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Faszination Wasser

Meeresbiologe Uli Kunz lernt für Terra X die Navigation nach den Sternen und erfährt, wie Inseln entstehen. Bei einer Reise von Spanien zu den griechischen Inseln erkundet er die Natur am Mittelmeer.

Terra X
Artwork Faszination Wasser

Meeresbiologe Uli Kunz lernt für Terra X die Navigation nach den Sternen und erfährt, wie Inseln entstehen. Bei einer Reise von Spanien zu den griechischen Inseln erkundet er die Natur am Mittelmeer.

Uli Kunz taucht im Meer

Staffel 1

Extras

  1. Uli Kunz taucht im Meer

    Trailer: Faszination Wasser

    • 07.05.2026

    Meeresbiologe Uli Kunz erkundet geheimnisvolle Wasserwelten: Von Wasserfällen bis in die Tiefe der Meere - vielfältige Lebensräume von ökologischer Bedeutung.

Pazifikinseln wie Palau und die Unterwasserwelt des Mittelmeers sind in zwei neuen Folgen von "Terra X: Faszination Wasser" das Ziel von Uli Kunz. Der Meeresbiologe und "Terra X"-Moderator nimmt mit zu verborgenen Seen mit bizarren Tieren, lernt die uralte Kunst der Navigation nach den Sternen und erfährt, wie Inseln entstehen. Bei einer Reise von Spanien zu den griechischen Inseln erkundet er die Natur am Mittelmeer: über und unter Wasser. Wie steht es um unser beliebtes Urlaubsmeer?
"An vielen Stellen lässt sich die Unterwasserwelt auch ohne Tauchflasche erkunden" – Interview mit Uli Kunz
Zur Folge "Palau – Inselwelten des Pazifiks"
Was hat Sie in Palau am meisten fasziniert?
Uli Kunz: Charakteristisch für Palau sind die sogenannten "Rock Islands" im Süden der großen Insel Babeldaob. Die spektakulären, teilweise pilzförmigen Kalksteinfelsen ragen hoch aus dem blaugrünen Meer auf und sind von dichtem Dschungel überzogen.

Gab es während der Drehs in Palau einen Moment unter Wasser, der sich Ihnen besonders eingeprägt hat?
Palau ist bekannt für seine Korallenriffe, die von großen Mantas und vielen Haien besucht werden. Dort tummeln sich naturgemäß auch viele Tauchtouristen. Aber im Inneren der Felseninseln befinden sich sogenannte Meeres-Seen, abgeschlossene Lagunen und Tümpel, die manchmal durch Höhlen betaucht werden können, aber auch teilweise nur durch waghalsige Klettertouren durch steile Korallenfelsen. In diesen Meeres-Seen ist die Zeit stehengeblieben.

Die Gewässer rund um Palau gelten als eines der bestgeschützten Meeresgebiete der Welt. Wie kommt es, dass ein kleiner Staat wie Palau seine Gewässer effektiv schützen kann, während wir das, zum Beispiel bei Nord- und Ostsee, deutlich schlechter hinbekommen?
Die Menschen auf Palau haben einen anderen Bezug zum Meer als wir. Der Großteil des Staates besteht aus Wasser. Die Lebensgrundlage der Menschen ist unter anderem die Fischerei und der Tourismus. Damit wird zwangsläufig ein Bewusstsein entwickelt, dass gesunde Korallen und ein lebender Hai viel mehr wert sind als ein totes Tier.

Welche Bedrohungen für die Unterwasserwelt Palaus sind derzeit am gravierendsten?
Der Klimawandel und der damit verbundene Anstieg der Wassertemperatur sind die größte Bedrohung für die Korallenriffe rund um Palau. Fische scheint es noch viele zu geben, allerdings habe ich keinen Vergleich, wie die Situation vor einigen Jahrzehnten war.

Was war die größte Herausforderung bei den Dreharbeiten unter Wasser?
Als wir die Hochzeit der großen Büffelkopf-Papageifische beobachten wollten, haben wir gemerkt, dass dieses Phänomen schon lange kein Geheimtipp mehr ist: An einem Tag waren wir gleichzeitig mit cirka 100 Tauchern im Wasser. Bei den Mantas im sogenannten German Channel kann das ebenfalls passieren. Wir hatten aber die Möglichkeit, mit unseren lokalen Partnern vor Ort so lange zu warten, bis die Tauchboote wieder weg waren. Auch wenn der Zeitpunkt und die Richtung der Strömung dann vielleicht nicht mehr perfekt waren, konnten wir die Mantas in Ruhe filmen.

Warum ist es so wichtig, Meeresschutzgebiete einzurichten?
In Gebieten, in denen die Fischerei komplett untersagt wird, können sich viele Fischarten und das Leben am Meeresboden wieder erholen. Es ist mehrfach gezeigt worden, dass solche Lebensräume widerstandsfähiger gegenüber den aktuellen Bedrohungen wie Klimawandel und Artensterben sind. Darüber hinaus werden Lebewesen nach ihrer Erholung auch in benachbarte Gebiete wandern. Damit könnte die Fischerei dort wieder nachhaltig betrieben werden. Am Ende haben alle etwas davon. 
Zur Folge "Unser Mittelmeer – Was lebt unter der Oberfläche?"
Welche Begegnung hat Sie im Mittelmeer am meisten beeindruckt?
Im Drehbuch standen drei große Tiere, die im Mittelmeer teilweise stark bedroht sind und nur sehr selten gesehen werden. In der vergleichsweise kurzen Drehzeit an den einzelnen Orten dann Blauhai, Finnwal und die Mönchsrobbe vor den Kameras zu haben, war unbeschreiblich!

Immer wieder sind wir mit negativen Nachrichten konfrontiert: Das Mittelmeer leidet unter dem Klimawandel, unter Umweltverschmutzung, invasiven Arten und Überfischung. Wie dramatisch ist die Situation?
Schlecht. So wie bei fast allen Meeren. Es ist ein vergleichsweise kleines Meer, das nur einen natürlichen Ein- bzw. Ausgang hat und das zu den am stärksten befahrenen Meeren gehört. Zusätzlich kommen hier jedes Jahr Hunderte Millionen Menschen an die Küste. Aber: Wir konnten Organisationen begleiten, die sich für den Schutz von Lebensräumen wie Seegraswiesen einsetzen, die bedrohte Haie und Mönchsrobben erforschen und für die Wanderungen der Finnwale ein Tempolimit für Schnellfähren und Frachtschiffe erreichen wollen. Diese Menschen handeln und möchten das Mittelmeer gesünder machen und damit auch unsere Lebensgrundlage erhalten.

Gibt es auch positive Entwicklungen?
Wir waren bei den Dreharbeiten überrascht, an einer Stelle in Griechenland regelmäßig Mönchsrobben direkt vor der Küste beobachten und filmen zu können. Diese Art ist eines der seltensten Tiere der Welt, im gesamten Mittelmeer leben vermutlich nur 300 bis 500 Tiere. Durch den Schutz erholt sich die Population langsam wieder. Aber das ist nur eine Art …

Viele Urlauber wissen das nicht, aber im Mittelmeer leben verschiedene Haie: Wie viele Arten gibt es im Mittelmeer? Und sind die Haie eine Gefahr für Schwimmer und Wassersportler?
Schreiben wir es so: Die Gefahr, in Deutschland im normalen Straßenverkehr getötet zu werden, ist ein Vielfaches höher als von einem Hai irgendwo auf der Welt gebissen zu werden. Falls man ihn überhaupt zu Gesicht bekommt, denn viele Arten sind so selten geworden. Im Mittelmeer leben Hammerhaie, Blauhaie und auch sogar Weiße Haie.

Welchen Tipp haben Sie für Urlauber ohne Tauchschein, die trotzdem gerne mehr über das Leben unter Wasser erfahren möchten?
An vielen Stellen lässt sich die Unterwasserwelt auch ohne Tauchflasche erkunden. Badehose, Flossen, Tauchbrille und Schnorchel reichen aus. Wer wasserscheu ist und gar nicht nass werden möchte, findet im ZDF-Streaming die Serie "Faszination Wasser" … da steckt viel Wissen drin. Viel Spaß beim Schauen!
Das Interview führte Ricarda Schlosshan, "Terra X".
Bei "ZDF goes Schule" stehen für den Unterricht geeignete Formate, Beiträge mit Creative-Commons-Rechten (OER) sowie für ausgewählte Terra-X-Folgen, Unterrichtsmaterialien zum Download zur Verfügung.