Quinoa gilt als Superfood: eiweißreich, glutenfrei, beliebt nicht nur bei Vegetariern. Das genügsame Anden-Kraut wird sogar in Deutschland angebaut. Die starke Nachfrage birgt aber auch Probleme.
Von der Nutzpflanze zum Superfood
In Bolivien wächst die anspruchslose Nutzpflanze, wo kaum ein anderes Kraut überleben kann: auf der trockenen Erde rund um die große Salzwüste, die Salar de Uyuni im Südwesten des Landes. Doch die große Nachfrage nach dem Korn war Segen und Fluch zugleich: "Der Boden hat sich durch die Art des Anbaus verschlechtert. Während des Booms wurden chemische Düngemittel und Maschinen eingesetzt", erklärt Javier Delgado. Inzwischen sei rund die Hälfte der bolivianischen Böden kaputt, durch falsche Anbaumethoden einfach komplett ausgelaugt, so der Bodenforscher.
Bauern kämpfen gegen ausgelaugte Böden
Glutenfreies Quinoa-Bier aus Deutschland
Nazgol Emrani, Professorin an der Universität Kiel, arbeitet daran, die Andenquinoa an längere Tage und kürzere Sommer anzupassen, sodass die Pflanze auch in nördlichen Breiten bestens gedeiht. Andere Quinoa-Sorten mit einem noch geringeren Nährstoff- und Wasserbedarf könnten vermehrt in Afrika angebaut werden. Vor allem in Zeiten des Klimawandels könnten sie einen echten Unterschied machen.
"Genuss mit Beigeschmack" zeigt, wie Quinoa vom Inka-Kraut zum internationalen Superfood heranwachsen konnte. Und die Folgen daraus für die bolivianischen Bauern.
Team
Kamera: Henning Rütten
Schnitt: Henning Rütten
Redaktion: Sven Brandhuber, Birgit Hermes
Leitung der Sendung: Cathérine Kipp