plan b - die Einzeldokus - Die Klimaretter
Mithilfe von Wissenschaftlern der Technischen Universität Berlin ließ Gratzel seine ökologische Lebensbilanz berechnen und in eine Schadenssumme umwandeln: Weit über 200.000 Euro an Ökoschäden hatte er durch seinen Lebensstil auf der Erde verursacht. Der Hauptteil davon waren CO2-Emissionen durch Autofahrten und Flüge.
Das wollte Dirk Gratzel wieder gutmachen und kaufte einen alten Kohleschacht im Ruhrgebiet. Der Beton musste weichen für Bäume und Gräser – so wie es sie früher vermutlich dort gab. Das Wachstum der Pflanzen entzieht der Atmosphäre CO2, und es entsteht neuer Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten.
Den Wert der Wiedergutmachung haben die Forschenden aus Berlin berechnet. Er steigt Jahr für Jahr. Mittlerweile hat Geschäftsmann Gratzel gemerkt, dass sich auch andere Menschen nach ökologischer Wiedergutmachung sehnen und sein persönliches Ökobilanz-Projekt zum Geschäftsmodell entwickelt: "Unternehmen, die mit der Beseitigung von Umweltschäden Profit erwirtschaften, sind das Beste, was der Erde passieren kann."
Auch Nachhaltigkeitsexperte Robert Gerlach aus Berlin setzt im Kampf gegen die Umweltkrise auf die Kraft der Natur. Er hat das Potenzial von Böden entdeckt und bezahlt mit seiner Firma Landwirte dafür, dass sie die Bodenbearbeitung verändern – hin zu gesünderer Erde. Regenerative Landwirtschaft heißt sein Konzept. Das Geld für die Landwirte sammelt er bei Unternehmen ein, die erkennen, dass wirtschaftlicher Wohlstand nicht länger zu Lasten des Planeten gehen darf.
Der Baseler Wissenschaftler Stephan Gutzwiller möchte mit einem neuen Heizsystem dafür sorgen, dass unsere Atmosphäre sauberer wird. Pyrolyse nennt sich sein Verfahren. Dabei entsteht beim Verbrennen von Biomasse, wie zum Beispiel Holzschnitzel, eine Kohle, die CO2 auf ewig speichert und Nährstoffe abgibt. Diese Kohle kann von Landwirten und Gärtnereien in die Erde eingelagert werden.