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Oper – ein teures Missverständnis?
  • 25.09.2026

Während Milliarden in Neubauten und Sanierungen fließen, verliert die Kunstform immer mehr an Zustimmung, Inszenierungen polarisieren. Hat die Oper noch Zukunft?

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Oper – ein teures Missverständnis?

Während Milliarden in Neubauten und Sanierungen fließen, verliert die Kunstform immer mehr an Zustimmung, Inszenierungen polarisieren. Hat die Oper noch Zukunft?

Katty Salié im Zuschauerraum der frisch renovierten Kölner Oper.
Kaum eine Kunstform wird so heftig infrage gestellt und zugleich leidenschaftlich verteidigt wie die Oper. In Deutschland existieren mehr als 80 öffentlich finanzierte Opernhäuser, ein Drittel aller Opernhäuser weltweit. Oper ist kulturelles Aushängeschild – und finanzpolitisches Reizthema.

Wiedereröffnung der Kölner Oper

Katty Salié ist dabei, wenn die Kölner Oper nach über einem Jahrzehnt Sanierung wiedereröffnet wird. Aus den ursprünglich angedachten 250 Millionen Euro Umbaukosten sind rund 1,4 Milliarden geworden. Kaum ein Projekt steht so sinnbildlich für kommunale Planungsprobleme, den Kampf um Kulturfinanzierung und die Frage, für wen Oper heute überhaupt gemacht wird. Eine Bestandsaufnahme zwischen Baustellen und Bühnen, Traditionspflege und Innovation, Regietheater und Nachwuchshoffnung.
Auch Tobias Kratzer, der neue Intendant in Hamburg möchte zu seiner ersten Spielzeit zeigen, "was Oper alles kann". Gelingt es ihm, mit einer innovativen Programmierung und neuen Inszenierungen Oper aus der Nische zurück ins Herz der Stadt zu holen? Kann er die Oper mit neuen Ideen wieder für mehr Menschen in der Stadt relevant machen?

Neue Opernzugänge, Experimente, junge Künstler

In Amsterdam passiert das schon seit zehn Jahren. Dort denkt man ganz anders über Oper und Musiktheater nach als in Deutschland. 50 Prozent der Projekte sind Experimente, die Menschen ansprechen sollen, die sonst keine klassischen Operngänger sind. Das gelingt vor allem mit dem "Opera Forward Festival", das seit zehn Jahren neue Werke, Experimente und junge Künstler ins Zentrum rückt und die Oper in die Stadt hinein öffnet. Aber auch mit Künstlern wie Jakub Józef Orliński, der nicht nur ein fantastischer Countertenor ist, sondern auch ein Meister im Breakdance. Amsterdam zeigt, wie Musiktheater jenseits des klassischen Repertoires aussehen kann – und welches Publikum es erreicht.
Für den Dirigenten Iván Fischer stellt sich allerdings die Frage: Darf Oper Museum sein – oder muss sie sich permanent neu erfinden? Er sieht sich umzingelt von der "Regietheatermafia" und befürchtet, dass diese zum Untergang des Genres führen könnte.

Stab

  • Moderation - Katty Salié