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Hannes Jaenicke: Im Einsatz für Vögel

Es ist still geworden in Deutschland. Das ist nicht nur ein Gefühl, sondern erschreckende Realität – wie neue Zahlen zum Vogelsterben zeigen.

Beitragslänge:
42 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 15.08.2024

Hannes Jaenicke in weiteren Einsätzen

Der Vogelbestand in Deutschland ist bedroht

Heute hat es sich vielerorts ausgezwitschert, unsere heimischen Vogelbestände befinden sich in dramatischem Sinkflug. Für die neue Folge der mehrfach preisgekrönten Reihe "Hannes Jaenicke: Im Einsatz für ..." sucht der Schauspieler und Umweltschützer nach Antworten.

Warum müssen jetzt Vögel bei uns ums Überleben kämpfen? Wie konnte es so weit kommen? Hannes Jaenicke trifft sich mit Deutschlands renommiertestem Vogelforscher Professor Peter Berthold am Bodensee. Der Wissenschaftler zeichnet ein beunruhigendes Bild: "Wenn man es auf einen menschlichen Patienten überträgt, dann leiden Vögel an einer lebensbedrohlichen Erkrankung."

Der Beginn einer ökologischen Katastrophe

Hannes Jaenicke sitzt neben dem Vogelexperten Prof. Peter Berthold auf einer Bank im Grünen.
Der Hausgarten von Prof. Berthold ist ein wahres Vogelparadies.
Quelle: ZDF/Markus Strobel

Zu einer alarmierenden Risikogruppe gehört in Deutschland zum Beispiel die Familie der Feldvögel. Ihr Bestand ist in den letzten Jahren teilweise um 90 Prozent zurückgegangen. Der Grund: Auf modernen Ackerflächen finden sie keinen geeigneten Lebensraum mehr. Aber nicht nur der verschwindet, durch die intensive Landwirtschaft fehlt auch das Nahrungsangebot. Monokulturen sind anfällig für Schädlinge - diese werden mit massivem Gifteinsatz ausradiert. Die Folge: Ein massives Insektensterben. Das hat auch Konsequenzen für uns.

Für Vogelforscher Professor Berthold ist klar: "Den Vögeln fehlt das Futter. Uns fehlen demnächst die Insekten für die Bestäubung. Und insofern ist das der Beginn einer ökologischen Katastrophe." Hannes Jaenicke will herausfinden, wie das Insektensterben gestoppt werden kann.

Jeder kann einen Beitrag leisten

Doch nicht nur die Agrarindustrie ist gefordert. Jeder Einzelne von uns kann einen Beitrag leisten. Die Gestaltung von Innenhöfen, Grünstreifen, Balkonen, Gärten und Hausfassaden spielt eine große Rolle beim Vogelschutz. Genauso wie unser Konsumverhalten bei Lebensmitteln. Hannes Jaenicke befragt dazu verschiedene Experten und zeigt, wie vielversprechende Lösungsansätze aussehen können.

Bei seinem Einsatz für Vögel besucht Hannes Jaenicke auch die Mauerseglerklinik in Frankfurt am Main - eine europaweit einmalige Einrichtung. Klinikleiterin Dr. Christiane Haupt und ihr Team sind im Dauereinsatz für ihre gefiederten Patienten. Manche hatten Unfälle an Häusern, mit Autos oder Stromleitungen. Oder wurden Opfer von Katzen. Die Mauerseglerklinik kümmert sich um jede Verletzung: Brüche werden operiert, Schockzustände behandelt und sogar Federn transplantiert. Jeder Vogel bekommt eine Chance.

Kampf um jedes einzelne Tier

Ein Singvogel hat sich komplett in einem Fangnetz verheddert. Im Hintergrund blauer Himmel und Bäume.
Republik Zypern: Eine Mönchsgrasmücke ist beim Flug in den Süden gefangen im Netz von Vogelwilderern.
Quelle: ZDF/Markus Strobel

Auch in der Republik Zypern wird um jeden einzelnen Vogel gekämpft: Der südliche Teil der Insel ist ein wichtiger Rastplatz für Zugvögel, gleichzeitig auch einer der europäischen Hotspots der illegalen Vogeljagd. Hannes Jaenicke ist dort mit Vogelschützern der deutschen Stiftung "Pro Artenvielfalt" und dem "Komitee gegen Vogelmord" unterwegs. Das Team kämpft bereits seit vielen Jahren gegen die illegale Vogel-Wilderei. Über zwei Millionen Vögel verenden in der Republik Zypern jährlich in Fangnetzen und klebrigen Fallen, den Leimruten. Der Grund: Profitgier. Auf Zypern gelten Singvögel als Delikatesse. Mit ihnen lässt sich auf dem Schwarzmarkt viel Geld verdienen.

Hannes Jaenicke begleitet die Vogelschützer bei den gefährlichen Einsätzen. Ihre Mission: Vogelfallen aufspüren, diese abbauen und noch lebende Vögel befreien. Initiator Roland Tischbier von "Pro Artenvielfalt": "Wir haben enorm Druck. Die Wilderer werden immer aggressiver. Es ist ganz klar, es ist ein Kampfplatz. Es ist nicht lustig und erfordert eine Menge an Zivilcourage und Stehvermögen."

Eines macht Hoffnung: Vögel haben viele engagierte Unterstützer.

Und dann wird vielleicht wieder etwas lauteres Gezwitscher am Himmel erklingen.

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