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Letzte Instanz - Urteile über Leben und Tod

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  • 2026

1977 entführt die RAF Hanns Martin Schleyer. Muss der Staat Terroristen nachgeben, um Leben zu retten? Ein Nervenkrieg, der das Bundesverfassungsgericht vor eine dramatische Entscheidung stellt.

Letzte Instanz - Urteile über Leben und Tod

1977 entführt die RAF Hanns Martin Schleyer. Muss der Staat Terroristen nachgeben, um Leben zu retten? Ein Nervenkrieg, der das Bundesverfassungsgericht vor eine dramatische Entscheidung stellt.

"Letzte Instanz – Urteile über Leben und Tod": Montage: Ein Richter mit Barett und in roter Robe sitzt mit dem Rücken zum Betrachter in abgedunkelter Umgebung in einem Bürosessel am Schreibtisch und blickt zur Seite. Das Gesicht ist nicht erkennbar. Hinter ihm liegen zwei Schwarz-Weiß-Fotos: Ein Flugzeug der Lufthansa steht auf einer Sandpiste, daneben befindet sich das Gesicht von Hanns Martin Schleyer mit einem handgeschriebenen Schild mit der Aufschrift "Seit 31 Tagen" und dem Kennzeichen der Rote-Armee-Fraktion an der Wand hinter ihm. Das Kennzeichen besteht aus der Umrandung eines fünfzackigen Sterns mit dem Schriftzug RAF darin und einem dazwischenliegenden Maschinengewehr.
Oktober 1977: Arbeitgeberpräsident Schleyer ist Geisel der RAF; die Regierung will sich nicht erpressen lassen. Seine letzte Hoffnung: Karlsruhe. Die Richter sollen entscheiden: Muss sich der Staat auf einen Deal mit Terroristen einlassen, um Schleyer zu retten? Die Zeit drängt.

Verantwortung für jedes einzelne Leben der Bürger

Immer wieder steht das Bundesverfassungsgericht vor der Entscheidung: Leben schützen, ja! Aber um welchen Preis? Es klingt so einfach und klar: Die Menschenwürde ist unantastbar; Leben ist das höchste Gut. Aber was, wenn Leben gegen Leben steht oder gegen Selbstbestimmung und Freiheit? In Karlsruhe beginnt dann der Kampf der Argumente. Und für die Richterinnen und Richter auch ein innerer Kampf um ethische und moralische Grundsätze. Sie nämlich haben das letzte Wort.

Der Film rekonstruiert den Eilantrag der Familie des Entführungsopfers Hanns Martin Schleyer, die Nachtverhandlung in Karlsruhe und das Ringen um die Verantwortung des Staates für jedes einzelne Leben seiner Bürger. Hanns-Eberhard Schleyer, der Sohn des Entführten, führt als Zeitzeuge zurück in einen historischen Ausnahmezustand: Das Hoffen und Bangen der Familie zu Hause und das juristische Duell mit der Bundesregierung vor Gericht unter dem Zeitdruck eines Ultimatums der Entführer. Und die Situation spitzt sich noch weiter zu. Während die Rote Armee Fraktion Schleyer gefangen hält, geraten auch Menschen an Bord der Lufthansa-Maschine "Landshut" in die Gewalt von Terroristen. Es ist die wohl dramatischste Nacht in der Geschichte des Verfassungsgerichts.

Zeitzeugen und Experten

Mit Spielszenen, Archivmaterial und Stimmen von Zeitzeugen, den ehemaligen Verfassungsrichtern Susanne Baer und Andreas Voßkuhle sowie ZDF-Rechtsexpertin Sarah Tacke verdichtet der Film den spannungsgeladenen Entscheidungsprozess der Karlsruher Richter vor dem Hintergrund der nervenzerreißenden Entwicklungen im Terror-Herbst 1977.

Die ZDF-Dokumentation von Peter Dörfler blickt zum 75. Geburtstag des Bundesverfassungsgerichts auf dessen einzigartige Rolle als Hüter des Grundgesetzes und letzte Instanz auch für Entscheidungen über Würde, Leben und Freiheit.
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