Kein anderes Werk hat das Indianer-Bild der Deutschen so stark geprägt wie Karl Mays "Winnetou": Die Figur des "edlen Wilden", der mutig und gewaltlos für Gerechtigkeit und Frieden kämpft, beeindruckte Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen. Die Verfilmungen mit Pierre Brice taten ein Übriges. Für den ZDF-Zweiteiler "Winnetous Rückkehr" schlüpfte der Franzose Ende der 90er Jahre in seine Paraderolle zurück. Der Legende nach hatte ihn nämlich ein Medizinmann vor dem Tode errettet und so konnte er sich noch einmal dem Kampf gegen das Böse stellen.
Karl May schrieb seine Bücher in einer Zeit, als die Indianer im Kampf um ihr Land den weißen Eroberern unterlagen. Heute leben die Mescalero-Apachen in einem Reservat im Süden New Mexicos. Eine Reise durch die "RomanWelten" Karl Mays führt zu den großartigen Wüsten, Wäldern und Bergen des amerikanischen Südwestens.
Doch so weit braucht der deutsche Winnetou-Fan gar nicht zu fahren, um Indianer in voller Aktion zu erleben: Bei den Karl-May-Spielen in Elspe im Sauerland werden seit 1958 auf der Freilichtbühne Abenteuerstücke aufgeführt. Als Höhepunkt der Action-Inszenierung von "Im Tal des Todes" erschütterte 2010 ein gigantischer Vulkanausbruch die Bühne und ein komplettes Bergwerk flog in die Luft.
Die Künstlerin Stefka Ammon wünschte sich schon als kleines Kind, Winnetou als besten Freund zu haben. Der Mythos ließ sie bis heute nicht los. Immer wieder setzte sie sich mit ihm künstlerisch auseinander. Was ihr dazu für diesen Programmabend eingefallen ist, zeigen die Kurzfilme, die als Klammern die Beiträge umrahmen.
Film von Andreas Lehmann




