DNK-Entsprechenserklärung Bereich "Strategie"

DNK-Entsprechenserklärung:Bereich "Strategie"

Der Bereich "Strategie" der ZDF-Entsprechenserklärung zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex.

DNK-Kriterium 1

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Strategie

Nachhaltigkeitsstrategie mit freiwilligem ZDF-Reporting

Für das ZDF besteht keine gesetzliche Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die europäischen Richtlinien, insbesondere die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), und die daraus abgeleiteten gesetzlichen Vorschriften zur Berichterstattungspflicht mit den verbindlichen European Sustainability Reporting Standards (ESRS) finden auf Wirtschaftsunternehmen und ihnen ausdrücklich gesetzlich gleichgestellte Unterneh- men Anwendung, jedoch nicht auf öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten. Das ZDF folgt den wesentlichen inhaltlichen Bestrebungen und substanziellen Leitlinien der gesetzlichen Richtlinien jedoch, indem es mit diesem Bericht, welcher der anerkannten DNK-Systematik folgt, seiner Rechenschaftspflicht gegenüber der Gesellschaft freiwillig nachkommt.

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Nachhaltigkeitsstrategie als Teil der Unternehmensstrategie

Der im Jahr 2022 vom Intendanten Dr. Norbert Himmler angestoßene und im Frühjahr 2026 an die veränderten Rahmenbedingungen angepasste Strategieprozess "Ein ZDF für alle" 2028 zielt darauf ab, das ZDF zukunftsfähig aufzustellen und so die Erfüllung seines Auftrags zu gewährleisten. Mit seinen Angeboten sollen alle Menschen in Deutschland erreicht werden, um in einer zunehmend fragmentierten Gesellschaft den Zusammenhalt und die Demokratie zu stärken. Die sechs Themenfelder umfassen dabei die Akzeptanz in der Gesellschaft, den publizistischen Mehrwert, eine zukunftsweisende Distributionsstrategie, die Stärkung von Partnerschaften, die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber und die Weiterentwicklung hin zu einem modernen Medienunternehmen. In allen sechs Feldern spielt Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle.

Das spiegelt sich auch in der Einbettung spezifischer Nachhaltigkeitsdimensionen in die zielorientierte Führung (Management by Objectives) des ZDF im Rahmen der unternehmensweit und direktionsbezogen zur Anwendung kommenden Balanced-Scorecard-Systematik (BSC) wider. Dieses Prinzip beinhaltet eine Führungs- und Verantwortungskultur, die gemeinsam entwickelte Ziele – auch im Bereich Nachhaltigkeit – strukturiert und somit nachvollziehbar sowie überprüfbar formuliert. Dies alles steht unter dem Grundsatz, dass Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit auch in Zukunft zentrale Leitprinzipien des ZDF sind.

Zentrale Handlungsfelder der Nachhaltigkeitsstrategie

Die zentralen Handlungsfelder der Nachhaltigkeitsstrategie leiten sich auch aus den sechs Themenfeldern des übergeordneten Strategieprozesses "Ein ZDF für alle" ab. Als modernes Medienunternehmen ist sich das ZDF der Bedeutung der auch in der CSRD formulierten doppelten Wesentlichkeitsperspektive ("Double Materiality") bewusst (vgl. dazu Kriterium 2 "Wesentlichkeit"). Doppelte Wesentlichkeit bedeutet für das ZDF, Nachhaltigkeitsaspekte sowohl aus einer Outside-In- als auch aus einer Inside-Out-Perspektive zu betrachten. So sind etwa aus produktioneller und redaktioneller Perspektive der Klimawandel oder die Ansprüche von Gesellschaft und Anspruchsgruppen zu berücksichtigen, wenn das ZDF auch zukünftig erfolgreich im Wettbewerb agieren und breite Akzeptanz genießen möchte. Nachhaltigkeit ist dabei zudem ein wichtiger Reputationsfaktor im Kontext der Glaubwürdigkeit des ZDF als öffentlich-rechtliches Medienunternehmen. Dies spielt sowohl in der Rezeption als auch im Recruiting eine bedeutende Rolle.

Bei der Inside-Out-Perspektive geht es vornehmlich um die Auswirkungen des unternehmerischen Handelns des ZDF auf andere. Bei den ökologischen Aspekten der Nachhaltigkeit steht die grundsätzliche Klimarelevanz unternehmerischer Wertschöpfung im Mittelpunkt. Das ZDF konzentriert sich in diesem Bereich beispielsweise auf die Felder klima- und ressourcenschonender Produktion ("Green Production") und die Weiterentwicklung der Analyse und des Managements im Scope-3-Kontext klimarelevanter Emissionen (vgl. auch Kriterium 13 "Klimarelevante Emissionen"). Darüber hinaus steht die strategische Verankerung von Diversität, Chancengerechtigkeit und Inklusion im Fokus.

Die Nachhaltigkeitsstrategie des ZDF wird vornehmlich über die als Potenzialziele formulierten Planungen und Maßnahmen der Unternehmens-BSC 2026 gesteuert. Parallel dazu und eingebettet in die Unternehmensstrategie erfolgt eine Fokussierung auf die im Zusammenhang mit Kriterium 3 ("Ziele") dieser DNK-Entsprechenserklärung formulierten mittel- und langfristig priorisierten Nachhaltigkeitsziele.

Wesentliche nachhaltigkeitsrelevante Standards und Zielsetzungen

DNK als Standard für Ziele, Strategie und Nachhaltigkeitsreporting
Das ZDF verfolgt als erster deutscher TV-Sender seit 2010 eine eigenständige Nachhaltigkeitsstrategie, die sich beim Reporting im Sinne einer Fortschrittsberichtserstattung seit 2016 systematisch auf den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (Entsprechenserklärung für das Berichtsjahr 2015) stützt, der sich mit seinen insgesamt 20 Kriterien auf ausgewählte Leistungsindikatoren internationaler Normen und Standards und hier für diesen Bericht, auf die Global Reporting Initiative (GRI) in der Version GRI SRS bezieht.

Die Nachhaltigkeitsstrategie des ZDF basiert auf einer nachhaltigkeitsbezogenen Umwelt- und Unternehmensanalyse unter Berücksichtigung der spezifischen Rahmenbedingungen für ein öffentlich-rechtliches Medienunternehmen. Sie übersetzt die als relevant erachteten Ziele im Sinne einer mittel- und langfristigen Zielerreichung in konkrete Maßnahmen.

Inhaltliche Orientierung an GRI G4 Media Sector Disclosures
Die im Rahmen des DNK-Standards verwendeten Leistungsindikatoren nach GRI SRS erlauben es nicht, die ökonomischen, gesellschaftlichen, sozialen und rechtlichen Besonderheiten der Medienbranche – einem Sektor, dem sich das ZDF in einer Abgrenzung des relevanten Marktes zuordnet – zu berücksichtigen. Vor diesem Hintergrund orientiert sich das ZDF an den in den GRI G4 Media Sector Disclosures formulierten Leitlinien und Zielen. Diese wurden in den nachfolgenden Versionen der GRI Sustainability Reporting Standards (aktuell GRI Sustainability Reporting Standards (GRI SRS)) nicht übernommen oder weiterentwickelt.

Die Leitlinien und Ziele der Media Sector Disclosures beziehen sich auf die Schlüsselrolle der Medien in der Gesellschaft. Medien haben durch die Wirkung und den Einfluss ihrer Inhalte eine bedeutende Stellung in der Gesellschaft. Deshalb ist es wichtig, dass sie verantwortungsvoll, transparent und vertrauenswürdig agieren. Das Besondere an Medien aus der Perspektive des GRI-Branchenstandards G4 ist, dass sie einen "Brainprint" hinterlassen.

Dieser Brainprint bedeutet, dass die Inhalte von Medienunternehmen Einstellungen, Verhaltensweisen und die öffentliche Meinung beeinflussen können, wodurch den Medien eine zusätzliche Verantwortung gegenüber der Gesellschaft zukommt. Insofern erweitert sich hier die Perspektive über den in der Nachhaltigkeitsdebatte häufig verwendeten Begriff des "Footprint" hinaus. Dieser Begriff wird häufig auf die ökologische Dimension reduziert. Der Footprint ist dabei ein Maß für die Umweltauswirkungen menschlicher Aktivitäten und quantifiziert in einer weiteren gängigen Verengung des Begriffs die durch eine Aktivität oder ein Produkt verursachten CO₂-Emissionen ("Carbon Footprint").

Die zuvor beschriebene gesellschaftliche Verantwortung der Medien konkretisiert sich in den GRI G4 Media Sector Disclosures in sieben Aspekten, die für das ZDF als öffentlich-rechtliches Medienunternehmen eine besondere Relevanz besitzen:

  • Meinungsfreiheit: Unabhängige und pluralistische Medien mit ihren Informations- und Unterhaltungsangeboten sind für die Ausübung des Rechts auf freie Meinungsäußerung unverzichtbar.
  • Information und Bildung: Medienunternehmen tragen dazu bei, die Bürgerinnen und Bürger mit dem Wissen und den Fähigkeiten auszustatten, die sie benötigen, um informierte Entscheidungen treffen und besser an Entscheidungsprozessen teilhaben zu können.
  • Pluralismus und Vielfalt: Indem sie Pluralismus und Vielfalt in der Gesellschaft widerspiegeln und fördern, können Medienunternehmen das gegenseitige Verständnis, die gesellschaftliche Debatte und den sozialen Zusammenhalt fördern.
  • Rolle als "Watchdog": Nachrichtenmedien erhöhen die Transparenz im öffentlichen Leben und fungieren als Kontrollinstanz bei der Aufdeckung von Korruption, Missständen oder Fehlverhalten von Institutionen, Unternehmen, Organisationen oder Einzelpersonen.
  • Kulturelle Aspekte und soziale Integration: Durch Unterhaltungs- und Informationsangebote bieten Medienunternehmen Möglichkeiten, etwas über sich selbst und übereinander zu lernen. Dadurch schaffen sie ein Gemeinschaftsgefühl und interkulturelle Dialoge, die das Verständnis für Werte, Bräuche und Traditionen stärken.
  • Engagement: Medienunternehmen sind in der Lage, direkt mit ihrem Publikum in Dialog zu treten und bieten zahlreiche Plattformen für Partizipation und Interaktion.
  • Bewusstsein für Nachhaltigkeit schaffen: Medienunternehmen sind in der Lage, über wesentliche Nachhaltigkeitsthemen zu informieren, Debatten anzustoßen und Engagement zu fördern, z. B. in Bezug auf drängende Umweltfragen, Menschenrechte, wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit und das allgemeine Wohlergehen.

Triple-Bottom-Line und ESG
Zwei weitere Orientierungsrahmen prägen die Nachhaltigkeitsstrategie des ZDF: das Triple-Bottom-Line-Konzept und die ESG-Kriterien. Das Triple-Bottom-Line-Konzept fordert, unternehmerisches Handeln gleichzeitig an ökonomischen, ökologischen und sozialen Maßstäben zu messen. Die ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance) konkretisieren diesen Anspruch und machen ihn für Steuerungs- und Berichtsprozesse operationalisierbar. Für das ZDF bedeutet dies, sowohl die gesellschaftlichen Wirkungen seiner medialen Inhalte (Public Value) als auch die ökologischen Auswirkungen der dafür notwendigen Wertschöpfungsprozesse systematisch in den Blick zu nehmen.

Sustainable Development Goals
Einen weiteren relevanten Rahmen für die Nachhaltigkeitsstrategie des ZDF bilden die Sustainable Development Goals (SDGs) im Kontext der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Bereits im Jahr 2017 hat der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung des Deutschen Bundestages das ZDF in einer öffentlichen Anhörung zum Thema "Nachhaltigkeit in der Medienproduktion" mit Blick auf vier als relevant erachtete Nachhaltigkeitsziele (SDGs) angehört. Dabei wurden die SDGs 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum), 12 (Nachhaltiger Konsum und Produktion), 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz) und 15 (Leben an Land) diskutiert, die vor allem einen gemeinsamen Fokus auf faire Arbeitsbedingungen, klimarelevante Ressourcenschonung und Grüne Medienproduktion haben. Aus der Perspektive des ZDF stellt dies eine angemessene und zweckmäßige Priorisierung dar. Das ZDF hat zahlreiche Dimensionen nachhaltigen Handelns in seiner Selbstverpflichtungserklärung 2025/2026 als Teil seines Auftrags formuliert und konkretisiert.

Organisation der Nachhaltigkeitsstrategie
Die Nachhaltigkeitsstrategie des ZDF ist organisatorisch mit dem Nachhaltigkeitsreporting in der Abteilung "Strategische Unternehmensentwicklung" unmittelbar beim Intendanten angesiedelt und mit einem direktionsübergreifenden "Nachhaltigkeitsteam" breit im Haus verankert (siehe auch DNK-Kriterium 5 "Verantwortung"). Das Aufgabengebiet umfasst die Entwicklung von Nachhaltigkeitszielen, die Initiierung einer zweckmäßigen Erhebung von Daten und deren Analyse sowie die Bewertung der Fortschritte und Entwicklungen der Unternehmensführung unter den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit und die Anregung neuer Impulse. Über das vielfältige Engagement in Gesellschaft, Branche und Unternehmen sowie über die Vorhaben und Maßnahmen mit Blick auf Nachhaltigkeit im ZDF wird umfassend auf den Unternehmensseiten informiert.

DNK-Kriterium 2

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Wesentlichkeit

Wesentlichkeit: CSRD und DNK

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der EU erweitert sowohl in ihrer ursprünglichen Fassung mit Gültigkeit ab dem Jahr 2023 als auch im Rahmen der in den darauf folgenden Jahren vorgenommenen Vereinfachungen der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) die Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Das ZDF unterliegt zwar nicht der Berichtspflicht im Rahmen der CSRD, orientiert sich jedoch auf freiwilliger Basis an den wichtigen Grundsätzen der nichtfinanziellen Berichterstattung zu Nachhaltigkeitsthemen. Seit dem Berichtsjahr 2015 nutzt das ZDF hierfür den Berichtsstandard des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK). Im Zuge der CSRD-Einführung entwickelt sich der DNK jedoch inzwischen zu einer Plattform weiter, die sich unter anderem mit einer 20 Punkte umfassenden DNK-Checkliste an den neuen ESRS-Anforderungen orientiert. Das Ziel besteht darin, Unternehmen bei der Umsetzung der CSRD zu unterstützen und so den Arbeitsaufwand deutlich zu reduzieren. Diese Vorgehensweise soll auch ein verständlicheres und nachvollziehbareres Storytelling ermöglichen.

Ein Bericht nach der ursprünglichen DNK-Systematik kann noch bis November 2026 eingereicht werden. Entsprechend hat sich das ZDF für das Berichtsjahr 2025 erneut für eine DNK-Erklärung nach dem bisherigen Berichtsstandard entschieden. Mit dieser Übergangslösung möchte das ZDF den aktuellen Unsicherheiten bezüglich zukünftiger Berichtsanforderungen (ESRS) begegnen. Sowohl der bisherige DNK-Standard als auch die zukünftige DNK-Checkliste zur Umsetzung der ESRS orientieren sich grundsätzlich am Prinzip der "doppelten Wesentlichkeit". Damit sind Chancen oder Risiken für den Geschäftsverlauf, das Ergebnis oder die Lage des Unternehmens ("Outside-In-Perspektive") sowie Chancen oder Risiken gemeint, die durch die Geschäftstätigkeit und die Wertschöpfungsprozesse voraussichtlich positiv oder negativ beeinflusst werden ("Inside-Out-Perspektive") (vgl. dazu auch Kriterium 4 "Tiefe der Wertschöpfungskette"). Der deutsche ESRS-Begriff für die Outside-In-Perspektive lautet "Finanzielle Wesentlichkeit" (englisch: Financial Materiality), der für die Inside-Out-Perspektive lautet "Auswirkungswesentlichkeit" oder "Impact Wesentlichkeit" (englisch: Impact Materiality).

Spezifische Rahmenbedingungen
Die Besonderheiten des Umfelds ergeben sich aus den Spezifika der Medienbranche im Allgemeinen sowie aus der öffentlich-rechtlichen Verfasstheit des ZDF. Das ZDF unterliegt in seiner Geschäftstätigkeit detaillierten, rechtlich kodifizierten Zielvorgaben. Neben nationalem Recht und internen Vorschriften regeln europäische und internationale Bestimmungen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland. Staatsverträge konkretisieren den Auftrag und den Handlungsrahmen des ZDF. Das ZDF produziert Programme, die entsprechend seinem Auftrag informieren, bilden und unterhalten. Seine Programme müssen den publizistischen, ethisch-moralischen und gesellschaftlichen Standards sowie den rechtlichen Vorgaben der Sachlichkeit, Objektivität, Ausgewogenheit, Unabhängigkeit und Fairness entsprechen. Als von den Bundesländern gemeinsam getragener Fernsehsender ist das ZDF durch seine zentrale Organisationsstruktur besonders geeignet, in der global und digital ausgerichteten Gesellschaft Kommunikations- und Integrationsaufgaben zu übernehmen. Zu den Besonderheiten des Umfelds siehe auch Kriterium 1 "Strategie", in dem beispielsweise der Bezug zur inhaltlichen Ausrichtung gemäß den GRI G4 Media Sector Disclosures hergestellt wird. Diese berücksichtigen und detaillieren die ökonomischen, gesellschaftlichen und rechtlichen Besonderheiten der Medienbranche, der sich das ZDF zugehörig sieht.

Darüber hinaus werden aus ökonomischer Sicht zahlreiche medienspezifische und strukturelle Besonderheiten von Medienmärkten angeführt, aus denen sich die Notwendigkeit staatlicher Eingriffe ableiten lässt. Bei der Bereitstellung von Medieninhalten funktionieren die üblichen Marktmechanismen entweder nicht effizient oder sie führen zu suboptimalen Ergebnissen. In der Medienökonomie werden in diesem Zusammenhang die Charakteristika öffentlicher Güter, die Dualität von publizistischer und ökonomischer Sphäre, Qualitätsunsicherheiten und Informationsasymmetrien sowie die insbesondere der digitalen Welt innewohnenden Konzentrations- und Marktmachtstendenzen diskutiert. Öffentlich-rechtliche Medienunternehmen wie das ZDF können dabei als eine institutionelle Ausprägung entsprechender staatlicher Interventionen verstanden werden.

Public Interest Media: Verlässliche Informationen als öffentliches Gut
Prominente Ökonomen und Experten, darunter der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz, haben im Rahmen der „High-Level Week“ der 80. UN-Generalversammlung in New York (22. bis 30. September 2025) Regierungen weltweit zu einer stärkeren Förderung von "Public Interest Medien" aufgerufen. Die zentrale These ist, dass verlässliche Informationen ein öffentliches Gut darstellen, das für wirtschaftlichen Wohlstand und gesellschaftlichen Fortschritt unverzichtbar ist. Die Expertengruppe bezeichnet diese Medien als "Zentralbanken der Informationsökonomie", die für Demokratie und Märkte systemrelevant sind. Angesichts globaler Unsicherheiten, digitaler Umbrüche und zunehmender Desinformation können Marktmechanismen allein die Bereitstellung verlässlicher Informationen nicht sicherstellen. Die Gesellschaft benötigt vertrauenswürdige Informationen, doch der Markt liefert sie nicht in ausreichender Qualität und Vielfalt (Marktversagen). Unabhängige Medien leisten nach Einschätzung der Experten einen zentralen Beitrag zu wirtschaftlicher Stabilität, Transparenz und guter Regierungsführung. Sie reduzieren Informationsasymmetrien, stärken das Vertrauen in Institutionen und verbessern Entscheidungsprozesse in Wirtschaft und Politik. Zudem schaffen sie Voraussetzungen für Innovationen, stabile Märkte und gesellschaftliche Integration, da gut informierte Bevölkerungsgruppen resilienter und produktiver handeln können. Unabhängige Medien tragen zum Abbau von Ungleichheiten bei, indem sie die digitale Kluft verringern und Teilhabe fördern.

Inside-Out-Perspective: Impact Wesentlichkeit

Corporate Footprint und Corporate Handprint
Das Prinzip der doppelten Wesentlichkeit lässt sich auch auf die Konzepte des "Corporate Footprint" und des "Corporate Handprint" anwenden. Diese Konzepte dienen der Veranschaulichung der verschiedenen Arten von Auswirkungen, die ein Unternehmen auf Umwelt und Gesellschaft hat. Der Corporate Footprint umfasst die negativen Auswirkungen, die ein Unternehmen auf Umwelt und Gesellschaft hat. Dazu zählen in der ökologischen Dimension alle direkten und indirekten Emissionen, der Verbrauch natürlicher Ressourcen, das Abfallaufkommen und andere umweltbelastende Aktivitäten. Diese Perspektive entspricht der Inside-Out-Perspektive, bei der die tatsächlichen und potenziellen negativen Auswirkungen des unternehmerischen Handelns auf verschiedene Nachhaltigkeitsthemen analysiert werden. Für das ZDF ist das in diesem Bericht vor allem in den DNK-Kriterien 11 "Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen", 12 "Ressourcenmanagement" und 13 "Klimarelevante Emissionen" dokumentiert. Im Gegensatz dazu beschreibt der Corporate Handprint die positiven Auswirkungen, die ein Unternehmen durch seine Produkte, Dienstleistungen, Prozesse und Innovationen auf Umwelt und Gesellschaft hat. Auch dieser Ansatz ist Teil der Inside-Out-Perspektive, da er die positiven Auswirkungen des Unternehmens auf Nachhaltigkeitsthemen beleuchtet. Die hier relevanten Aspekte insbesondere mit Blick auf die Rolle des ZDF für die Gesellschaft, Teilhabe, Integration, Inklusion und die demokratische Willensbildung finden sich neben dem Kapitel zu "Allgemeine Informationen" in den DNK-Kriterien 1 "Strategie", 4 "Wertschöpfung" sowie in den DNK-Teilen zu "Prozessmanagement" (II.) und "Gesellschaft" (IV.).

Gesellschaftlicher Mehrwert
Das ZDF als öffentlich-rechtlich verfasstes Medienunternehmen schafft einen über ökonomisch messbare Kennziffern hinausgehenden gesellschaftlichen Mehrwert. In der weiterentwickelten Strategie 2028 ist dieser Anspruch unter der Dimension "Publizistischer Mehrwert" strategisch verankert: Vielfältige Perspektiven, unvoreingenommene Berichterstattung und transparente Arbeitsweisen bilden den Kern dieses Themenfeldes. Dank eines rechtlichen Rahmens, der für die Medienbranche in Deutschland einen beitragsfinanzierten Bereich des Angebotes vorsieht, können unabhängig von werbemarktgetriebenen und datenhandelsbasierten Geschäftsmodellen qualitativ hochwertige Inhalte produziert werden. Insbesondere in Zeiten der Dominanz global agierender Plattformunternehmen können durch die Beitragszahlungen der Haushalte eine spezifische und vielfältige Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen erfolgen, ohne Filterblasen zu schaffen und mit einem klaren Beitrag zur demokratischen Meinungsbildung. Das Beitragsprivileg ermöglicht Inhalte, die gesellschaftliche und kulturelle Vielfalt abbilden und so zu Integration und Zusammenhalt in Deutschland bei tragen. Dies spiegelt sich auch im Strategieprozess "Ein ZDF für alle" wider.

Die Inhalte des ZDF sind den publizistischen, ethisch-moralischen und gesellschaftlichen Standards sowie den rechtlichen Vorgaben der Sachlichkeit, Objektivität, Ausgewogenheit, Unabhängigkeit und Fairness verpflichtet und haben mit Blick auf Gesellschaft und Umwelt als positiv einzuordnende Auswirkungen. Die Beitragszahlenden haben einen Anspruch darauf, dass ihr Rundfunkbeitrag effizient eingesetzt wird und sich in einem ausgewiesenen Qualitätsangebot niederschlägt. Dabei ist nachvollziehbar, dass eine exakte Messung etwa des am Gemeinwohl orientierten publizistischen Auftrag oder auch die Quantifizierung der Wirkung externer Effekte mit Blick auf umweltfreundliches und klimaschonendes Verhalten von Rezipienten schwierig ist. Was als gesellschaftlich wertvoll angesehen wird, ist in hohem Maße kontextabhängig. Darüber hinaus werden im Medienbereich verschiedene Messansätze kombiniert. Diese Methodenvielfalt drückt sich in der Anwendung quantitativer Messungen (z. B. Reichweiten) oder qualitativer Bewertungen (z. B. Glaubwürdigkeit) aus.

ZDF KOMPASS: Steuerungssystem der ZDF-Selbstverpflichtung
Der ZDF KOMPASS ist die Steuerungssystematik, mit der das ZDF seine programmlichen Ziele für den Zeitraum 2025/2026 messbar macht. Die Messgrößen des ZDF KOMPASS werden beispielsweise in der Selbstverpflichtungserklärung (SVE) des ZDF genutzt. Hier werden in fünf Kapiteln zentrale Programmvorhaben und Maßnahmen vorgestellt, denen jeweils konkrete Kennzahlen folgen. Diese Kennzahlen bilden auf Basis des Programmauftrags sowohl die Angebots- als auch die Nachfrageperspektive ab und bewerten so die Leistung des ZDF für die Gesellschaft.

Kreisförmige Grafik des ZDF-Qualitätskompasses mit vier farbigen Ebenen. Der äußere orangefarbene Ring trägt die Überschrift „Wahrgenommener Wert für Alle.“ Im dunkelgrünen Ring stehen die Aufgaben „Kultur vermitteln“, „bilden“, „informieren“, „beraten“ und „unterhalten“. Der hellgrüne Ring nennt weitere Kriterien, darunter Gesellschaftsrelevanz, Vielfaltsdarstellung, Glaubwürdigkeit und Programmbewertung. Im gelben Zentrum liegt eine Deutschlandkarte mit einem Sendesymbol; darum stehen „Sehvolumen“ und „Reichweite“ sowie Symbole für Fernsehen und soziale Plattformen. Eine Legende ordnet die Farben den Ebenen Nutzung, Qualität, Wirkung und Akzeptanz zu

ZDF Kompass zur Messung der Qualität

Quelle: ZDF

Der ZDF KOMPASS gliedert sich in vier aufeinander aufbauende Dimensionen: Nutzung erfasst, wie und wo ZDF-Inhalte plattformübergreifend konsumiert werden. Qualität bewertet das Angebot anhand von Kriterien wie Glaubwürdigkeit, Vielfaltsdarstellung, Zugänglichkeit und gesellschaftliche Relevanz. Wirkung misst, inwieweit das ZDF seinen Programmauftrag in den Bereichen Information, Bildung, Beratung, Kultur und Unterhaltung erfüllt. Akzeptanz schließlich fragt nach dem wahrgenommenen gesellschaftlichen Wert des Angebots und der Bereitschaft der Bevölkerung, den Rundfunk bei trag als gerechtfertigt anzusehen. Die Messgrößen speisen sich aus verschiedenen Quellen: kontinuierliche Nutzungsdaten, repräsentative Befragungen der Forschungsgruppe Wahlen, qualitative Studien und Sendungstests sowie Befragungen im Bevölkerungspanel ZDFmitreden. Um sicherzustellen, dass diese Instrumente valide Ergebnisse liefern, also Qualität verlässlich und nachvollziehbar messen, bezog der Fernsehrat ab dem Jahr 2023 ein Panel von unabhängigen Sachverständigen in diesen Dialog ein (vgl. dazu grundsätzlich und konkret mit Statements der Sachverständigen für das Jahr 2025: Wie sich Kontrollinstrumente ergänzen, Über den Maschinenraum eines großen öffentlich-rechtlichen Senders, Tief verankerte Bindung und Entwicklungspotenzial).

Für den Berichtszeitraum 2025/2026 wird der ZDF KOMPASS gezielt weiterentwickelt. Mit dem neu entwickelten Format-Kompass lassen sich die Steuerungsgrößen künftig auch auf Ebene einzelner Formate anwenden. Zudem werden die Dimensionen Wirkung und Akzeptanz durch spezifische Fallbeispiele und vertiefende Methoden ergänzt, um die Aussagekraft der Kennzahlen weiter zu erhöhen.

Erfolg im Wettbewerb: Reichweiten und Akzeptanz
Die Inhalte des ZDF finden mittlerweile auf verschiedenen Kanälen und Plattformen ihr Publikum, weil die Menschen Medieninhalte ganz individuell nach ihren jeweiligen Interessen und Bedürfnissen nutzen. Rechnet man TV- und Streaming-Angebote zusammen, erreicht die ZDF-Familie 2025 im Monatsdurchschnitt 64,678 Mio. Menschen und damit 82 Prozent der Bevölkerung. Mit einem Marktanteil von 14,9 Prozent steht das ZDF im Jahr 2025 bei der linearen Nutzung zum vierzehnten Mal an der Spitze der deutschen Fernsehsender (AGF Videoforschung 2026). Gleichzeitig wachsen die digitalen Reichweiten weiter: Die Streaming-Angebote von ARD und ZDF erreichen jeweils 61 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren in Deutschland (ARD/ZDF-Medienstudie 2025). Dabei gewinnt das ZDF-Streaming-Portal gegenüber dem Vorjahr neun Prozentpunkte hinzu und liegt damit auf Augenhöhe mit den führenden Plattformen. Auch die Social-Media-Plattformen verzeichnen im Jahr 2025 ein starkes Wachstum: So steigt das tägliche Sehvolumen der ZDF-Kanäle auf YouTube um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (inkl. ZDF-Funk) (YouTube Analytics). Ebenso werden die ZDF-TikTok-Angebote 2025 mit im Schnitt 3,33 Mio. Video-Views pro Tag deutlich stärker genutzt (TikTok Analytics). Mit 13,1 Mio. Followern und durchschnittlich 658 Tsd. Interaktionen pro Tag sind die ZDF-Instagram-Kanäle ein weiterer erfolgreich etablierter Zugangsweg (Instagram Insights). Und das Vertrauen in die öffentlich-rechtlichen Medienangebote ist weiterhin hoch. 61 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland vertrauen der Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Das ist zwar ein Rückgang gegenüber dem in der Studie des Vorjahres ermittelten Wert um drei Prozentpunkte, dennoch liegt der öffentlich-rechtliche Rundfunk damit an der Spitze gegenüber anderen Mediengattungen (Mainzer Langzeitstudie Medienvertrauen 2024, Media Perspektiven 5/2025).

Umwelt- und ressourcenschonende Produktion
Auf der anderen Seite ergibt sich im Zusammenhang mit der Medienproduktion, und hier weniger aus den kreativen und publizistischen Prozessen, sondern vor allem aus der technologischen Perspektive der Produktion und Distribution, ein messbarer ökologischen Fußabdruck, den es zu reduzieren gilt (vgl. DNK-Kriterien 11 "Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen", 12 "Ressourcenmanagement" und vor allem 13 "Klimarelevante Emissionen"). Die umwelt- und ressourcenschonende Film- und Fernsehproduktion ist ein wesentlicher Beitrag der Film- und Medienbranche zur Reduzierung des CO₂-Ausstoßes und zugleich ein technologischer Transformationsprozess.

Das ZDF sieht sich zu einer umwelt- und ressourcenschonenden Herstellung seiner vielfältigen Inhalte verpflichtet. Öffentlich wird dieser Anspruch in der Selbstverpflichtungserklärung des ZDF, mit der es sich seit 2022 bis 2026 zur Einhaltung der Ökologischen Standards bei über 50 Prozent der fiktionalen Produktionen verpflichtet hat. Dieses Ziel konnte dank des großen Engagements aller Beteiligten bis heute erreicht werden. Die nachhaltige Wertschöpfung in der Kreativwirtschaft unterstützt das ZDF als Gründungsmitglied der Initiative "Arbeitskreis Green Shooting", aus der heraus im Zusammenwirken mit dem BKM auch die Ökologischen Standards für die deutsche Medienbranche entwickelt wurden.

Die authentische, glaubwürdige und systematische Auseinandersetzung mit ökonomischen, ökologischen, sozialen und gesellschaftlichen Nachhaltigkeitsthemen trägt nicht nur zu messbaren Verbesserungen in relevanten Kennzahlen bei, sondern stärkt zugleich sichtbar die positive Reputation des ZDF. Dabei geht es etwa um das Vertrauen wichtiger Stakeholder der Gesellschaft oder Partner im Wertschöpfungsprozess. Aber auch beispielsweise um eine hohe Arbeitgeberattraktivität im Kontext von Employer Branding und Recruiting.

Outside-In-Perspektive: Finanzielle Wesentlichkeit

Herausforderungen gesellschaftlicher und ökologischer Art
Nachhaltigkeitsaspekte wirken als externe Einflüsse mit unterschiedlichen Wirkungen auf das ZDF ein. Auch wenn derzeit vor allem ökologische Dimensionen den Diskurs prägen, ist sich gerade das dem Gemeinwohl verpflichtete ZDF auch der umfassenden gesellschaftlichen, sozialen und auch ökonomischen Anforderungen an seine Geschäftstätigkeit bewusst. Nicht zuletzt spiegeln die vom ZDF genutzten Berichtsdimensionen des DNK und die hier berichteten Inhalte im Rahmen der 20 Kriterien wider, wie sich Nachhaltigkeitsaspekte mit Blick auf sich verändernde politische und gesetzlich-regulatorische Rahmenbedingungen oder die Anforderungen von Rezipienten und Marktpartnern auf die eigene Geschäftstätigkeit auswirken.

Gerade die Wahrnehmung eines beitragsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Senders mit seinem besonderen, am Gemeinwohl orientierten publizistischen Auftrag kann zu kritischer Distanz und zu einem Vertrauensverlust in der Gesellschaft führen, wenn nachhaltige Aktivitäten als zu gering eingeschätzt werden. Das ZDF analysiert journalistisch kritisch das Handeln von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik und muss daher die gleichen hohen Maßstäbe an sein eigenes Handeln anlegen. Auch hier gilt, dass neben den ökologischen Dimensionen auch gesellschaftliche und soziale Aspekte sowohl bei den Wertschöpfungsprozessen als auch bei der Nutzung und Wirkung der medial vermittelten Inhalte berücksichtigt werden müssen.

Der im Rahmen der Inside-Out-Perspektive beschriebene Aspekt einer hohen Nachhaltigkeitsreputation als Signal nach außen kann umgekehrt auch als ein Outside-In-Anspruch interpretiert werden. Das Vertrauen in das ZDF, die positive Wahrnehmung und die wertschätzende Rezeption seiner Programme basieren auch auf externen Umfeld- und Umwelterwartungen in Hinsicht auf das aktuell und mit Blick auf den Klimawandel zukünftig noch relevanter werdende Thema Nachhaltigkeit.

Die sich abzeichnenden Folgen der Klimakrise sind auch für die Geschäftstätigkeit des ZDF von Bedeutung. Dies gilt insbesondere für die Arbeits- und Produktionsbedingungen bei der Erstellung von Inhalten, etwa durch die notwendige Anpassung an höhere Hitzebelastungen. Diese physischen Risiken spiegeln sich auch in den häufig darauf bezogenen regulatorischen Rahmenbedingungen wider, beispielsweise in Form von verschärften Umweltauflagen, Energieeinsparvorgaben oder zunehmend umfassenderen Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Schaubild zur doppelten Wesentlichkeit beim ZDF. Links steht „Ein ZDF für alle“ für das Unternehmen, rechts ein Kreis für Umwelt, Gesellschaft, Ökologie und Ökonomie. Ein gelber Pfeil zeigt vom ZDF nach rechts und bezeichnet die Wirkungen des Unternehmens auf Umwelt und Gesellschaft. Ein grüner Pfeil zeigt in die Gegenrichtung und bezeichnet die Einflüsse von Nachhaltigkeitsthemen auf das Unternehmen, etwa Chancen und Risiken. Zwischen den Pfeilen stehen die drei Nachhaltigkeitsdimensionen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Ein gepunkteter Rahmen kennzeichnet den rechtlich-regulatorischen Rahmen; am unteren Rand wird auf die nichtfinanzielle Berichterstattung und das freiwillige Nachhaltigkeitsreporting des ZDF verwiesen

Doppelte Wesentlichkeit: die Bewertung von Nachhaltigkeitsaspekten, die sowohl erhebliche Auswirkungen auf das Unternehmen selbst als auch auf die Umwelt oder Gesellschaft haben.

Quelle: ZDF

Chancen und Risiken: Doppelte Wesentlichkeit und Implikationen für das Nachhaltigkeitsmanagement

Für das ZDF ist das Prinzip der doppelten Wesentlichkeit, also die Bewertung von Nachhaltigkeitsaspekten, die sowohl erhebliche Auswirkungen auf das Unternehmen selbst als auch auf Umwelt oder Gesellschaft haben, auf unterschiedlichen Feldern von Relevanz.

Zu nennen ist hier etwa die Verantwortung für Inhalte und redaktionelle Prozesse in Zeiten von Fake News und Filterblasen. Darüber hinaus gewinnt das Thema Datenschutz und Datennutzung im Kontext eines zunehmend personalisierten Medienkonsums, befördert durch Online-Mediennutzung und Streaming, weiter an Bedeutung. Die publizistischen Wertschöpfungsprozesse des ZDF erfahren somit gleichermaßen Chancen und Risiken.

Digitale Infrastrukturen, die zunehmend Kreations-, Produktions- und Distributionsprozesse prägen, ermöglichen oft effizienteres Arbeiten, haben durch ihren Energieverbrauch aber auch Auswirkungen auf die Umwelt. Letzterem wirkt das ZDF beispielsweise durch den Bezug von Strom aus erneuerbaren Energien entgegen.

Die Digitalisierung verändert zudem die Arbeitsbedingungen. Dadurch gewinnen Themen wie Inklusion und Diversität weiter an Bedeutung. Das ZDF widmet sich diesen Aspekten mit seinem dritten priorisierten Nachhaltigkeitsziel sowohl mit Blick auf die eigene Belegschaft (siehe auch DNK-Kriterium 15 "Chancengerechtigkeit") durch den Fokus auf die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur als auch über seine Programminhalte, etwa mit Fokus auf die Vermeidung von Diskriminierung und die Förderung sozialer Gerechtigkeit.

Die zunehmende Bedeutung digitaler Geschäftsmodelle, die von international agierenden Medien- und Plattformunternehmen dominiert werden, erschwert eine sachliche und räumliche Abgrenzung relevanter Medienmärkte grundsätzlich. Während Bezahlmodelle individuelle Nutzenerfüllung versprechen, sind personenbezogene und häufig schutzwürdige Daten die eigentliche Währung für einen wirtschaftlichen Erfolg im Werbemarkt, wo sie umfassend vermarktet und verwertet werden.

Vor diesem Hintergrund ist für das ZDF die unabhängige und verantwortungsvolle Erfüllung seines gesellschaftlichen, öffentlich-rechtlichen Auftrags durch seine Inhalte und den Zugang zu diesen von zentraler Bedeutung. Dabei werden Zielgruppen spezifisch und vielfältig angesprochen, ohne neue Filterblasen zu schaffen. Eng damit verbunden ist auch der sorgsame Umgang mit Nutzerdaten als Ausdruck publizistischer Glaubwürdigkeit.

Das Nachhaltigkeitsmanagement des ZDF muss sich weiter auf gesellschaftlich-integrative Akzeptanz durch publizistisch und prozessual glaubwürdige Nachhaltigkeitsstrategien konzentrieren. Dazu gilt es, die sorgfältige Analyse und Evaluation von Nachhaltigkeitsherausforderungen zu intensivieren – auch mit Blick auf den zunehmend komplexer werdenden regulatorischen Rahmen in der EU (CSRD, ESRS, Taxonomie). Dabei ist darauf hinzuweisen, dass das ZDF keiner gesetzlichen Berichtspflicht nach diesen Regelwerken unterliegt. Erkenntnisse, Strategien und Maßnahmen, die in die eigenen Prozesse der programmbildenden Bereiche (Programmdirektion und Chefredaktion) wie auch in die der anderen Direktionen (Produktionsdirektion, Verwaltungsdirektion, Direktion Audience) und der Intendanz einfließen, lassen sich in diesem Bericht ablesen und werden zudem in der nichtfinanziellen Berichterstattung bzw. den jeweiligen Jahresabschlüssen des ZDF transparent gemacht.

Ein besonderer Fokus liegt derzeit auf der umwelt- und ressourcenschonenden Film- und Fernsehproduktion als wesentlichem Beitrag der Film- und Medienbranche zur Reduzierung des CO₂-Ausstoßes. Dies umfasst technische Investitionen (z. B. energiesparendes Equipment), personelle Belange (z. B. Green Consultants) und administrative Prozesse (z. B. Reiserichtlinien). Die besondere Verantwortung des ZDF in der deutschen Film- und Medienbranche erwächst dabei aus seiner Rolle als größter Einzelauftraggeber im deutschen Produzentenmarkt und zugleich aus seiner Funktion als öffentlich-rechtliches Medienunternehmen mit gesellschaftlichem Auftrag.

Vereinfacht ausgedrückt gilt es im Rahmen der Strategie "Ein ZDF für alle" bei der Abwägung von Chancen und Risiken und dem Abgleich mit eigenen Stärken und Beschränkungen (IRO-Analyse) die jeweiligen Wirkungen (Impact) zu berücksichtigen. Dabei ist das Ziel, Positives ("Handprint", "Brainprint") weiter zu verstärken, beispielsweise den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch Programminhalte oder nachhaltige Produktionsstandards in der Branche, und Negatives ("Footprint") kontinuierlich zu mindern, etwa Treibhausgasemissionen. Nicht zuletzt gilt es dabei auch, die Resilienz der Organisation zu stärken. Diese Anforderung wird in der weiterentwickelten Strategie "Ein ZDF für alle" 2028 ausdrücklich benannt. Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sind dabei zentrale Leitprinzipien des ZDF.

DNK-Kriterium 3

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Ziele

Kurz-, mittel- und langfristige Ziele im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie

Die Nachhaltigkeitsstrategie des ZDF ist Teil der Gesamtstrategie des Unternehmens "Ein ZDF für alle". Als modernes Medienunternehmen und attraktiver Arbeitgeber ist es für das ZDF Anspruch und Verpflichtung kurz-, mittel- und langfristig das Unternehmen auf sozialer, gesellschaftlicher sowie ökologischer und ökonomischer Ebene fortzuentwickeln. Das Ziel, alle Menschen in Deutschland mit seinen Angeboten zu erreichen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch mediale Integrationsleistungen zu stärken, wird vom ZDF in sechs konkrete mittelfristige strategische Themenfelder (Strategiehorizont bis 2028) übersetzt (vgl. Kriterium 1 "Strategie"). Diese Themenfelder bilden zugleich den Rahmen für die Nachhaltigkeitsziele.

Der Unternehmenszweck des ZDF ("Corporate Purpose") und alle ESG-Dimensionen (Environment, Social, Governance) der Nachhaltigkeit (vgl. Kriterium 1 "Strategie") sind in ihrem rechtlich kodifizierten Rahmen (vgl. Kriterium 6 "Regeln und Prozesse") untrennbar miteinander verbunden. Dabei sind ökonomische (Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit), soziale (Attraktiver Arbeitgeber, moderne Unternehmenskultur), gesellschaftliche (publizistische Exzellenz, kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt) und ökologische (umwelt- und ressourcenschonende Produktion) Aspekte langfristig ausgewogen miteinander in Einklang zu bringen. Vor dem Hintergrund der Klimakrise, der öffentlichen Diskussion darüber sowie der Erwartungen relevanter Stakeholder strebt das ZDF im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsagenda nach einer konsequenten und messbaren Reduktion seiner klimarelevanten Emissionen auf Unternehmensebene ("Corporate Carbon Footprint"). Zudem soll die Anzahl der klima- und ressourcenschonend produzierten Inhalte gesteigert werden ("Product Carbon Footprint"). Drittens setzt sich das ZDF das Ziel, seine Vielfalt sicht- und messbar zu erhöhen – sowohl im Unternehmen als auch im Programm.

Priorisierte ZDF-Nachhaltigkeitsziele

1. Das ZDF strebt die kontinuierliche Reduktion klimarelevanter Emissionen an

Die Reduzierung von Treibhausgasemissionen ist ein zentrales ökologisches Nachhaltigkeitsziel des ZDF. Die Gebäude- und Studioinfrastruktur des ZDF-Sendezentrums in Mainz wird durch den Einsatz von Ökostrom und Fernwärme bereits zu einem wesentlichen Teil klimaschonend betrieben. Das ZDF verpflichtet sich weiterhin, dem Bezug von Ökostrom Vorrang einzuräumen. Darüber hinaus wird das ZDF den Ausbau eigener regenerativer Energien fortsetzen. Um die übrigen CO₂-Emissionen weiter zu senken, werden alle Investitions- und Reinvestitionsentscheidungen auch unter den Gesichtspunkten Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit getroffen.

Die Zielformulierung erfolgt qualitativ. Für den Umfang der im DNK-Kriterium 13 erfassten und berücksichtigten klimarelevanten Emissionen sind die Einsparpotenziale für Scope 1 und Scope 2 bereits weitestgehend ausgeschöpft worden. Darüber hinaus ist im Rahmen des Ziels "Reduktion klimarelevanter Emissionen" zu berücksichtigen, dass eine Kompensation von Treibhausgasen für das ZDF weiterhin weder wünschenswert noch rechtlich zulässig ist.

2. Das ZDF steigert weiter den Anteil nachhaltiger Eigen- und Auftragsproduktionen

Beim "Product Carbon Footprint" hatte sich das ZDF zum Ziel gesetzt, bis 2023 die Hälfte seiner fiktionalen Auftragsproduktionen nach dem Maßnahmenkatalog der Ökologischen Standards zu produzieren. Dies wurde erfolgreich umgesetzt und konnte in den folgenden Jahren bis Ende 2025 sukzessiv weiter gesteigert werden. Alle künftigen Eigen- wie Auftragsproduktionen orientieren sich weiter an den branchenweiten ökologischen Standards für klimaschonende TV-, Film- und VOD-Produktionen. Der Anteil der nach den ökologischen Standards des Arbeitskreises GreenShooting produzierten Inhalte soll auch weiterhin in allen Genres nach und nach erhöht werden, soweit die von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) vorgegebenen finanziellen Rahmenbedingungen dies zulassen. Bis auf Weiteres wird mindestens mehr als die Hälfte aller fiktionalen Produktionsvolumina des ZDF nach den ökologischen Standards umgesetzt.

Im Rahmen des 24. KEF-Berichtes wurden die vom ZDF angemeldeten Mehraufwendungen für Nachhaltigkeit in der Beitragsperiode 2025 – 2028 nicht anerkannt. In der Konsequenz wird keine vollständige Umstellung der Produktionen auf eine ökologische Produktionsweise binnen der laufenden KEF-Periode angestrebt. Auf Basis der derzeitigen finanziellen zusätzlichen Aufwendungen ist ein moderater Ausbau Grüner Produktionen jedoch weiter möglich und erforderlich, da dieser unter anderem Voraussetzung für diverse Länder- und Bundesförderungen ist.

Langfristiges Ziel ist und bleibt es, im Rahmen des technologischen Transformationsprozesses die Programmherstellung vollständig auf grüne Produktion als neuem branchenweiten Standard umzustellen.

3. Das ZDF stärkt Gleichstellung, Perspektivenvielfalt und Chancengerechtigkeit durch strategisches Diversity Management

Das ZDF trägt gesellschaftliche Verantwortung. Vielfalt ist dabei eine wichtige Ressource. Deshalb verstärkt das ZDF seine Anstrengungen für die Gleichstellung der Geschlechter, mehr Perspektivenvielfalt insgesamt und Chancengerechtigkeit auf allen Ebenen. Das ZDF handelt dabei strategisch und gesellschaftsorientiert.

Ziel ist es, innerhalb des ZDF die Vielfalt in der Bevölkerung vor und hinter der Kamera widerzuspiegeln. Im Kern sollen folgende wesentliche Ansätze dieses Ziel unterstützen: Auf Basis des Selbstverständnisses einer lernenden Organisation implementiert das ZDF Strukturen und Instrumente für Diversity Management. Geschlechterparität und Chancengerechtigkeit sollen unternehmensweit verwirklicht werden. Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben wird weiter vorangetrieben. So entsteht eine Kultur der Vielfalt und die Mitarbeitendenbeteiligung bei der Umsetzung wird gefördert.

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt ist die Barrierefreiheit. Sie wird intern für ein inklusives Arbeitsumfeld und extern im barrierefreien Programmangebot weiterentwickelt.

Kontrolle und Zuständigkeit

Nachhaltigkeitsteam, Reporting und Balanced-Scorecards
Die Nachhaltigkeitsstrategie des ZDF ist mit einem direktionsübergreifenden und interdisziplinären "Nachhaltigkeitsteam" im Haus verankert (siehe auch DNK-Kriterium 5 "Verantwortung"). Die Mitglieder des Teams sind Multiplikatorinnen und Botschafter für das Thema Nachhaltigkeit in ihren Bereichen, Abteilungen und Redaktionen. Zugleich geben sie Impulse für zu bearbeitende Nachhaltigkeitsthemen, zu verfolgende Ziele und konkrete Maßnahmen. Koordiniert wird das Nachhaltigkeitsteam aus der Abteilung "Strategische Unternehmensentwicklung" heraus, die auch die Inhalte für das Reporting zu einem Nachhaltigkeitsbericht zusammenführt.

Die Erreichung der genannten strategischen Nachhaltigkeitsziele wird im Rahmen des Nachhaltigkeitsreportings des ZDF im Austausch mit der Geschäftsleitung und dem Nachhaltigkeitsteam verfolgt (siehe Kriterium 5 "Verantwortung").

Die Nachhaltigkeitsziele werden von der Geschäftsleitung getragen, über die unternehmensinternen Managementsysteme (Balanced-Scorecards) im Unternehmen implementiert und so auch einer regelmäßigen Kontrolle unterzogen. Die weiterentwickelte Strategie "Ein ZDF für alle" 2028 sieht vor, Aufgaben kontinuierlich zu priorisieren und sie mit den nötigen Ressourcen auszustatten. Dies gilt auch für die Steuerung der Nachhaltigkeitsziele.

Die Balanced-Scorecard-Systematik (BSC) stellt auf Unternehmensebene im Rahmen der "Potenzialziele" eine detaillierte Formulierung und eine kontrollierbare Verbindlichkeit priorisierter Nachhaltigkeitsziele sicher. Diese werden dann auf der Ebene der Direktions-BSCs handlungsorientiert operationalisiert.

Die Untersuchung von Investitionen und Reinvestitionen auf Nachhaltigkeitsaspekte wird gegenüber dem zuständigen Aufsichtsgremium, dem Verwaltungsrat, dokumentiert oder begründet, sofern Nachhaltigkeitsaspekte im Sinne ressourcenschonender und umweltbewusster Alternativen keine Berücksichtigung gefunden haben.

Sustainable Development Goals

In der Systematik des Deutschen Nachhaltigkeitskodex erfolgt keine explizite Zuordnung der SDGs zu den DNK-Kriterien und vice versa. Das ZDF folgt jedoch dem Vorschlag des vom Rat für Nachhaltige Entwicklung in Auftrag gegebenen Gutachtens "Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex – Betrachtung des DNK im Kontext der aktuellen EU-Nachhaltigkeitsregulierungsmaß nahmen und der SDGs als internationaler Referenzrahmen" (Prof. Dr. Kerstin Lopatta, Universität Hamburg, 28.02.2022). Dieses Gutachten bietet eine nachvollziehbare Zuordnung der 17 SDGs zu den 20 DNK-Kriterien. Insofern sieht das ZDF in seinem DNK-Reporting eine Berücksichtigung der SDGs gewährleistet. Auch den engeren Rahmen für die Nachhaltigkeitsstrategie des ZDF setzen die Sustainable Development Goals in Form einer Priorisierung auf vier ausgewählte SDGs. Bereits im Jahr 2017 hat der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung des Deutschen Bundestages das ZDF in einer öffentlichen Anhörung zum Thema "Nachhaltigkeit in der Medienproduktion" mit Blick auf vier als relevant erachtete Nachhaltigkeitsziele (SDGs) angehört. Dabei wurden die SDGs 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum), 12 (Nachhaltiger Konsum und Produktion), 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz) und 15 (Leben an Land) diskutiert, die vor allem einen gemeinsamen Fokus auf faire Arbeitsbedingungen, klimarelevante Ressourcenschonung und Grüne Medienproduktion haben. Aus der Perspektive des ZDF stellt die Priorisierung des parlamentarischen Beirats ein angemessenes und zweckmäßiges Vorgehen dar.

Hieraus ergeben sich die priorisierten Nachhaltigkeitsziele des ZDF, die aus ökologischer Sicht unter dem Primat der kontinuierlichen Senkung von Treibhausgasemissionen zu interpretieren sind. Dies entspricht auch einem zentralen Ziel der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, das von der Bundesregierung im Kontext der Agenda 2030 angestrebt wird.

DNK-Kriterium 4

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Tiefe der Wertschöpfungskette

Nachhaltige Wertschöpfung im Mediensektor

Die Wertschöpfung im Mediensektor unterscheidet sich strukturell von industriell-physischen Produktionsprozessen und erfordert deshalb ein spezifisches Verständnis nachhaltiger Unternehmensverantwortung. Medienunternehmen erzeugen Wert durch kreative, immaterielle und zunehmend digitale Prozesse, deren ökologische, soziale und gesellschaftliche Wirkungen sich vor allem aus der Qualität publizistischer Leistungen, der Integrität redaktioneller Entscheidungen und der Wirkung der Inhalte ergeben. Diese Faktoren bilden zentrale Bestandteile nachhaltigen Handelns.

Da Medienunternehmen sowohl ökonomische als auch gesellschaftliche Wertschöpfung generieren, ist der Nachhaltigkeitsbegriff in diesem Bereich stets dual angelegt: Einerseits bezieht er sich auf die materiellen und organisatorischen Voraussetzungen sowie die ökologischen Implikationen der Produktion, andererseits auf die gesellschaftliche Verantwortung und die inhaltliche Wirkung des Programms. Diese Besonderheit prägt die ökologischen, sozialen und gesellschaftlichen Anforderungen sowie die Governance-Standards, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette relevant sind.

Wertschöpfung und Einflussbereiche des ZDF

Die Wertschöpfung eines öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders besitzt einen besonderen Charakter. Sie entsteht aus dem öffentlich-rechtlichen Auftrag sowie der Produktion und Bereitstellung journalistisch verlässlicher und gesellschaftlich relevanter Inhalte und basiert überwiegend auf immateriellen Faktoren wie Kreativität, publizistischer Kompetenz und technologischer Innovationsfähigkeit. Nachhaltigkeit wird daher weniger über klassische industrielle Lieferketten bestimmt, sondern über die steuernde Verantwortung in einem arbeitsteiligen, kreativen und zunehmend digitalisierten Produktionsökosystem.

Stufen in der Wertschöpfungskette
Die wesentlichen Wertschöpfungsstufen umfassen die Programmplanung, die kreative Entwicklung von Inhalten, die Herstellung und Postproduktion, den Erwerb von Urheber- und Verwertungsrechten, die technische Distribution über lineare und digitale Plattformen sowie die Nutzungsphase der Zuschauerinnen und Zuschauer. Die Wertschöpfungskette des ZDF stützt sich im Einkaufs- und Beschaffungsmanagement unter Einhaltung aller relevanten vergaberechtlichen Vorgaben überwiegend auf nationale Quellen. Die fiktionalen und non-fiktionalen Produktionen des Hauses werden in der Regel in Deutschland hergestellt, häufig als Eigenproduktionen oder direkt redaktionell betreute Formate. Beim Erwerb von Rechten unterscheidet das ZDF zwischen Eigen- und Auftragsproduktionen, Lizenzeinkäufen, Übernahmen sowie kofinanzierten Sendungen. Etwa zwei Drittel der Sendeminuten entstehen durch Eigenproduktionen.

Je nach Stufe der Wertschöpfungskette unterscheiden sich die Einflussmöglichkeiten des Hauses. Während redaktionelle Prozesse und Eigenproduktionen vollständig steuerbar sind, übt das ZDF bei Auftragsproduktionen, Lizenzkäufen und digitalen Verwertungspartnern vor allem normative, vertragliche und prozessuale Steuerung aus. Angesichts ökologischer und sozialer Risiken erweitert das Unternehmen sein Verantwortungsverständnis zunehmend auch auf Bereiche mit begrenzter direkter Steuerungsmöglichkeit, etwa auf internationale IT-Hardware-Lieferketten, die Nutzung externer digitaler Plattformen sowie vorgelagerte Dienstleistungen externer Anbieter.

Wesentlichkeitsbasierter Ansatz

Bei der Steuerung von Nachhaltigkeitsaspekten in der Wertschöpfungskette orientiert sich das ZDF sowohl am Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) als auch an den Prinzipien der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Die doppelte Wesentlichkeitsperspektive – "Inside-Out" (Auswirkungen des Unternehmens auf Umwelt und Gesellschaft) und "Outside-In" (Auswirkungen von Nachhaltigkeitsthemen auf das Unternehmen) – bildet dabei einen strategischen Orientierungsrahmen. Das ZDF wendet diese Perspektive primär qualitativ und praxisorientiert an, um relevante Nachhaltigkeitsthemen entlang der Wertschöpfungskette zu erkennen und angemessen zu berücksichtigen, auch dort, wo detaillierte quantitative Daten oder umfassende stakeholderbasierte Analysen noch nicht vorliegen.

Nachhaltigkeitsaspekte in den Wertschöpfungsstufen

Digitalisierte Medienproduktion: Corporate Digital Responsibility
Die fortschreitende Digitalisierung prägt alle Wertschöpfungsstufen. Neben Fragen der Datensicherheit und Medienethik rücken zunehmend auch die ökologischen Effekte in den Fokus: der Energieverbrauch in Rechenzentren, der Ressourceneinsatz für IT-Hardware, die Auswirkungen KI-gestützter Produktionsprozesse sowie der ökologische Fußabdruck digitaler Distribution. Das ZDF arbeitet daran, in diesen Bereichen systematisch Daten zugänglich zu machen, um anschließend Steuerungsmechanismen für mehr Nachhaltigkeit zu entwickeln. (vgl. dazu ausführlich Kriterium 10 "Innovations- und Produktmanagement").

Dabei orientiert sich das ZDF auch am Ansatz der Corporate Digital Responsibility. Ein aktuell besonders relevantes Thema ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). KI-Technologien werden in der Medienbranche in verschiedenen Wertschöpfungsstufen eingesetzt: von der automatisierten Recherche über produktionsunterstützende Tools bis hin zur personalisierten Distribution. Die Potenziale für Effizienz und Innovation sind erheblich, doch bringt KI auch neue Nachhaltigkeitsherausforderungen mit sich: erhöhter Energieverbrauch durch die erforderliche Rechenleistung, ethische Fragestellungen bei der Inhaltsproduktion und Transparenzanforderungen. Das ZDF beschäftigt sich mit diesen Aspekten, wenn auch bislang noch keine messbaren Nachhaltigkeitsindikatoren für den KI-Einsatz vorliegen.

Künstliche Intelligenz im ZDF
Das ZDF betrachtet Künstliche Intelligenz (KI) als eine Technologie, die das Potenzial hat, Arbeitsabläufe effektiver zu gestalten und neue Möglichkeiten zu eröffnen, ist sich jedoch auch der damit verbundenen Risiken bewusst. Der Einsatz von KI ist unerlässlich, um die strategische Zielsetzung "Ein ZDF für alle" zu unterstützen.

Um den Einsatz Künstlicher Intelligenz im ZDF verantwortungsvoll und zukunftsorientiert zu gestalten, wurden zentrale Themenfelder entlang der Wertschöpfungskette definiert.
  • Wissens- und Kompetenzaufbau: Das ZDF fördert die KI-Kompetenz ("AI Literacy") seiner Mitarbeitenden durch Schulungen und ein verpflichtendes KI-Zertifikat für alle, die mit KI arbeiten. Zudem wird der Austausch in "Communities of Practice" gefördert.
  • Rechtliche Rahmenbedingungen: Es wurde ein hauseigenes Rechtsverständnis zu generativer KI entwickelt, das urheberrechtliche Einordnungen, Lizenzierungen und den Umgang mit eigenen und fremden Rechten an KI-Erzeugnissen umfasst.
  • Transparenz und Kennzeichnung: Inhalte, die mit Unterstützung generativer KI erstellt wurden, werden kenntlich gemacht, wo dies journalistisch geboten ist. Für Deepfakes und Texte zur öffentlichen Information gibt es spezifische Offenlegungspflichten, die sich an der noch nicht in Kraft getretenen KI-Verordnung orientieren.
  • Datenmanagement: Die Integrität und Qualität der Trainingsdaten sind von zentraler Bedeutung. Das ZDF stellt keine Trainingsdatensätze auf öffentlichen Plattformen bereit, duldet aber die Nutzung öffentlich verfügbarer Inhalte grundsätzlich. Eigene KI-Modelle werden nur mit rechtegeklärten Inhalten feingetunt.
  • Anwendungsbereiche: KI dient zur besseren Zielgruppenansprache, Inhaltskonzeption, effizienter Produktion, plattformübergreifenden Ausspielung und Vermarktung. Beispiele umfassen Empfehlungssysteme für das Streaming-Portal, die Unterstützung bei der Ideenfindung und Konzepterstellung, sowie Pilotprojekte mit KI-Agenten zur Unterstützung redaktioneller und planerischer Entscheidungen.
Nachhaltigkeit bildet einen zentralen Leitgedanken beim Einsatz von KI, wobei der Fokus vor allem auf Energieeinsparung, ressourcenschonende Nutzung vorhandener Datenbestände sowie auf Transparenz im Umgang mit KI liegt:
  • Energieeffizienz: Der gemeinsame KI-Kodex fordert die Beachtung von Energieeffizienz beim Feintuning und der Nutzung von KI-Modellen. Das ZDF beschäftigt sich bereits seit 2023 mit energieeffizienten Small Language Models (SLMs) und hat quantitative Untersuchungen durchgeführt, um deren Einsatz für Streaming-Empfehlungen zu optimieren und Datensparsamkeit zu fördern.
  • Ressourcennutzung: Das ZDF erkundet die Nutzung seines einzigartigen Archivbestandes für KI-Anwendungen, um europäische bzw. deutsche Alternativen zu entwickeln und die strategischen Ziele des Public Value zu unterstützen. Dies trägt zu einer effizienten Nutzung bestehender Ressourcen bei.
  • Transparenz und Vertrauen: Der transparente Umgang mit eigenen KI-Entwicklungen ist ein wichtiges Anliegen des ZDF, da dies eine wesentliche Grundlage für Glaubwürdigkeit und gesellschaftliche Akzeptanz darstellt.

GHG Value Chain: Corporate Carbon Footprint
Den ökologischen Nachhaltigkeitsaspekten in den Wertschöpfungsstufen wird vor dem Hintergrund der Systematik des GHG-Standards (Greenhouse Gas Protocol) zur Messung und zum Management klimarelevanter Emissionen besonderes Augenmerk geschenkt (vgl. auch Kriterium 13 "Klimarelevante Emissionen"). Neben den quantitativ wenig bedeutsamen Scope-1- und Scope-2-Emissionen ist es vor allem der "GHG Protocol Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting and Reporting Standard", der dem ZDF eine einheitliche Methodik zur Erfassung, Analyse und Berichterstattung der indirekten Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bietet. Hier werden insgesamt 15 Kategorien von Scope-3-Aktivitäten abgebildet, die sich auf vor- und nachgelagerte Emissionen beziehen. Das GHG-Protokoll unterscheidet dabei zwischen Upstream- und Downstream-Aktivitäten. Diese Unterscheidung hilft dem ZDF und anderen Medienunternehmen, indirekte Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu erfassen, zu analysieren und Einsparpotenziale zu identifizieren.

Eine bislang kaum systematisch erfasste, jedoch zunehmend wichtige Dimension der Wertschöpfungskette betrifft die nachgelagerten Emissionen durch die Nutzung der produzierten Inhalte. Während die direkten Produktionsemissionen (Green Production) bereits seit Jahren systematisch reduziert werden, rückt nun auch die Frage in den Fokus, welchen CO₂-Fußabdruck die Distribution und Nutzung der Inhalte durch die Zuschauerinnen und Zuschauer verursacht. Konkret geht es um Kategorie 11 des Scope-3-Standards: "Use of sold products" oder im Fall des ZDF die energieintensiven Prozesse des Streamings und der digitalen Mediennutzung. Eine solche Downstream-Perspektive erweitert das Verständnis der Wertschöpfungskette erheblich, stellt aber auch sehr hohe Anforderungen an die Datenerhebung und mögliche Formen der Beeinflussung des Verhaltens der Rezipienten. Dafür ist das ZDF nicht verantwortlich und kann nur sehr indirekt darauf einwirken. Auch wenn hierfür noch keine anerkannten Messkonzepte vorliegen, erkennt das ZDF die Bedeutung dieser "digitalen Nutzungsphase" für den Gesamtfußabdruck an und arbeitet an geeigneten Erfassungs- und Reduktionsstrategien. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich das ZDF intensiv mit den ökologischen Auswirkungen des Streamings und dem damit verbundenen Energieverbrauch. Das ZDF gestaltet sein Streaming-Angebot zunehmend nachhaltiger. Dabei legt es vor allem Wert auf eine energieeffiziente technische Architektur des Streaming-Portals, ressourcenschonende Algorithmen und KI. Zudem bietet es Hinweise und Optionen, die Nutzerinnen und Nutzer zu stromsparendem Streaming befähigen (siehe auch DNK-Kriterium 10 "Innovations- und Produktmanagement").

Green Production: Product Carbon Footprint
Auf der Produktebene – also bei den Inhalten und Programmen des ZDF – lässt sich das Konzept des Product Carbon Footprint (PCF) anwenden. Der Begriff "Green Production" steht dabei für eine klimaschonende und ressourceneffiziente Herstellung von Medieninhalten. Als Mitglied des Arbeitskreises Green Shooting hat sich das ZDF seit 2021 maßgeblich an der Entwicklung der Ökologischen Standards für deutsche Kino-, TV- und Online/ VoD-Produktionen beteiligt (siehe weiter unten auch den Absatz zum Arbeitskreis Green Shooting). Seit dem 1. Januar 2022 wurden konkrete Maßnahmen zur klima- und ressourcenschonenden Herstellung implementiert. Seit dem 1. November 2025 wurden die Ökologischen Standards von zuletzt 22 auf nunmehr 25 Muss-Vorgaben erweitert. Diese Erweiterung trägt den Erfahrungen der letzten Jahre Rechnung und verschärft die Anforderungen an nachhaltige Produktionsweisen weiter. So wurden allein im Bereich des Energieeinsatzes und -nutzung mit Anforderungen, wie die Nutzung von Ökostrom sowie einer effizienten Lichttechnik auch "on location", weitere effektive Hebel zur CO₂-Reduzierung angesetzt. Dies beinhaltet auch – sofern zwingend erforderlich – den Einsatz von Generatoren der neuesten Generation, die unter anderem mit HVO-Kraftstoffen der 2. Generation betrieben werden. Diese Kraftstoffe werden aus zertifizierten regenerativen Reststoffen gewonnen. Das ZDF hatte sich zum Ziel gesetzt, bis 2026 die Hälfte seiner fiktionalen Auftragsproduktionen nach diesem Maßnahmenkatalog zu produzieren und konnte dies übererfüllen. So ist auch die umweltschonende Herstellung nach den Kriterien der ökologischen Standards Bestandteil der Auftragsproduktionsverträge. Alle künftigen Eigen- wie Auftragsproduktionen orientieren sich an den branchenweiten Kriterien für klimaschonende TV-, Film- und VOD-Produktionen.

Der Anteil der nach den ökologischen Standards produzierten Inhalte konnte im Jahr 2025 in allen Genres kontinuierlich gesteigert werden. Die fiktionalen Auftragsproduktionen sind nahezu allesamt in ihrer Herstellungsweise und Umsetzung nach den ökologischen Standards beauftragt. Bis 2026 konnte die Anzahl der nach den Vorgaben der ökologischen Standards umgesetzten Produktionen mit dem Hinweis auf klimaschonende Produktionsweise im Vergleich zu 2023 (rund 400 Produktionen) ungefähr verdoppelt werden. Die sukzessive Umrüstung und Investition in nachhaltige und energiesparende Technik ist Teil des Prozesses und hat zu diesem Erfolg beigetragen. Sie ebnet langfristig den Weg zu einer nachhaltigen Reduzierung von CO₂-Emissionen im Herstellungsprozess. Die vom ZDF für den weiteren Ausbau grüner Produktionen zur nächsten Beitragsperiode angemeldeten Mehraufwendungen wurden seitens der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) nicht anerkannt. Vor diesem Hintergrund werden nicht alle ursprünglich gewünschten Ansätze zur nochmaligen Steigerung der Nachhaltigkeit umgesetzt werden können. Am Ziel selbst wird aber im Rahmen des Möglichen und auf der Basis von Neupriorisierungen festgehalten und die Entwicklung geeigneter Maßnahmen vorangetrieben.

Nachhaltige Beschaffung
Aus ökonomischer, ökologischer und sozialer Perspektive ist die Beschaffung ein zentraler Aspekt der Wertschöpfung (vgl. dazu auch Kriterium 11 "In anspruchnahme natürlicher Ressourcen" umfassend und detailliert). In den Beschaffungsvorhaben des ZDF finden Aspekte der Qualität, Innovation sowie soziale und umweltbezogene Aspekte in allen Stufen des Beschaffungsprozesses und der Vergabeverfahren Berücksichtigung. Dies betrifft die Bedarfsanalyse, die Leistungsbeschreibung, die Festlegung der Eignungs- und Zuschlagskriterien sowie die Ausführungsbedingungen und Verträge. Bei der Analyse des Beschaffungsbedarfs wird gemeinsam mit den Fachbereichen hinterfragt, ob eine bestimmte Leistung beschafft werden muss oder ob nachhaltigere Alternativen infrage kommen. Bei der Frage der Neubeschaffung wird in der Bedarfsanalyse u. a. abgewogen, ob eine Wiederinstandsetzung anstelle einer Neubeschaffung in Frage kommen würde. In der Leistungsbeschreibung werden auftragsbezogene nachhaltige Aspekte vergaberechtskonform über die gesamte Wertschöpfungskette integriert. Gleiches gilt für die Festlegung von Eignungs- und Zuschlagskriterien.

Das ZDF schließt im Rahmen einer Ermessensentscheidung Unternehmen von der Teilnahme an Vergabeverfahren aus, wenn für das Unternehmen Verstoß im Sinne von § 22 Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) gegen seine Sorgfaltspflichten in Bezug auf menschenrechtliche oder umweltbezogene Risiken rechtskräftig festgestellt worden ist. Auch unabhängig des LkSG, kann das ZDF freiwillige Standards setzen. Etwa durch die Nutzung anerkannter Zertifikate (z. B. ISO 14001, SA8000, Fair Labor, EMAS), sofern dies im Einzelfall vergaberechtskonform ist. Ein weiterer Beitrag zur Transparenz und Nachvollziehbarkeit im Bereich der Lieferketten ist die Verpflichtung der Lieferanten zur Offenlegung relevanter Unterlieferantenstufen oder Unterauftragnehmer.

Nachhaltige Aspekte werden nicht nur im Rahmen der Gestaltung der vertraglichen Regelungen berücksichtigt. Der Beschaffungsprozess erfolgt weitestgehend digital und ressourcenschonend. Auch die in der Beschaffungskette vorgelagerten Bedarfsanforderungen werden elektronisch durchgeführt. Der Großteil der Bestellungen erfolgt digital und im Oberschwellenbereich über eine elektronische Vergabeplattform. Die Aktenführung findet im Rahmen eines digitalen Dokumentenmanagementsystems statt.

Einkauf und Reisemanagement haben bei der vergaberechtskonformen nachhaltigen Beschaffung eine wichtige Rolle als Berater und Multiplikator für die Fachbereiche und als Kontrollinstanz im Beschaffungsprozess. Um dieser Rolle gerecht zu werden und zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Kompetenzen der nachhaltigen Beschaffung, wurden und werden Schulungsveranstaltungen zur Nachhaltigkeit im Rahmen des Beschaffungsprozesses durchgeführt.

Bei der Beschaffung von Endgeräten wie Notebooks, Tablets, Druckern oder Bildschirmen stellen ZDF-Vorgaben besondere Anforderungen an die Umweltverträglichkeit der Hardware bzw. den Hersteller, deren Erfüllung durch entsprechende Produkt-Zertifizierungsstandards vom Hersteller nachzuweisen sind. Gleichzeitig wird für die Zukunft der Einsatz von bereits im Bereich des ZDF erstgenutzter Hardware ermöglicht, anstelle stets Neugeräte im Bedarfsfall an den Endnutzer auszuliefern. Dieser Mehrfacheinsatz von initial für das ZDF angeschaffter Endgeräte-Hardware führt zu einem verminderten Verbrauch an neu zu produzierender Hardware insgesamt und unterstützt damit ein nachhaltiges Wirtschaften innerhalb des IT-Endgerätebetriebs. Bei der Auswahl von Dienstleistern wurde im Rahmen der Ausschreibung besonderes Augenmerk auf transparentes, nachhaltiges und nachweisbares, möglichst umweltverträgliches Wirtschaften des künftigen Marktpartners gelegt. Zur Sicherstellung wurden im Bereich der Wertungs- und Zuschlagskriterien eine Reihe von Kriterien eingeführt, die ein nachhaltiges Wirtschaften des Anbieters im Rahmen der Vergabe unter Beweis stellen und darüber hinaus die Vertragslaufzeit, soweit möglich, messbar machen.

Soweit im Einzelfall möglich, berücksichtigt das ZDF die über den Anschaffungspreis hinausgehenden Kosten und Umweltwirkungen, wie Energieverbrauch, Reparatur- und Wartungsaufwand, Nutzungsdauer oder Entsorgungskosten. Vergaberechtskonform kann diese lebenszyklusorientierte Beschaffung nach § 59 VgV umgesetzt werden. Im Bereich von IT- oder Cloud-Leistungen können ebenfalls vermehrt Nachhaltigkeitsanforderung an Rechenzentren (z. B. Energieeffizienzkennzahlen (PUE Wert) oder der Einsatz von Ökostrom) durchgesetzt werden.

Nachhaltige Geschäftsreisen
Im Rahmen von Hotelbuchungen werden bei den Vertragsabschlüssen über Firmenkonditionen oder über Unterkunftskontingente bestimmte Nachhaltigkeitskriterien abgefragt und dokumentiert. Im Rahmen der klima- und ressourcenschonenden Eigenproduktionen (Green Production) werden bei Bedarf Nachweise über Ökostromzertifikate angefordert. Das ZDF reist seit einigen Jahren über das Firmenkundenprogramm der Deutschen Bahn in Zügen der Deutschen Bahn klimaneutral (Eigenaussage der Deutschen Bahn). Die Deutsche Bahn stellt dem ZDF nach Ablauf des jeweiligen Geschäftsjahres eine Umweltbescheinigung über alle gefahrenen Bahnkilometer der Geschäftsreisenden des ZDF zur Verfügung.

Soziale und ökologische Probleme in den Wertschöpfungsstufen

Grundsätzlich werden mit Lieferanten sowie Geschäfts- und Vertragspartnern soziale oder ökologische Probleme in den Wertschöpfungsstufen im Rahmen von offenen und vertrauensvollen Gesprächen thematisiert und über mögliche Lösungsansätze diskutiert. Im Rahmen dieser Entsprechenserklärung gibt es keine konkreten sozialen und ökologischen Probleme von nachvollziehbarer Relevanz zu berichten.

ZDF und Kreativwirtschaft
Ein aus der Wertschöpfungsperspektive bedeutsames Feld der Kommunikation mit Lieferanten und Geschäftspartnern bezieht sich auf die Rolle des ZDF als verlässlicher Partner der Kreativwirtschaft. Das ZDF ist im deutschen TV-Produktionsmarkt der größte Einzelauftraggeber. Mehr als 850 Mio. Euro plant das ZDF im Jahr 2026 in die deutsche Film- und Fernsehwirtschaft zu investieren.

Es steht mit annähernd 1.000 produzierenden und lizenzgebenden Unternehmen in Geschäftsbeziehungen, die ihrer Natur nach auch intensiv genutzte Kommunikationskanäle darstellen. Das ZDF hat sich als einziger deutscher Anbieter dazu verpflichtet, mindestens zwei Drittel des jährlichen Produktionsvolumens für Auftrags- und Koproduktionen bei vom ZDF unabhängigen Produktionsgesellschaften zu beauftragen. Damit Produzentinnen und Produzenten immer Zugriff auf die aktuellen Arbeitsgrundlagen haben und auch neues Personal alle notwendigen Informationen zur Umsetzung und Abwicklung einer Produktion finden kann, hat das ZDF 2025 das "ZDF-Produzentenportal" mit vertiefenden Informationen angereichert und so zu einem Wissensportal in der Zusammenarbeit mit dem ZDF ausgebaut. Produzentinnen und Produzenten können sich hier registrieren, werden in einem Newsbereich über Neuerungen informiert und können auf relevante Arbeitsunterlagen zugreifen.

Entwicklungs- und Herstellungszeitstrahl Fiktion und Dokumentation
Nachdem der Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrag nicht durch die Länder ratifiziert wurde, fehlt dem ZDF die Grundlage, um mit den Produzentenverbänden über materielle Verbesserungen sprechen zu können. Vor diesem Hintergrund wurden die Ende 2024 ausgelaufenen "Rahmenbedingungen zur fairen Zusammenarbeit" bislang nicht erneuert. Sie werden unverändert angewendet. Stattdessen hat sich das ZDF in Arbeitsgruppen mit der Produzentenallianz mit verschiedenen Themenbereichen wie z. B. der Administration und Digitalisierung oder der Prozessanalyse und -gestaltung befasst. Im Ergebnis sind Entwicklungs- und Herstellungszeitstrahle für die Genres Fiktion und Dokumentation entstanden, in denen die wesentlichen Prozessschritte, erforderlichen Unterlagen und Fristen dargestellt sind. Das Ziel ist eine gesteigerte Transparenz für alle Prozessbeteiligten, eine Beschleunigung der Abläufe und mehr Vertrauen.

Arbeitskreis Green Shooting
Der Arbeitskreis Green Shooting stellt eine Plattform für die Kommunikation mit Kreativpartnern mit Blick auf klima- und ressourcenschonendes Produzieren dar. Hier hat sich das ZDF maßgeblich an der Entwicklung von ökologischen Standards für deutsche Kino-, TV- und Online/VoD-Produktionen beteiligt. Dem Arbeitskreis gehören außer der MFG Filmförderung u. A. die Produktionsunternehmen Bavaria Fiction, Constantin, UFA, We are era, Ziegler Film, Studio Babelsberg und Studio Hamburg, die Sender ARD mit Landesrundfunkanstalten, Mediengruppe RTL, ProSiebenSat.1, Arte, Sky und das ZDF sowie die Streamingdienste Disney+ und Netflix, die MOIN Filmförderung, die Deutsche Filmakademie und die Filmverbände Produzentenallianz, Produzentenverband und Verband Technischer Betriebe für Film und Fernsehen an.

Kommunikation mit Produzenten
Grundsätzlich pflegt das ZDF mit den Produzenten- und Urheberverbänden einen intensiven Austausch, der vom Grundsatz der Fairness und Transparenz geprägt ist. Die bestehenden Selbstverpflichtungserklärungen, Rahmenbedingungen und gemeinsamen Vergütungsregelungen über angemessene Vergütungen und Vertragsbedingungen werden regelmäßig evaluiert und aktualisiert. Für den Bereich Kino hatte sich das ZDF mit den Produzentenvertreterinnen und Produzentenvertretern 2020 auf Eckpunkte zur vertraglichen Zusammenarbeit bei Kino-Koproduktionen verständigt. Im Jahr 2024 wurde eine Änderungsvereinbarung zur Eckpunktevereinbarung abgeschlossen, in der die Branchenvereinbarung zu § 55a FFG (Sperrfristen Regelung) umgesetzt und die Bedingungen für Produktionen mit geringem ZDF-Anteil (Definition des 1. Clusters) zugunsten der Produzenten angepasst wurden. Aufgrund der Novellierung des Filmfördergesetzes erfolgte dann zunächst eine unveränderte Verlängerung der Vereinbarung bis zum 31. Dezember 2025. Derzeit werden Gespräche über neue Eckpunkte geführt, die die veränderten Rahmenbedingungen berücksichtigen.

Kommunikation im Beschaffungsprozess
Nachhaltigkeitsaspekte im Beschaffungsprozess kommen auch im Rahmen förmlicher Vergabeverfahren des ZDF zum Tragen, sind ZDF-intern in dem "Leitfaden nachhaltige Beschaffung" dokumentiert (siehe auch DNK-Kriterium 6 "Regeln und Prozesse") und stellen damit in der Kommunikation mit Lieferanten und Geschäftspartnern ein wichtiges Themenfeld dar. ZDF-seitig liegt dabei der Fokus auf einer quantitativen Auswertung der Beschaffungsvolumina, um Warengruppen bzw. Leistungen mit hohen Umsätzen zu identifizieren. Hieran anknüpfend werden impactorientiert diese Warengruppen bzw. Leistungen im Detail daraufhin untersucht, inwieweit Nachhaltigkeitsaspekte in den jeweiligen kommunikativen Dimensionen der Vergabeverfahren, Wettbewerbe und Beauftragungen berücksichtigt werden.

Weitere Bereiche

  1. Typical für ZDF-Entsprechenserklärung Bereich Prozessmanagement: Äste vor ZDF-Hochaus schimmern durch Lamellen

    DNK-Entsprechenserklärung:Bereich Prozessmanagement


  2. Typical für die ZDF-Entsprechenserklärung Bereich Umwelt: Ein Baum mit einer Satellitenschüssel im Feld dahinter

    DNK-Entsprechenserklärung:Bereich Umwelt


  3. Typical Titelbild ZDF-Entsprechenserklärung 2024: Blumenwiese vor dem unscharft fotografierten ZDF-Hochaus auf dem Mainzer Lerchenberg

    DNK-Entsprechenserklärung:Bereich Gesellschaft


  4. Ein weites Feld füllt den Vordergrund des Titelbilds zum ZDF-Nachhaltigkeitsbericht 2025. Dahinter verlaufen Baumreihen durch eine neblige Landschaft. Links leuchtet die tief stehende Sonne; rechts ragt das ZDF-Hochhaus auf dem Mainzer Lerchenberg über den Horizont