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Vielfalt vom Feld

Wie alte Sorten unser Überleben sichern

Die Welternährung hängt von nur 30 Pflanzenarten ab. Und das macht unsere Ernährungssicherheit anfällig. Denn Klimawandel und Schädlinge führen zunehmend zu Ernteausfällen. Gibt es Rettung durch mehr Vielfalt auf dem Acker?

Beitragslänge:
28 min
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UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 24.04.2020

Weltweit setzen Bauern auf Menge statt auf Vielfalt. Es werden fast nur noch hochertragreiche moderne Sorten angebaut. Robuste, aber weniger ertragreiche alte Sorten rechnen sich für viele Erzeuger nicht mehr. Doch das hat gefährliche Folgen: Der Verlust der Sortenvielfalt macht die Menschheit verwundbar. Neue Hungerkatastrophen drohen.

Die immer gleichen Feldfrüchte landen auf unseren Tellern: Weizen, Mais und Gerste machen rund die Hälfte unserer täglich zugeführten Kalorien aus. Die deutsche Landwirtschaft bedient sich gerade mal 25 verschiedener Getreide-, 70 Gemüse- und 30 Obstpflanzen. Eine verschwindend geringe Menge. Denn die Bauern könnten aus einer Fülle von einigen 10.000 Pflanzenarten weltweit schöpfen. Doch angebaut werden zumeist ertragreiche Hochleistungssorten. Die Folge: Das Verschwinden der alten Nutzpflanzen ist kaum noch zu stoppen.

Streuobstwiesen stehen für Sortenvielfalt. Um den gleichen Ertrag zu erzielen benötigt eine Streuobstwiese allerdings etwa den siebenfachen Platz einer Plantage. Um die großen Mengen zu produzieren, die benötigt werden, setzt die Landwirtschaft daher bislang auf Monokulturen weniger Sorten und vertraut auf Pestizide und Düngemittel. Während Äpfel vor einem Jahrhundert noch in gut 1.000 verschiedenen Sorten angebaut wurden, zählt die weltweite Züchtung heute gerade mal sechs Sorten, die für den Massenkonsum geeignet sind.

Reisterrassen von Banaue,  Philippinen
Weltkulturerbe: Reisterrassen von Banaue
Quelle: imago images / imagebroker

Der Agrar-Experte Prof. Dr. Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung versucht im philippinischen Hochland zusammen mit den Reisbauern, die traditionellen Reisterrassen zu bewahren. Denn das Weltkulturerbe kommt als geschlossenes Ökosystem ohne Dünger und Pestizide aus. Doch die Gegenspieler punkten mit Höchsterträgen: Riesige Monokulturen im Tiefland dominieren. Hier wird gespritzt und gedüngt, was das Zeug hält. So, wie es die großen Spritzmittelhersteller propagieren. Für Prof. Settele kein Weg in eine nachhaltige Agrar-Zukunft.

Um das komplette Aussterben der alten Sorten zu verhindern, sammelt Dr. Ulrike Lohwasser vom Leibniz-Institut für Pflanzengenetik die Samen. In der institutseigenen Genbank lagern bei minus 18 Grad Celsius 150.000 verschiedene Muster von fast 3.000 Pflanzenarten. Die Sammlung in Gatersleben gehört zu den weltweit größten Einrichtungen ihrer Art. Ohne solche Banken würde die genetische Vielfalt alter Sorten unwiederbringlich verloren gehen. So können künftig ganze Pflanzensorten wiederbelebt werden, die längst verloren schienen.

"planet e." begleitet Forscher und Landwirte in ihrem Kampf für die Sortenvielfalt und zeigt auf, dass die alten Nutzpflanzen einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Ernährungssicherheit leisten.

Quelle: Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO)

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