Habeck hebt Wachstumsprognose auf 0,3 Prozent

    Minimale Anhebung:Habeck hebt Wachstumsprognose auf 0,3 Prozent

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    Die Regierung hebt ihre Wachstumsprognose fürs laufende Jahr minimal an. Es gebe "Zeichen für eine leichte konjunkturelle Aufhellung" im Jahresverlauf, so Minister Habeck.

    Container werden auf dem Terminal Tollerort der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) umgeschlagen
    Regierung erwartet einen Hauch mehr Wachstum
    Quelle: Christian Charisius/dpa

    Die Bundesregierung hat ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr leicht angehoben. Es mehrten sich die Anzeichen dafür, dass die deutsche Wirtschaft im Frühjahr an einem konjunkturellen Wendepunkt stehe, teilte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Mittwoch mit. Erwartet wird nun ein Wachstum von 0,3 Prozent.
    "Wir revidieren unsere konjunkturellen Erwartungen für das laufende Jahr leicht nach oben", so Habeck in Berlin. Im Februar hatte die Regierung ihre Prognose noch drastisch heruntergeschraubt - auf ein Plus des Bruttoinlandsprodukts von nur noch 0,2 Prozent.
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    Energiepreise runter, Produktion rauf

    Habeck sagte, das Ministerium sehe im weiteren Jahresverlauf "Zeichen für eine leichte konjunkturelle Aufhellung". So gehe es seit Jahresbeginn wegen deutlich gesunkener Energiepreise etwa bei der Produktion "spürbar bergauf". Mit den Energiepreisen gehe auch die Inflation weiter zurück. Das stärke die Kaufkraft der Menschen und stütze die Erholung des privaten Konsums. "Strom und Gas kosten heute an der Börse etwa so viel wie vor den Energiepreisschocks", sagte Habeck.
    Die Regierung rechnet mit einer Inflationsrate von 2,4 Prozent in diesem Jahr. 2023 waren es noch 5,9 Prozent. Der Minister verwies zudem auf mögliche Zinssenkungen sowie steigende Löhne und einen anhaltend stabilen Arbeitsmarkt.
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