Die Zeit danach

Nichts ist mehr, wie es einmal war

Die nächsten Tage erleben die Menschen der betroffenen Küstengebiete von Java und Sumatra wie in Trance. Unwirkliche Stille liegt über dem Land. Sie bergen ihre Toten und räumen auf, was die Welle ihnen noch gelassen hat. Gleichzeitig wird das Katastrophengebiet zum neuen Mittelpunkt der Welt.

Das Inferno lässt die Zeitgenossen fassungslos nach Indonesien schauen. Berichte über Opferzahlen und Zerstörungen dominieren die Schlagzeilen der Weltpresse. Die Schreckensnachricht verbreitet sich durch die neue Nachrichtentechnik minutenschnell rund um den Globus.

Zehntausende Opfer

Insgesamt haben 36.417 Menschen ihr Leben verloren. 165 Städte und Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht. Während die Namen und Todesanzeigen der 37 ums Leben gekommenen Europäer in der ganzen Welt veröffentlicht werden, bleiben Zehntausende indonesische Opfer namenlos.


Die meisten Toten fielen den Tsunamis und deren Auswirkungen zum Opfer. Sie wurden nicht von heißem Gestein oder Dämpfen getötet, wie man das bei einem Vulkanausbruch vermuten könnte. Es sind die indirekten Faktoren, die bei einer solchen Katastrophe zu den großen "Killern" zählen.

Auf der Suche nach Antworten

Warum die kleine Vulkaninsel mitten im indonesischen Archipel mit einer solchen Wucht explodierte, fasziniert die Vulkanologen der Welt seit fast einem Jahrhundert. Mike Rampino hat dafür eine Antwort auf der Insel Rakata gefunden, einem der drei kleinen Überbleibsel der einstigen Insel Krakatau.


Rakata ist längst wieder eine grüne Insel. Üppiger Dschungel bedeckt die Flanken des zentralen Berges. Zeugen des unheilvollen Ereignisses sind Bimssteinablagerungen, verborgen unter dichtem Pflanzenwuchs. Rampino hat ihre genaue Zusammensetzung untersucht. Der Wissenschaftler teilt nicht die Meinung vieler Kollegen, wonach ausschließlich eine Mischung von eingesickertem Meerwasser und Magma die gewaltigen Explosionen hervorgerufen haben. Gerade die großen Bimssteinbrocken geben Hinweise, dass noch andere Kräfte am Werk gewesen sein müssen. Denn eine Vermischung mit Meerwasser hätte lediglich feinporige Bimssteinablagerungen zur Folge gehabt.

Das Magma gibt Aufschluss

Das Innere der Bimssteine enthüllt schließlich das Geheimnis der unbändigen Naturgewalten: zwei unterschiedliche Arten von Magma. Der vermischte Bimsstein enthält helles und dunkles Material, welche die Eruption ausgelöst haben. Das hellere Magma war schon lange in der Magmakammer. Das dunkle strömte von unten nach, erhitzte das Helle, bis es zu Gas wurde. Das dehnte sich immer mehr aus, solange, bis der Überdruck schließlich die massiven Eruptionen auslöste.


Das Zusammentreffen zweier unterschiedlicher Magmasorten führte also zu dem tödlichen Gemisch. Verbunden mit der Lage der Insel auf einer geologischen Schwächezone unseres Planeten sind die Ereignisse fast zwangsläufig.

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