Rolle des ÖRR: Fernsehrat positioniert sich

ZDF-Fernsehrat:Rolle des ÖRR: Fernsehrat positioniert sich

Gremium votiert einstimmig für Vielfaltssicherung, konsequente Reformen und Qualitätsjournalismus

Weitwinkelaufnahme einer ZDF-Fernsehratssitzung im März 2026. Zahlreiche Menschen sitzen an langen Tischen, die zu einem offenen Rechteck angeordnet sind. Vor ihnen stehen Mikrofone, Namensschilder und Getränke. Am hinteren Ende des Saals ist eine Leinwand mit ZDF-Logos zu sehen

Sitzung des ZDF-Fernsehrats (Archivfoto).

Quelle: ZDF/Torsten Silz

Vielfalt sichern, Zusammenhalt stärken, Erneuerung gestalten

Verlässliche Informationen, unabhängiger Journalismus und Räume für eine faire sowie faktenbasierte Debatte sind heute wichtiger denn je. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk trägt dafür eine besondere Verantwortung und das ZDF leistet dazu einen unverzichtbaren Beitrag. Der ZDF-Fernsehrat bekennt sich zu diesem Auftrag. Dabei stehen drei Punkte im Zentrum: 

Vielfalt sichern

Demokratie braucht Meinungsvielfalt und insbesondere Medienvielfalt. Das duale System aus starken privaten Rundfunkanbietern und einem staatsfernen, pluralistisch kontrollierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk hat sich bewährt. Aus gutem Grund stehen ARD und ZDF für unterschiedliche redaktionelle Perspektiven innerhalb des öffentlich-rechtlichen Systems. Als gemeinsame Anstalt aller 16 Länder steht das ZDF für ein bundesweites und verbindendes Programm. Die Vielfalt unseres Mediensystems schützt vor publizistischer Machtkonzentration und stärkt die freie Meinungsbildung der Bürgerinnen und Bürger.

Reformen konsequent fortsetzen

Beitragsfinanzierung, große Reichweite und verfassungsrechtlicher Auftrag begründen eine besondere Verantwortung. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss sich deshalb fortlaufend an Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit sowie an Transparenz und Glaubwürdigkeit messen lassen. Nur so bleibt seine Akzeptanz in der Bevölkerung dauerhaft gesichert. Mit dem Reformstaatsvertrag der Länder ist ein wichtiger Schritt getan. Seine Umsetzung im ZDF ist weit fortgeschritten, Kooperationen innerhalb des öffentlich-rechtlichen Systems und mit privaten Medien zeigen erste Erfolge. Diesen Weg unterstützen wir ausdrücklich. Reform heißt für uns Stärkung durch Erneuerung: mehr Zusammenarbeit, schlankere Strukturen, klare Prioritäten.  

Qualitätsjournalismus im digitalen Raum gemeinsam mit privaten Medien stärken 

Die entscheidende Herausforderung verläuft nicht zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Medien. Beide stehen gleichermaßen vor der Marktmacht globaler Plattformen, algorithmischer Steuerung und Desinformation. Große Tech-Konzerne vereinen bereits rund die Hälfte des deutschen Werbemarkts auf sich. Journalistisch-redaktionell verantwortete Angebote müssen deshalb auch auf digitalen Plattformen und in KI-Anwendungen gut auffindbar sein. Wir begrüßen das Vorhaben der Länder, mit einem Digitale-Medien-Staatsvertrag Sichtbarkeit, Vielfalt und Transparenz im digitalen Raum zu sichern. Zugleich unterstützen wir gemeinsame Initiativen wie "Demokratie braucht viele Stimmen" von ARD, ZDF, privaten Sendern und Verlegerverbänden.

Der ZDF-Fernsehrat wird diesen Weg als unabhängiges, gesellschaftlich breit verankertes Aufsichtsgremium aktiv begleiten. Unser gemeinsames Ziel ist ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk, der unabhängig, vielfältig und nah an den Menschen ist. Er leistet damit einen starken Beitrag für den Zusammenhalt in unserem Land.

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