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Entdeckungen auf dem Theatertreffen 2019

Die Suche nach dem großen WIR

Gestandene Schauspieler beim Stage Diving in den Zuschauersaal. Selbstbewusstes Erben-Outing im Publikum. Rauchen erlaubt. Beim diesjährigen Theatertreffen überraschten die eingeladenen Inszenierungen vor allem mit ihrem Mut zum Event.

Beitragslänge:
37 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 31.05.2020

Reporterin Nina Sonnenberg testet den von der Theatertreffen-Jury versprochenen Theaterrausch und besucht für 3sat „Dionysos Stadt“, das zehnstündige Marathonstück von Regisseur Christopher Rüping. Wird Nina dem Zauber des Dionysischen verfallen, den schon Nietzsche beschrieben hat als „wonnevolle Verzückung, die beim Zerbrechen des principii individuationis aus dem innersten Menschen emporsteigt“? Oder wird es doch eher ziemlich qualvoll – zehn Stunden auf den engen Sitzen der Berliner Festspiele? Die Luft wird auf jeden Fall nicht besser mit der Zeit...

An den Münchner Kammerspielen und auch beim Theatertreffen ist das Antiken-Event ein großer Publikumserfolg und wird als eine "Wiederentdeckung der Geselligkeit in der Kunst" gefeiert. Sehnt sich der moderne Mensch in seiner Vereinzelung nach einem echten „Wir“, nach einem kollektiven Erlebnis? Und wenn ja – wo könnte man dieses besser heraufbeschwören als im Theater?

Auch das Performancekollektiv „She She Pop“ stellt mit ihrem Stück „Oratorium“ die Frage nach dem „Wir“. In einer „kollektiven Andacht“ muss sich das Publikum einzelnen Gruppen zuordnen, sortiert nach ihrem Besitz. Über Geld spricht man nicht? Jetzt schon. Und übers Erben erst recht. Dazu deklamieren die ZuschauerInnen Texte im Chor, der ja schon im antiken Theater für die breite Masse der Gesellschaft stand. Mal sehen, was noch vom Gemeinschaftsgefühl übrig ist, nachdem erst mal die Vermögensverhältnisse geklärt wurden.

Und auch das Geschlechterverhältnis wird in diesem Jahr neu verhandelt und geklärt. Erstmals hat jetzt die Leiterin des Theatertreffens, Yvonne Büdenhölzer, eine Frauenquote ausgerufen. 50% der Inszenierungen sollen in den kommenden zwei Jahren von Regisseurinnen stammen. Eine Einschränkung für die Jury? Oder ein Befreiungsschlag in der Theaterszene? Zumindest ein Grund mehr für die meist männlichen Intendanten in Deutschland, den weiblichen Nachwuchskräften in der Regie mal mehr als nur das Kinder- und Weihnachtsstück anzuvertrauen.

„Starke Stücke“ ist der Slogan unter dem 3sat seit 1996 vom Theatertreffen überträgt. Stark sind in diesem Jahr alle zehn ausgewählten Inszenierungen. Nur das Wort „Stücke“ trifft es kaum noch. Unter den zehn eingeladenen bemerkenswertesten Inszenierungen gibt es nicht einen Dramentext, der nicht wiederum selbst noch einmal überschrieben wurde. Stattdessen: Starke Bilder und starke Erlebnisse. Furioses Schauspieltheater, wie in Thorsten Lensings Romaninterpretation „Unendlicher Spaß“. Umwerfende chorische Wucht, wie in Ulrich Rasches Maschinentheater „Das große Heft“. Zauberhaft vernebelte Bilder, wie in „The Girl From The Fog Machine Factory“ von Thom Luz. Beredtes Schweigen wie in Anna Bergmanns Drehbuch-Adaption „Persona“.

Kollektive Erlebnisse, die gibt es auch im Club. Poetische Bilder? Kann auch das Kino. Anregung fürs Gehirn findet man am besten in Texten und pure Emotion in der Musik. Aber alles zusammen? Das kann nur das Theater!

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