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Zurück zur Freundlichkeit

Der Kampf gegen den Hass

von Jenny Roller-Spoo und Eva-Maria Gfirtner

Mehr Hass, mehr Wut und weniger Respekt: Beleidigungen sind Normalität im Netz und auch im Alltag. Doch es gibt Wege zurück zu mehr Freundlichkeit in unserer Gesellschaft.

30 min
30 min
24.10.2020
24.10.2020
UT - DGS
UT - DGS
Video verfügbar bis 24.10.2021

Philipp Schmidt und seine Mitstreiter vom Magdeburger Verein KINDness e.V. glauben fest daran. Sie setzen sich für mehr Nettigkeit ein. Mit kleinen Gesten wollen sie für bessere Stimmung in der Stadt sorgen.

Eine dieser kleinen Gesten ist eine unangekündigte Aktion für die Straßenbahn- und Busfahrer der Stadt. Ganz spontan sagen die freundlichen Magdeburger Vereinsmitglieder "Danke" - mit Postkarten und einer süßen Überraschung. "Die Aktion soll Leute daran erinnern, dass es schöner ist in einer Gesellschaft, wenn man wohlwollend miteinander umgeht", sagt Philipp Schmidt.

Der Umgang ist rauer geworden, das empfinden nicht nur die Mitglieder vom Magdeburger Verein KINDness e.V. so, sondern auch die Mehrheit der 30- bis 59-Jährigen in der Bevölkerung. Laut einer Studie des Allensbacher Instituts für Demoskopie glauben 81 Prozent, dass die Aggressivität in der Gesellschaft zunehme, 68 Prozent beklagen mangelnden Respekt.

Die Fähigkeit, sich in andere hineinfühlen zu können, müssen Kinder sehr früh erlernen, sonst fehlt sie ihnen als Erwachsene. Hier setzt die bundesweit tätige Initiative B.A.S.E.-Babywatching an. Grundschüler lernen Empathie mithilfe eines Säuglings. Die Mutter besucht mit ihrem Kind die Klasse. Die Schüler sollen lernen, die Gefühle des Babys zu deuten. Wie geht es dem Kind? Ist es glücklich, hat es Angst? Die Fähigkeit der Empathie schafft die Basis für ein gutes Miteinander in der Gesellschaft.

Wenig Verständnis, aber umso mehr Hass erlebte die Göttingerin Madita Oeming. Die Kulturwissenschaftlerin wurde Opfer eines Shitstorms im Netz. Nach einer Vorankündigung ihres Seminars zu Pornostudien in Berlin wurde sie online von einer Welle mit Beschimpfungen überrollt. "Selbst mir ist das passiert, die ich einfach nur Dozentin an einer Uni bin, keine Politikerin, keine berühmte Persönlichkeit", so Madita Oeming. Hilfe fand sie beim Verein HateAid, der Opfer von Hassattacken im Netz betreut und anwaltlich berät.

Immer mehr Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften befassen sich mittlerweile mit dem Thema "Hass im Netz". Die strafrechtliche Aufarbeitung ist mitunter schwierig. Das erlebt Oberstaatsanwalt Dr. Benjamin Krause von der ZIT in Frankfurt am Main, der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internet- und Computerkriminalität in Hessen. Jede Woche erhält er Hunderte Anzeigen wegen Hasskommentaren.

"plan b" begleitet Menschen, die sich gegen den Hass in der Gesellschaft und für mehr Freundlichkeit und Respekt im täglichen Miteinander einsetzen.

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