ZDFmitreden: Soziale Medien

Umfrageergebnisse:ZDFmitreden: Soziale Medien

Soziale Medien spielen heute eine große Rolle, gleichzeitig stehen sie immer wieder in der Kritik. Die ZDFmitreden-Community hat geteilt, wie sie auf unterschiedliche Plattformen blickt.

Social Media Apps auf einem Handy, ein Finger tippt auf das Display

Die ZDFmitreden-Community sieht viele Kritikpunkte in Bezug auf soziale Medien. Fast zwei Drittel haben in den letzten Jahren eine Plattform bewusst weniger genutzt oder sogar verlassen.

Quelle: dpa/Alicia Windzio

Die Diskussion über die Folgen von sozialen Medien hat in diesem Jahr einen neuen Höhepunkt erreicht. Immer wieder gibt es Forderungen nach einer stärkeren Regulierung bis hin zu einem Verbot sozialer Plattformen für Kinder.  

In der Debatte gibt es meist zwei Seiten: Befürworter stellen Errungenschaften der sozialen Medien in den Vordergrund, etwa die internationale Vernetzung und schnelle Informationsverbreitung. Kritiker hingegen fürchten negative Folgen für die psychische Gesundheit von Kindern und Erwachsenen, aber auch für eine offene Diskussionskultur oder sogar die Demokratie. 

Soziale Plattformen beschäftigen auch ZDF und 3sat 

Auch das ZDF und den Sender 3sat, an dem das ZDF beteiligt ist, beschäftigt die Debatte. So haben die beiden Sender beispielsweise ihre Auftritte bei X (ehemals Twitter) im Jahr 2024 deaktiviert. Neue Auftritte haben die Sender hingegen unter anderem auf der dezentralen Plattform Mastodon eröffnet.

ZDFmitreden wollte nun wissen: Wie geht es der ZDFmitreden-Community mit sozialen Medien und wo sieht sie Vorteile, aber auch Kritikpunkte? Außerdem haben wir die Mitglieder der ZDFmitreden-Community gefragt, ob sie ihren Umgang mit sozialen Medien schon einmal bewusst verändert haben. An der Umfrage haben 21.281 Menschen teilgenommen. 

Negative Stimmung überwiegt 

Auf die Frage, wie es ihnen derzeit mit sozialen Medien gehe, antworteten nur 21 Prozent der Befragten, dass sie soziale Medien gern und viel nutzen. Mehr Menschen sagten von sich selbst, dass sie ein "eher gemischtes" Verhältnis zu den Plattformen hätten (27 Prozent) oder "zunehmend genervt" seien (30 Prozent). Ein kleiner Teil von zehn Prozent der Befragten nutzt selbst keine sozialen Medien.

Hass, Desinformation und Spam sind die größten Kritikpunkte 

Aus Sicht der ZDFmitreden-Community gibt es auf sozialen Plattformen im Augenblick eine ganze Reihe von Problemen. Eines besteht in einem schlechten Umgangston und der Verbreitung von Hass auf den Plattformen. Dies ist für 65 Prozent der Befragten momentan ein wichtiger Kritikpunkt. Desinformation sehen 64 Prozent als Problem an, während weitere 63 Prozent finden, dass es auf den Plattformen zu viel KI-generierte Inhalte oder Spam auf den Plattformen gebe.  

Zu viel Werbung ist für 51 Prozent gegenwärtig ein Problem bei sozialen Medien. Außerdem wurden auch politischer Einfluss auf den Plattformen (46 Prozent), die Abhängigkeit von einzelnen Konzernen (43 Prozent) sowie mangelnder Datenschutz (27 Prozent) als Probleme genannt.

Bemerkenswert klein ist der Anteil an Befragten, die auf Kritik an sozialen Medien verzichten: Nur ein Prozent der ZDFmitreden-Community gab an, dass es gerade nichts gibt, was sie an sozialen Medien stört. 

Mehrheit ist offen für alternative Plattformen 

Dementsprechend offen zeigten sich viele Befragte für einen veränderten Umgang mit sozialen Medien: Eine deutliche Mehrheit von 63 Prozent hatte in den vergangenen Jahren schon einmal eine soziale Plattform bewusst weniger genutzt oder sogar verlassen. Ebenso sagten 67 Prozent der Befragten, dass sie persönlich (sehr/eher) offen für neue oder alternative soziale Medien wären.  

Gleichzeitig wurde deutlich, dass soziale Medien, die nicht von großen Konzernen wie Meta, X oder TikTok betrieben werden, bisher nur sehr wenig verbreitet sind. So nutzen nur sechs Prozent der Befragten die Plattform Mastodon regelmäßig, also mindestens einmal wöchentlich. Die Plattformen Bluesky nutzen vier Prozent der Befragten regelmäßig. 

Warum Alternativen bisher wenig genutzt werden 

Die Gründe, warum alternative soziale Plattformen bisher kaum genutzt werden, sind vielfältig. So gaben 38 Prozent der Befragten an, dass sie die Alternativen zu großen Plattformen nicht kennen würden. 28 Prozent finden, dass auf den alternativen Plattformen zu wenig Leute sind, um sie selbst nutzen zu wollen. Gewohnheit ist für 26 Prozent der Grund, der sie davon abhält. Nur fünf Prozent sagten hingegen, dass neue Plattformen für sie zu kompliziert wären. 

Das sagt die Redaktion

Wir bedanken uns bei den Teilnehmenden, die viele reflektierte Gedanken formuliert haben. Wir fanden es interessant zu sehen, wie kritisch eine Vielzahl von ihnen die aktuelle Social Media-Landschaft sieht

Valentina Hirsch, Teamlead Social Media für Kultur, Wissenschaft & Partnersender

Die eigene Reaktion darauf hätten die Teilnehmenden sehr unterschiedlich geschildert, sagt Valentina Hirsch. Einige Menschen würden zum Beispiel den vollständigen Verzicht auf Social Media als Befreiung und Chance für mehr analoge Kommunikation wahrnehmen. Andere seien offen für neue oder alternative Netzwerke. "Dass letztere – und auch unser Engagement dort – nicht so bekannt sind, ist ebenfalls eine wichtige Info", so Valentina Hirsch weiter.

Die Befragung fand im Mai 2026 statt. 

Quelle: ZDFmitreden; Daten anhand soziodemografischer Merkmale gewichtet für die deutsche Bevölkerung ab 16 Jahren. Keine Zufallsstichprobe, daher nicht bevölkerungsrepräsentativ.

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