Trockenshampoo statt Haarwäsche: eine gute Alternative?
Alternative bei fettigen Haaren:Trockenshampoo: sinnvoll oder schädlich?
von Sarah Hufnagel
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Wenn es schnell gehen muss, kann Trockenshampoo die Rettung für fettige Haare sein. Warum das Kosmetikprodukt aber kein Ersatz für die klassische Haarwäsche ist.
Keine Zeit, die Haare zu waschen? Trockenshampoos versprechen schnelle Hilfe bei fettigen Haaren. Was man bei der Anwendung beachten sollte.
Quelle: Imago / YAY Images
Vor allem Menschen mit feinem Haar kennen das Problem: Hat man gestern erst die Haare mit Shampoo und Wasser gewaschen, erscheint vor allem der Haaransatz am nächsten Tag schon wieder fettig und löst Unbehagen aus.
Wenn es dann auch noch schnell gehen muss und keine Zeit für eine Haarwäsche bleibt, greifen viele zu Trockenshampoos. Die sollen die Haare für den anstehenden Tag schnell wieder frisch machen. Doch wie sorgen Trockenshampoos eigentlich dafür, dass das Fett aus den Haaren verschwindet?
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Wie funktionieren Trockenshampoos?
Trockenshampoos sind in zwei Formen erhältlich: Produkte in der Sprühdose können direkt auf das Haar aufgesprüht werden. Trockenshampoos, die in Puderform verkauft werden, müssen hingegen mit einem Pinsel oder ähnlichen Applikatoren auf den fettigen Haaransatz aufgetragen werden. Ist das Produkt erst einmal im Haar, wird es mithilfe von Bürsten oder Kämmen nur noch verteilt und lässt den unerwünschten, öligen Glanz verschwinden.
Während eine reguläre Haarwäsche mit Shampoo und Wasser das Haar reinigt und von Fett befreit, werden bei der Anwendung von Trockenshampoos Inhaltsstoffe wie Stärke oder mineralisches Talkum auf das Haar aufgetragen. Diese Stoffe absorbieren überschüssiges Fett und machen das Haar etwas griffiger und voluminöser. Der fettige Ansatz verschwindet und die Haare lassen sich besser stylen.
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von Thilo Hopert
Kein Ersatz für die Haarwäsche
Der Begriff Trockenshampoo ist etwas irreführend, denn im Gegensatz zu flüssigem Shampoo reinigen Trockenshampoos Kopfhaut und Haare nicht.
Nach dem Auftragen sammeln sich neben Talg, Schmutz und Schuppen auch die Inhaltsstoffe des Trockenschampoos auf der Kopfhaut. Das kann vor allem bei mehrmaliger Anwendung - ohne zwischenzeitliche Haarwäsche mit einem Flüssigshampoo - zu Irritationen der Kopfhaut führen. Dermatologe Christoph Liebich rät deshalb:
Grundsätzlich ist Trockenshampoo eine Notfallalternative, aber auf keinen Fall dauerhaft anzuwenden.
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Dr. Christoph Liebich, Dermatologe
Um eine Haarwäsche kommt man trotz der Anwendung von Trockenshampoo also nicht herum. Kopfhaut und Haar müssen nach maximal ein bis zwei Anwendungen von Schmutz, Talg und den Rückständen von Pflege- und Stylingprodukten befreit werden, auch um die Vermehrung von Bakterien zu vermeiden. Das geht nur mithilfe von Wasser und Shampoo.
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Vorsicht bei Allergien und Unverträglichkeiten
Dermatologe Christoph Liebich weist darauf hin, dass Trockenshampoos Allergene enthalten können. Verbrauchern und Verbraucherinnen, die unter Allergien leiden oder aufgrund einer Asthmaerkrankung empfindlich auf Duftstoffe reagieren, empfiehlt er, die auf der Verpackung angegebenen Inhaltsstoffe vor der Anwendung eines Trockenshampoos genau unter die Lupe zu nehmen.
Mineralisches Talkum-Pulver wird einigen Trockenshampoos aufgrund der fettabsorbierenden Wirkung zugefügt. Wird das feine Pulver in großen Mengen eingeatmet, kann es Entzündungsprozesse fördern und andere Schädigungen der Lunge auslösen.
Erkenntnisse zu dieser Wirkung von Talkum stammen bisher vorwiegend aus dem Arbeitsschutz, wo wesentlich größere Mengen an Talkum regelmäßig eingeatmet werden. Im Vergleich dazu ist die Belastung durch Trockenshampoos sehr gering. Das bestätigt auch Dr. Peter Kordas, Vorstandsmitglied der Deutschen Atemwegsliga und Facharzt für Innere Medizin und Allergologie. Er schließt das Risiko einer Lungenschädigung durch in Trockenshampoos enthaltenes Talkum-Pulver aus, solange das Produkt in Maßen eingesetzt wird.
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Wie oft kann man die Haare waschen?
Wer mögliche Allergien oder Irritationen der Kopfhaut gleich ganz auszuschließen möchte, dem bleibt vor allem eine Möglichkeit, die laut Hautarzt Liebich besser ist als ihr Ruf: Das tägliche Waschen der Haare mit einem milden Shampoo. Das hält nicht nur die Kopfhaut sauber, sondern pflegt im besten Fall das Haar und vermeidet gleichzeitig ein übermäßiges Fetten der Haare.
Es ist kein Verbrechen, sich täglich die Haare zu waschen.
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Dr. Christoph Liebich, Dermatologe
Wer mit schnell fettenden Haaren zu kämpfen hat, sollte das Problem mit regelmäßigen Haarwäschen bekämpfen und dabei ein Shampoo einsetzen, das für den täglichen Gebrauch geeignet ist.
Anwendung von Trockenshampoo nur bei Bedarf
Ein Trockenshampoo kann als Ergänzung an Tagen zum Einsatz kommen, an denen es mit der Haarpflege mal schnell gehen muss. Es sollte aber möglichst bald und gründlich wieder aus dem Haar ausgewaschen werden, um Haar und Kopfhaut gesund zu halten.
Wer empfindlich auf Aerosole, Duftstoffe oder sonstige Inhaltsstoffe von Trockenshampoos reagiert, sollte lieber sofort zu einem Flüssigshampoo greifen.
Quelle: dpa
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