ZDF-Fernsehproduktion: Ökologische Standards
Das ZDF setzt bei Film- und Fernsehproduktionen auf ökologische Standards und fördert nachhaltiges Produzieren für mehr Klima- und Ressourcenschutz.
Ökologische Standards als fester Bestandteil vieler ZDF-Produktionen, wie zum Beispiel bei den Bergrettern.
Quelle: ZDFAbspann "Bei dieser Produktion wurden die Green Shooting-Standards angewendet"
Der Hinweis im Abspann "Bei dieser Produktion wurden die Green Shooting-Standards angewendet" bedeutet, dass die Herstellung dieser Produktion nach den "ökologischen Standards für deutsche Kino-, TV- und Online-/VoD-Produktionen" erfolgt ist.
Diese Standards wurden vom Arbeitskreis "Green Shooting" gemeinsam mit den Filmförderungen des Bundes und der Länder entwickelt und legen verbindliche Anforderungen für eine umwelt- und ressourcenschonende Produktion fest.
Die Vorgaben gelten für alle Produktionsphasen, von der Planung über die Dreharbeiten bis zur Postproduktion. Ziel ist es, Energieverbrauch, CO₂-Emissionen und Ressourcenverbrauch systematisch zu reduzieren und den ökologischen Fußabdruck einer Produktion messbar zu verringern. Jede Produktion muss ihre Maßnahmen dokumentieren und ihre Emissionen durch eine vor- und nachlaufende CO₂-Bilanz erfassen.
Was wird dabei konkret umgesetzt?
Produktionen, die nach den ökologischen Standards hergestellt werden, berücksichtigen folgende Maßnahmen:
- Verwendung von zertifiziertem Ökostrom in Produktionsbüros, Studios und in der Postproduktion.
- Einsatz von energieeffizienter Lichttechnik, insbesondere LED-Beleuchtung, anstelle energieintensiver konventioneller Systeme.
- Strom wird aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen. Ist der Einsatz von Generatoren unvermeidbar, kommen umweltschonendere Alternativen wie mobile Stromspeichersysteme oder Generatoren mit erneuerbaren HVO-Kraftstoffen zum Einsatz.
- Verzicht auf Kurzstreckenflüge, wenn das Reiseziel mit der Bahn in weniger als fünf Stunden erreichbar ist.
- Nutzung von emissionsarmen Fahrzeugen und Reduzierung belastender Transporte soweit möglich.
- Entscheidung zum Einsatz regionaler oder biologisch erzeugter Lebensmittel beim Catering.
- Regelmäßiges Angebot von rein vegetarischer oder veganer Verpflegung während der Dreharbeiten.
- Verzicht auf Einweggeschirr, Einwegflaschen und Einwegbatterien während der gesamten Produktion.
- Wiederverwendung von Kulissen, Dekorationen, Kostümen und Materialien, um Ressourcen zu schonen und Abfälle zu vermeiden.
Die vollständigen aktuellen ökologischen Standards für deutsche Kino-, TV- und Online-/VoD-Produktionen können Sie auf den offiziellen Informationsseiten unter www.green-motion.org einsehen.
Warum sind ökologische Standards wichtig?
Film- und Fernsehproduktionen benötigen Energie, Technik, Transporte, Unterkünfte und zahlreiche Materialien. Die ökologischen Standards helfen dabei, die damit verbundenen Umweltbelastungen zu reduzieren und nachhaltiges Produzieren als festen Bestandteil der Medienbranche zu etablieren. Der Hinweis "Bei dieser Produktion wurden die Green Shooting-Standards angewendet" steht somit für eine Produktion, die nach geprüften Nachhaltigkeitskriterien strikt auf Grundlage des standardisierten Prüf- und Nachweisverfahrens des Arbeitskreises "Green Shooting" umgesetzt wurde und konkrete Maßnahmen zum Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz nachweisen kann.
Das ZDF – Gründungsmitglied von "Green Shooting"
Das ZDF gehört zu den Gründungsmitgliedern des Arbeitskreises "Green Shooting" und hat an der Entwicklung der ökologischen Standards von Beginn an aktiv mitgewirkt. Als einer der größten Auftraggeber der deutschen Film- und Fernsehbranche sieht das ZDF eine besondere Verantwortung, nachhaltige Produktionsweisen zu fördern und gemeinsam mit dem Arbeitskreis und Produzentinnen und Produzenten weiterzuentwickeln.
Bereits früh hat sich das ZDF dazu verpflichtet, einen großen Teil seiner fiktionalen Produktionen nach den Vorgaben der ökologischen Standards herstellen zu lassen. Dieses Ziel wurde erreicht und der Anteil nachhaltig produzierter Inhalte in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut. Heute gehören die Anforderungen der ökologischen Standards zum festen Bestandteil vieler Produktionsaufträge des ZDF.
Der Weg des ZDF in die Zukunft
Nachhaltigkeit verstehen wir nicht als kurzfristiges Projekt, sondern als langfristigen Veränderungsprozess. Die Herstellung von Fernsehprogrammen wird auch in Zukunft Energie, Mobilität, Technik und Ressourcen benötigen. Unser Anspruch ist es daher, diese Prozesse Schritt für Schritt noch klimafreundlicher und ressourcenschonender zu gestalten.
- den Anteil nachhaltig produzierter Inhalte weiter zu erhöhen,
- neue technische Lösungen zur Reduzierung von CO₂-Emissionen einzusetzen,
- Energieverbrauch und Ressourcenbedarf weiter zu senken,
- nachhaltige Produktionsweisen dauerhaft als Branchenstandard zu etablieren,
- und die Entwicklung der ökologischen Standards aktiv mitzugestalten.
Unser langfristiges Ziel ist eine Fernsehproduktion, bei der nachhaltiges Handeln selbstverständlich mitgedacht wird, von der ersten Idee bis zur fertigen Sendung. Der Hinweis "Bei dieser Produktion wurden die Green Shooting-Standards angewendet" ist daher nicht nur eine Kennzeichnung im Abspann, sondern Ausdruck eines kontinuierlichen Engagements für Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz in der Medienproduktion.
Die ökologischen Standards wurden nicht von einem einzelnen Unternehmen entwickelt, sondern von einem breiten Bündnis der deutschen Film- und Medienbranche. Grundlage hierfür ist der Arbeitskreis "Green Shooting", eine Initiative, in der Produktionsunternehmen, Sender, Streamingdienste, Filmförderungen, Verbände und weitere Branchenpartner zusammenarbeiten, um Film- und Fernsehproduktionen klima- und ressourcenschonender zu gestalten.
Der Arbeitskreis entstand aus der gemeinsamen Erkenntnis, dass die Herstellung audiovisueller Inhalte einen messbaren ökologischen Fußabdruck hinterlässt und die Branche Verantwortung für dessen Reduzierung übernehmen muss. Aus dieser Zusammenarbeit wurden zunächst gemeinsame Empfehlungen entwickelt, aus denen später die heute gültigen bundesweit einheitlichen ökologischen Standards hervorgingen. Gemeinsam mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), der Filmförderungsanstalt (FFA) sowie den Filmförderungen der Länder wurden die Standards kontinuierlich weiterentwickelt und als branchenweiter Maßstab etabliert.
Seit ihrer ersten Veröffentlichung werden die Standards regelmäßig evaluiert und weiterentwickelt. Die aktuelle Fassung umfasst 25 Muss-Vorgaben und trägt den Erfahrungen Rechnung, die die Branche in den vergangenen Jahren mit nachhaltiger Produktion gesammelt hat.