Kamerabilder und überzeugende Darsteller erschreckend realistisch wirkt.
Greengrass' Vorliebe für die kritische Aufarbeitung sozialpolitischer Themen der jüngeren Vergangenheit zeigte sich bereits in seinem wohl bekanntesten Werk "Bloody Sunday" (2002), das sich mit den Geschehnissen des "Blutsonntags" am 30. Januar 1972 in Nordirland befasst. Ein weiteres Beispiel ist das Katastrophendrama "Flug 93" (2006), das als erste Hollywood-Produktion überhaupt in seiner Rahmenhandlung die Ereignisse des 11. Septembers 2001 schildert. Der englische Regisseur wurde hierfür im Jahr 2007 in der Kategorie "Beste Regie" bei den Academy Awards für den Oscar nominiert.
Im Frühjahr 2013 soll dann das neueste Werk von Paul Greengrass auf die Leinwand kommen: In "Captain Phillips" verkörpert Tom Hanks den gleichnamigen Kapitän, dessen Frachtschiff im Jahr 2008 von somalischen Piraten gekapert wurde.





(VPS 12.09.2012, 01:10 Uhr)

