Startseite

ZDFmitreden: Wie gut ist unser Bildungssystem?

Umfrageergebnisse:Wie gut ist unser Bildungssystem?

Die ZDFmitreden-Community sieht den Zustand des Bildungssystems kritisch. Von der Berichterstattung wünscht sie sich, dass die Perspektive der Schüler und Schülerinnen im Fokus steht.

Schülerinnen und Schüler im Alter von ca. 11-13 mit Rucksäcken und teils mit Schulheften stehen beieinander und besprechen sich

Eine Sendung, in der Bildungs- und Schulformen anderer Länder vorgestellt werden – daran äußerten 76 Prozent der Befragten Interesse.

Quelle: Pexels/Norma Mortenson

Wie gut lesen, schreiben und rechnen Schülerinnen und Schüler in Deutschland? Auf diese Frage wird es bald neue Antworten geben, denn in diesem Jahr werden die nächsten PISA-Ergebnisse veröffentlicht. 

Bei der letzten PISA-Studie aus dem Jahr 2023 gab es in Deutschland keinen Grund zur Freude. Im Gegenteil: Die Ergebnisse der deutschen Schülerinnen und Schüler waren in Mathematik und Deutsch so schlecht wie noch nie.

Anlässlich der kommenden PISA-Ergebnisse 2026 wollte ZDFmitreden wissen, wie die ZDFmitreden-Community das deutsche Bildungssystem einschätzt. Außerdem haben die Teilnehmenden beantwortet, was sie sich von der Berichterstattung zum Thema Bildung wünschen. An der Umfrage haben 24.887 Menschen teilgenommen. 

Starke Kritik am Bildungssystem 

Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Unzufriedenheit, was die Schulbildung in Deutschland angeht. Gut die Hälfte der Befragten (55 Prozent) bewertete das deutsche Bildungssystem als "eher schlecht". Ein weiteres Viertel (24 Prozent) schätzte es sogar als "sehr schlecht" ein. Als "sehr gut" bewertete es nur 1 Prozent der Befragten, während es 18 Prozent für "eher gut" halten. 

Auch im europäischen Vergleich steht Deutschland in den Augen der ZDFmitreden-Community nicht gut da. Eine sehr große Mehrheit von 91 Prozent der Befragten glaubt, dass es europäische Länder gibt, in denen das Bildungssystem deutlich besser ist als hierzulande. Nur 2 Prozent sind der gegenteiligen Ansicht. 

Mehrheit glaubt nicht, dass Kinder gut auf das weitere Leben vorbereitet werden 

Die Teilnehmenden wurden außerdem gefragt, wie gut das deutsche Schulsystem Kinder ihrer Ansicht nach auf das weitere Leben vorbereite. Auch hier überwiegt eine negative Meinung. Während 15 Prozent der Befragten glauben, dass die Schule Kinder derzeit gut auf das weitere Leben vorbereite, ist eine Mehrheit von 83 Prozent nicht dieser Meinung.

 

Gleichzeitig hält eine Mehrheit der Befragten die Inhalte der Schulbildung weiterhin für wichtig. So waren 64 Prozent der Befragten nicht der Meinung, dass die Inhalte, die heutzutage in der Schule vermittelt werden, im Hinblick auf das spätere Leben unnötig seien. Ein Drittel (33 Prozent) stimmten dieser Aussage jedoch zu oder eher zu. 

Wünsche an die Berichterstattung 

Die Redaktion NANO bei 3sat, in deren Auftrag die Befragung durchgeführt wurde, plant zum Thema Bildung und Schule derzeit eine neue Produktion für Streaming, YouTube und TV. ZDFmitreden hat aus diesem Grund auch gefragt, was den Teilnehmenden wichtig ist, wenn es um die Berichterstattung zum Bildungssystem geht. Die Ergebnisse werden maßgeblich in die Entwicklung der neuen Produktion einfließen. 

Dabei äußerten die Befragten ein großes Interesse daran, dass die Berichterstattung die Perspektive von Schülerinnen und Schülern darstellt. Auf die Frage, wessen Sicht auf das Bildungssystem sie am meisten interessierte, antworteten 45 Prozent "die Perspektive von Schülern und Schülerinnen". 24 Prozent finden die Perspektive von Lehrern und Lehrerinnen am spannendsten, während 7 Prozent am meisten Interesse für die Sicht der Eltern haben. 

Was den Stil angeht, bevorzugen die Befragten beim Thema Schule und Bildung einen recht klassischen, neutralen und seriösen Stil. So sagten 70 Prozent, dass sie bei einer Sendung zu dem Thema eine "sachliche und informative" Erzählweise am meisten ansprechen würde. Einen "kritischen und aufklärenden" Stil wünschten sich 64 Prozent. Deutlich weniger Befragte konnten sich eine Sendung mit einer "direkten und provokanten" (24 Prozent) oder einer "humorvollen und satirischen" (22 Prozent) Erzählweise vorstellen. Einen "emotionalen und tiefgründigen" Stil bevorzugen ebenso nur wenige (15 Prozent). 

Lösungsorientierung ist Priorität 

Außerdem wünschen sich die Befragten, dass die Berichterstattung auf mögliche Lösungsansätze eingeht, wie man Probleme im Bildungsbereich angehen könnte. Mit deutlichem Vorsprung liegt "Lösungsorientierung" mit 79 Prozent sogar auf dem ersten Platz, wenn es darum geht, was den Befragten bei einer Sendung zum Thema Schule und Bildung besonders wichtig ist. 

37 Grad Leben
:Lebensretter Schule

Schulabschluss als Neuanfang: An einer Schule in Frankfurt stellen sich Kay, Marvin und Sarah ihrer Vergangenheit – und finden dabei Hoffnung und Lebensmut.
Sarah (l.), Kay (M.) und Marvin (r.) versuchen, am Bildungszentrum Herrmann Hesse in Frankfurt am Main, einen Schulabschluss zu machen

Die "Darstellung überraschender Perspektiven oder Meinungen" finden 41 Prozent der Befragten besonders wichtig, während 34 Prozent die "Einbindung spannender, persönlicher Geschichten" besonders wichtig finden. Die "visuelle Umsetzung der Sendung" (15 Prozent) sowie "Emotionale oder lustige Momente" (5 Prozent) sind deutlich weniger Befragen wichtig.