DNK-Entsprechenserklärung Bereich "Prozessmanagement"

DNK-Entsprechenserklärung:Bereich "Prozessmanagement"

Verantwortung

DNK-Kriterium 5

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Rahmen für zentrale Verantwortung

Das ZDF trägt Verantwortung für einen sparsamen und wirtschaftlichen Umgang mit den von den Beitragszahlern bereitgestellten Finanzmitteln. Hierzu wird das ZDF intern durch seine Gremien, insbesondere vom Verwaltungsrat, aber auch durch externe Stellen kontrolliert. In diesem Sinne finden regelmäßig Prüfungen durch den Rechnungshof des Landes Rheinland-Pfalz statt. Auch die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) prüft wiederkehrend, ob den Grundsätzen von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit entsprochen wird. Das ZDF ist nach § 30 a des ZDF-Staatsvertrags auch verpflichtet, einen Jahresabschluss nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften sowie einen Lagebericht aufzustellen und nach §§ 316 ff. HGB prüfen zu lassen.

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Das ZDF integriert im Rahmen einer nachhaltigen Haushalts- und Finanzwirtschaft neben finanziellen auch ökologische und soziale Aspekte in seine Regelwerke und Instrumente. Beispielsweise hat das ZDF seine Haushaltspläne und Jahresabschlüsse um Informationen über in den Budgetansätzen enthaltene nachhaltige Maßnahmen ergänzt. In den Grundsätzen zur Budgetbewirtschaftung wurde so der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit um eine Nachhaltigkeitsdimension erweitert. Künftig sind bei wirtschaftlichen Entscheidungen auch gesellschaftliche, soziale und ökologische Aspekte systematisch zu berücksichtigen. Auch das Risikomanagement bezieht nachhaltige Risiken mit ein, wobei Risiken, die mit der Geschäftstätigkeit des ZDF verknüpft sind und schwerwiegende Auswirkungen auf die Umwelt, auf Mitarbeitende und Sozialbelange, auf die Achtung der Menschenrechte sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung haben, im öffentlich-rechtlichen Rundfunk weniger bedeutend als in vielen anderen Branchen sind. Nachhaltigkeit findet auch im Beteiligungscontrolling Berücksichtigung.

Die Strategie "Ein ZDF für alle" 2028 formuliert im Themenfeld sechs „Modernes Medienunternehmen“ dazu, dass Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit zentrale Leitprinzipien des ZDF sind und es auch in der Zukunft bleiben werden.

Operative Verantwortung und Verantwortung auf Führungsebene

Die Verantwortung für das Thema Nachhaltigkeit liegt bei der Intendanz des ZDF. Die Geschäftsleitung unterstützt das Verfolgen der Nachhaltigkeitsziele auf strategischer und operativer Ebene.

Die Nachhaltigkeitsstrategie des ZDF ist mit einem direktionsübergreifenden und interdisziplinären "Nachhaltigkeitsteam" im Haus verankert. Die Mitglieder des Teams sind Multiplikatorinnen und Botschafter für das Thema Nachhaltigkeit in ihren Bereichen, Abteilungen und Redaktionen. Zugleich geben sie Impulse für zu bearbeitende Nachhaltigkeitsthemen, zu verfolgende Ziele und konkrete Maßnahmen. Koordiniert wird das Nachhaltigkeitsteam aus der Abteilung "Strategische Unternehmensentwicklung" heraus, die auch die Inhalte für das Reporting zu einem Nachhaltigkeitsbericht zusammenführt.

Verantwortung
:Nachhaltigkeit im ZDF

Nachhaltigkeit im ZDF: ein strategisches Unternehmensziel - auf dem Weg zum klimaneutralen Sender
Die Fassade des ZDF-Hochhauses mit spiegelnden Glasfenstern erstreckt sich im Hintergrund, während im Vordergrund dichtes, grünes Blattwerk in die Höhe wächst. Die Kombination aus moderner Architektur und Pflanzen verweist auf das Nachhaltigkeitsengagement des Unternehmens.

Die Erreichung der genannten strategischen Nachhaltigkeitsziele wird im Rahmen des Nachhaltigkeitsreportings des ZDF in Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung und dem Nachhaltigkeitsteam verfolgt. Die Nachhaltigkeitsziele werden von der Geschäftsleitung getragen, über die unternehmensinternen Managementsysteme (Balanced-Scorecards) im Unternehmen implementiert und so auch einer regelmäßigen Kontrolle unterzogen. Die Balanced-Scorecard-Systematik (BSC) stellt auf Unternehmensebene im Rahmen der "Potenzialziele" eine detaillierte Formulierung und eine kontrollierbare Verbindlichkeit priorisierter Nachhaltigkeitsziele sicher. Diese werden dann auf der Ebene der Direktions-BSCs handlungsorientiert operationalisiert.

Regeln und Prozesse

DNK-Kriterium 6

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Verankerung der Nachhaltigkeitsstrategie: Regeln und Prozesse

Rechlicher Rahmen und interne Vorgaben
Das ZDF orientiert sich als öffentlich-rechtliche Anstalt in besonderem Maße an rechtlichen Vorgaben.

Neben staatsvertraglichen Regeln wie
  • dem Medienstaatsvertrag,
  • den Programmkonzepten für digitale Zusatzangebote,
  • dem ZDF-Staatsvertrag,
  • dem Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrag,
  • dem Rundfunkbeitragsstaatsvertrag und
  • dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag
sind auch interne Vorschriften wie
  • die Satzung des ZDF,
  • Richtlinien für Sendungen und Telemedienangebote,
  • ZDF-Werberichtlinien,
  • Richtlinien für den Jugendschutz,
  • Richtlinien für die Genehmigung von Telemedienangeboten,
  • die Geschäftsordnungen von Fernseh- und Verwaltungsrat,
  • die Finanzordnung des ZDF sowie
  • die Leitordnung

maßgeblich.

Zu diesen für die Prozesse im ZDF maßgeblichen Standards und internen Regeln kommen die Selbstverpflichtungserklärung des ZDF, seine Grundsätze zu transparenten Sportübertragungsrechten, Compliance-Regeln, die Revisionsordnung, die Beschaffungsordnung und die Reiserichtlinien sowie der ZDF-Verhaltenskodex. Das ZDF hat sich zudem einem gemeinsamen KI-Kodex mit der ARD und dem Deutschlandradio angeschlossen, der seit Dezember 2025 gilt. Dieser Kodex ergänzt die eigenen KI-Grundsätze des ZDF und bringt neue Aspekte wie Nachhaltigkeit und Datenkompetenz ein.

Das ZDF trägt Verantwortung für einen sparsamen und wirtschaftlichen Umgang mit den vom Beitragszahler bereitgestellten Finanzmitteln. Hierzu wird das ZDF intern durch Verwaltungsrat und Fernsehrat, aber auch durch externe Stellen kontrolliert. In diesem Sinne finden regelmäßig Prüfungen durch den Rechnungshof des Landes Rheinland-Pfalz statt. Auch die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) prüft wiederkehrend, ob den Grundsätzen von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit entsprochen wird. Das ZDF ist nach § 30 a des ZDF-Staatsvertrags auch verpflichtet, einen Jahresabschluss nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften sowie einen Lagebericht aufzustellen und nach §§ 316 ff. HGB prüfen zu lassen. Neben nationalem Recht und internen Vorschriften regeln auch europäische und internationale Vorschriften den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland. Dazu gehört etwa die AVMD-Richtlinie, das Amsterdamer Protokoll zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk oder die UNESCO-Konvention zur kulturellen Vielfalt. Transparenz in Hinsicht auf den größten Teil dieser Regeln und die damit verbundenen Prozesse wird auf der Webseite des ZDF hergestellt.

Nicht-finanzielle Berichterstattung
Im Rahmen einer nachhaltigen Haushalts- und Finanzwirtschaft integriert das ZDF neben finanziellen auch ökologische und soziale Aspekte in seine Regelwerke und Instrumente. So hat das ZDF beispielsweise in seinen Haushaltsplänen und Jahresabschlüssen Informationen über nachhaltige Maßnahmen ergänzt, die in den Budgetansätzen enthalten sind. In den Grundsätzen zur Budgetbewirtschaftung wurde so der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit um eine Nachhaltigkeitsdimension erweitert. Künftig sind bei wirtschaftlichen Entscheidungen auch gesellschaftliche, soziale und ökologische Aspekte systematisch zu berücksichtigen. Auch das Risikomanagement bezieht nachhaltige Risiken mit ein. Dabei sind Risiken, die mit einer Geschäftstätigkeit verknüpft sind und schwerwiegende Auswirkungen auf die Umwelt, auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Sozialbelange, auf die Achtung der Menschenrechte sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung haben können, im öffentlich-rechtlichen Rundfunk kaum ausgeprägt. Nachhaltigkeit findet auch im Beteiligungscontrolling Berücksichtigung. Die ZDF Werbefernsehen GmbH erstellt einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht. Die ZDF Studios hat bis zum Jahr 2023 einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht erstellt. Für die Jahre bis 2026 plant ZDF Studios aufgrund der aktuellen Rechtslage keinen eigenen Nachhaltigkeitsbericht, behält aber die regulatorischen Entwicklungen im Blick, um zum gegebenen Zeitpunkt Entscheidungen über notwendige Maßnahmen zur Umsetzung der künftigen CSRD-Anforderungen treffen zu können. Im Jahr 2023 hat das ZDF zudem seine Finanzordnung um den Grundsatz der Nachhaltigkeit ergänzt. Danach ist unter Wahrung der finanzwirtschaftlichen Hauptziele auch der Grundsatz der Nachhaltigkeit mit Blick auf soziale und ökologische Belange zu berücksichtigen.

Ökologische Standards
Die Herstellung von Kino-, TV- und Online-/VoD-Produktionen verursacht erhebliche CO₂-Emissionen, daher spielen Klima- und Umweltschutz im Film- und Medienbereich schon länger eine zentrale Rolle. Die Branche handelt freiwillig und setzt mit den ökologischen Standards gezielt Impulse für eine umwelt- und ressourcenschonendere Herstellungsweise, um ihren Teil dazu beizutragen, den CO₂-Ausstoß zu verringern. Das ZDF hat als Mitglied des Arbeitskreises Green Shooting maßgeblich an der Entwicklung dieser ökologischen Mindeststandards für deutsche Kino-, TV- und Online/VoD-Produktionen mitgewirkt. Ein breites Bündnis aller relevanten Branchenteilnehmer stellt mit konkreten Maßnahmen seit dem 01. Januar 2022 einen großen Teil der Inhalte nach detaillierten Vorgaben klima- und ressourcenschonend her.

Das ZDF hat hierbei in der deutschen Film- und Medienbranche eine besondere Verantwortung, die sich aus der Rolle als größter Einzelauftraggeber im deutschen Produzentenmarkt und zugleich aus der Rolle als öffentlich-rechtliches Medienunternehmen und seinem gesellschaftlichen Auftrag ergibt. Erfahrungen, die über einen knapp dreijährigen Zeitraum durch die kontinuierliche Auswertung der nach den ökologischen Mindeststandards umgesetzten Produktionen im Arbeitskreis Green Shooting gemacht wurden, zeigten, dass Anpassungen bei einzelnen Kriterien vorgenommen werden mussten.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), die Filmförderungsanstalt (FFA), die Filmförderungen der Länder und der Arbeitskreis Green Shooting haben sich deshalb gemeinsam in intensiven Gesprächen mit der Evaluierung und Weiterentwicklung hin zu bundesweit einheitlichen ökologischen Standards verständigt. Der Startschuss für ihre Umsetzung erfolgte unmittelbar mit der Bekanntgabe durch die Kulturstaatsministerin am 16. Februar 2023 auf dem Deutschen Produzententag im Rahmen der Berlinale. In dem darauffolgenden Zeitraum von 2 Jahren, konnten vom Arbeitskreis weitere Daten ausgewertet und fortwährende Überprüfungen unter Berücksichtigung verschiedenster Aspekte klima- und umweltrelevanter Entwicklungen vorgenommen werden, um nach der Evaluierung die Anzahl der Kriterien von 22 auf 25 Standards zu erhöhen. Seit dem 01. November 2025 gelten die ökologischen Standards in ihrer überarbeiteten Fassung.

Zielorientiertes Balanced-Scorecard-Konzept
Die Nachhaltigkeitsziele werden unter anderem über die unternehmensinternen Managementsysteme im Unternehmen implementiert und so auch einer regelmäßigen Kontrolle unterzogen. Die Balanced-Scorecard-Systematik (BSC) stellt auf Unternehmensebene im Rahmen der "Potenzialziele" eine detaillierte Formulierung und eine kontrollierbare Verbindlichkeit priorisierter Nachhaltigkeitsziele sicher. Diese werden dann auf der Ebene der Direktions-BSCs handlungsorientiert operationalisiert. Beispiele für die Verankerung der Nachhaltigkeitsstrategie im Rahmen der Balanced-Scorecard-Systematik (BSC) sind die ZDF-weiten Potenzialziele "Nachhaltig handeln: wirtschaftlich, sozial, ökologisch" sowie "Gleichstellung, Vielfalt sowie Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben weiterentwickeln, um mehr Perspektivenvielfalt im ZDF zu gewinnen".

Dies entspricht dem Grundsatz der im Jahr 2026 weiterentwickelten Strategie "Ein ZDF für alle" 2028, dem zufolge Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit zentrale Leitprinzipien des ZDF sind. Die Strategie sieht zudem vor, Arbeitsweisen und Strukturen noch konsequenter auf die strategischen Ziele auszurichten und Aufgaben kontinuierlich zu priorisieren. Diese Anforderung spiegelt sich unmittelbar in der Steuerungslogik der BSC wider.

Abgeleitet daraus führt beispielsweise die ZDF-Produktionsdirektion in ihrer Direktions-BSC strategische Maßnahmen auf, um dieses Ziel zu erreichen. Hier ist unter anderem formuliert, dass alle Investitionen und Reinvestitionen unter den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit untersucht werden und dass Remote Production (Produktionsort und Produktionstechnik räumlich getrennt und zentrale Abwicklung standortübergreifend über Leitungs-/IP‑Infrastruktur) und Centralized Production (Bündelung technischer Ressourcen, Personal und Workflows an einem zentralen Standort) sowie Fernschnitt genutzt werden, um aufwendigen Techniktransport oder Reiseaufwand zu reduzieren. Eine weitere Maßnahme ist, Möglichkeiten des Einsatzes eines KI-Video-Vorfilters für besonders belastendes Bildmaterial aus Kriegs- und Krisengebieten zu prüfen. Ziel ist es, das Bildmaterial mit einer Trigger-Warnung zu versehen, um die psychische Belastung insbesondere im Team "Aktueller Schnitt" zu reduzieren.

Leitfaden zur nachhaltigen Beschaffung
Im Rahmen der Grundsätze einer wirtschaftlichen und sparsamen Beschaffung sind neben ökonomischen auch soziale und ökologische Aspekte in Ausschreibungen und Wettbewerben des ZDF unter Beachtung des Vergaberechts zu integrieren. Es gilt das Gebot der Nichtdiskriminierung. Das ZDF als öffentlicher Auftraggeber ergreift insoweit im Rahmen von Vergabeverfahren und bei deren Vorbereitung Maßnahmen, mit denen u. a. auf die Einhaltung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten in der Beziehung zu Unternehmen bei der Auftragserfüllung und in der sogenannten Lieferkette hingewirkt und deren Nichteinhaltung entsprechend sanktioniert werden kann bzw. sanktioniert wird.

Der Leitfaden zur nachhaltigen Beschaffung soll allen am Beschaffungsprozess beteiligten ZDF-Bereichen, den Bedarfsstellen, den bedarfskonkretisierenden Stellen, den Beschaffungsstellen sowie den Beschaffungsbeauftragten außerhalb der Beschaffungsstelle die Möglichkeiten, aber auch Verpflichtungen aufzeigen, wie und an welcher Stelle Nachhaltigkeitsaspekte in den verschiedenen Stufen des Beschaffungsprozesses und den Vergabeverfahren von der Bedarfsanalyse, über die Leistungsbeschreibung bis hin zur Festlegung der Eignungs- und Zuschlagskriterien sowie den Ausführungsbedingungen und Verträgen des ZDF einfließen können und teilweise müssen.

Das ZDF orientiert sich bei diesem Leitfaden u. a. an Empfehlungen, Handreichungen und Best-Practice-Beispielen des Umweltbundesamtes und der Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung beim BMI. Es ist geplant, diesen Leitfaden bzw. insbesondere die Best-Practice-Beispiele für die unterschiedlichsten Bedarfe im ZDF regelmäßig zu aktualisieren und fortzuführen. Die Einhaltung definierter Beschaffungsprozesse und Regularien mit klar zugewiesenen Rollen und Verantwortlichkeiten sowie einem internen Kontrollsystem (IKS) dient einer rechtlich und wirtschaftlich beanstandungsfreien Beschaffung, die der Verantwortung des ZDF als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt und öffentlicher Auftraggeber gerecht wird. Dies stellt einen Mehrwert für das ZDF und seine Corporate Governance dar.

DNK-Kriterium 7

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Kontrolle

Leistungsindikatoren zur Steuerung und Kontrolle

DNK und GRI-Indikatoren
Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit beziehen sich im ZDF vornehmlich auf die in den DNK-Kriterien 11 bis 13 formulierten und damit auf die im Zusammenhang mit den Umweltzielen stehenden Umweltkennkennzahlen sowie auf die in den DNK-Kriterien 14 bis 20 angesprochenen gesellschaftlichen und sozialen Dimensionen. Effektivität und Effizienz beim Umgang mit natürlichen Ressourcen spielen in diesem Zusammenhang ebenso eine Rolle wie Fairness, Vielfalt und Chancengerechtigkeit im Personalbereich.

Im Detail erfolgt die Verwendung des Leistungsindikatoren-Sets nach GRI-SRS bei den Kriterien 5 bis 7 mit GRI SRS-102-16 "Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation", bei Kriterium 8 mit GRI SRS-102-35 "Vergütungspolitik" sowie GRI SRS-102-38 "Verhältnis der Jahresgesamtvergütung", bei Kriterium 9 mit GRI SRS-102-44 "Wichtige Themen und hervorgebrachte Anliegen", bei Kriterium 10 mit GRI G4-FS11 "Finanzanlagen", bei den Kriterien 11 und 12 mit GRI SRS-301-1 "Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen", GRI SRS-302-1 "Energieverbrauch innerhalb der Organisation", GRI SRS-302-4 "Verringerung des Energieverbrauchs", GRI SRS-303-3 (2018) "Wasserentnahme" und GRI SRS-306-3 (2020) "Angefallener Abfall", bei Kriterium 13 mit GRI SRS- 305-1 "Direkte THG-Emissionen (Scope 1)", GRI SRS-305-2 "Indirekte energiebezogene THG-Emissionen (Scope 2)". GRI SRS-305-3 "Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3)" und GRI SRS-305-5 "Senkung der THG-Emissionen", bei den Kriterien 14-16 mit GRI SRS-403-9 (a+b) (2018) "Arbeitsbedingte Verletzungen", GRI SRS-403-10 (a+b) (2018) "Arbeitsbedingte Erkrankungen", GRI SRS-403-4 (2018) "Mitarbeiterbeteiligung, KonKontrollesultation und Kommunikation zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz", GRI SRS-404-1 "Durchschnittliche Stundenzahl für Aus- und Weiterbildung pro Jahr und Angestellten", GRI SRS-405-1 "Diversität in Kontrollorganen und unter Angestellten" sowie GRI SRS-406-1 "Diskriminierungsvorfälle und ergriffene Abhilfemaßnahmen", bei Kriterium 17 mit GRI SRS-412-3 "Erhebliche Investitionsvereinbarungen und -verträge, die Menschenrechtsklauseln enthalten oder auf Menschenrechtsaspekte geprüft wurden", GRI SRS-412-1 "Betriebsstätten, an denen eine Prüfung auf die Einhaltung der Menschenrechte oder eine menschenrechtliche Folgenabschätzung durchgeführt wurde", GRI SRS-414-1 "Neue Lieferanten, die anhand von sozialen Kriterien bewertet wurden" und GRI SRS-414-2 "Negative soziale Auswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Maßnahmen", bei Kriterium 18 mit GRI SRS-201-1 "Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert" und bei Kriterium 19 mit GRI SRS-415-1 "Parteispenden".

BSC-Konzept zur zielorientierten Führung
Als modernes Medienunternehmen arbeitet das ZDF mit dem Führungsprinzip des "zielorientierten Führens". Dieses Prinzip beinhaltet eine Führungs- und Verantwortungskultur, die den jeweiligen Herausforderungen strukturiert, nachvollziehbar und überprüfbar begegnet. Die Nachhaltigkeitsziele werden so unter anderem über die unternehmensinternen Managementsysteme im Unternehmen implementiert und so auch einer regelmäßigen Kontrolle unterzogen. Die Balanced-Scorecard-Systematik (BSC) stellt auf Unternehmensebene im Rahmen der "Potenzialziele" eine detaillierte Formulierung und eine kontrollierbare Verbindlichkeit priorisierter Nachhaltigkeitsziele sicher. Diese werden dann auf der Ebene der Direktions-BSCs handlungsorientiert operationalisiert. Beispiele für die Verankerung der Nachhaltigkeitsstrategie im Rahmen der Balanced-Scorecard-Systematik (BSC) sind die ZDF-weiten Potenzialziele "Nachhaltig handeln: wirtschaftlich, sozial, ökologisch" sowie "Gleichstellung, Vielfalt sowie Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben weiterentwickeln, um mehr Perspektivenvielfalt im ZDF zu gewinnen". Die einzelnen Direktionen leiten strategische Maßnahmen im Rahmen ihrer Direktions-BSC basierend auf diesen unternehmensweiten Zielen ab.

Die im Jahr 2026 weiterentwickelte Strategie "Ein ZDF für alle" 2028 bekräftigt diesen Ansatz: Im Themenfeld "Modernes Medienunternehmen" ist verankert, dass Arbeitsweisen und Strukturen noch konsequenter auf die Strategie ausgerichtet werden sollen. Zudem sollen Aufgaben kontinuierlich priorisiert und mit den nötigen Ressourcen ausgestattet werden. Das ZDF benennt Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit als untrennbare Leitprinzipien. Dies ist eine Selbstverpflichtung. Sie wirkt sich unmittelbar in der Steuerungslogik der BSC und der hier dokumentierten Kontrollpraxis aus.

Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten

Transparenz
Für das ZDF ist die Offenlegung möglichst umfangreicher und substantieller Informationen auf der Unternehmensseite im Internet ein wesentliches Merkmal von Transparenz und Kontrolle.

Neben Aspekten des Stakeholder-Dialogs zum Beispiel über die Gremien oder wesentlicher Vorgänge, die im jeweils aktuellen ZDF-Jahrbuch Berücksichtigung finden wird umfassend über das vielfältige Engagement in Gesellschaft, Branche und Unternehmen sowie über die Vorhaben und Maßnahmen mit Blick auf Nachhaltigkeit im ZDF auf den Unternehmensseiten zum Themenfeld "Verantwortung" informiert.

Auf den Unternehmensseiten des ZDF unter "Organisation" finden sich auch zahlreiche Informationen zu Auftrag und Programmgrundsätzen, zur Geschäftsleitung und den Gremien (Fernsehrat, Verwaltungsrat) sowie zu den Themenfeldern Finanzen oder Compliance. Als größter Auftraggeber im deutschen TV-Produktionsmarkt stellt das ZDF zahlreiche Informationen zur Zusammenarbeit mit der Produktions- und Kreativwirtschaft zur Verfügung.

Aufsichtsgremien
Beratungsthemen und Entscheidungen der Organe Fernsehrat und Verwaltungsrat des ZDF sind im Internet ersichtlich und nachvollziehbar. Interessierte finden auf der Webseite des Fernsehrats Tagesordnungen, Sitzungsbeschlüsse, Beschwerdeberichte, den Tätigkeitsbericht des Intendanten und Selbstauskünfte jedes einzelnen Gremienmitglieds. Zudem stellen alle Ausschüsse des Fernsehrats ihre Tagesordnungen, Anwesenheitslisten und Beschlüsse für die Öffentlichkeit ins Netz. Das Haushaltsbudget für die Gremien ist ebenso ausgewiesen wie die Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgelder für die Mitglieder. Analog zum Fernsehrat veröffentlicht der Verwaltungsrat auf seiner Webseite seine Tagesordnungen und Sitzungsbeschlüsse. Die Mitglieder geben Auskunft über weitere Tätigkeiten; Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgelder werden ebenfalls dargestellt. Beide Gremien publizieren eine Jahresübersicht über die Anwesenheit ihrer Mitglieder.

Dem Fernsehrat und Verwaltungsrat wird die Entsprechenserklärung zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex vorgelegt. Zudem werden dem Verwaltungsrat die Nachhaltigkeitsaspekte bei Innovationsvorhaben dargelegt.

Der Fernsehrat überwacht gemäß § 20 Abs. 1 ZDF-Staatsvertrag die Einhaltung bestimmter im Staatsvertrag aufgestellter Grundsätze und der vom Fernsehrat am 30. Juni 2023 beschlossenen Qualitäts- und Programmrichtlinien. Dies gilt insbesondere im Fall von Programmbeschwerden, die an ihn gerichtet sind und eine konkrete Verletzung von Richtlinien und Grundsätzen in den Programmen des ZDF rügen. In der Beschwerdeordnung (§ 21 Abs. 2 und 3 ZDF-Satzung) ist der Rahmen für das Verfahren der Programmbeschwerden vor dem Fernsehrat geregelt.

2025 wurde vom Fernsehrat in 124 Fällen das förmliche Beschwerdeverfahren eröffnet. 43 Beschwerdevorgänge durchliefen das Verfahren bis zur Entscheidung im Plenum des Fernsehrats, weil die Beschwerdeführerinnen und Beschwerdeführer mit der Antwort des Intendanten nicht zufrieden waren. Bei der Geschäftsstelle des Fernsehrats gingen im Jahr 2025 5.237 sonstige Beschwerden und Eingaben ein.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

GRI SRS-102-16:
Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation

Eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen erfolgt mit Blick auf Rechtsgrundlagen und Vorschriften über folgendes Portal: Rechtsgrundlagen und Vorschriften für das ZDF.

DNK-Kriterium 8

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Anreizsysteme

Vergütungssysteme, Anreize, Evaluation und Kontrolle

Das ZDF veröffentlicht auf der ZDF-Unternehmenswebseite die für die Tätigkeit im Geschäftsjahr gewährten Bezüge des Intendanten sowie der Direktorinnen und Direktoren unter Namensnennung im Geschäftsbericht sowie die Tarifstrukturen und eine strukturierte Darstellung der außer- und übertariflichen Vereinbarungen.

Die Bezüge der Geschäftsleitung und Tarifstrukturen im Kontext der Entgelttransparenz finden sich auf der ZDF-Unternehmensseite. Die Angaben erfolgen nach Maßgabe des § 31 a Medienstaatsvertrag. In Ergänzung zu der Veröffentlichung von Bezügen und Tarifstrukturen wird auf Grundlage des § 21 Entgelttransparenzgesetz zudem zur Entgeltgleichheit im ZDF berichtet. Die Konditionen außertariflicher Verträge sind laut § 25 Abs. 6 Satz 2 ZDF-Staatsvertrag zu veröffentlichen. Verhältniskennzahlen, wie die der Vergütung des höchstbezahlten Mitarbeitenden zum Median der Gesamtvergütung aller Beschäftigten, werden nicht ermittelt.

Vergütungen von Führungskräften und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im ZDF beinhalten keine variablen Anteile. Daher definiert sich die Vergütung unabhängig von Nachhaltigkeitszielen. Eine Integration von Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in Hinsicht auf das Erreichen von Nachhaltigkeitszielen ist insofern nicht geplant.

Das im Unternehmen verankerte Managementsystem zielorientierter Führung über die Balanced-Scorecard-Systematik (BSC) auf Unternehmens- und Direktionsebene mit ihren Dimensionen Kunden, Finanzen, Prozesse und Potenziale ist nicht mit einem System leistungsorientierter Vergütung verbunden. Allerdings lassen sich die intensiven Kommunikations- und Abstimmungsprozesse bei den Zielvereinbarungen, die Formulierung der konkret mit Nachhaltigkeitsbezug verknüpften Ziele in der Potenzialdimension der Unternehmens-BSC und der Direktions-BSCs sowie die regelmäßigen Reviews durchaus als nicht-monetäres Anreizsystem interpretieren. Denn hier erfolgt über intensive Feedbackroutinen gleichzeitig auch eine Evaluierung der Zielerreichung.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35:
Vergütungspolitik

Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
  1. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
  2. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
  3. Abfindungen;
  4. Rückforderungen;
  5. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Das ZDF veröffentlicht die für die Tätigkeit im Geschäftsjahr gewährten Bezüge des Intendanten und der Direktorinnen und Direktoren im Geschäftsbericht (§ 31 a Medienstaatsvertrag), ebenso die Tarifstrukturen und eine strukturierte Darstellung der außer- und übertariflichen Vereinbarungen.

Die Konditionen außertariflicher Verträge sind laut § 25 Abs. 6 Satz 2 ZDF-Staatsvertrag zu veröffentlichen. Die Mitglieder des Fernsehrats und des Verwaltungsrats haben Anspruch auf eine Aufwandsentschädigung, Sitzungsgelder und Ersatz von Reisekosten. Das Nähere regelt die Satzung (§ 19 a Abs. 6 ZDF-Staatsvertrag). Aufwandsentschädigung und Sitzungsgelder werden der Höhe nach auf den ZDF-Unternehmensseiten ausgewiesen (Fernsehrat, Verwaltungsrat).

Verhältniskennzahlen wie die der Vergütung des höchstbezahlten Mitarbeitenden zum Median der Gesamtvergütung aller Beschäftigten werden nicht ermittelt.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38:
Verhältnis der Jahresgesamtvergütung

Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

  • Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Dieser Indikator ist in einem öffentlich-rechtlich verfassten Unternehmen mit seinen regulatorischen Anforderungen in Hinsicht auf die bereits bestehende Transparenz von Vergütung und Vergütungsstrukturen nach außen und mit Blick auf die vergütungsorientierten Steuerungsmechanismen nach innen bislang nicht ermittelt worden.

DNK-Kriterium 9

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Beteiligung von Anspruchsgruppen

Identifikation und Beschreibung der wichtigsten Anspruchsgruppen

Mediennutzung und Vielfalt der Anspruchsgruppen – Ein ZDF für alle
Die Mediennutzung war im Jahr 2025 stabil. Pro Kopf nutzt die Bevölkerung täglich etwas über sechseinhalb Stunden Medien. Dabei sehen 74 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal wöchentlich lineares Fernsehen (siehe ARD/ZDF-Medienstudie). Bei dieser Form der Mediennutzung ist das ZDF der mit Abstand erfolgreichste Fernsehsender in Deutschland. Auch bei der nicht-linearen Medienrezeption über Streaming und über alle für Inhalte und Zielgruppen relevanten Social-Media-Kanäle ist das ZDF erfolgreich positioniert.

Der Wert von Fernsehprogrammen stellt sich dabei für jeden Einzelnen unterschiedlich dar. Ziel der unterhaltenden, informativen und Wissen vermittelnden Programme des ZDF ist es, das Leben aller in Deutschland lebenden Menschen zu bereichern, ohne jede Einschränkung mit Blick auf Alter, Einkommen, Geschlecht, Fähigkeiten, kulturelle oder religiöse Zugehörigkeit. Die individuellen Interessen von Zuschauerinnen und Zuschauern müssen nicht zwangsläufig den aktuellen Vorlieben der breiten Öffentlichkeit entsprechen. Dadurch bleiben Minderheiten in den Massenmedien häufig unterrepräsentiert. Das ZDF berücksichtigt in seinem Programm alle gesellschaftlich relevanten sozialen und kulturellen Gruppierungen Deutschlands.

Anspruchsgruppen im Dialog
Als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt führt das ZDF intern wie extern einen breit gefächerten Dialog mit seinen Anspruchsgruppen. Der Austausch mit Zuschauerinnen und Zuschauern, Mitarbeitenden, Partnerinnen und Partnern sowie weiteren Interessenvertretern findet in verschiedenen Formaten statt, etwa in der Zuschauerredaktion, der Mitarbeitervertretung, in bilateralen Geschäftskontakten, auf verbandsbezogenen Plattformen oder in Gremien. Die Identifikation und Analyse relevanter Anspruchsgruppen ist der operativen und strategischen Arbeit der entsprechenden Bereiche, wie etwa der Medienforschung oder der Unternehmensentwicklung, immanent. Eine gesonderte Erhebung in Form einer detaillierten Materialitätsanalyse wird nicht vorgenommen.

Grundsätzlich sieht das ZDF im kontinuierlichen Austausch mit Wissenschaft und Praxis einen wichtigen Baustein für die Ausbildung qualifizierten Nachwuchses und die Fortbildung seiner Mitarbeitenden. Neben der Ausbildung und Personalentwicklung dient der Austausch auch dazu, bei den zentralen Entwicklungen etwa in den Bereichen Medientechnik, Medienforschung, Medienpolitik oder Medienrecht an der Spitze des Geschehens zu sein und die jeweiligen Veränderungen aktiv mitgestalten zu können. Vor diesem Hintergrund hat das ZDF den Austausch mit der Wissenschaft und anderen öffentlich-rechtlichen Sendern auf verschiedenen Ebenen institutionalisiert.

Stakeholderdialog und Nachhaltigkeitsmanagement

Fernsehrat als Interessenvertretung der Allgemeinheit
Ein bedeutsamer institutionalisierter Stakeholder-Dialog findet regelmäßig und intensiv mit dem ZDF-Fernsehrat statt. Der Fernsehrat vertritt die Interessen der Allgemeinheit gegenüber dem ZDF. Deshalb ist er kein Expertengremium, sondern so vielfältig wie die Gesellschaft selbst. Seine Mitglieder werden von unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen entsandt.

Der Fernsehrat tagt öffentlich. Sowohl die Tagesordnung als auch die Zusammenfassungen der wesentlichen Ergebnisse der Sitzungen werden im Internet veröffentlicht.

Der Fernsehrat überwacht die Einhaltung der für das ZDF-Programm geltenden Rechtsvorschriften. Er berät den Intendanten in Programmfragen. Zentrale Aufgabe ist es, die Programme und Online-Angebote zu beaufsichtigen. Grundlage hierfür sind staatsvertragliche Bestimmungen sowie vom Fernsehrat erlassene Richtlinien. Dabei versteht sich der Fernsehrat als Anwalt der Zuschauerinnen und Zuschauern. Diese können sich mit Programmbeschwerden direkt an den Fernsehrat wenden. Die Kontrolle des ZDF durch den Fernsehrat gewährleistet, dass das Publikum durch Mitglieder der Gesellschaft gegenüber dem Sender vertreten wird.

Der Fernsehrat setzt sich mit dem Thema Nachhaltigkeit insbesondere über die im zweijährigen Turnus aufgestellte Entsprechenserklärung zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex intensiv auseinander.

Der Fernsehrat setzt sich aus 60 Mitgliedern unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen zusammen. Dabei vertreten sie in dem Gremium die Interessen der Allgemeinheit. Die XVI. Amtsperiode endete Juli 2024. Am 05. Juli 2024 konstituierte sich der Fernsehrat der XVII. Amtsperiode.

Der Verwaltungsrat des ZDF widmet sich ebenfalls den Entsprechenserklärungen zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex und befasst sich zudem über die Kontrolle der Investitionsvorhaben des ZDF mit der Berücksichtigung der Nachhaltigkeit im Unternehmen. Beispielsweise wurden Entscheidungen für den Bezug von Ökostrom oder die Maßgabe Neubauvorhaben nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen zu gestalten von diesem Gremium unterstützt und mitgetragen.

Dialog in Medienbranche und Kreativwirtschaft: Produzententage
Die ZDF-Senderfamilie versteht sich als Partner der Produzentinnen und Produzenten sowie der Kreativen. Das ZDF ist im deutschen TV-Produktionsmarkt der größte Einzelauftraggeber. Es steht mit annähernd 1.000 produzierenden und lizenzgebenden Unternehmen in Geschäftsbeziehungen und pflegt hier einen intensiven und konstruktiven Dialog. Im Oktober 2025 fand in Berlin der jährlich stattfindende Tag der Produzentinnen und Produzenten statt. Ziel ist stets, den Produzentinnen und Produzenten und insbesondere auch solchen, die nicht in einem regelmäßigen Vertragsverhältnis mit dem ZDF stehen, einen direkten Zugang zu den Programmentscheiderinnen und -entscheidern des Hauses zu ermöglichen, sie in Vorträgen und Workshops über Programmziele und -entwicklungen zu informieren und in einen Austausch zu kommen.

2022 startete das ZDF im Rahmen des ZDF-Produzententages eine Befragung der Kreativwirtschaft, u. a. zu Aspekten der Zusammenarbeit und der Wahrnehmung des ZDF. Obgleich es viele positive Rückmeldungen gab (70 Prozent der Produzentinnen und Produzenten sind zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit mit dem ZDF), gibt es durchaus auch Aspekte, die kritisch gesehen werden (z. B. Transparenz und Entscheidungsprozesse). Hierzu hat das ZDF Maßnahmen erarbeitet und bereits umgesetzt, darunter beispielsweise der Ausbau des ZDF-Produzentenportals, die Entwicklungs- und Herstellungszeitstrahle, die Steigerung der Transparenz in der digitalen Unternehmenspräsenz oder die Vereinfachung und Beschleunigung administrativer Prozesse. Ein eigener Bereich auf den Unternehmensseiten des ZDF unterstreicht die Bedeutung des Dialogs mit Produzentinnen und Produzenten. Dort finden sich Informationen zu Ansprechpartnern und Compliance, zahlreiche Vereinbarungen und Erklärungen zum Download sowie Hinweise zu Leitlinien und aktuellen Ausschreibungen.

Dialog mit der Branche: Internationale Allianzen und Mitgliedschaften
Das ZDF agiert in einer zunehmend globalisierten Welt und treibt grenzüberschreitende Vernetzungen voran, sei es bei der Koproduktion in der Fiktion, beim grenzüberschreitendem Nachrichtenaustausch, bei internationalen Dialogforen und Partnerschaften oder der Vertretung seiner Interessen im europäischen Ausland.

Seit seinem Sendestart im Jahr 1963 ist das ZDF aktives Mitglied in der Europäischen Rundfunkunion (EBU), dem weltweit führenden Zusammenschluss öffentlich-rechtlicher Medien mit 113 Mitgliedsorganisationen in 56 Ländern und weiteren 29 assoziierten Mitgliedern auf den anderen Kontinenten. Das ZDF ist in den Gremien und zahlreichen Arbeitsgruppen der EBU vertreten und engagiert sich dort für einen nachhaltigen Austausch zwischen den öffentlich rechtlichen Sendern in Europa.

Außerdem ist das ZDF assoziiertes Mitglied der Asiatisch-Pazifischen Rundfunkunion (ABU) mit seinen 225 Mitgliedsorganisationen in 66 Ländern. Der Mainzer Sender engagiert sich auch in der globalen Allianz der öffentlich-rechtlichen Medienorganisationen, der Public Media Alliance (PMA), mit mehr als 50 Mitgliedern auf sechs Kontinenten sowie im weltweiten Netzwerk Global Task Force for Public Media (GTF), dessen aktuell acht Mitglieder sich mit einer gemeinsamen und vernehmbaren Stimme zu Themen und Herausforderungen öffentlich-rechtlicher Medien zu Wort zu melden.

Das ZDF beteiligt sich darüber hinaus über seine Festivalkommission an 182 Festivals, sei es mit einem Beitrag im Festivalprogramm, mit einer Nominierung oder mit einem Preis, die meisten von ihnen mit internationalem Charakter. Preise wie die International Emmy Awards, der Prix Europa, Prix Italia oder der Deutsch-Französische Journalistenpreis tragen hier zur grenzüberschreitenden Vernetzung der Medienschaffenden bei.

Zudem ist das ZDF Mitglied des Gemeinschaftswerks Nachhaltigkeit, das initiiert von Bund und Ländern und koordiniert vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) die gesellschaftlichen Kräfte für das Thema Nachhaltigkeit auf einer Plattform bündelt. Diese Plattform ermöglicht den Austausch mit zahlreichen Akteuren und Anspruchsgruppen.

In der weiterentwickelten Strategie "Ein ZDF für alle" 2028 wurde zudem das Themenfeld "Partnerschaften stärken" ausdrücklich erweitert. Der Kreis künftiger Partner soll gezielt ergänzt werden, wobei sich das ZDF nicht auf öffentlich-rechtliche Partner beschränken, sondern mit vielen zusammenarbeiten wird, die dem Qualitätsjournalismus und dem gesellschaftlichen Diskurs verpflichtet sind. Dadurch eröffnen sich auch neue Dialog-, Austausch- und Kooperationsfelder mit zivilgesellschaftlichen und wissenschaftlichen Institutionen.

Dialog mit dem Publikum: Public Value Management
Das ZDF verstärkt kontinuierlich seinen Austausch mit dem Publikum. So wurde im Jahr 2022 das Public Value Management (PVM) eingeführt, das darauf abzielt, die gesellschaftliche Verantwortung des ZDF aktiv auszubauen und den Austausch mit Zuschauerinnen und Zuschauern zu fördern. Damit baut das ZDF Brücken zwischen Programm, Publikum und Gesellschaft, indem es den Fokus auf Bildung, Forschung, Kooperationen und eine dialogorientierte Zusammenarbeit legt. Insgesamt umfasst das PVM des ZDF vielfältige Projekte. Dazu gehören der Dialog mit Schülerinnen und Schülern im Rahmen von "ZDF goes Schule", die Beauftragung von Studien zur Vertiefung des Austauschs mit der Branche sowie Initiativen zur Stärkung des Dialogs mit den Mitarbeitenden des ZDF.

Im Oktober 2024 startete mit "ZDF goes Schule" (ZgS) das erste Projekt des PVM. Unter der entsprechenden Webseite bündelt das ZDF sein Angebot dazu. Ein Schwerpunkt liegt auf digitalen Medieninhalten und reicht von der politischen Bildung über Medienkompetenz bis hin zu Geschichtswissen. Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler finden dort kuratierte Inhalte aus der gesamten ZDF-Markenwelt, ergänzt mit Unterrichtsmaterial, das heruntergeladen werden kann. Die Bildungsinitiative stärkt den direkten Austausch mit Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften und fördert so das Demokratieverständnis sowie die Dialogkompetenz, die beide zentrale Werte des ZDF-Staatsvertrags sind (siehe auch DNK-Kriterium 18 "Gemeinwesen"). Im Rahmen von "ZDF goes Schule" wurden Kooperationen und Projekte mit gemeinwohlorientierten gesellschaftlichen Institutionen initiiert, unter anderem beispielsweise mit dem Verein "Journalismus macht Schule" und den mit Stiftungsmitteln geförderten "Lie Detectors". Auch mit der Robert Bosch Stiftung, dem Bundesverband Bürgerschaftliches Engagement, der Stiftung Lesen oder der breit aufgestellten Initiative "Use the News" der dpa finden regelmäßig Austausche über mögliche gemeinsame Projekte statt. Eine zentrale Grundlage für "ZDF goes Schule" war die repräsentative Bildungsstudie des ZDF, die den Beitrag des Senders zur Bildung aus Sicht der Bevölkerung dokumentiert und aufzeigt, welche Bedeutung und Bekanntheit die einzelnen ZDF Bildungsangebote besitzen. Die Studie ist auf der ZDF-Webseite abrufbar.

Darüber hinaus setzte das ZDF eine zweistufige empirische Studie zur Bedeutung des Senders für die Kreativwirtschaft um. Der erste, qualitative Untersuchungsschritt diente dazu, die Vielfalt der Bedürfnisse und Perspektiven innerhalb der Kreativbranche systematisch zu erfassen. Es folgte ein quantitativer Fragebogen, der in der Brache präsentiert und diskutiert wurde.

Basierend auf den Erkenntnissen wurde der Dialog zur Branche intensiviert, Vertrauen geschaffen und die Zusammenarbeit verbessert. Im Jahr 2025 lag der Schwerpunkt auf der ersten gemeinsamen Studie von ARD, DLR und ZDF zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und was der ÖRR dazu beitragen kann. Die Studie wurde in Kooperation mit der Deutschen Nationalbibliothek und dem Bundesnetzwerk bürgerschaftliches Engagement im September 2025 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Dialog mit den Rezipienten: ZDFmitreden
Das ZDF verstärkt den Dialog mit seinen Zuschauerinnen und Zuschauern zunehmend über seine stark wachsende Online-Community ZDFmitreden, die seit ihrem Start im Jahr 2023 stark gewachsen ist. Sie zählt mittlerweile über 70.000 Personen (Stand Januar 2026). Die Community ist grundsätzlich für alle Menschen ab 16 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland geöffnet und ermöglicht dem ZDF eine zeitgemäße Kommunikation mit dem Publikum. Die Menschen in der Community werden in der Regel einmal pro Woche via E-Mail zu Umfragen des ZDF eingeladen und können über diesen Weg ihre Meinung zu Medien im Allgemeinen, zum ZDF im Speziellen und Themen, die Deutschland aktuell bewegen äußern. Um sicherzustellen, dass diese Stimmungsbilder die Meinung der verschiedenen Anspruchsgruppen in der Bevölkerung möglichst gut abbilden, wurde mittlerweile mit wissenschaftlicher Unterstützung ein Gewichtungsverfahren anhand soziodemografischer Merkmale eingeführt. Das bedeutet, die Verteilung unterschiedlicher Gruppen (z. B. Altersgruppen, Geschlechtergruppen) innerhalb der Befragungen werden mit deren Verteilung in der Gesamtbevölkerung verglichen. Ist eine Gruppe in der Befragung übermäßig vertreten, fließen die Antworten der Personen in dieser Gruppe mit einem geringeren Gewicht in das Gesamtergebnis ein. Gleichzeitig werden Personen in zu wenig vertretenen Gruppen stärker gewichtet.

Dein ZDF
:ZDFmitreden

Mitreden statt nur zusehen! Deine Meinung zählt.
Eine junge Frau sitzt im Schneidersitz auf der Couch. Sie schaut lächelnd ins Handy und hat ein offenes Laptop im Schoß.

Seit Gründung von ZDFmitreden wurden bereits über 100 reguläre Befragungen (Stand Januar 2026) durchgeführt. Bei den Themen der Befragungen spielen wiederholt auch unterschiedliche Aspekte der Nachhaltigkeit eine Rolle. Um das ZDF-Angebot allen gesellschaftlichen Gruppen bestmöglich zugänglich zu machen, wurden bei ZDFmitreden bereits mehrfach Befragungen zum Thema Barrierefreiheit durchgeführt. Dabei ging es unter anderem um die Bekanntheit und Nutzung unterschiedlicher Funktionen des ZDF-Streaming-Portals sowie um Nutzungsgewohnheiten von Screenreadern. Die Befragungen liefern wichtige Informationen darüber, welche barrierefreien Funktionen genutzt werden und welche künftig auszubauen sind. Auch der nachhaltige Umgang mit Ressourcen war bei ZDFmitreden wiederholt Thema. So wurde in einer Umfrage im Frühjahr 2025 nach der Bekanntheit der Option "Reduzierter Stromverbrauch" bei der Nutzung des ZDF-Streaming-Portals gefragt. Dies führte nicht nur zu einer erhöhten Aufmerksamkeit bei den Nutzern, sondern lieferte auch wertvolle Tipps und Erkenntnisse für weitere diesbezügliche Kommunikationsmaßnahmen. Andere Umfragen konzentrieren sich stärker auf die Berichterstattung des ZDF zu ausgewählten Themen rund um Umwelt- und Klimaschutz. Hier helfen die Ergebnisse dabei, den Informationsbedarf besser auf die Bedürfnisse der Zuschauer anzupassen.

Um den Anspruchsgruppen noch stärker Gehör zu verschaffen, wurden das Portfolio an Befragungen und der Einsatz ihrer Ergebnisse seit dem letzten Berichtszeitraum erweitert. Zusätzlich zu klassischen Befragungen, deren Ergebnisse die ZDF-Redaktionen bei der Weiterentwicklung oder inhaltlichen Ausgestaltung ihrer Formate berücksichtigen, wird die ZDFmitreden-Community auch zunehmend auf dem Screen abgebildet. So wurde die Community bereits mehrfach im Vorfeld zu Sendungen gefragt, welche Fragen sie zu einem speziellen Thema oder an einen speziellen Gast hat. Im Rahmen des "spezials" anlässlich des feierlichen Gelöbnisses der Bundeswehr am 12. November 2025 fragte Shakuntala Banerjee im Talk mit Militärhistoriker Sönke Neitzel und Hauptstadtkorrespondentin Christiane Hübscher nach Antworten zu den Fragen der Community bezüglich des 70-jährigen Bestehens der Bundeswehr. Stimmungsbilder aus der Community zu gesellschaftlichen Themen werden ebenfalls vermehrt im Programm aufgegriffen. Regelmäßig diskutieren im "moma duell" zwei Gäste zu einer aktuellen gesellschaftlichen Fragestellung. Im Vorfeld zur Sendung stellt das ZDF die zur Debatte stehende Frage zusätzlich an die Community, sodass die Moderatorinnen und Moderatoren der Sendung die Gäste während der Diskussion auch mit dem Abstimmungsergebnis der Community konfrontieren können. Im ZDF-Mittagsmagazin findet darüber hinaus alle 14 Tage ein "ZDFmitreden live" statt, eine Befragung zu einem Thema der laufenden Sendung. Die Zuschauenden können hier über einen am Bildschirm eingeblendeten QR-Code eine kurze Frage beantworten. Das Abstimmungsergebnis wird noch am Ende der Sendung durch die Moderation kommuniziert. Für das 2024 veröffentliche Doku-Talk-Format "Kinder der Einheit", wurde die Community im Vorfeld zu ihrer Sicht auf den heutigen Osten und Westen des Landes befragt. Im Format wurde die Sicht der Community zu bestimmten Lebensthemen mit den entsprechenden Fakten verglichen und aufgezeigt, wo Image und Realität ggf. auseinanderfallen. Aber nicht nur mit ihren Meinungen und Fragen, sondern auch mit ihrem Gesicht ist die Community wiederholt auf dem Screen vertreten. So bestand beispielsweise das Studio-Publilkum bei der "Langen Nacht der US-Wahl 24" am 05./06. November 2024 aus ausgelosten Mitgliedern der Community. Im Format "Wie geht’s, Deutschland?" waren bereits mehrfach Panelmitglieder über eine Video-Wall von zuhause in das Studio geschaltet, um dort live ihre Geschichte zu erzählen und mit den anwesenden Politikern zu diskutieren.

Zu einer gezielten ZDF-internen Reflexion der Strategie "Ein ZDF für alle" hat eine ZDFmitreden-Umfrage aus dem Jahr 2025 beigetragen. Den Mitgliedern der Community wurden in einer Befragung das angesprochene Gesamtziel sowie fünf damit verbundene Teil-Ziele vorgestellt. Danach wurde die Community jeweils gefragt, welche Bedeutung sie dem jeweiligen Ziel zur bestmöglichen Erfüllung des im Medienstaatsvertrags festgehaltenen Auftrags beimisst. Zusätzlich konnten die Befragten damit verbundene Gedanken frei formulieren.

Dialog mit den Rezipienten: Persönlich und vor Ort
Das ZDF verstärkt den Dialog mit seinen Zuschauerinnen und Zuschauern auch persönlich, direkt und vor Ort. So kamen im Jahr 2025 bei Führungen in Mainz und Berlin insgesamt 47.708 interessierte Menschen dem ZDF in Kontakt und ins Gespräch. Das war eine Steigerung von 22,6 Prozent im Vergleich zum letzten Berichtsjahr 2023.

Dialog mit den Rezipienten: Direkte Zuschauerkommunikation
Im Jahr 2025 bearbeitete der Zuschauerservice der ZDF Service GmbH 360.658 schriftliche und 23.701 telefonische Zuschaueranfragen. In der B2B-Kommunikation wurden 172.763 Zuschriften bearbeitet. Das Community Management verzeichnete 1.194.962 Kommentare. Bei den Zuschauerkontakten gab es folgende Schwerpunkte: Streaming-Portal (ca. 13.000 Anfragen), Bundestagswahl (über 12.000), Berichterstattung Attentat Charlie Kirk (über 5.000), SD-Abschaltung November 2025 (über 5.000).

Dialog mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
Das Nachhaltigkeitsreporting des ZDF steht nicht nur im stetigen Austausch mit externen Anspruchsgruppen, wie etwa mit dem von der Bundesregierung eingesetzten Rat für nachhaltige Entwicklung oder Vertreterinnen und Vertretern des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK). Gerade auch mit Mitarbeitenden wird ein produktiver Dialog mittels unterschiedlicher Formate geführt. So findet ein regelmäßiger Austausch über das direktionsübergreifende und interdisziplinäre Nachhaltigkeitsteam des ZDF statt, dessen Mitglieder ihrerseits in ihren Bereichen zum einen informieren und berichten, zum anderen Anregungen aufnehmen und Informationen sammeln. Mit einer internen Nachhaltigkeitsplattform ist das Nachhaltigkeitsreporting im Intranet präsent. Auch dient das Team als direkter Ansprechpartner für individuelle Anliegen und Vorschläge der Mitarbeitenden. Über die Mitarbeiterzeitschrift "Kontakt" werden nachhaltigkeitsrelevante Informationen und Hintergrundwissen vermittelt.

Ergänzend dazu tragen auch die für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig stattfindenden Townhall Events wie die "OpenZDF" sowie die direktionseigenen Kommunikationsformate zu einem offenen Austausch im Unternehmen bei. Sie geben etwa Einblicke in aktuelle Entwicklungen im Unternehmen, medienpolitische Fragestellungen und laufende Projekte und bieten Mitarbeitenden zugleich die Möglichkeit, Fragen zu stellen und in einen direkten Dialog zu treten. Seit 2024 erweitert zudem der "Summer Summit" die internen Austauschformate. Verschiedene Teams aus dem Haus präsentieren dort Projekte und Themen aus dem Strategieprozess "Ein ZDF für alle", verbunden mit vielfältigen Gelegenheiten zum Mitmachen, Ausprobieren und Vernetzen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44:
Wichtige Themen und hervorgebrachte Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Über wichtige Themen und Anliegen im Berichtszeitraum wird auf den Unternehmensseiten des ZDF berichtet. Im Bereich der Informationen über das Unternehmen finden sich hier umfassende Inhalte zu relevanten Themen des Jahres, Jahresabschlüsse und Haushaltspläne, detaillierte Dokumentationen zu Rechtsgrundlagen, Zuschauerresonanz, Gremien und Nachhaltigkeit sowie Programmchroniken im Jahrbuch des ZDF. Interessierte Anspruchsgruppen können sich darüber hinaus detailliert über die Bereiche Programmprofile und Programmkosten, über die Grundsätze einer fairen Zusammenarbeit mit Produktionsunternehmen und Partnern aus der Kreativwirtschaft, über die Beschwerdestelle, das Transparenzabkommen sowie über Compliance-Regeln, über Programmstatistiken, über Leitlinien, Ausschreibungen und über ihre Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner im ZDF informieren.

DNK-Kriterium 10

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Innovations- und Produktmanagement

Auswirkungen der wesentlichen Produkte in Erstellung und Nutzung

Inside Out: Corporate Footprint und Corporate Handprint
Welche Auswirkungen die wesentlichen Produkte (die Medieninhalte des ZDF) sowohl in der Erstellung (kreative, redaktionelle und produktionelle Wertschöpfung des ZDF) als auch in der Nutzung (Rezeption der Inhalte) auf soziale und ökologische Aspekte der Nachhaltigkeit haben und wie diese Auswirkungen ermittelt werden, wird im Rahmen dieses Berichts auch in den DNK-Kriterien 1 "Strategie" und 4 "Tiefe der Wertschöpfungskette" beschrieben. Vor allem aber wird in DNK-Kriterium 2 "Wesentlichkeit" ausführlich auf das Prinzip der doppelten Wesentlichkeit mit seiner Inside-Out- und seiner Outside-In-Perspektive eingegangen. Die Auswirkungen der wesentlichen Produkte in Erstellung und Nutzung lassen sich dabei nachvollziehbar im Rahmen der Konzepte des "Corporate Footprint" und des "Corporate Handprint" zusammenfassen.

Beim Corporate Footprint, der erfasst, welche negativen Auswirkungen ein Unternehmen auf Umwelt und Gesellschaft hat, werden in der Regel der Corporate Carbon Footprint, also die ökologische Dimension in den Blick genommen und dazu neben den direkten und indirekten Emissionen (Scope 1, 2 und 3) auch der Verbrauch natürlicher Ressourcen, das Abfallaufkommen und andere umweltbelastende Aktivitäten analysiert. Das ZDF sieht sich zu einer umwelt- und ressourcenschonenden Herstellung seiner vielfältigen Inhalte verpflichtet. Öffentlich wird dieser Anspruch in der Selbstverpflichtungserklärung des ZDF, mit der es sich ab dem 1. Januar 2022 bis 2026 zur Einhaltung der Ökologischen Standards bei über 50 Prozent der fiktionalen Produktionen verpflichtet hat. Dieses Ziel beim Thema "Green Production" wurde bis 2026 jährlich erreicht. Die nachhaltige Wertschöpfung in der Kreativwirtschaft unterstützt das ZDF als Gründungsmitglied der Initiative "Arbeitskreis Green Shooting", aus der heraus auch die Ökologischen Standards für die deutsche Medienbranche entwickelt wurden.

Beim Corporate Handprint geht es um Purpose und Impact. Der Zweck (Purpose) eines öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders ist es, einen Beitrag zum Gemeinwohl und zur Stärkung einer demokratischen Gesellschaft zu leisten, der Impact beschreibt die tatsächliche Wirkung und die Auswirkungen, die der Sender auf die Gesellschaft und die Rezipienten hat. Studien zeigen beispielsweise, dass in Ländern mit einem starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk die Bürger mehr Vertrauen in Teilhabe am politischen System haben und die Qualität der Wahlberichterstattung besser wahrgenommen wird (Ergebnisse der EBU-Studie Public Service Media and Democracy. Öffentlich-rechtlicher Rundfunk und demokratische Qualität in Europa, Media Perspektiven 5/2022).

Das ZDF als Infrastruktur des gesellschaftlichen Zusammenhalts In einer Zeit, die von zunehmender gesellschaftlicher Fragmentierung, globalen Krisen und der Verbreitung von Desinformation geprägt ist, fungiert das ZDF als wesentliche Infrastruktur des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Die im Jahr 2025 veröffentlichte Studie "Was die Gesellschaft zusammenhält und was öffentlich-rechtliche Medien dazu beitragen", die von ARD, ZDF und Deutschlandradio unter wissenschaftlicher Begleitung des Leibniz-Instituts für Medienforschung und des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt durchgeführt wurde, belegt eindrucksvoll den gesellschaftlichen Wert und Nutzen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Die Studie verdeutlicht eine weitverbreitete Verunsicherung: 76 Prozent der Menschen in Deutschland sehen den gesellschaftlichen Zusammenhalt als gefährdet an, und nur 33 Prozent sind mit dem aktuellen Zustand der Demokratie zufrieden. In diesem Umfeld nehmen öffentlich-rechtliche Medien eine Schlüsselrolle ein. 53 Prozent der Bevölkerung schreiben ihnen einen hohen Beitrag zum Zusammenhalt zu, womit sie den ersten Platz unter allen Medienangeboten belegen. Besonders bemerkenswert ist die hohe Wertschätzung bei den 14- bis 24-Jährigen: 66 Prozent von ihnen schätzen den Beitrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks als (sehr) hoch ein. Der Nutzen des ZDF für die Gesellschaft lässt sich laut der Studie in drei zentrale Wirkungsdimensionen unterteilen:

  • Synchronisierung für geteiltes Wissen: Das ZDF lenkt die Aufmerksamkeit der Menschen auf relevante Themen und Großereignisse. In einer Welt der "Fake News" bietet das ZDF eine verlässliche Wissensbasis, die es den Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, sich auf Grundlage geprüfter Fakten eine eigene Meinung zu bilden. 64 Prozent der Befragten bestätigen, dass öffentlich-rechtliche Medien Hintergründe erklären, um aktuelle Entwicklungen besser einordnen zu können.
  • Repräsentation gesellschaftlicher Vielfalt: Das ZDF bildet unterschiedliche Lebensentwürfe und Positionen ab, sodass sich Menschen in ihrer Vielfalt gesehen fühlen. Dies umfasst insbesondere auch die Teilhabe durch barrierefreie Angebote, deren Bedeutung von 66 Prozent der Bevölkerung anerkannt wird. Indem das ZDF vielfältige Geschichten über Menschen in Deutschland und Europa erzählt, fördert es das Verständnis füreinander und wirkt Ausgrenzung entgegen.
  • Dialog und Verständigung: Das ZDF stellt Kommunikationsräume bereit, in denen unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen miteinander ins Gespräch kommen. 63 Prozent der Menschen sehen diesen Auftrag in den Talk- und Gesprächssendungen des ZDF als erfüllt an. Damit leistet das ZDF einen aktiven Beitrag zur Überwindung gesellschaftlicher Gräben.

Ein entscheidendes Ergebnis der Studie ist, dass der gesellschaftliche Nutzen untrennbar mit der Akzeptanz in der Breite der Bevölkerung verbunden ist. Das ZDF erreicht mit seinen Angeboten die Mehrheit der Menschen in Deutschland. Dabei ist die Kombination aus Information und Unterhaltung essenziell: 45 Prozent der Deutschen würden das Angebot vermutlich nicht mehr nutzen, wenn auf Unterhaltungsformate wie Filme oder Serien verzichtet würde. Unterhaltung dient somit als "Brücke" zur Information und bindet auch diejenigen an den gesellschaftlichen Diskurs, die sich sonst eher distanzieren würden. Das ZDF ist somit mehr als ein Medienanbieter, nämlich ein Stabilitätsanker für die Demokratie. Indem das ZDF seinen gesetzlichen Auftrag zur Förderung des Zusammenhalts konsequent umsetzt, stärkt es die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft gegenüber Polarisierung und sichert die Grundlage für eine funktionierende demokratische Öffentlichkeit.

Nachhaltigeres Streaming

Nachhaltige Weiterentwicklung des ZDF-Streaming-Portals
In Deutschland werden im Jahr 2025 pro Monat im Durchschnitt 90 Prozent (70,886 Mio. Menschen) der Bevölkerung ab 3 Jahren über das Medium Fernsehen erreicht. Als Marktführer mit einem Marktanteil von 14,9 Prozent erreicht das ZDF mit seinem vielfältigen TV- und Streaming-Angebot monatlich 64,678 Mio. Menschen, was 82 Prozent der Bevölkerung entspricht. Gleichzeitig wachsen die digitalen Reichweiten weiter: Die Streaming-Angebote von ARD und ZDF erreichen jeweils 61 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren in Deutschland. Dabei gewinnt das ZDF-Streaming-Portal gegenüber dem Vorjahr neun Prozentpunkte hinzu und liegt damit auf Augenhöhe mit den führenden Plattformen. 2025 wurde das neue ZDF-Streaming-Portal gelauncht, das die ZDFmediathek ablöst. Hierfür wurde das technische Setup komplett überarbeitet und dabei möglichst effizient gestaltet. Das Entfernen von veraltetem Code sowie die Verschlankung der technologischen Architektur reduzieren den Stromverbrauch des Online-Auftritts des ZDF. Die optimierte User Experience (UX), die intuitive Bedienbarkeit sowie die Implementierung von Barrierefreiheits-Features zahlen auf die soziale Nachhaltigkeit des neuen ZDF-Streaming-Portals ein.

Basierend auf den Ergebnissen eines Audits des Online-Angebots sowie neuesten technischen Entwicklungen soll das ZDF-Streaming-Portal in Zukunft weiter optimiert werden, um Streaming auf ZDF möglichst nachhaltig zu gestalten. Vor allem im Bereich der stromintensivsten "BigScreens" werden bei der Weiterentwicklung – unter Berücksichtigung der bestmöglichen User Experience – Features so gestaltet, dass sie den Stromverbrauch nicht unnötig in die Höhe treiben. Die UX wird kontinuierlich weiterentwickelt und optimiert, um noch mehr Orientierung im Streaming zu geben. Zudem werden Barrierefreiheits-Features verbessert und erweitert. In naher Zukunft erfolgt die Umstellung auf ein moderneres und weniger daten- und stromintensives Vorschaubildformat. Zudem ist die Einführung eines neuen, stromeffizienteren Video-Formats in Arbeit.

Nachhaltige Innovation im ZDF-Streaming-Portal
Mit dem neuen ZDF-Streaming-Portal kommen auch neue Algorithmen zur Empfehlung von Inhalten zum Einsatz, bei denen auf einen möglichst geringen Stromverbrauch geachtet wird:

  • Personalisierte Empfehlungen werden nicht individuell berechnet, sondern basierend auf Nutzersegmenten erstellt, um den Rechenaufwand gering zu halten.
  • Algorithmen werden ressourcenschonend weiterentwickelt, indem ungenutzter Code entfernt und auf eine nachhaltige technische Architektur gesetzt wird.
  • Datensätze bleiben so klein wie möglich, ohne die Qualität zu beeinträchtigen.
  • Cloud-Ressourcen werden bedarfsgerecht skaliert, um den Stromverbrauch möglichst gering zu halten.

Um Abläufe und Tätigkeiten im ZDF möglichst effizient zu gestalten, kommt, wo sinnvoll, KI zum Einsatz. Das ZDF erklärt den Einsatz und die Funktionsweise von KI im Rahmen des ZDF-Streaming-Portals auf einer eigenen Webseite. Im Sinne der sozialen Nachhaltigkeit schafft das ZDF damit Transparenz und stellt seinen Code Open Source zur Verfügung.

Entwicklung für ein nachhaltigeres Streaming-Erlebnis
Die Nutzung von ZDF-Inhalten über verschiedene Empfangsgeräte (lineares TV, SmartTV, Smartphone, Web, etc.) ist aufgrund des damit verbundenen Energiebedarfs vor allem für die Scope-3-Emissionen in der GHG-Systematik (Greenhouse Gas Protocol) relevant (Scope 3.11: "Nutzung verkaufter Güter"). Diese lassen sich durch das ZDF selbst nicht unmittelbar steuern, sind aber in einem gewissen Rahmen gestaltbar. Die aktuelle Daten- und Studienlage zeigt, dass vor allem die Größe des Empfangsgeräts sowie die eingestellte Helligkeit Auswirkungen auf den Energieverbrauch beim Konsumieren von Videos haben. Die größten Einsparpotenziale liegen in der Nutzung des TV-eigenen ECO-Modus.

Um die Aussicht auf Erfolg eines entsprechenden Informations-Angebots abschätzen zu können, wurden in einer umfassenden ZDFmitreden-Umfrage, an der über 24.000 Personen in Deutschland teilgenommen haben, die Erwartungshaltung und Handlungsbereitschaft bezüglich nachhaltigerem Streaming erhoben. Details der Umfrage sind hier zu finden. Die zentralen Ergebnisse dieser (nicht repräsentativen) Umfrage sind:

  • 57 Prozent der Befragten halten die Einstellungsmöglichkeit "reduzierter Stromverbrauch" im ZDF-Streaming-Portal für sinnvoll.
  • 55 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Hinweise vom ZDF, um Streaming energiesparender zu gestalten.
  • 77 Prozent der Befragten wünschen sich, dass das ZDF insgesamt möglichst energiesparend arbeitet.

Basierend auf den Ergebnissen und auf ersten Erkenntnissen des Green-Streaming-Projekts (green-streaming.de), an dem das ZDF als Projektpartner beteiligt ist, wurden und werden einige Anpassungen im ZDF-Streaming-Portal und an der Nutzerkommunikation vorgenommen:

  • Das ZDF hat im Streaming-Portal Einstellungsoptionen mit Einfluss auf den Stromverbrauch des Endgeräts geschaffen und entsprechend markiert.
  • Zusätzlich wird auf TV-Geräten im Player und in den Einstellungen das Streaming im ECO-Modus empfohlen.

Aufgrund der großen Varianz der möglichen Empfangsgeräte ist eine Messung oder Abschätzung der Gesamtemissionen der ZDF-Streaming-Portal-Nutzung komplex. Eine bessere Datengrundlage, die eine solche Hochrechnung ermöglichen kann, ist nach Abschluss des Green-Streaming-Projekts zu erwarten.

Förderung der Nachhaltigkeitsleistung durch Innovationsprozesse

Innovationen und Wertschöpfung durch Corporate Digital Responsibility
Digitale Technologien wirken sich auf allen Ebenen der medialen Wertschöpfungskette aus. In der Beschaffung und den Lieferketten, in redaktionellen und kreativen Prozessen oder in Produktion, Distribution und Rezeption erzeugen digitale Innovationen auch neue Herausforderungen, aus denen sich spezifische Handlungsfelder ableiten lassen. Diese Handlungsfelder beziehen sich etwa auf grundlegende Aspekte des Managements (Digital Ethics & Compliance, Digital Governance, Digital Accountability, Digital Strategy), auf die Verantwortung für die Beschäftigten im Kontext digitaler Arbeit (Datenschutz, Diskriminierungsfreiheit, Arbeitsbedingungen, Qualifizierung), auf die ökologische Verantwortung einer digitalisierten Leistungserstellung (Nutzung digitaler Dienste und Infrastruktur) sowie auf die Verantwortung in der Lieferkette (digitales Lieferkettenmanagement) und die digitale Produktverantwortung (Datenschutz, Datensicherheit, Diskriminierungsfreiheit) (vgl. Lautermann, Ch., Frick, V.: Corporate Digital Responsibility. Wie Unternehmen im digitalen Wandel Verantwortung übernehmen. Schriftenreihe des IÖW 227/23. Berlin, Februar 2023). Gerade mit Blick die auf gesellschaftlichen Implikationen der Digitalisierung und die zentrale Rolle, die dabei die Medien spielen, kommt dem Thema gesellschaftlicher Digitalverantwortung (Corporate Digital Citizenship) eine besondere Bedeutung zu. Hervorzuheben sind hier etwa die Rolle von Algorithmen, der Einsatz Künstlicher Intelligenz, die Phänomene "Fake News" und Filterblasen, die Möglichkeiten einer digitale Teilhabe oder die Gefahren digitaler Machtkonzentration.

Innovationsprozesse entlang der Wertschöpfungskette spielen sich im ZDF in zahlreichen Dimensionen ab. Neben den branchenbezogenen Besonderheiten unterliegt die Wertschöpfungskette bei der Erstellung medialer Inhalte einer zunehmend intensiven Digitalisierung aller Wertschöpfungsstufen (siehe auch Kriterium 4 "Tiefe der Wertschöpfungskette"). Darüber hinaus ist ein aktuell besonders relevantes Thema der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Denn KI-Technologien werden in der Medienbranche in verschiedenen Wertschöpfungsstufen eingesetzt: von der automatisierten Recherche über produktionsunterstützende Tools bis hin zur personalisierten Distribution.

Das ZDF geht die Herausforderungen der Digitalisierung, der KI und seiner Unternehmensverantwortung in der digitalen Gesellschaft auf allen Ebenen seiner Wertschöpfung an. Das reicht von der Teilnahme an branchenspezifischen, internationalen Initiativen bis zu konkreten, ebenfalls in internationaler Partnerschaft entwickelten Projekten für einen konstruktiveren Diskurs im Netz (vgl. dazu DNK-Kriterium 9 "Beteiligung von Anspruchsgruppen"). So ist das ZDF Mitglied der Digital Production Partnership (DPP), einer internationalen Initiative, die Medienunternehmen (Produzenten, Sender) dabei unterstützt, die technologischen und ökonomischen Potenziale digitaler Medien- und Fernsehproduktion optimal zu nutzen. Darüber hinaus ist das ZDF mit dem Public Spaces Incubator (PSI) Teil einer innovativen Partnerschaft, die die Rolle öffentlich-rechtlicher Medien als Plattformen, Impulsgeber und Moderatoren des öffentlichen Diskurses stärkt.

Der Public Spaces Incubator: digitale Räume für faire Online-Kommunikation

Was ist PSI?
Das ZDF entwickelt in einem Forschungsprojekt gemeinsam mit öffentlich-rechtlichen Partnern innovative Lösungen, um Webseiten, Apps und andere digitale Plattformen der Sender besser für den öffentlichen Dialog nutzbar zu machen. Durch die Förderung offener und vielfältiger Online-Gespräche möchten das ZDF und seine Partner eine Schlüsselrolle dabei übernehmen, konstruktive öffentliche Debatten anzuregen – eine grundlegende Voraussetzung für eine lebendige Demokratie. Das internationale Forschungsprojekt "Public Spaces Incubator" (PSI) wurde 2023 in Partnerschaft mit CBC/Radio Canada, RTBF (Belgien) und SRG SSR (Schweiz) sowie in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Organisation "New_Public" ins Leben gerufen. Seit Oktober 2024 ist das Projekt um die ARD und ABC (Australien), Anfang 2026 auch um ARTE erweitert worden.

Was macht PSI?
Im Rahmen von PSI werden neue digitale Räume für faire, sichere Online-Kommunikation erschaffen. Diese Räume nennen wir im ZDF die ZDFspaces. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf niedrigschwelliger Beteiligung. Die redaktionelle Moderation der Konversationen schützt Nutzerinnen und Nutzer und setzt dazu unterstützend auch KI-Funktionen ein. In Abgrenzung zu herkömmlichen Interaktionen auf den bestehenden Social-Media-Plattformen und der dort vorherrschenden Kommentarkultur konzentriert sich PSI auf neue Formen des Austauschs.

Bislang wurden über 100 Prototypen entwickelt und getestet. Mehr als 200 Testpersonen – darunter Bürgerinnen und Bürger aus Deutschland, Belgien, Kanada und der Schweiz sowie Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Medienschaffende – haben wertvolles Feedback beigesteuert. Der Fokus lag dabei auf den Erwartungen und Bedürfnissen der Nutzenden im Hinblick auf neue digitale Gesprächsräume.

Die modularen Tools, die im Projekt entwickelt werden, sorgen für Stimmenvielfalt statt Lautstärke, demokratische Kommunikation statt Algorithmus, Beteiligung statt Konsum und sollen eine größere Möglichkeit zur Teilhabe an einem fairen und sicheren öffentlichen Dialog sichern.

Wie funktioniert PSI?
1. Redaktionelle Einbettung: Konversationen finden dort statt, wo Inhalte entstehen – im Rahmen der eigenen journalistischen Inhalte, immer im Kontext, redaktionell begleitet und kuratiert
2. Cross-Content-Funktionalität: Ein Unterhaltungsraum (ein "ZDFspace") wird in verschiedene thematisch zusammenhängende Artikel oder Videos eingebunden. So ermöglichen wir vielseitige Eintrittsorte für unterschiedliche Zielgruppen in denselben ZDFspace.
3. Niedrigschwellige Teilhabe: PSI-Tools ermöglichen Mitreden ohne Hürden: kurze Fragen, klare Interaktionswege, schnelle Beteiligung. Besonders im Blick sind dabei Menschen, die sich in "klassischen" Social-Media-Kommentaren oder Kommentarspalten nicht beteiligen (wollen), etwa wegen der oft toxischen Stimmung.
4. Sicherheit & faire Moderation: Die redaktionelle Moderation mit KI-Unterstützung sorgt für den Schutz der Teilnehmenden und eine konstruktive Gesprächskultur.
5. Vielfalt der Perspektiven: PSI ist darauf ausgelegt, auch die Stimmen derer sichtbar zu machen, die sonst selten kommentieren.
6. Modular & flexibel: Jede Redaktion kann entscheiden, welches Feature, zu welchem Thema und für welche Zielgruppe eingesetzt wird.

Was sind die Features von PSI?
Aktuell gibt es drei Features, die bereits in öffentlichen Piloten erprobt und eingesetzt wurden und auf Basis des entstandenen Feedbacks weiterentwickelt werden, dazu zählen der "Comment Slider", "Representing Perspectives" sowie "Audience Input".

Comment Slider
Der Comment Slider ist ein Skalen-Tool und funktioniert, in dem sich Menschen zwischen zwei Polen positionieren (z. B. "stimme zu/stimme nicht zu") oder auf eine klare Ja/Nein/Unentschlossen-Frage antworten. Anschließend sind sie eingeladen, ihre Position zu begründen – dies ist jedoch optional und nicht verpflichtend. Das Ziel ist, dass User und Userinnen schnell und einfach zeigen können, wo sie in der Debatte stehen. So werden differenzierte Haltungen sichtbar und nuancierte Meinungen mit Graustufen statt reiner Schwarz-Weiß/Pro-Kontra-Debatten möglich. Damit bildet das Feature einen Einstieg in die weitere Diskussion.

Es stellt sich die Frage, warum das nachhaltig und gesellschaftlich relevant ist. Besonders bei Themen, die stark polarisiert an Ideologien (affektive Polarität) diskutiert werden und die somit zu gesellschaftlicher Spaltung beitragen, wird hier die Lagerbildung aufgebrochen und ein Austausch der Argumente jenseits von dogmatischen Grenzen ermöglicht. Das fördert den gesellschaftlichen Austausch am Thema statt z. B. an der Parteigrenze entlang und zeigt auf, dass auch diese Themen neben der schwarz-weiß-Sicht in der Regel eine Menge von Grautönen aufweisen, die relevant für die Diskussion sind. So kann ein besseres Verständnis zwischen Gruppen geschaffen werden, das konstruktive Lösungsansätze ermöglichen kann.

Representing Perspectives
Ein weiteres PSI-Feature, das unterschiedliche Stimmen sichtbar macht ist Representing Perspectives. Nutzerinnen und Nutzer bekommen verschiedene Perspektiven (z. B. demografische Gruppen, beruflicher Hintergrund, Erfahrungsberichte, unterschiedliche Meinungen zum jeweiligen Thema) gezeigt und können angeben, welcher sie am nächsten stehen oder eine eigene hinzufügen. Das Ziel ist, durch Kontext Verständnis für andere Meinungen und Menschen zu schaffen, sichtbar zu machen, wie andere denken und wie ihr jeweiliger Hintergrund zur Meinungsbildung beiträgt. So wird die Vielfalt unserer Gesellschaft bei verschieden Themen besser sichtbar als in einem binären Ja-/Nein-Spektrum und mehrere Positionen werden vertreten, Menschen haben eine größere Chance ihre Lebenswirklichkeit repräsentiert zu sehen. Geeignet ist das Feature vor allem für Themen wie Politik, Gesellschaft, Alltag, persönliche Erfahrungen.

Das Feature ermöglicht in besonderem Maße die Einbindung von Menschen, die aktuell nicht das Gefühl haben, dass ihre Perspektive gehört wird, dass ihre Sicht im öffentlich-rechtlichen Diskurs vorkommt oder die sich sogar "von den Medien zensiert" fühlen. Diese Personen haben so eine Möglichkeit in den öffentlichen und demokratischen Dialog zurückzukehren und dort sichtbar zu werden. Das trägt auch zum gegenseitigen Verständnis zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen bei, zwischen denen es nur noch wenig Austausch gibt, weil kaum noch öffentliche Orte existieren, an denen sie sich begegnen. Es fördert die Wahrnehmung von Lebenswirklichkeiten, mit denen Menschen sonst womöglich nicht in Kontakt kämen und kann so eine Basis für mehr Verständnis sein. Natürlich bedeutet das Aufzeigen von Differenzen unter Umständen auch Konfliktpotenzial, das jedoch über die Moderation auf einer respektvollen und konstruktiven Ebene gehalten wird.

Audience Input
Das Modul ermöglicht es Nutzerinnen und Nutzer, Fragen an eine "Sendung", eine Redaktion oder einzelne Experten oder Expertinnen zu stellen oder Feedback zu einem Inhalt/einer Sendung etc. zu hinterlassen und so in den Austausch mit den Redaktionen zu kommen. Redaktionen können daraus passende Fragen, Feedback oder anderen Input auswählen und diesen in redaktionelle Inhalte und Veröffentlichungen einbeziehen oder mit der Community ins Gespräch gehen, um etwa das Wissen von Expertinnen oder Experten zu liefern. So wird transparent, wie die Community Teil eines Beitrags, Panels, Sendung oder einer Live-Situation wird. Das Ziel ist, echte Interaktion zwischen Redaktion/Expertinnen/Experten und Publikum zu ermöglichen und eine niedrigschwellige Möglichkeit zu schaffen, Fragen zu stellen und einen Beitrag zum Programm zu leisten. So entsteht wahre Sichtbarkeit für die Themen aus der Community. Die Nutzung dieses Features bietet sich besonders bei Q&A-Formaten, Panels, Events oder Schwerpunktwochen an.

Durch den Austausch mit echten Expertinnen und Experten erhalten die Userinnen und User relevante Informationen zu ihren Fragen statt Falschinformationen aus Sozialen Medien oder KI-Halluzinationen. Ihr Input durch das Feature bietet einen echten Mehrwert für Programm und Inhalte und sie erleben Teilhabe, weil sie gehört werden, anstatt Konsumentinnen oder Konsumenten von Inhalten zu sein. Diese kontinuierliche Beteiligung fördert wiederum eine Redaktionskultur, die sich von einem Sender-Empfänger-System zu einem Dialog-System entwickelt, bei dem Redaktion und Community in stetigem Austausch stehen.

Weitere Features in der Entwicklung sind beispielsweise der "Conversation Helper" bei dem es sich um einen automatisierten Moderations-Helfer handeln soll, der direkt in der Unterhaltung die Community dabei unterstützt, einen respektvollen Umgang miteinander zu pflegen, ohne dabei auf einzelne Personen einzugehen. Darüber hinaus soll das Video-Voting-Tool ein interaktives videobasiertes Feature bieten, bei dem die Community sich direkt in einem Video beteiligen und damit interagieren kann.

Welchen Beitrag leistet PSI zur Nachhaltigkeit?
PSI und die daraus entstehenden Projekte und Features fördern den konstruktiven öffentlichen Dialog. So kann das Projekt dazu beitragen, einer gesellschaftlichen Polarisierung entgegenzutreten, die durch die Algorithmen und Aufmerksamkeitsdynamiken kommerzieller Social-Media-Plattformen befeuert wird.

Das wird vor allem dadurch erreicht, dass PSI eine offene und konstruktive Diskussionskultur fördert und solchen Beiträgen eine höhere Priorität gibt. Destruktive und beleidigende Beiträge, die in sozialen Medien und Kommentarspalten dominieren, werden durch die Moderation mit KI-Unterstützung herausgefiltert und dadurch nicht veröffentlicht. Insofern findet die Kommunikation nicht uneingeschränkt statt – denn wer nicht respektvoll mit der Community diskutiert, wird nicht gehört. Das gilt ebenso für bewusste oder unbewusste Desinformation. Tatsachenbehauptungen müssen durch entsprechende gesicherte Quellen belegt werden, Desinformation in den Kommentaren und Beiträgen wird durch die Moderation gefiltert. Da Meinungsbildung bei vielen Menschen durch die Kommentare beeinflusst wird, tragen die ZDFspaces so zu faktenbasierter Meinungsbildung bei.

Zensurvorwürfe sind zu erwarten, sind jedoch unbegründet, denn gleichzeitig bleibt die Meinungsvielfalt auf dem gesamten politischen Spektrum uneingeschränkt. Jede politische Meinung ist erlaubt, solange Beiträge konstruktiv formuliert, respektvoll und sachlich richtig gehalten sind. Auch hier unterscheiden sich die ZDFspaces von kommerziellen Plattformen. So kann eine kontroverse und dennoch konstruktive Diskussion entstehen – rund um öffentlich-rechtliche Inhalte.

Damit fördert das Projekt die Nachhaltigkeit des gesamten öffentlich-rechtlichen Rundfunks und macht ihn zukunftsfähiger. Zum einen unterstützt es einen Kulturwandel weg vom reinen "Sender-Verständnis" mit einer Ein-Weg-Kommunikation (Sender → Zusehende) zu einem Dialog, in dem sich Redaktionen und Nutzende ständig über Themen, Programm und Inhalte austauschen und Nutzende mitgestalten können. Zum anderen schafft das Projekt eine Dialograum-Infrastruktur, die unabhängig von kommerziellen Großplattformen existiert und bespielt werden kann und so weder von wechselnden kommerziellen Interessen und Einzelpersonen (vgl. X/Twitter, Meta), noch von politischen Einflüssen auf die großen Plattformen (vgl. Sperren kanadischer Medien-Accounts durch Meta) abhängig ist.

Zur Nutzung von Netzwerkeffekten mit anderen Medienhäusern ist die entstehende Software modular angelegt, so dass sie an die Gegebenheiten anderer öffentlich-rechtlicher Häuser einfach anzupassen, bzw. dort zu integrieren ist. Zudem baut das Projekt auf "Federation", der technischen Möglichkeit zur Zusammenarbeit und dem Austausch von Funktionalitäten in einem dezentralen System. Dadurch wird sichergestellt, dass Diskussionsräume zu einem Thema über die Grenzen einzelner Rundfunkanstalten hinweg, z. B. im gleichen Sprachraum, geführt werden können. Der Code für die Software ist "Open Source", also öffentlich für jeden verfügbar, der ihn nutzen möchte. Damit gehört der Code der Allgemeinheit, die ihn über Rundfunkgebühren finanziert hat. Um die Funktionen einer möglichst großen Allgemeinheit auch aktiv zur Verfügung zu stellen, streben wir an, die Anbindung an andere Open-Source-Projekte im sogenannten Fediverse zu ermöglichen.

Künstliche Intelligenz im ZDF
Das ZDF betrachtet Künstliche Intelligenz (KI) als eine Technologie, die das Potenzial hat, Arbeitsabläufe effektiver zu gestalten und neue Möglichkeiten zu eröffnen, ist sich jedoch auch der damit verbundenen Risiken bewusst. Der Einsatz von KI ist unerlässlich, um die strategische Zielsetzung "Ein ZDF für alle" zu unterstützen.

Strategischer Rahmen und Governance der KI-Aktivitäten
Die KI-Steuerungsgruppe des ZDF hat im Oktober 2023 ihre Arbeit aufgenommen, um einen Rahmen für den verantwortungsvollen Einsatz von KI durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen. Der Fokus liegt darauf, Mitarbeitende über die Rahmenbedingungen aufzuklären, Vorbehalte abzubauen, das KI-Wissen zu erweitern und klare Bedingungen für die Erprobung und den Einsatz generativer KI zu schaffen. Das ZDF hat sich zudem einem gemeinsamen KI-Kodex mit der ARD und dem Deutschlandradio angeschlossen, der seit Dezember 2025 gilt. Dieser Kodex ergänzt die eigenen KI-Grundsätze des ZDF und bringt neue Aspekte wie Nachhaltigkeit und Datenkompetenz ein. Die publizistische Verantwortung liegt dabei stets beim Menschen und die journalistische Sorgfaltspflicht gilt uneingeschränkt.

Zentrale Themenbereiche für den KI-Einsatz umfassen:

  • Wissens- und Kompetenzaufbau: Das ZDF fördert die KI-Kompetenz („AI Literacy“) seiner Mitarbeitenden durch Schulungen und ein verpflichtendes KI-Zertifikat für alle, die mit KI arbeiten. Zudem wird der Austausch in "Communities of Practice" gefördert.
  • Rechtliche Rahmenbedingungen: Es wurde ein hauseigenes Rechtsverständnis zu generativer KI entwickelt, das urheberrechtliche Einordnungen, Lizenzierungen und den Umgang mit eigenen und fremden Rechten an KI-Erzeugnissen umfasst.
  • Transparenz und Kennzeichnung: Inhalte, die mit Unterstützung generativer KI erstellt wurden, werden kenntlich gemacht, wo dies journalistisch geboten ist. Für Deepfakes und Texte zur öffentlichen Information gibt es spezifische Offenlegungspflichten, die sich an der noch nicht in Kraft getretenen KI-Verordnung orientieren.
  • Datenmanagement: Die Integrität und Qualität der Trainingsdaten sind von zentraler Bedeutung. Das ZDF stellt keine Trainingsdatensätze auf öffentlichen Plattformen bereit, duldet aber die Nutzung öffentlich verfügbarer Inhalte grundsätzlich. Eigene KI-Modelle werden nur mit rechtegeklärten Inhalten feingetunt.
  • Anwendungsbereiche: KI dient zur besseren Zielgruppenansprache, Inhaltskonzeption, effizienter Produktion, plattformübergreifenden Ausspielung und Vermarktung. Beispiele umfassen Empfehlungssysteme für das Streaming-Portal, die Unterstützung bei der Ideenfindung und Konzepterstellung, sowie Pilotprojekte mit KI-Agenten zur Unterstützung redaktioneller und planerischer Entscheidungen.

Dabei integriert das ZDF Nachhaltigkeitsaspekte explizit in seine KI-Strategie:

  • Energieeffizienz: Der gemeinsame KI-Kodex fordert die Beachtung von Energieeffizienz beim Feintuning und der Nutzung von KI-Modellen. Das ZDF beschäftigt sich bereits seit 2023 mit energieeffizienten Small Language Models (SLMs) und hat quantitative Untersuchungen durchgeführt, um deren Einsatz für Streaming-Empfehlungen zu optimieren und Datensparsamkeit zu fördern.
  • Ressourcennutzung: Das ZDF erkundet die Nutzung seines einzigartigen Archivbestandes für KI-Anwendungen, um europäische bzw. deutsche Alternativen zu entwickeln und die strategischen Ziele des Public Value zu unterstützen. Dies trägt zu einer effizienten Nutzung bestehender Ressourcen bei.
  • Transparenz und Vertrauen: Der transparente Umgang mit eigenen KI-Entwicklungen ist ein wichtiges Anliegen des ZDF, da dies eine wesentliche Grundlage für Glaubwürdigkeit und gesellschaftliche Akzeptanz darstellt.

Insgesamt verfolgt das ZDF verfolgt eine "Second Mover"-Strategie im Technologieeinsatz, um sicherzustellen, dass nur produktionstaugliche Technologien mit klarem programmatischem Mehrwert zum Einsatz kommen. Die schnelle Entwicklung von generativer KI erfordert eine kontinuierliche Weiterentwicklung der KI-Grundsätze und -Strategien. Die Arbeit der KI-Steuerungsgruppe ist dabei weiterhin von großer Bedeutung für Beratung, Konzeption und Steuerung. Kooperationen mit Wissenschaft und Forschung sind entscheidend, um die Grenzen der Archivdatennutzung für KI-Anwendungen zu erforschen und eigene, auf den öffentlich-rechtlichen Auftrag zugeschnittene KI-Modelle zu entwickeln.

Innovationsfonds für Innovation, Stoffentwicklung und Vielfalt
Die Entwicklung vielfältiger, qualitativ hochwertiger und erfolgreicher Programme setzt eine effektive und innovative Projekt- und Stoffentwicklung voraus. Um die Entwicklung erfolgreicher Programme und die Kreativwirtschaft zu fördern, stellt das ZDF weiterhin einen Innovationsfonds in Höhe von 2 Mio. Euro pro Jahr zur Verfügung. Dieser beinhaltet für alle Genres Projekt- und Stoffentwicklungsverträge für Entwicklungsvorstufen (z. B. Exposés, Treatments, Konzepte) und darüber hinaus auch Projekt- und Stoffentwicklungsverträge zur Buch- und Projektentwicklung ebenfalls in allen Genrebereichen inkl. der Erstattung weiterer Vorkosten. Unter diesem Link findet sich eine Übersicht über Vereinbarungen und Erklärungen, die die Zusammenarbeit zwischen dem ZDF, der Kreativwirtschaft und der Produzentenlandschaft regeln.

Rahmen für Innovationen bei der Medienproduktion
Darüber hinaus definiert das ZDF in einer Selbstverpflichtung die wesentlichen Rahmenbedingungen für eine faire Zusammenarbeit mit Film- und Fernsehproduktionspartnern. Dies dient auch in besonderer Weise dem Ziel der Förderung von Innovationen. Weil das ZDF in einer diversifizierten Produktionslandschaft die Basis für vielfältiges und qualitativ hochwertiges Programm sieht, enthalten die vorliegenden Rahmenbedingungen Förderungselemente, die vor allem kleineren und mittelständischen Produktionsunternehmen zugutekommen sollen. Hierzu zählen insbesondere auch die Bereitstellung zusätzlicher Budgets und verbesserte Zahlungsbedingungen.

Auch ökologische Aspekte spielen eine wichtige Rolle. Die umwelt- und ressourcenschonende Fernsehproduktion ist ein wesentlicher Beitrag der Film und Medienbranche zur Reduzierung des CO₂-Ausstoßes und zugleich ein technologischer Transformationsprozess, der technische und künstlerische Veränderungen umfasst. Das ZDF hat hierbei in der deutschen Film- und Medienbranche eine besondere Verantwortung, die sich aus der Rolle als größter Einzelauftraggeber im deutschen Produzentenmarkt und zugleich aus der Rolle als öffentlich-rechtliches Medienunternehmen und seinem gesellschaftlichen Auftrag ergibt.

Ausbildungsförderung zur Bekämpfung des Fachkräftemangels
Vor dem Hintergrund des für Innovationen bedeutsamen Potenzials an kreativen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stellt der Fachkräftemangel einen kritischen Engpass dar. Angesichts des Fachkräftemangels im deutschen Produktionsmarkt arbeitet das ZDF mit Produzentinnen und Produzenten beim Thema Ausbildung partnerschaftlich zusammen und beteiligt sich anteilig an produktionsbezogenen Kosten, die durch den Einsatz von Fachkräften in Ausbildung entstehen. Hierfür stellte das ZDF einen Fonds in Höhe von 500.000 Euro pro Jahr zur Verfügung. In diesem Rahmen können in der Kalkulation auf Basis der nachgewiesenen Ausbildungsmaßnamen entsprechende produktionsbezogene Kosten anteilig in der Regel bis zu 2.000 Euro berücksichtigt werden.

Innovationsprozesse bei Neuanschaffungen und Reinvestitionen
Zudem werden in der Produktionsdirektion bei Neuanschaffungen und Reinvestitionen die Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigt, und das gemäß dem strategischen Ziel "Nachhaltig handeln" der BSC aus dem Jahr 2025. Die entsprechenden Maßnahmen im Berichtszeitraum umfassen:

  • Abschaltung der ZDF-Programmverbreitung via Satellit in SD-Qualität: Bedingt durch die Einführung von hochauflösendem Fernsehen (High Definition - HD) wurde das ZDF-Programmangebot seit 2012 über Satellit parallel in zwei Qualitätsstufen (High Definition und Standard Definition) ausgestrahlt. Die Abschaltung der Satellitenverbreitung in "Standard Definition"-Qualität am 18. November 2025 senkt u. a. den Stromverbrauch am Sendestandort Mainz, da der hierfür notwendige Satellitenuplink entfällt.
  • Umbau der Aufnahmebeleuchtung in den Studios auf LED-Technik (Fortführung): Im Berichtsjahr wurde die Aufnahmebeleuchtung in den Studios weiter auf LED-Technik umgebaut. Dabei wurde Wert auf eine Beschaffung von Leuchtmitteln gelegt, die in die bisherigen und noch gut zu verwendenden Gehäuse passen.
  • Ertüchtigung der Konferenzzone mit Produktionstechnik: In der Konferenzzone wurde zeitgemäße Produktions- und Konferenztechnik beschafft. Dadurch können hybride Besprechungen noch einfacher und in größerem Umfang durchgeführt werden.
  • Erhalt und Reinvestition der "Mobilen Produktionseinheit ARD/ZDF" (MPE) für die Übertragung von Großereignissen: Die notwendige Teilreinvestition der von ARD und ZDF gemeinsam beschafften und genutzten Produktionstechnik "MPE" sichert auch zukünftig die Möglichkeit, Großevents als sogenannte Centralized Production durchzuführen. Bei einer Centralized Production wird bei Großveranstaltungen oder räumlich nicht zusammenhängenden Veranstaltungen die Produktionstechnik an einem Ort zentral gebündelt. Durch die fortschreitende Entwicklung der Signalübertragungstechnik werden viele dieser Produktionen mittlerweile zentral aus Deutschland abgewickelt, unabhängig davon, wo auf der Welt das Event tatsächlich stattfindet.
  • Weitere Optimierung der zentralen Produktionsweisen: Das ZDF setzt das Produktionskonzept "Centralized Production" nun auch im Wintersport um. Dabei befinden sich zentrale Produktionsfunktionen nicht mehr überwiegend am Veranstaltungsort, sondern in der Zentrale in Mainz. Seinen Ursprung hatte diese Produktionsform bei den Sportgroßereignissen seit 2017, wurde in den vergangenen Jahren immer weiterentwickelt und hat nun die Reife, auch bei vielen Produktionen zuverlässig eingesetzt zu werden. Dadurch wird die Vor-Ort-Präsenz erheblich reduziert, wodurch Kosten und der CO₂-Footprint sinken. Centralized Production ist damit ein wichtiger Bestandteil der ZDF-Nachhaltigkeitsstrategie.
  • Beschaffung weiterer vollelektrischer Pkw und Kleintransporter: Der Test eines vollelektrischen Pkw für Dienstreisen zu Fernsehproduktionen und anderen Zielen verlief positiv. Das Fahrzeug wurde bereits durch ein anderes ersetzt. Nach Ablauf der aktuell noch gültigen Leasingverträge für fossil angetriebene Pkw wird die Anschaffung weiterer vollelektrischer Pkw und Kleintransporter geprüft.
  • Beschaffung einer mobilen Ladestation für E-Fahrzeuge: Um die vollelektrischen Dienstwagen direkt am Produktionsort aufladen zu können, wurde eine mobile Ladestation beschafft. Diese Ladestation wird bei Bedarf vor Ort durch unsere Elektrofachkräfte an den (Zeit-)Stromanschluss des Produktionscompounds angeklemmt. Dadurch muss zum Laden der Fahrzeugbatterie kein zusätzlicher zeitlicher Aufwand betrieben oder Leerfahrten durchgeführt werden.
  • Einführung des Zentraldrucks: Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung und flankierend durch die Einführung des Zentraldrucks konnte das Druckaufkommen (gedruckte Seiten) 2025 gegenüber 2024 um rund ein Drittel abgesenkt werden. Dies spart Papier und Toner sowie die damit einhergehenden Transporte.
  • Lieferfahrten zur Hardwareauslieferung auf dem Gelände nun elektrisch: Seit 2024 nutzt der Endgeräte-Dienstleister für Transporte auf dem Campus in Mainz (SZ1 und SZ2) ein elektrisches Lastenfahrrad statt wie bisher ein Kfz.
  • Wechsel der Hardware von Schnittsystemen: Im Berichtszeitraum konnten fünf weitere Schnittsysteme durch den Einsatz neuer Hardware optimiert werden. Die neue Hardware verfügt über eine höhere Rechenleistung bei gleichzeitig besserer Energieeffizienz.
  • Zeitgemäße Ertüchtigung von Schnitt-Arbeitsplätzen und Sprecherräumen: Weitere Arbeitsräume wurden nach dem Vorbild der bestehenden Schnittplätze umfassend ergonomisch neugestaltet. Im Zuge des Umbaus erfolgte zudem eine Reduzierung der eingesetzten Komponenten und es wird nun ausschließlich LED-Beleuchtung verwendet. Darüber hinaus wurden drei neue Sprecherräume ergonomisch neu errichtet. Auch hier basiert das Beleuchtungskonzept vollständig auf LED-Technik, die durch eine bewegungsabhängige Steuerung zusätzlich zur Energieeinsparung beiträgt.
  • Umstellung der Grafiksysteme auf mobile Grafikworkstations: Hierdurch konnte die Anzahl der Rechensysteme in der Grafik in beträchtlichem Umfang reduziert werden. Das spart Energie, Ressourcen und Aufwand.
  • Projekt "Cloudifizierung Rechenzentrum": Im Projekt "Cloudifizierung Rechenzentrum" werden IT-Infrastrukturen vom eigenen Unternehmen in cloudbasierte Rechenzentren verlagert. Die benötigten Rechenleistungen werden dabei hochgradig ausgelastet und effizient verteilt. Das bedeutet weniger Leerlauf und somit weniger Energiebedarf. Außerdem investieren große Cloud-Provider massiv in erneuerbare Energien und modernste Kühltechnologien, was den CO₂-Fußabdruck deutlich reduziert. Im Gegensatz dazu müssten On-Premises-Infrastrukturen (d. h. Server im unternehmenseigenen Betrieb) oft überdimensioniert werden, um Spitzenlasten abzudecken, was im Alltag ineffizient ist. Cloudbasierte IT-Infrastrukturen skalieren effizienter, nutzen saubere Energie besser und sparen so Ressourcen und Emissionen.

Nachhaltige, userbezogene Details im Neubau "Multifunktionshalle und Bürotrakt (Campus Mobile Produktion)"
Der Neubau "Campus Mobile Produktion" wurde mit dem "DGNB-Zertifikat in Gold" (Standard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) ausgezeichnet. Ergänzend dazu gibt es viele Details, die den Arbeitsalltag im Sinne der drei Säulen ökologische, ökonomische und soziale Aspekte nachhaltig gestalten. Beispielhaft sind genannt:

- Verringerung der Lagerfläche um ca. 1.000 m².
- Konsolidierung von vier einzelnen Lagerflächen, davon ein externes in 9 km Entfernung.
- Effektive Lagerlogistik .
- Keine Wärmeverluste beim Verladen durch zeitgemäße Ladedocks für Lkw mit Gummischürzen und Schnelllauftoren.
- Deutliche Verbesserung der Arbeitssituation während der Wartungsarbeiten an den Übertragungswagen.
- Versorgung der Lkw in der Halle mit Druckluft. Dadurch werden nach Standzeiten längere Leerlaufphasen der Motoren zum Aufbau des notwendigen Luftdrucks im Bremssystem vermieden.
- Ausstattung aller Besprechungsräume mit zeitgemäßer Konferenztechnik.
- Klappbare Konferenztische auf Rollen ermöglichen einen schnellen Wechsel der Bestuhlungsform in den Besprechungsräumen, ohne dass schwere Tische umhertragen zu müssen.
- Alle Fachbereiche sitzen nah beieinander. Dies ermöglicht eine schnelle und direkte Kommunikation, vermeidet Doppelstrukturen und entwickelt neue Arbeitsabläufe in der Planung und Vorbereitung von Produktionen.
- Offene Teeküchen mit Sozialflächen für gemeinsame Mittagspausen oder den kollegialen Austausch.
- Zentrale Wasserspender, Wassersprudler und Kühlschränke in den Teeküchen.
- Bewegungsabhängig gesteuerte Beleuchtung in den Büros, Fluren und WCs.

Innovative Prozessoptimierung
Darüber hinaus treibt die Abteilung Koordination & Controlling PRD vielfältige nachhaltigkeitsbezogene Maßnahmen voran. Insbesondere die Digitalisierung der Geschäftsprozesse wurde erfolgreich eingeführt und im Jahr 2025 durch die Digitalisierung weiterer Prozesse im Umfeld der fernseh- und IT-technischen Geräteinventur fortgeführt. Die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitsabläufe unterstützt eine ressourcenschonende Unternehmenführung, da sie den Bedarf an physischen Materialien verringert, Prozessdopplungen reduziert und eine einheitliche Datenverarbeitung ermöglicht. Dadurch sinkt der Aufwand für standardisierte Tätigkeiten.

Im ZDF nicht mehr benötigte Geräte werden zudem zunächst auf ihre Verwertungsmöglichkeiten geprüft und über die Plattform VEBEG dem Zweitverwertermarkt zugeführt. Der Fernschnitt sowie die Fernsynchronisation etablieren sich zudem zunehmend im Schnittarbeitsalltag und ermöglichen so eine deutliche Reduzierung von Reisekosten und Fahrzeiten.

Darüber hinaus wurden neue Arbeitsabläufe etabliert: Vorbesichtigungen sowie Besprechungen erfolgen größtenteils über Microsoft Teams, was zu einer spürbaren Senkung der Reisekosten, des Arbeitsaufwands und des CO₂-Ausstoßes führt. Die Lichtplanung wird inzwischen vollständig digital am PC erstellt, wodurch die Anzahl an Dienstreisen sinkt und die Produktionszeit vor Ort erheblich verkürzt wird. Außerdem werden Fahrten zu Produktionsstandorten effizienter koordiniert, sodass mehrere Mitarbeitende gemeinsam ein Fahrzeug nutzen können.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11:
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.
Das ZDF leistet bei der Kapitalanlage für den Versorgungsstock einen Beitrag als nachhaltig engagierter öffentlich-rechtlicher Rundfunkveranstalter. Die Anlagegrundsätze des ZDF begrenzen den Anlagehorizont im eigenverwalteten Vermögen grundsätzlich auf Anlagen erstklassiger Wertpapiere des Bundes und der Länder Deutschlands sowie übergeordneter staatlicher Emittenten Europas wie EFSF oder Anleihen der EU. Damit sind die Emittenten des ZDF per se solche, die weder gegen internationale Normen verstoßen, zum Beispiel gegen Menschenrechtskonventionen, noch deren Geschäftsaktivitäten und Branchen fragwürdig sind, zum Beispiel Pornografie, oder die ethisch fragwürdig handeln, Stichwort Kinderarbeit, Korruption oder Raubbau an natürlichen Ressourcen. Insofern ist das Anlageuniversum des ZDF nachhaltig im Rahmen norm- und wertebasierter Ausschlusskriterien.

Für das Portfolio des ZDF-Versorgungsstocks ist der stetige Erwerb von Green Bonds und Social Bonds, wie sie zum Beispiel von der Weltbank und einzelnen Bundesländern emittiert werden, geplant. Im Jahr 2025 lag der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit auf nachhaltig zertifizierten Anleihen, in die rund 80 Prozent der Mittel investiert wurden. In der Folge erhöhte sich der Anteil nachhaltiger Direktanlagen auf über 20 Prozent. Auch im fremd mandatierten ZDF-Vermögen sind per se Anlagen von Emittenten enthalten, deren Nachhaltigkeitsstrategie Leitlinie wirtschaftlichen Handelns darstellt. Der Anlagehorizont dieser Sondervermögen des ZDF beschränkt sich auf europäische Staatsanleihen, supranationale Schuldner sowie Pfandbriefe und Unternehmensanleihen innerhalb Europas. Aktienseitig richtet sich das Portfolio nach dem EURO STOXX 50, bei dem gegenwärtig vor allem Aktiengesellschaften aus Frankreich und Deutschland vertreten sind.

Die Anlagen werden nach ESG-Vorgaben gesteuert und mit einem gesondertem ESG-Reporting dokumentiert. Investitionen in Rüstungsgüterindustrien oder in Staaten, in denen die Todesstrafe angewandt wird, schließt das ZDF grundsätzlich aus. Auf Fondsverwaltungsebene finden sich diese Ausschlüsse in weiterführenden globalen Ausschlussrichtlinien wieder und werden in entsprechenden Policies und Exclusion Lists als Teil der fondspezifischen Anlagerichtlinien hinterlegt. Ein konkreter Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen, wird nicht ermittelt.

Über die Festlegung von Ausschlusskriterien hinaus wird das Thema Nachhaltigkeit in den Kapitalanlagen ausgehend von den Sustainable Development Goals (SDGs) der UNO sukzessive weiterentwickelt werden. So wurde z. B. der Carbon-Footprint, d. h. die Analyse der CO₂-Profile der in den Fonds gehaltenen Assets gegenüber Werten der Vergleichsbenchmark herausgearbeitet.

Die Spezifizierung der Nachhaltigkeitsziele in Umsetzungsverfahren z. B. durch Best-in-Class, Stimmrechtsausübung und Engagement wird weiter vertieft. Weiterführende Formulierungen und Priorisierungen konkreter Nachhaltigkeitsziele und dazugehöriger Selektionskriterien in Bezug auf verschiedene Anlageklassen, Branchen, Einzelunternehmen und Themen werden in Abhängigkeit davon angestrebt. Dabei orientiert sich die nachhaltige Strategie an internationalen GRI-Standards.

In den novellierten Anlage-Grundsätzen zur Durchführung und Kontrolle der Vermögensanlagen des ZDF ist im Rahmen der spezifischen Regelungen zu Sicherheit und Rentabilität nun auch die Nachhaltigkeit mit Blick auf gesellschaftliche, soziale und ökologische Belange berücksichtigt. Im Gleichgang ist nunmehr auch in der übergeordneten Finanzordnung der Grundsatz der Nachhaltigkeit mit Blick auf soziale und ökologische Belange zu berücksichtigen.

Die Kapital- und Finanzanlagen unterliegen somit einem beständigen Screening bezüglich Nachhaltigkeit und Auswahlprüfungen bei Umweltfaktoren und sozialen Faktoren. Eine Berechnung des Prozentsatzes der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen, erfolgt zur Zeit nicht.

Weitere Bereiche

  1. Typical für Bereich Strategie der ZDF-Entsprechenserklärung: Mädchen auf Schultern von Mann malt das ZDF-Logo auf eine graue Wand

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  4. Ein weites Feld füllt den Vordergrund des Titelbilds zum ZDF-Nachhaltigkeitsbericht 2025. Dahinter verlaufen Baumreihen durch eine neblige Landschaft. Links leuchtet die tief stehende Sonne; rechts ragt das ZDF-Hochhaus auf dem Mainzer Lerchenberg über den Horizont