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Verschwörungstheorien - Erfundene Wahrheiten?

Richard David Precht im Gespräch mit Prof. Harald Lesch, Physiker, Philosoph und ZDF-Moderator „Leschs Kosmos“

Die erste Mondlandung hat nie stattgefunden, Nine-Eleven war das Werk der CIA und Kondensstreifen vergiften uns. Verschwörungstheorien haben Hochkonjunktur. Vor allem im Netz.

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44 min
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09.04.2018
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UT
Video verfügbar bis 28.04.2023

Warum aber suchen immer mehr Menschen ihr Heil in Verschwörungstheorien? Das will Richard David Precht vom Physiker, Philosophen und ZDF-Moderator Professor Harald Lesch wissen.

Gleichgesinnte sind im Netz leicht zu finden

Was ist Wahrheit? Über Jahrtausende hatten die meisten Menschen wenige Chancen etwas darüber zu erfahren. Wahrheit war, was die Herrschenden, insbesondere die Kirche, als solche ausgab. Deshalb wurden Verschwörungstheorien in früheren Zeiten auch meist von den Mächtigen in die Welt gesetzt, um eigene zweifelhafte Handlungen zu legitimieren oder erwünschte Feindbilder zu installieren. Ob Hexenverfolgung, Papisten-Verschwörung und Freimaurertum damals oder Antisemitismus, Islamphobie und Gülen-Bewegung in unserer Zeit – stets geht es darum, durch „alternative Fakten“ die Realität nach eigenem Gusto zu manipulieren.

Heute entstehen Verschwörungstheorien eher in den Reihen verunsicherter und misstrauischer Bürger, die besonders in Krisenzeiten hinter komplexen und schwer nachvollziehbaren Ereignissen übermächtige und teuflische Drahtzieher vermuten, die die Menschen vornehmlich aus Macht- und Habgier hinters Licht führen wollen. Dabei bietet ihnen – anders als früher – das Internet eine ideale Kommunikations- und Verbreitungsplattform. Man findet fast immer Gleichgesinnte, die den eigenen Glauben bestärken, und vermeintliches mediales Beweismaterial kann gleich tausendfach im Netz geteilt werden.

Gesunde Skepsis oder Realitätsverlust?

Doch warum trauen heute immer weniger Menschen den offiziellen Wahrheiten? Ist es die Ohnmacht der Abgehängten und Verunsicherten? Oder befeuern die immer häufiger aufgedeckten "echten" Verschwörungen, man denke an die Bankenkrise oder die Abgasmanipulationen, die Bereitschaft, an noch viel abwegigere Theorien zu glauben, fragt Precht seinen Gast Prof. Harald Lesch. Haben Verschwörungstheoretiker nur eine gesunde und begründete Skepsis, oder leiden sie allesamt an Realitätsverlust?

Und wie passen Verschwörungstheorien in unser aufgeklärtes 21. Jahrhundert? Braucht der Mensch trotz Aufklärung und dem hohen Stellenwert der Vernunft irgendein emotionales, wenn nicht gar irrationales Gegengewicht? Ein Narrativ, dass die undurchschaubare Welt begreifbar macht? Einen Mythos, der die eigene Rolle im Weltgeschehen aufwertet?

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Videolänge:
5 min
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