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Queer Cinema

Der erste schwule Film weltweit erscheint 1919 in Deutschland. Seitdem haben sich deutsche Filmemacher*innen immer wieder mit dem Thema Queer beschäftigt. Die Dokumentation schaut auf 100 Jahre deutsche, queere Filmgeschichte.

37 min
37 min
17.07.2021
17.07.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.07.2022, in Deutschland, Österreich, Schweiz

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Ein Stummfilm macht den Anfang, viele Filme, Skandale und Debatten sollten folgen. Die Darstellung queerer Protagonist*innen verändert sich stark über die Jahre, ebenso die Rezeption der Filme. Die Dokumentation skizziert nicht nur die Debatten von damals, sondern ebenso aktuelle Diskurse.

Der deutsche Stummfilm "Anders als die Andern §175“, der als erster Film der Welt Homosexualität offen behandelt, wird bereits kurz nach dem Erscheinen verboten. Er gilt als die Geburtsstunde des Queer Cinema. Etwa 50 Jahre später löst Rosa von Praunheim mit seinem Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ einen Skandal aus, wegen seiner Darstellung schwulen Lebens. 2020 wird Faraz Shariat für seinen zum Teil autobiografischen Film "Futur Drei“ gefeiert, in dem queer nicht mehr das Hauptthema ist, sondern mit einer Beiläufigkeit erzählt wird. Während dieser Zeitspanne erscheinen in Deutschland immer wieder Filme, die sich mit Homo- und Transsexualität beschäftigen. Das Thema wächst und verändert sich mit der gesellschaftlichen Debatte darüber. Die Filme sind ein Spiegel dessen, wie die Gesellschaft mit transidentischen, homosexuellen und queeren Menschen umgeht. Zudem sind sie oft ein mutiges Plädoyer für mehr Toleranz und Offenheit in jener Zeit, als gleichgeschlechtliche Liebe noch mit Gefängnis bestraft wurde. Die Dokumentation macht sich auf die Suche nach Meilensteinen dieser Entwicklung und fragt: Wie queer war, ist und wird das deutsche Kino in Zukunft sein? Die Frage ist berechtigt: Anfang Februar haben sich 185 deutsche Schauspieler*innen unter dem Hashtag #actout kollektiv als lesbisch, schwul, bi, queer, nicht-binär oder trans geoutet. Sie fordern damit mehr Anerkennung für unterschiedliche sexuelle Orientierungen und Geschlechter-Identitäten und zugleich mehr Sichtbarkeit in Film und Fernsehen. Bei der Kampagne geht es nicht nur um queer, sondern um Vielfalt allgemein.

In der Dokumentation kommen Regisseur*innen, Film- und Fernsehwissenschaftler*innen, Schauspieler*innen und Journalist*innen zu Wort, unter anderem:

Rosa von Praunheim: LGBTQIA+-Aktivist und Filmemacher und so zu sagen "Godfather des German Queer Cinema“. Sein Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ von 1971 sowie er selbst gelten bis heute als treibende Kraft der Lesben- und Schwulenbewegung der 1970er Jahre in Deutschland.

Faraz Shariat: Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent. Sein zum Teil autobiografisch geprägtes Spielfilmdebüt "Futur Drei“ feiert im Februar 2020 im Rahmen der Berlinale seine Premiere. Für den Film erhält Shariat den First Steps Award 2019 als bester abendfüllender Spielfilm und wird mit dem Teddy Award 2020 als "Bester Spielfilm“ ausgezeichnet.

Manuela Kay: Journalistin, Autorin und Verlegerin der queeren Magazine SIEGESSÄULE und L-MAG. Kay ist neben Axel Schock Autorin des Buches "Out im Kino. Das lesbisch-schwule Filmlexikon“ (2003), ein bis dato einzigartiges Nachschlagewerk, das Filme mit homosexueller Thematik bis Ende 2003 erfasst. Kays journalistische Schwerpunktthemen sind unter anderem lesbische Kultur, Sexualität und Film.

Außerdem kommen die Regisseurin und Drehbuch-Autorin Angelina Maccarone sowie die Schauspieler Rick Okon und Brix Schaumburg zu Wort.

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