Ausbau von Barrierefreiheit auch im Streaming

Newsletter ZDF-Fernsehrat:Ausbau von Barrierefreiheit auch im Streaming

Fernsehrat Matthias Belafi zur Barrierefreiheit beim ZDF.

Auf den unterschiedlichen Ausspielwegen des ZDF sieht Matthias Belafi noch große Unterschiede bei der Barrierefreiheit. Insofern sei es wichtig, in allen Bereichen des ZDF, auch im Streaming, Barrierefreiheit weiter auszubauen. Das tue das ZDF mit seinem Entwicklungsplan "Access 2028". Fernsehrat Matthias Belafi, der die Katholische Kirche Deutschland im Fernsehrat vertritt, sieht gesellschaftliche Teilhabe als zentrale Aufgabe für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Porträt ZDF-Fernsehratsmitglied Dr. Matthias Belafi

ZDF-Fernsehratsmitglied Dr. Matthias Belafi.

Quelle: ZDF/Andreas Reeg

#Fernsehrat: Mit dem Entwicklungsplan "Access 2028" will das ZDF für mehr Barrierefreiheit bei seinen Angeboten sorgen. Wie sehen Sie das ZDF zurzeit hinsichtlich Barrierefreiheit aufgestellt.

Matthias Belafi: Im Hinblick auf Barrierefreiheit steht das ZDF heute schon ganz gut da, aber es gibt auch noch viel Potential. Das Bessere ist der Feind des Guten. Insofern muss es gerade für einen öffentlich-rechtlichen Sender Ansporn sein, in diesem Bereich noch besser zu werden. Denn es geht hier um gesellschaftliche Teilhabe und damit um eine zentrale Aufgabe, zu der auch der Bereich der Medien einen wichtigen Beitrag leisten kann und soll.

Gerade auf den unterschiedlichen Ausspielwegen gibt es heute noch große Unterschiede bei der Barrierefreiheit. Insofern ist es wichtig, in allen Bereichen des ZDF, auch beim Streaming, die barrierefreien Angebote weiter auszubauen. Und genau das tut das ZDF mit dem Entwicklungsplan "Access 2028".

Verantwortung
:Barrierefreie Angebote im ZDF

Jeder soll ohne Einschränkungen Filme genießen, Nachrichten verstehen und Wissenswertes erfahren können.
Nahaufnahme zweier sich berührender Hände, die vorsichtig ineinandergreifen. Die Szene steht für Vertrauen, Hilfe und den Zugang zu barrierefreien Angeboten.

#Fernsehrat: Unter dem Aspekt der Teilhabe baut das ZDF die Untertitelung und Audiodeskription seiner Programme stark aus. Derzeit wird unter anderem die Audiodeskription für das Satireformat ZDF heute-show getestet. Wie bewerten Sie das?

Belafi: Grundsätzlich ist es sehr begrüßenswert, dass die Audiodeskription im ZDF weiter ausgebaut wird. Insofern ist es natürlich auch gut, die ZDF heute-show prominent einzubeziehen. Sie ist ein beliebtes Format, in dem politische und gesellschaftliche Entwicklungen satirisch aufgearbeitet werden. Wenn in Zukunft aufgrund der Audiodeskription noch mehr Menschen diesem Format folgen können, dann ist das ein Beitrag zur Stärkung des öffentlich-rechtlichen Auftrags zu Information, Demokratie, aber auch Unterhaltung.

#Fernsehrat: Bei der Produktion von barrierefreien Angeboten wird auch auf KI gesetzt. Wo sehen Sie hier Chancen und Herausforderungen?

Belafi: Die Produktion von barrierefreien Angeboten ist ein wunderbar geeignetes Anwendungsfeld für KI. Natürlich gibt es hier Anlaufschwierigkeiten, die aber durch Training der KI-Anwendungen sicher überwunden werden können. Dass gerade auch Live-Übertragungen mithilfe von Künstlicher Intelligenz mit Untertiteln ergänzt werden können, zeigt, welche Chancen in diesem Bereich liegen und welche Erleichterung die KI mit sich bringen kann.

Ganz besonders beeindruckend finde ich die Entwicklung eines Avatars für Deutsche Gebärdensprache, der bis 2030 kommen soll. Wenn man nach Chancen der KI fragt: Hier liegen sie auf der Hand, denn mit KI wird hier ein wichtiger Beitrag zu Inklusion und gesellschaftlicher Teilhabe geleistet.

OrganisationFernsehratsvorlage Barrierefreiheit
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#Fernsehrat: Barrierefreiheit soll die Nutzung für alle, also das Publikum insgesamt, vereinfachen und verbessern. Wo steht das ZDF auf diesem Weg, und was unterscheidet ihn beim Ausbau der Barrierefreiheit als öffentlich-rechtlicher Sender im Vergleich zu Wettbewerbern?

Belafi: Gerade im Vergleich mit privaten Sendern hat das ZDF beim Thema Barrierefreiheit die Nase vorn. Ich finde das für einen öffentlich-rechtlichen Sender aber auch angemessen. Die öffentlich-rechtlichen Sender haben einen besonderen Auftrag, zum Zusammenhalt der Gesellschaft beizutragen. Und wenn das ZDF für alle da sein soll, dann müssen auch alle von den Sendungen profitieren können. Insofern ist Access 2028 ein wichtiger Schritt, den Auftrag des ZDF zu verwirklichen und dem Ziel eines ZDF für alle nachzukommen.

Zur Person: Dr. Matthias Belafi vertritt die Katholische Kirche in Deutschland im ZDF-Fernsehrat. Der studierte Politikwissenschaftler leitet seit 2023 das Katholische Büro Bayern. Zuvor war er als Geschäftsführer der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz sowie als Referatsleiter in der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen tätig. Im ZDF-Fernsehrat ist Matthias Belafi Mitglied im Programmausschuss Chefredaktion und im Programmausschuss Programmdirektion.

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