Umfrageergebnisse:Wie und warum "Twitch" genutzt wird
Bekannt wurde "Twitch" durch Gaming-Livestreams – mittlerweile gehen die Angebote weit darüber hinaus. ZDFmitreden wollte wissen, was Menschen auf die Video-Plattform zieht.
Eine Mehrheit der Befragten, die "Twitch" selbst nutzen, empfindet die Streamer der Plattform als nahbarer als Personen aus dem klassischen Fernsehen.
Quelle: Pexels/YankrukovWährend Videos auf Instagram und TikTok heute möglichst kurz gehalten werden, scheint auf der Livestreaming-Plattform Twitch genau das Gegenteil zu passieren. In stundenlangen Streams zu verschiedensten Themen unterhalten Streamer ihr Publikum. Manchen Kanälen schauen nur wenige Dutzend zu, manchen viele Tausend.
Die Plattform setzt auf Interaktion: Wer zuschaut, hat verschiedene Möglichkeiten, auf den Stream zu reagieren und kann teilweise sogar Einfluss auf das Geschehen nehmen. Elementar ist dabei der Live-Chat, der von allen parallel zum Stream genutzt werden kann. Die direkte Kommunikation zwischen Streamern und Community macht Twitch besonders.
Auch das ZDF hat einen Kanal auf der Livestreaming-Plattform. In Zukunft soll es dort mehr und regelmäßigere Streams geben. Zum Beispiel sind eine Fortsetzung des erfolgreichen Terra X Lesch & Co-Streams mit Harald Lesch sowie einige neue Formate geplant. Für ZDFmitreden war interessant, was dem Publikum an der Plattform gefällt und welche Funktionen dabei wichtig sind. An der Umfrage haben 11.995 Menschen teilgenommen.
Jeder zweite kennt Twitch
Insgesamt kennen 47 Prozent der Befragten die Plattform "Twitch". Das Alter der Befragten verteilt sich dabei erwartungsgemäß: Je älter die Befragten sind, desto seltener kennen sie Twitch. Auf der anderen Seite geben über 90 Prozent der 19- bis 34-Jährigen an, die Plattform zu kennen.
Rund die Hälfte (47 Prozent) derjenigen, die die Plattform kennen, nutzt sie derzeit auch. Von denjenigen, die die Plattform nutzen, verbringt in einer typischen Woche wiederum etwa die Hälfte (47 Prozent) bis zu zwei Stunden auf der Plattform. 21 Prozent derjenigen, die Twitch nutzen, schauen in einer typischen Woche zwischen drei und fünf Stunden zu. Ebenfalls 21 Prozent schauen sechs oder mehr Stunden zu. Zwischen den verschiedenen Altersgruppen und Geschlechtern verteilen sich die Nutzungszeiten dabei recht ähnlich.
Gaming weiterhin beliebtester Content
Auch wenn es auf Twitch eine zunehmend breitere Palette an unterschiedlichen Inhalten gibt, liegen die Ursprünge der Plattform im Streamen von Gaming-Inhalten. Die Befragung zeigt, dass das Thema Gaming weiterhin das beliebteste ist: Knapp dreiviertel der Befragten (72 Prozent) schauen regelmäßig Gaming-Inhalte.
Die Hälfte der Befragten (50 Prozent) schaut Inhalte aus der Rubrik "Gespräche und Personen", also etwa so genannte "Just-Chatting-Streams", Talk-Formate oder "Reaction-Streams". An dritter Stelle stehen Streams zu politischen und gesellschaftlichen Themen, die gut 27 Prozent schauen. Inhalte zum Thema E-Sport schauen 21 Prozent.
Es geht vor allem um Unterhaltung und Entspannung
Um herauszufinden, warum das Twitch-Publikum die Plattform nutzt, hat ZDFmitreden verschiedene Nutzungsgründe und Erwartungen abgefragt. Die wichtigste Rolle spielt dabei der Wunsch nach Unterhaltung: 92 Prozent schauen Streams auf Twitch, weil ihnen die Inhalte Spaß machen. 63 Prozent finden es spannend, live mitzuerleben, was als Nächstes passiert.
Eine deutliche Mehrheit von 78 Prozent nutzt die Plattform aber auch, weil sie sich dabei entspannen und ausruhen kann. Ein großer Teil (63 Prozent) stimmt außerdem zu, dass sie Twitch nutzen, um eine Weile dem Alltag zu entfliehen. Aber auch Neugierde und das Bedürfnis nach Wissen spielen eine Rolle: Fast zwei Drittel (63 Prozent) schauen Twitch, um Informationen über Hobbys und Interessen zu erhalten.
Wichtiger als die Beziehung zum Rest der "Twitch"- Community ist den Nutzenden die Beziehung zu den Streamern. Für 67 Prozent wirken diese nahbarer als Personen im klassischen Fernsehen oder anderen Medien. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) sagt außerdem, dass sie Twitch auch schauen, weil Streamende ihnen im Laufe der Zeit wichtig geworden sind.
Chat ist dem Großteil wichtig – auch wenn sie nicht aktiv sind
Obwohl der Live-Chat ein elementarer Bestandteil von Twitch ist, gibt gut die Hälfte der Befragten an, sich eher nicht oder gar nicht aktiv am Chat zu beteiligen. Sehr aktiv sind nur sieben Prozent. Dennoch verfolgt gut die Hälfte aufmerksam, was im Chat passiert.
Eine Erklärung dafür könnte die Aufmerksamkeit sein, mit der die Streams verfolgt werden. Denn über 70 Prozent der Befragten geben an, Streams zumindest teilweise im Hintergrund laufen zu lassen, während sie andere Tätigkeiten ausführen.
Das sagt die Redaktion
Twitch ist eine Plattform, die es möglich macht, direkt mit der Community in Kontakt zu treten. Für künftige Streams auf dem ZDF-Account ist es uns daher wichtig, die Community besser kennenzulernen und zu verstehen, warum Twitch genutzt wird. Herzlichen Dank, an alle Teilnehmenden, die dabei geholfen haben.
Patrick Müthing, Redaktionsvolontär beim ZDF
Die Befragung fand im Juli 2026 statt.
Quelle: ZDFmitreden; Daten anhand soziodemografischer Merkmale gewichtet für die deutsche Bevölkerung ab 16 Jahren. Keine Zufallsstichprobe, daher nicht bevölkerungsrepräsentativ.