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Ein Staat geht – Abschied von der DDR

Film von Christin Köppen

328 Tage bleiben der DDR, nachdem die Mauer gefallen war. Es sind Monate, in denen sich die Ereignisse überschlagen, in denen sich das Leben von 16 Millionen Menschen fundamental verändert.

43 min
43 min
01.10.2020
01.10.2020
UT
UT
Video verfügbar bis 01.10.2021

Vieles, was in 40 Jahren DDR aufgebaut wurde, gilt schlagartig als Auslaufmodell. Die Geschwindigkeit des Wandels überrascht, verunsichert, löst auch Ängste aus. Manche klammern sich weiter an das Vergehende. Andere sehen im Umbruch ihre große Chance.

Es sind Geschichten wie die von Barbara Egler: Gemeinsam mit ihrem Mann eröffnet sie noch vor der Einführung der D-Mark den ersten "Quelle"-Shop der DDR im thüringischen Weida. Der einst von seinem Auftrag als Grenzoffizier überzeugte Erich Petke hingegen muss nun dabei mithelfen, die Mauer abzubauen.

Manche DDR-Bürger träumen von einem "Dritten Weg" zwischen Kapitalismus und Sozialismus und gründen in Dresden sogar ihren eigenen "Staat" - die "Bunte Republik Neustadt". Was für die einen wie Anarchie anmutet, sehen andere als Ausdruck der Befreiung und neuer Perspektiven. So wird aus der Krankenschwester Leticia Koffke die erste und gleichzeitig letzte Miss DDR, später sogar die gesamtdeutsche Miss Germany.

Auch für andere erfüllen sich jetzt große Träume, wie für Andreas Thom. Fußballmanager Reiner Calmund schickt damals einen Kollegen undercover in die Kabine der DDR-Nationalmannschaft. Er will den Spitzenspieler für Bayer Leverkusen verpflichten und lockt ihn mit einer halben Million DM pro Jahr.

Doch längst nicht alle haben so viel Glück. Viele Ost-Betriebe werden liquidiert. Am Ende sind Millionen Menschen ohne Arbeitsplatz. Wut, Verzweiflung und Resignation stauen sich bei den Verlierern des Umbruchs auf.

Die Dokumentation erzählt persönliche Geschichten und stellt sie in den politisch-historischen Zusammenhang. Dabei kommen Menschen zu Wort, die sich zu den Gewinnern der "Wende" zählen und solche, die das Gefühl haben, im Strudel der Ereignisse abgehängt worden zu sein. Historiker ordnen die Geschehnisse vor 30 Jahren ein. So entsteht ein facettenreiches Bild einer Zeit, die bis heute in vielen Lebensläufen nachwirkt.

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