plan b - die Einzeldokus - Darm ohne Scham
Gereizt, gebläht oder verstopft – viele Menschen haben Darmprobleme. Was tun gegen Durchfall oder Bauchschmerzen, und wie legen wir die Scham ab, wenn es um "das große Geschäft" geht?
Online trauen sich immer mehr Betroffene, offen über "das große Geschäft" zu sprechen und Verdauungsbeschwerden zu normalisieren. Auch Carina Speck leidet seit 13 Jahren unter einem Reizdarm. Auf Instagram und TikTok gibt sie Tipps, wie Freizeitaktivitäten und Reisen trotz Magen-Darm-Beschwerden funktionieren können. Ihre stetigen Begleiter: eine Rolle Klopapier in der Handtasche und eine mobile Toilette auf der Rückbank.
Welche Lebensmittel wir zu uns nehmen, spielt eine zentrale Rolle für die Darmgesundheit und somit auch für unser Mikrobiom, den angesiedelten Mikroorganismen im Darm. Das Wachstum von gesunden Darmbakterien können fermentierte Lebensmittel unterstützen: "Viele wissen gar nicht, wie wertvoll Fermentiertes für unsere Darmgesundheit ist – und es schmeckt auch noch", sagt Gerlinde Schuhmann. Gemeinsam mit Tochter Ricarda führt sie im nordrhein-westfälischen Herten Interessierte in die Kunst der Fermentation ein.
Gerät das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht, kann es die Gesundheit beeinträchtigen. Daher arbeitet die Wissenschaft intensiv daran, die Geheimnisse des Mikrobioms weiter zu entschlüsseln – so auch der Gastroenterologe Sebastian Zeißig vom Universitätsklinikum Greifswald, der viele Menschen mit Darmkrebs behandelt. In Deutschland ist es die zweithäufigste Krebserkrankung und tritt meist bei Personen über 50 Jahren auf. Doch auch die Darmkrebsfälle bei jüngeren Menschen sind in den vergangenen 30 Jahren stark angestiegen.