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Persischstunden

Um dem Tod durch die SS zu entgehen, gibt sich der jüdische Geflüchtete Gilles als Perser aus und erfindet eine Fantasiesprache, als er den Hauptsturmführer Koch unterrichten soll.

Videolänge:
126 min
Altersbeschränkung:
FSK 12
Datum:
14.01.2022
:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 14.02.2022, in Deutschland

Als Gilles von Koch neben dem Unterrichten und langen Küchendiensten bald zudem zum Gefangenenprotokollant ernannt wird, gestaltet sich das Aufrechterhalten seiner Scheinidentität immer schwieriger. Zumal ihm ein Aufseher auf die Schliche zu kommen droht.

Im Jahr 1942 gerät der belgische Rabbinersohn Gilles (Nahuel Pérez Biscayart) im besetzten Frankreich in die Fänge eines SS-Erschießungskommandos, kann sich aber dank eines zuvor durch Tausch erworbenen Märchenbuches als Perser ausgeben und retten. Denn der auswanderungswillige Kommandant eines nahe gelegenen Durchgangslagers, Hauptsturmführer Klaus Koch (Lars Eidinger), möchte Persisch lernen, weshalb er dem ihm überstellten Gilles anordnet, ihn in seiner vermeintlichen Muttersprache zu unterrichten.

Des Persischen nicht mächtig, sieht sich Gilles gezwungen, eine Fantasiesprache zu entwickeln, wobei er die Namen der Lagerinsassen umdichtet, zu deren Protokollierung ihn Koch neben täglichen Küchendiensten bald befördert.

Die Wahrung seiner falschen Identität gerät für Gilles nicht nur durch seine steigende Arbeitslast und die zunehmend komplexer werdende Sprachschöpfung in Gefahr, sondern überdies durch den von Beginn an misstrauischen Rottenführer Max Beyer (Jonas Nay). Dieser konspiriert mit der durch Gilles' Beförderung degradierten Elsa Strumpf (Leonie Benesch) gegen den Gefangenen.

Die belarussisch-deutsch-russische Coproduktion "Persischstunden" des in Kanada ausgebildeten ukrainischen Regisseurs Vadim Perelman basiert auf der Erzählung "Erfindung einer Sprache" (1977) von Wolfgang Kohlhaase und feierte 2020 Premiere auf der Berlinale.

In den Hauptrollen spielen mit dem bereits zuvor im europäischen Kino aktiven, multilingualen Argentinier Nahuel Pérez Biscayart ("Vor der Morgenröte", "120 BPM") und Lars Eidinger ("25 km/h", "Nahschuss") die beiden Wunschschauspieler Perelmans erstmals zusammen. In den Nebenrollen setzt "Persischstunden" mit Schauspieltalenten wie Jonas Nay ("Wir sind jung. Wir sind stark.") oder Leonie Benesch ("Babylon Berlin") verstärkt auf deutsche Nachwuchsdarsteller*innen.

Ähnlich wie Roberto Benignis Filmklassiker "Das Leben ist schön" (1997) nähert sich "Persischstunden" mit einer einzigartigen Mischung aus einem berührenden Drama und Momenten ins Groteske reichender (Situations-)Komik seinem herausfordernden Handlungsort eines nationalsozialistischen Gefangenenlagers. Dieses wird seitens der Filmschaffenden mit großem Authentizitätsstreben bis hin zu den lokalen Hierarchien nachgezeichnet, wobei dem Film das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof im Elsass als Vorlage diente.

Auf eine ungleich intelligente Art und Weise setzt sich Perelmans Film insbesondere in seinem berührenden Ende mit dem Thema des Erinnerns auseinander und kommt in der empathievollen Darstellung seines Hauptprotagonisten einer Verbeugung vor dem menschlichen Überlebenswillen nahe.

Als durchaus mutig mag die Entscheidung des Regisseurs angesehen werden, auch den von Lars Eidinger verkörperten Antagonisten für das Publikum emotional verschiedentlich greifbar zu machen. Nach eigenen Aussagen Perelmans vertieft jedoch gerade dieser Miteinbezug menschlicher Qualitäten – und das Wissen um diese – die Grausamkeit der im "Dritten Reich" verübten Verbrechen.

Darsteller

  • Gilles - Nahuel Pérez Biscayart
  • Hauptsturmführer Klaus Koch - Lars Eidinger
  • Rottenführer Max Beyer - Jonas Nay
  • Elsa Strumpf - Leonie Benesch
  • Jana - Luisa-Céline Gaffron
  • Paul - David Schütter
  • Kommandant - Alexander Beyer

Stab

  • Regie - Vadim Perelman
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