ZDF
Artwork Unter Dinos

Unter Dinos - Geheimnisse der Urzeit

ZDF
Unter Dinos - Geheimnisse der Urzeit

Dinosaurier gelten oft als aggressive Einzelgänger. Neue Forschungen zeigen Erstaunliches über das Sozialverhalten der Urzeit-Giganten. Die Terra X/BBC-Dokureihe analysiert die Forschungsergebnisse.

Terra X
Artwork Macht der Götter

Dinosaurier gelten oft als aggressive Einzelgänger. Neue Forschungen zeigen Erstaunliches über das Sozialverhalten der Urzeit-Giganten. Die Terra X/BBC-Dokureihe analysiert die Forschungsergebnisse.

Terra X - Unter Dinos

Staffel 1

Welche Dinosaurierarten haben in Herden gelebt? Welche Raubsaurier jagten in Rudeln? Haben sich Dinosaurier um ihre Jungen gekümmert? Wie genau sah ihr Balzverhalten aus? Für eine neue Forschergeneration rücken diese Fragen immer stärker in den Fokus ihrer Wissenschaft. Sie möchte nicht nur wissen, wie groß Dinosaurier waren und wie sie anatomisch korrekt aussahen, sondern sie interessieren sich viel stärker für das mögliche Sozialverhalten der Giganten. Neu entdeckte Fossilien und moderne Forschungsmethoden ermöglichen komplexere Antworten auf diese Fragen als je zuvor.
"Terra X" begleitet in "Unter Dinos – Geheimnisse der Urzeit" Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an einige der zurzeit größten und spannendsten Ausgrabungsstellen der Welt und ist dabei, wenn sie auf Basis der Entdeckungen und Erkenntnisse ungewöhnliche Fundsituation interpretieren und mögliche Biografien der toten Titanen rekonstruieren.
In jeder der sechs Folgen wird die Geschichte eines Dinosauriers erzählt, basierend auf dem Wissen, das die Forschenden anhand seiner Fossilien erlangen konnten. Dabei werden die Tiere mittels modernster CGI zum Leben erweckt und mit aktuellen Ausgrabungen verwoben. Die Erstellung der VFX-Dinosaurier war ein sehr aufwendiger Prozess, der insgesamt zweieinhalb Jahre in Anspruch nahm. Die prähistorischen Protagonisten sind: Triceratops, Spinosaurus, Albertosaurus, Lusotitan, Gastonia und Pachyrhinosaurus.

Dino-Wissen

Die Nicht-Vögel-Dinosaurier beherrschten die Erde 140 Millionen Jahre lang. 
Der zeitliche Abstand zwischen dem Lusotitan, der ältesten vorgestellten Art, und dem Triceratops, der jüngsten vorgestellten Art, beträgt etwa 80 Millionen Jahre – ganze 14 Millionen Jahre länger als der Abstand zwischen dem Triceratops und dem Menschen.
Vögel sind nicht nur die Nachfahren von Dinosauriern ‒ sie sind selbst Dinosaurier. Genauer gesagt, Theropoda-Dinosaurier, der Zweig, zu dem Giganten wie T. rex und Spinosaurus gehören.
Dank der Fortschritte in der Paläontologie und Paläobiologie weiß man heute mehr über Dinosaurier als je zuvor – in einigen Fällen sind Haut, Pigmente und sogar innere Organe erhalten. Dies ermöglicht es den Wissenschaftlern, sich ein vollständigeres Bild davon zu machen, wie diese Tiere aussahen.
Von vielen Dinosauriern weiß man heute, dass sie Federn hatten. Der Albertosaurus in Folge 3 ist mit pelzähnlichen Federn bedeckt, was man dank fossiler Belege von verwandten Arten, die diese Details perfekt erhalten haben, vermuten kann. Der neun Meter lange Tyrannosaurus aus China, Yutyrannus, hatte ein zotteliges Fell und ist derzeit das größte bekannte gefiederte Tier.

Fakten zur Paläontologie

Wie lange dauert es, ein Dinosaurierfossil vollständig freizulegen und zu reinigen?
Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel von der Art des Gesteins, der Größe des Fossils und der Umgebung. Manchmal wird ein Fossil auf natürliche Weise erodiert und liegt auf dem Boden – bereit, eingesammelt zu werden. In anderen Fällen kann es in besonders hartem Gestein und unter schwierigen Bedingungen Jahre dauern, bis die Fossilien ausgegraben und anschließend gereinigt sind. Der in Folge 5 gezeigte Utahraptor-Block ist ein solches Beispiel: Zehn Jahre nach seiner Ausgrabung und 3.500 Stunden Präparationsarbeit später wird er noch immer bearbeitet.
Woher wissen Wissenschaftler anhand der Fossilien, wie Dinosaurierarten aussahen?
Es ist schwierig, anhand von Fossilien zu erkennen, wie ein Dinosaurier aussah, aber Wissenschaftler können auf verschiedene Arten nach Beweisen suchen. Erstens können sie die Knochen auf Muskel- oder Keratinansatzpunkte untersuchen, die deutliche Abdrücke auf den Knochen hinterlassen und auf Bereiche hindeuten, die stärker bemuskelt oder mit Keratinschichten bedeckt waren. Zweitens können Forscher nach Spuren von Hautabdrücken suchen, die Aufschluss darüber geben, ob ein Dinosaurier schuppig, gefiedert oder etwas dazwischen war. Manchmal enthalten Haut- oder Federfossilien sogar versteinerte Pigmentzellen, die es ermöglichen, die Farbe bestimmter Dinosaurier zu erkennen. Schließlich nutzen Wissenschaftler die vergleichende Anatomie, also jene Wissenschaft, die die Anatomie ausgestorbener Tiere mit der ihrer modernen Gegenstücke vergleicht, um zu sehen, wie moderne Tiere mit ähnlichen Merkmalen aussehen. Diese Informationen können sie dann auf ausgestorbene Dinosaurier übertragen, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie sie ausgesehen haben könnten.
Wie hat sich die Paläontologie im Laufe der Jahrzehnte entwickelt?
Die Paläontologie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch weiterentwickelt, und die Technologie hat dabei eine wichtige Rolle gespielt. Das digitale Scannen von Fossilien ermöglicht es, sie zu untersuchen und 3-D-Modelle zu erstellen, ohne das Originalmaterial zu beschädigen, und Details zu entdecken, die sonst unbekannt geblieben wären. Auch die Fortschritte in der Mikroskopie haben entscheidend dazu beigetragen, dass Wissenschaftler noch feinere Details in den Knochen untersuchen können.
Welche früheren Ansichten über Dinosaurier haben sich im Zuge des wissenschaftlichen Fortschritts geändert?
Eine der wichtigsten Erkenntnisse, die in jüngster Zeit in Bezug auf Dinosaurier gewonnen wurden, ist die Tatsache, dass viele Arten wahrscheinlich Federn hatten – in der Reihe werden auch ein "wuscheliger" Albertosaurus und ein voll befiederter Utah-Raptor gezeigt. Es wird immer deutlicher, dass Dinosaurier dynamische, komplexe Tiere waren: Sie hatten offenbar ausgefeilte Raubtiertaktiken, ein kompliziertes Balzverhalten und interessante Kommunikationsmethoden.