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Bock auf Ausbildung

Ohne Studium geht’s auch

von Philipp Lutz

Bewerber für Ausbildungsberufe zu finden, ist schwierig. Dennoch gibt es junge Menschen, die sehr bewusst diesen Weg einschlagen. 37 Grad begleitet junge Auszubildende.

Videolänge:
28 min
Datum:
06.02.2024
:
UT - AD - DGS
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 06.02.2029

Eine Ausbildung scheint für viele junge Menschen nicht attraktiv zu sein: Abitur und Studium sind gesellschaftlich weit mehr anerkannt. Dass man auch mit einer Ausbildung Zukunftsperspektiven und gute Verdienstmöglichkeiten hat, zeigen drei junge Azubis.

Zu geringe Wertschätzung

Annemarie macht eine Ausbildung zur Technischen Konfektionärin. Die 24-Jährige wohnt in Chemnitz und hat einen Realschulabschluss. Nach einem Jahr in Australien begann sie eine Ausbildung als Hotelfachfrau in Leipzig. Wegen gesundheitlicher Probleme musste sie diese nach dem ersten Lehrjahr abbrechen. Bei einer Ausbildungsmesse wurde sie auf den Beruf der Technischen Konfektionärin aufmerksam und hat sich dafür entschieden. Sie lernt, wie aus unterschiedlichen Materialien durch Nähen, Schweißen und Kleben Produkte wie Planen, Markisen, Zelte, Traglufthallen und Sprungtücher gefertigt werden. Ihr Betrieb will sie nach der Ausbildung übernehmen.

Annemaries jüngerer Bruder studiert Jura in Dortmund, der ältere Bruder ist Berufssoldat in Augsburg. Sie kommen immer wieder bei den Eltern zusammen und sprechen dann auch über ihre berufliche Situation: schlechte Bezahlung im Handwerk, schlechte Arbeitszeiten, geringe Wertschätzung. Auch Annemarie findet, dass sie zu wenig verdient. Wenn ihr Chef langfristig nicht mehr zahlen will, sieht sie in diesem Betrieb keine Zukunft und will sich anderswo bewerben. Ihre Chancen stehen nicht schlecht, da es in ihrem Bereich viele offene Jobangebote gibt.

Eine Chance für Integration

Der 24-jährige Mahmoud macht eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer. Er wohnt in Bochum. Mahmoud ist vor dem Krieg in Syrien geflüchtet. Eigentlich wollte er dort Abitur machen, doch das war nicht mehr möglich. Mit 17 Jahren kam er allein nach Deutschland. Dort muss er zunächst einen Hauptschulabschluss machen. Dabei war die deutsche Sprache für Mahmoud das größte Problem. Die Trennung von seiner Familie belastet ihn sehr, ein Kontakt ist nur per Telefon möglich.

Für die Ausbildung zum Berufskraftfahrer hat er sich nach einem Praktikum entschieden. Momentan fährt Mahmoud mit dem Lkw nur innerhalb von Deutschland. Wenn er seine Ausbildung beendet hat, könnte er auch Touren in die Türkei fahren und dort vielleicht seine Eltern treffen. Seine größte Angst ist, dass sein Deutsch nicht gut genug ist, um die schriftliche Prüfung zu bestehen. Er lernt viel, aber er weiß nicht, ob die Firma ihn übernehmen wird. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung will er versuchen, sich in Deutschland einbürgern zu lassen.

Ein Beruf mit viel Verantwortung

Brendan ist 21 und wohnt in Stuttgart, war dort auf dem Gymnasium. Doch die Krebserkrankung seiner Mutter wirft ihn aus der Bahn. Er bekam Depressionen und eine Angststörung, beendete die Schule nach der 9. Klasse mit dem Hauptschulabschluss. Unter den Angeboten des Jobcenters war die Ausbildung zur Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft: Dafür hat er sich entschieden und mit 19 die Ausbildung begonnen.

Seine Mutter (55), die mittlerweile nach einer zweiten Krebserkrankung wieder genesen ist, unterstützt ihn. Brendan wohnt bei ihr, und die Verbindung ist sehr eng. Seine Mutter ist Hebamme und Krankenschwester – kann aber aufgrund der beiden Krebserkrankungen nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten. Der Kontakt zum Vater existiert nicht mehr.

Brendan sagt, dass er seinen Beruf liebt. Seine Arbeit sei vielseitig, und er habe viel Verantwortung. Als Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft ist Brendan verantwortlich für die Annahme, Sortierung, Analyse und Verwertung von Abfällen – und eben kein Müllwerker, wie viele denken. Nach der Ausbildung will er noch den Meister machen. Dass er in seinem Betrieb übernommen wird, ist relativ sicher.

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