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Per Rad in die Römerzeit

Polly Lohmann erforschte römische Graffiti in Pompeji und reiste per Rad zu antiken Stätten zwischen Frankreich und Tunesien.

8 min
8 min
11.06.2021
11.06.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 12.06.2026

Als Kuratorin der Antikensammlung der Uni Heidelberg produziert Polly Lohmann mit Studierenden Videos für YouTube und nutzt Blogs und Podcasts.

Mit dem Rad nach Tunesien

Mit ihren 34 Jahren gehört die Heidelberger Archäologin zu den jungen Wissenschaftlerinnen, denen vieles im Leben geglückt ist. Sie promovierte über Graffiti in Pompeji und hat vor Ort darüber geforscht, wer die kleinen Texte damals gekritzelt hat und was das Ziel dieser Botschaften an den Wänden war. Immerhin 5.000 sind in der gut erhaltenen Ruinenstadt dokumentiert, die 79 n. Chr. im Ascheregen des Vesuvs innerhalb weniger Stunden unterging.

Nach ihrer Promotion erhielt Polly Lohmann ein Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts und durfte damit ein Jahr lang antike Stätten erkunden. Weil sie überzeugte Radfahrerin ist, machte sie sich 2017 gemeinsam mit einer guten Freundin per Pedale auf den Weg Richtung Tunesien. Es war eine anstrengende, aber auch schöne Reise, berichtet sie, auf der sie Entfernungen hautnah erlebte und viele antike Baudenkmale und Ruinen aus der Römerzeit erkunden konnte.

Antikensammlung der Uni Heidelberg

Unterwegs erreichte sie ein spannendes Job-Angebot der Uni Heidelberg. Dort arbeitet sie inzwischen als Kuratorin der Antikensammlung. Die wurde bereits 1848 gegründet und umfasst rund 9.000 Original-Objekte aus griechischer, römischer und etruskischer Zeit. Zur Sammlung gehören aber auch große Objekte in Form von Gipskopien, denn in den Zeiten, in denen weniger gereist werden konnte, war dies der einzige Weg, die Schönheit der klassischen Kunstwerke mit eigenen Augen zu erleben.

In den vergangenen Jahren hat Polly Lohmann gemeinsam mit anderen daran gearbeitet, historische Funde von einem Siegesdenkmal aus dem rumänischen Adamklissi in der Heidelberger Heuscheuer neu zu präsentieren. Und weil sie findet, dass die sogenannten „kleinen Fächer“ wie die Archäologie ihren Elfenbeinturm verlassen sollten, produziert sie gemeinsam mit ihren Studierenden Filme für YouTube, die etwa Öllampen der Antike erklären. Sie ist aktive Bloggerin und nutzt Instagram und Podcasts für ihre Öffentlichkeitsarbeit. Hautnah, analog und digital – so sieht er aus, der Alltag der Archäologin Polly Lohmann.

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