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ZDFmitreden: UN-Klimakonferenz in Belém

Umfrageergebnisse:ZDFmitreden: UN-Klimakonferenz in Belém

Im brasilianischen Belém fand die 30. UN-Klimakonferenz statt. ZDFmitreden nutzte den Anlass, nach Meinungen zum Klimaschutz zu fragen und Zuschauerfragen zum Thema zu sammeln.

Das Bild zeigt einen Flusslauf und den Amazonas-Regenwald von oben.

Der Schutz des Amazonas-Regenwalds war eines der Themen, die auf der UN-Klimakonferenz in Belém diskutiert wurden.

Quelle: Pexels/Tom Fisk

In der Umfrage teilten 22.629 Menschen ihre Meinung. Eine Mehrheit von ihnen sieht sich direkt vom Klimawandel betroffen: Zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) gaben an, dass der Klimawandel bereits Auswirkungen auf ihren Alltag hat. Das restliche Drittel (32 Prozent) erlebt bisher keine Auswirkungen.  

Und auch emotional beschäftigt das Thema viele: 62 Prozent der Teilnehmenden gaben an, dass sie sich durch den Klimawandel bedroht fühlen. 37 Prozent tun dies nicht. 

Wie viel bringen Klimakonferenzen? 

Um den Klimawandel zu bekämpfen, treffen sich zahlreiche Staaten einmal im Jahr zur UN-Klimakonferenz, auf der über Maßnahmen und Beschlüsse zum Klimaschutz verhandelt wird. Die jüngste UN-Klimakonferenz ging gerade im brasilianischen Belém zu Ende.

ZDFmitreden wollte wissen, wie die internationalen Treffen von den Befragten bewertet werden. Die Antworten fallen gespalten aus: Eine Hälfte der Befragten (49 Prozent) glaubt, dass die UN-Klimakonferenzen einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz leisten, die andere Hälfte (48 Prozent) stimmt dem nicht zu. 

Einfluss von Lobby-Gruppen stößt auf Kritik 

Kritisch gesehen wird etwa der Einfluss von Lobbygruppen auf die internationalen Treffen. So finden 85 Prozent der Befragten, dass Lobbygruppen aus Industriestaaten und Ölländern einen zu großen Einfluss auf die UN-Klimakonferenzen haben. 10 Prozent sehen das nicht so. 

Ein weiterer Kritikpunkt ist das Prinzip der Einstimmigkeit, das für die Abschlussdokumente der UN-Klimakonferenzen gilt. Dieses besagt, dass eine gemeinsame Abschlusserklärung nur zustande kommt, wenn kein Land ein Veto einlegt. Das Prinzip der Einstimmigkeit finden nur 13 Prozent der Befragten sinnvoll. Eine deutliche Mehrheit von 81 Prozent lehnt es hingegen ab.  

Den globalen Süden finanziell zu unterstützen, damit dieser seinen Teil zum Klimaschutz und zu Anpassungen gegen den Klimawandel finanzieren kann, befürworten 65 Prozent der Befragten. 32 Prozent sehen das anders.

Große Mehrheit passt Lebensstil an 

Viele der Befragten geben an, selbst aktiv zu werden, um das Klima zu schonen: 70 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihren Lebensstil angepasst haben, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Fast ebenso viele (69 Prozent) planen, ihren Lebensstil zukünftig (noch) umweltfreundlicher zu gestalten. 

Welche Maßnahmen ergreift die ZDFmitreden-Community genau? Drei Verhaltensänderungen sind unter denen, die ihren Lebensstil bereits angepasst haben, besonders verbreitet: der Kauf von Bio- bzw. regionalen Lebensmitteln (84 Prozent), die Reduzierung des Plastikverbrauchs (82 Prozent) sowie weniger oder gar kein Fleisch zu essen (77 Prozent). Aber auch auf Flüge wird verzichtet (69 Prozent). 

Wie viel können Privatpersonen erreichen?

Gleichzeitig unterschieden sich die Meinungen, wie viel das Engagement von Privatpersonen tatsächlich zum Klimaschutz beiträgt. Die eine Hälfte der Befragten (44 Prozent) schätzt den Einfluss von Privatpersonen auf den Klimaschutz als groß oder eher groß ein, während die andere Hälfte (54 Prozent) glaubt, dass Privatpersonen nur wenig oder eher wenig zum Klimaschutz beitragen können.

Größere Einigkeit herrscht hingegen bei der Frage, wie verantwortlich der Mensch insgesamt für den Klimawandel ist: 50 Prozent Befragten sehen den Einfluss des Menschen auf den Klimawandel als sehr hoch an, 22 Prozent als hoch und 10 Prozent als eher hoch. Insgesamt betonen also 82 Prozent der Befragten den Einfluss der Menschen auf das Klima. 

Berichterstattung wird eher kritisch bewertet 

ZDFmitreden fragte die Teilnehmenden auch nach ihrer Meinung zur medialen Berichterstattung über den Klimawandel. Dabei werden mehrere Kritikpunkte deutlich. So finden zwei Drittel (62 Prozent) der Befragten, dass die gesellschaftlichen und sozialen Folgen des Klimawandels von den Medien nicht ausreichend beleuchtet werden. Zufrieden sind in diesem Punkt nur 22 Prozent der Befragten, während 12 Prozent finden, dass zu viel über die gesellschaftlichen und sozialen Folgen des Klimawandels berichtet wird. 

Ähnlich sieht es aus, wenn es um die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels geht. Über dieses Thema sollte laut 61 Prozent der Befragten stärker berichtet werden, während 24 Prozent in diesem Punkt zufrieden sind. Bereits zu viel Berichterstattung dazu sehen in diesem Punkt 11 Prozent. 

Mit der Einbeziehung von Expertinnen und Experten in die Berichterstattung sind etwas mehr Leute zufrieden. Hier geben 35 Prozent der Befragten an, die Berichterstattung genau richtig zu finden. 47 Prozent wünschen sich jedoch, dass Expertinnen und Experten stärker berücksichtigt werden, während 12 Prozent der Meinung sind, dass zu dem Thema bereits zu viele Expertinnen und Experten zu Wort kommen.  

Einstellungen haben sich kaum geändert 

Im Jahr 2023 hat ZDFmitreden schon einmal eine ähnliche Befragung zu den Themen Klimawandel und Klimaschutz durchgeführt. Um vergleichen zu können, inwieweit sich Einstellungen seitdem verändert haben, hatte ZDFmitreden einen großen Teil der Fragen in der aktuellen Umfrage genauso gestellt wie in der Umfrage von 2023. 

Dabei wird deutlich: Auffällige Unterschiede zwischen den aktuellen Ergebnissen und denen von 2023 gibt es nicht. Vielmehr erweist sich das Meinungsbild als insgesamt äußerst stabil. Wo es Abweichungen gibt, liegen sie in der Regel im Bereich von wenigen Prozentpunkten. 

Das sagt die Redaktion 

Außerdem wurden die Befragten eingeladen, Fragen zu stellen, die sie zum Thema Klimaschutz und Klimakonferenz haben. Eigene der zahlreichen Fragen, die die ZDFmitreden-Community zum Thema hatte, nahmen die ZDF-Umweltredaktion und die Redaktion "NANO" bei 3sat mit zur UN-Klimakonferenz nach Brasilien.

Cathérine Kipp, Leiterin der ZDF-Umweltredaktion, sagt: 
"Die Rückmeldung der ZDFmitreden-Community bestärkt uns, die globalen Zusammenhänge tiefer zu beleuchten und die Frage 'Was hat das mit mir zu tun?' in den Fokus zu stellen. Das haben wir bei unserer Amazonas-Reise umgesetzt." 

Auch Gregor Steinbrenner aus der 3sat-Redaktion "NANO" bedankt sich für die aktive Beteiligung: 
"Wir haben die Fragen aus der ZDFmitreden-Community wunderbar nutzen können und die Klimaexperten damit konfrontiert." 

In der Live-Sendung "NANO Spezial" wurden einige der Fragen direkt beantwortet.

Die Befragung fand im Oktober 2025 statt.

Quelle: ZDFmitreden; Daten anhand soziodemografischer Merkmale gewichtet für die deutsche Bevölkerung ab 16 Jahren. Keine Zufallsstichprobe, daher nicht bevölkerungsrepräsentativ.

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