Newsletter ZDF-Fernsehrat:Von Olympia-Begeisterung und der Bedeutung des Breitensports
Fernsehrätin Kerstin Holze über die Sportberichterstattung des ZDF
"Das ZDF hat es geschafft, die Faszination der Olympischen Spiele zu transportieren" erklärt Fernsehrätin Kerstin Holze mit Blick auf das jüngste sportliche Großereignis und seine Präsenz im ZDF. Aber auch Formate außerhalb der Highlights lobt sie.
Fernsehratsmitglied Kerstin Holze
Quelle: ZDF/Andreas Reeg#Fernsehrat: 2026 folgt ein sportliches Großereignis auf das nächste. Nach Handball-EM und Olympischen Winterspielen laufen derzeit die Paralympischen Winterspiele. Wie bewerten Sie die Berichterstattung des ZDF über die Olympischen Winterspiele in Norditalien - auch im Hinblick auf die Ausweitung des Online-Streamings?
Kerstin Holze: Mein Fazit fällt sehr positiv aus. Das ZDF hat es geschafft, die Faszination der Olympischen Spiele zu transportieren und hat für die beeindruckenden Leistungen der Athletinnen und Athleten des deutschen Teams die passende Bühne bereitgestellt. Die Reichweiten im linearen TV, aber auch im Online-Streaming belegen eindrucksvoll, wie groß die Begeisterung für Olympische Spiele in Deutschland ist. Ich finde es mehr als erfreulich, dass auch das Streaming-Angebot des ZDF immer besser angenommen wird und auch hier neue Rekorde gebrochen worden sind. Über das Streaming lässt sich die wahre Vielfalt des olympischen Sports noch besser darstellen.
#Fernsehrat: Seit einiger Zeit bietet das ZDF schon im Vorfeld solcher Großereignisse aufwändige Dokumentationen über Athleten und ihre Disziplinen, etwa zum Handball, Biathlon oder Bobsport. Sehen Sie darin einen Mehrwert gegenüber den Doku-Serien über Sport-Events und Idole, die die Streaming-Anbieter mit deutlich höheren Budgets umsetzen?
Holze: Für mich ist vor allem erst einmal wichtig, den Athletinnen und Athleten und dem Sport eine Bühne zu geben. Ihre Geschichten zu erzählen, andere für den Sport zu begeistern und so auch Menschen zu inspirieren, sich selbst mehr zu bewegen. Dabei halte ich beide Formate – die langfristiger angelegte Dokumentation über Athleten und Disziplinen als auch Doku-Serien über Sport-Events und Idole – für geeignet, und jedes dieser Formate hat seine ganz eigene Faszination.
#Fernsehrat: Neben Spitzensport kümmert sich das ZDF um den Breitensport. Inwieweit kommt dieser aus Ihrer Sicht angemessen im Programm vor?
Holze: Es ist enorm wichtig, auch dem Breitensport Sichtbarkeit zu geben. An die Basis zu gehen, in die Vereine zu schauen, um die für die Gesellschaft so wichtige Arbeit zu zeigen. Da geht es nicht nur darum, gemeinsam Sport zu treiben, sondern dort wird aktiv Demokratie gestaltet. Und unsere Sportvereine stehen vor großen Herausforderungen, die ebenfalls sichtbar gemacht werden müssen. In Formaten wie dem "ZDF Morgenmagazin" oder auch dem "ZDF-Mittagsmagazin" gibt es für dieses Thema wichtige Sendeflächen.
#Fernsehrat: Durch eine weiterentwickelte Produktionsweise und neue Produktionsformen konnten bis zu 20 Prozent des Aufwands gegenüber den Vorjahren eingespart werden. So gibt es mehr Gemeinschaftsproduktionen von ARD und ZDF, die Remote-Produktion aus dem National Broadcast Center (NBC) in Mainz reduziert den Aufwand am jeweiligen Austragungsort. Wie bewerten Sie diese Weiterentwicklung?
Holze: Aus Sicht des Beitragszahlers ist diese Entwicklung wichtig und richtig, denn der Kostendruck steigt und es macht immer Sinn, Synergien zu schaffen und Kosten zu sparen. Ich bin auch überzeugt davon, dass dies für die Zukunft der richtige Weg ist. Gleichzeitig darf man nicht unterschätzen, wie wichtig es ist, die Atmosphäre vor Ort einzufangen, mit den Athletinnen und Athleten direkt sprechen zu können und so auch Geschichten zu finden, die man sonst nicht gefunden hätte. Daher wird es auch immer Vor-Ort-Reporter und Teams geben müssen.
Zur Person: Kerstin Holze vertritt als Vizepräsidentin des Deutschen Olympischen Sportbundes den DOSB im Fernsehrat. Sie ist Mitglied im Ausschuss Chefredaktion. Als Oberärztin arbeitet sie an einer Klinik in Schwerin.