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Im Bann der Astrologie

Faszination Universum mit Harald Lesch

Bestimmen die Sterne unser Schicksal? Wissenschaftler widersprechen entschieden. Und doch hält sich der Glaube an die Astrologie seit Jahrtausenden. Astrophysiker Harald Lesch stellt die Thesen der Astrologen auf den Prüfstand.

Videolänge:
43 min
Datum:
29.09.2019
:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 29.09.2029

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Auch wenn sich heutige Wissenschaftler distanzieren: Die westliche Astrologie hat einst als seriöse Wissenschaft begonnen, sie geht zurück auf die Babylonier, die schon vor etwa 3.000 Jahren Himmelserscheinungen beobachteten und dokumentierten. Sie definierten die uns bekannten Sternzeichen, und ihr Leitsatz „Wie im Himmel, so auch auf der Erde“ gilt in der Astrologie noch heute.

Ursprünge in der Antike

Im Laufe der Zeit wurde die babylonische Himmelskunde von anderen Kulturen übernommen und erweitert. So ordneten die Griechen der Antike die Sternzeichen den vier Elementen Wasser, Feuer, Luft und Erde zu. Im alten Rom ließen sich nicht mehr nur die Herrscher, sondern auch wohlhabende Bürger persönliche Horoskope erstellen. Auch in China fragen die Menschen seit jeher die Sterne um Rat. Im Gegensatz zu westlichen Horoskopen steht für Chinesen allerdings nicht jeder Monat, sondern jedes Jahr in einem anderen Zeichen.

Sternbilder kreisen um Erde (Grafik)
Aristoteles ordnete den Tierkreiszeichen die vier Elemente zu. Fortan galten zum Beispiel die Feuerzeichen – Schütze, Widder und Löwe – als temperamentvoll.
Quelle: ZDF

Harald Lesch lässt sich von einer Astrologin sein Horoskop erstellen – und erfährt dabei viel über sich selbst, vor allem aber über die Bedeutung der Astrologie. Für die Erstellung eines persönlichen Horoskops ist es wichtig, an welcher Himmelsposition sich die Planeten zum Zeitpunkt der Geburt befanden. Die zugehörigen Berechnungen sind so kompliziert, dass Astrologie lange nur von himmelskundigen Gelehrten betrieben werden konnte. Bis ins 17. Jahrhundert waren Astronomen immer auch Astrologen.

Astrologie contra Astronomie

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Wallenstein ließ sich von Johannes Kepler persönliche Horoskope erstellen.
Quelle: imagno

Für die christliche Kirche stand die Astrologie im Widerspruch zum Glauben an nur einen allumfassenden Gott. Martin Luther, der wichtigste Vertreter der Reformation im 16. Jahrhundert, lehnte die „Sternenkücker“, wie er die Astrologen verächtlich nannte, ab. Aber ausgerechnet sein engster Mitstreiter Philipp Melanchthon war ein bekennender Astrologieanhänger. Der renommierte Theologe lehrte sogar das Fach Astrologie an der Universität zu Wittenberg.

Auch nach der Reformation blieb Astrologie populär, selbst unter anerkannten Wissenschaftlern. Der Astronom und Mathematiker Johannes Kepler etwa finanzierte im 17. Jahrhundert seinen Lebensunterhalt mit der Erstellung von Auftragshoroskopen. Der große Feldherr Wallenstein ließ sich regelmäßig von ihm die Zukunft aus den Sternen lesen. Auch wenn Kepler noch an eine universelle Harmonie des Universums glaubte, deutete sich in ihm bereits die Spaltung von Astrologie und Astronomie an. Doch in den persönlichen Horoskopen erkannte Kepler eine Komponente, die bis heute wirksam ist: Psychologie.

Wie die Sterne wirklich stehen

Aus wissenschaftlicher Sicht spricht ein schwer wiegendes Argument gegen die Astrologie: Die Sterne eines Sternbilds sind viele, manchmal Hunderte Lichtjahre voneinander entfernt, das sind Zehntausende Milliarden Kilometer. Und nur von der Erde beziehungsweise von unserem Sonnensystem aus betrachtet stehen sie zufällig in derselben Himmelsregion, sie gehören jedoch nicht zusammen. Einzig aus unserer Perspektive ergibt sich eine Konstellation. Ändert man die Perspektive, verschwindet das Sternbild. Die folgende Galerie zeigt, wie die Sterne der Tierkreiszeichen wirklich am Himmel stehen.

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