Früchte billig - Anbau problematisch
Die Erdbeerernte wird vielerorts von Saisonkräften verrichtet. Die Arbeit ist hart, der Lohn gering. Und abgesichert sind die wenigsten von ihnen: Als Starkregen und Überschwemmungen zu Beginn des Jahres die Ernte verzögerten, gab es auf vielen Plantagen keine Arbeit und damit auch kein Geld. Meist sind die Pflückerinnen und Pflücker in einfachen Holzhütten untergebracht – ohne Strom und sanitäre Anlagen.
Abfälle landen oft auf wilden Deponien. Genauso wie die aus dem Folienanbau stammenden Kunststoffabfälle, die achtlos in der Natur entsorgt werden. Für die Umwelt ist aber nicht nur der Plastikmüll ein Problem: Es ist auch der Durst der Erdbeeren. Ihr hoher Wasserbedarf wird teilweise durch illegale Brunnen gedeckt, mit der Folge, dass der Grundwasserspiegel im Umfeld des Nationalparks Doñana sinkt. Das sensible Feuchtgebiet ist bereits seit Jahren von Wasserknappheit bedroht. Trotz alledem: Das Geschäft mit Erdbeeren boomt.
Hohe Kosten - Sterbende Höfe
Doch nicht nur frische Erdbeeren sind gefragt: Auf Social Media werden gefriergetrocknete Erdbeeren als vermeintlich gesunder Snack angepriesen. Unerwähnt bleibt meist: Ihre Herstellung ist energieintensiv. Und gesund sind sie wegen des hohen Zuckergehalts auch nicht unbedingt. Dazu kommt: Die Rohware stammt häufig aus Nicht-EU-Ländern, etwa aus der Türkei oder China. Über ihre genaue Herkunft bleiben Konsumentinnen und Konsumenten oft im Unklaren.
Die Erdbeere ist längst kein reines Saisonprodukt mehr. Vielmehr ist sie inzwischen eine global gehandelte Ware, deren Anbau und Verarbeitung vielerorts Probleme macht.
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Redaktion: Birgit Hermes
Leitung der Sendung: Cathérine Kipp