Verantwortung:DNK-Entsprechenserklärung
Das ZDF stärkt Nachhaltigkeit: Mit einer zukunftsorientierten Strategie und der DNK-Entsprechenserklärung fördert es Transparenz und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Transformation und Transparenz: Kontinuität bei komplexer Regulatorik
Der Nachhaltigkeitsbericht des ZDF für das Jahr 2025 markiert einen Moment des Übergangs. Einerseits markiert er das Ende einer langjährig gewachsenen Berichterstattungstradition im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK). Andererseits eröffnet er eine neue Phase der regulatorischen und gesellschaftlichen Rahmensetzungen für Nachhaltigkeit.
Seit 2015 hat das ZDF freiwillig DNK-Entsprechenserklärungen abgegeben und damit kontinuierlich über Ziele, Maßnahmen und Kennzahlen berichtet. Die Systematik der 20 DNK-Kriterien hat sich dabei als tragfähiger Ordnungsrahmen erwiesen, um ökologische, soziale und Governancebezogene Aspekte der Unternehmensführung strukturiert offenzulegen. Gleichzeitig ist dies der letzte Bericht, der vollständig nach der bisherigen Logik erstellt wurde. Auch wenn das ZDF als öffentlich-rechtlicher Sender keiner gesetzlichen Berichtspflicht unterliegt, orientieren wir uns bei unserer freiwilligen Nachhaltigkeitsberichterstattung weiterhin bewusst an anerkannten Standards.
Während sich die europäische Berichtslandschaft durch die CSRD und die ESRS-Standards neu ordnet, haben die Vereinfachungen durch die Omnibus-Verordnung der EU im Jahr 2025 gezeigt, dass Nachhaltigkeitsregeln nicht nur strenger, sondern auch sinnvoller und fokussierter sein müssen. Entsprechend wandelt sich der DNK selbst aktuell von einem eigenständigen Berichtsrahmen zu einer Unterstützungsplattform für die Umsetzung der europäischen Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und der European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Die künftigen Anforderungen werden sich deutlich stärker an Konzepten wie der doppelten Wesentlichkeit, der Wertschöpfungskettenperspektive sowie an formalisierten Offenlegungspflichten orientieren.
Das ZDF nutzt diese Übergangszeit, um die bisherige Berichtslogik fundiert abzuschließen und das Fundament für eine Berichterstattung zu legen, die weiterhin Transparenz nicht als Pflicht, sondern als Voraussetzung für gesellschaftliche Glaubwürdigkeit versteht. Im Frühjahr 2026 wurde die Unternehmensstrategie "Ein ZDF für alle" mit dem Zielhorizont 2028 an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst und die sechs darunterliegenden Themenfelder weiterentwickelt. Dies zeigt, dass die strategische Weiterentwicklung und der Nachhaltigkeitsanspruch beim ZDF Hand in Hand gehen.
Wertewandel und Vertrauensverlust: Glaubwürdigkeit in der digitalen Welt
Global beobachten wir eine Erosion der regelbasierten Ordnung: Internationale Übereinkünfte weichen zunehmend unvorhersehbaren nationalstaatlichen Alleingängen. In diesem volatilen Umfeld wird Vertrauen zu einer zentralen Ressource unserer Gesellschaft.
Zudem wächst das gesellschaftliche Bedürfnis nach Verlässlichkeit, Glaubwürdigkeit und faktenbasierter Information, sie sind heute mehr denn je eine zentrale Währung im politischen und gesellschaftlichen Miteinander. Treiber hierfür sind die Verbreitung von Desinformationen, die rasante Entwicklung im Feld der Künstlichen Intelligenz, die Fragmentierung öffentlicher Diskurse sowie die manipulative Kraft sozialer Medienplattformen.
Die Aufgabe, zwischen Fakten und Fiktionen, zwischen seriöser Recherche und interessengeleiteter Propaganda zu unterscheiden, obliegt insbesondere dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Für das ZDF ergibt sich daraus eine gesteigerte Verantwortung. Aufklärung, unabhängige Information, Demokratieförderung und gesellschaftliche Integration sind nicht nur Bestandteile seines gesetzlichen Auftrags – sie werden zur existenziellen Notwendigkeit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Indem wir komplexe Zusammenhänge verständlich machen, fördern wir die Urteilsfähigkeit der Bürgerinnen und Bürger. Dies ist die Basis für jede nachhaltige Entwicklung, denn nur eine informierte Gesellschaft ist in der Lage, die notwendigen Transformationen der Zukunft mitzugestalten.
Verantwortung für Produktion und Programm: Wirtschaftlich und wirkungsvoll
Für das ZDF bedeutet Nachhaltigkeit, diesen gesellschaftlichen Auftrag in eine ganzheitliche Unternehmensstrategie zu übersetzen. Unsere Nachhaltigkeitsstrategie umfasst daher zwei wesentliche Dimensionen: die nachhaltige Gestaltung unserer Produktionsprozesse sowie die wertebasierte Wirkung unserer Inhalte.
Ökologische Verantwortung bei der Programmproduktion ist für uns untrennbar verbunden mit journalistischer Verantwortung in der Programmgestaltung. Während wir bestrebt sind, den ökologischen und sozialen Fußabdruck unserer Produktion durch messbare Prozesse und KPIs so nachvollziehbar wie möglich zu erfassen, entfaltet unser Kernprodukt – das Programm – seine Wirkung jenseits rein zahlenbasierter Logik. Das Bestreben nach Umwelt- und Ressourcenschonung in unseren Betriebsabläufen geht Hand in Hand mit inhaltlicher Ausgewogenheit in unserer Berichterstattung; Diversität in unseren Teams korrespondiert mit der Vielfalt der Perspektiven in unseren Sendungen. Aufklärung, Orientierung und die Ermöglichung informierter Teilhabe schaffen so die erforderliche Infrastruktur für einen konstruktiven gesellschaftlichen Dialog.
Vor diesem Hintergrund ist die Nachhaltigkeitsstrategie des ZDF als sich weiterentwickelndes System angelegt. Dabei folgt das ZDF konsequent den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit: Nachhaltigkeit und Sparsamkeit im Ressourceneinsatz schließen sich für uns nicht aus, sondern verstärken sich gegenseitig. Die Anpassung an neue regulatorische Anforderungen aus dem europäischen Kontext ist ebenso Teil dieser Entwicklung wie die kontinuierliche Reflexion publizistischer Verantwortung in einer sich wandelnden Medienumgebung. Gleichzeitig gilt es, die Resilienz der Organisation und ihrer Mitarbeitenden kontinuierlich zu stärken, um künftigen Herausforderungen gewachsen zu sein.
Der vorliegende Bericht dokumentiert diesen Stand der Entwicklung transparent. Er schließt eine Phase konsolidierter Berichterstattung nach der etablierten DNK-Systematik ab und eröffnet zugleich den Blick auf eine nächste Phase, in der Nachhaltigkeitsmanagement, Berichtsstandards und publizistischer Auftrag noch enger miteinander verschränkt werden. Nachhaltigkeit ist damit für das ZDF nicht nur ein Managementthema, sondern Ausdruck seines institutionellen Selbstverständnisses und seines Beitrags zur Stabilität der Gesellschaft. Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sind zentrale Leitprinzipien des ZDF und bleiben es auch in der Zukunft.