(1): Caddie Club: Spitzensport zum Niedrigpreis
Schluss mit Konsumstress! Die Lyoner Studenten K-You, Vincent, Etienne, Marion und Gwendal machen die wöchentliche Einkaufstour zum lustvollen Caddie-Ballett mit doppeltem Dreier in der Herrensockenabteilung und eiskalten Slides am Tiefkühlregal. Sie tunen sie ihre Einkaufswagen mit extravagantem Zubehör und brechen auf zu Einkaufsrallyes im Supermarkt, Free Styles im Skate Park und Crossrennen in den Hügeln von Lyon. Ganz großer Sport!
(2): Cool Art: Einfach cool
In einem Alter, in dem die meisten Menschen erwachsen werden und sich einen Job suchen, wollen die unverbesserlichsten Clowns vom Pausenhof noch immer nur eins: cool sein. Ihr einziges Ziel (auffallen!) erreichten sie früher durch ihren beeindruckenden Umgang mit Jo-Jo, Springstock und Wurfscheibe, später durch virtuoses Bierflaschenöffnen, artistisches Kugelschreiberwerfen und Pizza-Jonglage. Für alle Uncoolen gibt das "Book of cool" mit den besten Tipps für überzeugende Coolness. Kälter geht's nicht!
(3): Speed Riding: Der neue Flugski
Irgendwo zwischen Paragliding und Skifahren liegt diese neue Freeride-Disziplin. Mit Skiern an den Füßen und einem Gleitschirm über dem Kopf sausen die abenteuerlustigen "Speed-Rider" über verschneite Bergmassive. Auf in die Alpen!
(4): Rude Skate: Jenseits des Gesetzes
Halleluja! Ali Boulala ist am Tresen ebenso unschlagbar wie auf dem Asphalt. Der 26-jährige Schwede und seine Skatertruppe kehren zurück zu den Wurzeln des Skatesports, in jene Zeit, als vogelfreie Punks noch in schönster Illegalität über Bordsteinkanten, Tanklaster und Schwimmbeckenränder sausten. Seit 1991 ist Marseille die Hochburg einer Skater-Generation, die sich nicht in offiziellen Skateparks einsperren lässt.
(5): Power Kite: Ikarus in Britain
Diese Jungs kennen den sichersten Weg in den siebten Himmel und revolutionieren den Drachensport am windgebeutelten Kieselstrand von Brighton. Das Geheimnis des "Kite Jumping" besteht darin, schnell zu fliegen und wenig zu tragen: Es genügen ein Segel, ein Paar Turnschuhe und ein reißfester Slip.
(6): Eepybird: Achtung, jetzt sprudelt's!
Man weiß, wer auf dem Siegertreppchen als erstes die Korken knallen lässt! Seit Stephen Voltz und Fritz Grobe eine Limo-Flasche in eine Ölquelle verwandelten, sind sie die Emire des World-Wide-Webs. Mehr als 4000 Flaschen haben die Hochdruck-Champions im Gepäck, wenn sie die Welt mit ihrem flüssigen Feuerwerk verzaubern.
(7): Mushary: Grüne Füße
Es raschelt im Gebüsch? Das sind bestimmt die Musharider, die wüstesten Heckentrasher der Welt! Als Boris und seine Freunde eines Tages genug davon hatten, nur auf Punkkonzerten zu pogen, sprangen sie kurzerhand in die nächstbeste Hecke ihrer Heimatstadt Concarneau. So wurde die bretonische Hafenstadt, die eigentlich für ihre Thunfischproduktion bekannt ist, zur Wiege eines ganz neuen Sports: dem Mushary. Umweltschützer weggucken!
(8): Handicap 0: Behindert? Von wegen!
Weniger ist manchmal mehr! Nach "Black is Beautiful" und "Fat is beautiful" kommt nun "Less is More". Die körperbehinderten Sportler dieser Disziplin fordern die Gesetze von Physik und Gesellschaft heraus und brechen mit ihren provokanten Stunts so manches Tabu. Der 20-jährige Aaron Fotheringham ist von Geburt an querschnittsgelähmt und Champion im "Extreme Sitting": sein Rollstuhl dient ihm als Skateboard, und seine Backflips lassen selbst Tony Hawk erblassen.
(9): Tractor Pulling: Psychodrama Motor
Dieser etwas andere Wettbewerb kam in den 1930er Jahren in den UISA auf, als es noch darum ging, die Zugkraft von Pferden zu messen. Seit Ende der 60er-Jahre frönen auch europäische Landwirte dieser Leidenschaft, doch natürlich treten mittlerweile anstelle von Pferden Traktoren an. Die mit Motoren von Jagdflugzeugen, Panzern und Hubschraubern aus dem Zweiten Weltkrieg zu immer leistungsstärkeren Monstern aufgerüsteten Gefährte gelten als Formel 1 unter den Landwirtschaftsfahrzeugen und verwandeln einfache Dorffeste in Show-Veranstaltungen mit maximalem CO2-Ausstoß und gar nicht dörflich-idyllischen Lärmpegeln. Erstaunliche Sitten in ökologisch korrekten Zeiten!
(10): Neo-Shibari - Eine fesselnde Kunst
Die japanische Fesselkunst Shibari hat ihre Wurzeln in der Edo-Zeit (1603 - 1868), gehörte zu den 18 Kampfkünsten der Samurai und wurde als Zainin shibari ("Shibari der Schuldigen") zur öffentlichen Zurschaustellung von Verbrechern genutzt. Heute feiert die traditionsreiche Kunst ein Comeback und ist richtig "hype". Hajime Kinoko, einer der Shooting Stars des Japan-Bondage, hat das klassische Hanfseil und das gedämpfte Licht gegen Leuchtfarben-Seile und Laserlicht eingetauscht. Der Klang- und Videokünstler träumt davon, eines Tages den 333 Meter hohen Tokyo Tower zu fesseln ... In Japan organisierte er das erste Shibari-Festival, um das Japan-Bondage aus seinem Nischendasein herauszuführen. Zu den Gästen gehörte auch Midori, eine in Japan geborene Wahlamerikanerin, die mit den Konventionen dieser traditionell Männern vorbehaltenen Fesselkunst bricht. Wenn Midori nicht mit Körpern spielt, schafft sie eigene Installationen mit Blumen oder Gummipuppen.



