Ein Tag in Bologna Thumb
Ein Tag in ...
ZDF

Ein Tag in ... - Ein Tag in Bologna 1752 - Die Physikerin Laura Bassi

Ein Tag in ...
Ein Tag in Bologna 1752 - Die Physikerin Laura Bassi
ZDF
Ein Tag in ...
Ein Tag in Bologna 1752 - Die Physikerin Laura Bassi

Laura Bassi ist Europas erste Philosophie-Professorin und die erste Frau weltweit, die einen Blitzableiter bauen will. Ihre Kollegen halten das für verrückt und boykottieren ihren Plan.

Terra X
Artwork Ein Tag in...
Ein Tag in Bologna 1752 - Die Physikerin Laura Bassi

Laura Bassi ist Europas erste Philosophie-Professorin und die erste Frau weltweit, die einen Blitzableiter bauen will. Ihre Kollegen halten das für verrückt und boykottieren ihren Plan.

Bologna feiert seinen Superstar Laura Bassi. Als sie mit 21 Jahren die Doktorwürde erhält, beschließt sogar der Papst, die talentierte Forscherin zu fördern. Trotzdem muss sich Laura immer wieder in der von Männern dominierten Welt der Wissenschaft durchsetzen.

Ehrgeiziges Projekt

Laura Bassi ist keine Frau, die viel auf Konventionen gibt. Ein Zeitgenosse hat einmal über sie geschrieben: "Sie fürchtet sich vor niemandem." 1752 ist die Naturphilosophin fest entschlossen, am Turm der Universität von Bologna einen Blitzableiter anzubringen. Bologna mit seinen vielen Kirch- und Geschlechtertürmen ist besonders anfällig für Blitzschäden. Doch die Erfindung des Blitzableiters ist relativ neu, wenig erprobt und selbst in Wissenschaftskreisen umstritten. Auch Lauras männliche Kollegen halten ihren Plan für gefährlich, wenn nicht sogar für unverantwortlich.

Laura Bassi lässt sich davon nicht abschrecken. Sie weiß aber, dass sie die mächtigsten Männer der Stadt auf ihre Seite bringen muss. Am besten wäre es, wenn nicht nur der Magistrat und der Vorstand der Universität, sondern auch der Legat des Papstes ihr ehrgeiziges Projekt unterstützen würden.

Anerkennung auch als Physikerin

So brillant Laura auch ist – als Frau werden ihr oft Steine in den Weg gelegt. Zwar erhält sie mit nur 21 Jahren die Doktorwürde und eine Professur für Philosophie an der Universität von Bologna, doch sie muss darum kämpfen, in den Leitungszirkel der Naturwissenschaftlichen Akademie aufgenommen zu werden. Dabei trägt sie wesentlich zur Verbreitung der damals noch jungen Experimentalphysik bei, steht in ständigem Austausch mit den größten Denkern und Universitäten ihrer Zeit und kennt die wichtigsten Forschungsarbeiten.

Trotz ihrer Dreifachbelastung als Mutter, Ehefrau und ordentliche Professorin vertieft sie sich in das Thema Elektrizität und wagt schließlich das gefährliche Experiment mit einem Blitzableiter-Modell. Dazu hat sie die wichtigsten Entscheidungsträger Bolognas in ihr Heimlabor eingeladen. Der Ausgang des Versuchs entscheidet nicht nur über die Zukunft ihres Projekts, sondern auch über die Anerkennung ihrer Verdienste als Physikerin.

Expertenstatements zur Doku

Prof. Beate Ceranski, Professorin für Geschichte der Naturwissenschaften und Technik der Universität Stuttgart und Fachberaterin der Bologna-Folge ...

... zu Frauen in der Wissenschaft im Italien des 18. Jahrhunderts
"Im 18. Jahrhundert und auch im folgenden Jahrhundert ist die Universität Bologna ein – wie man heute sagen würde – männlicher Raum. Die Möglichkeit, dass Frauen Teil dieser Gemeinschaft werden könnten, war bei der Gründung und Festlegung der Statuten schlichtweg undenkbar."

... zum Forscherehepaar Bassi-Verati
"Die Heirat mit Giuseppe Verati war sicherlich eine der wichtigsten Entscheidungen in Laura Bassis Leben – sowohl für ihre Karriere als auch für die Sicherung ihrer sozialen Position. Giuseppe Verati war Mediziner und Naturphilosoph. Genau wie Laura Bassi begeisterte er sich für die Erforschung der Natur. Berichte der Akademie dokumentieren sogar unter anderem Forschungen, die sie gemeinsam zur Elektrizität durchgeführt haben."

... zu Laura Bassi zwischen Familie und Karriere
"Bemerkenswert ist, dass Laura Bassi ihre Vorlesungen zur Experimentalphysik bei sich zuhause beginnt, mitten in dem, was man eigentlich als "Rushhour der Familienphase" bezeichnen könnte. Also mitten in der Zeit, in der sie Kinder gebiert – insgesamt acht. Insofern sehen wir, dass Laura Bassi höchstwahrscheinlich die gleiche Jonglage hatte von Job, Berufstätigkeit, Forschungswillen, Forschungsfreude und kranken Kindern, wie ihn eine Wissenschaftlerin auch heute hat."

Sendungsinformationen

Ein Tag in Bologna 1752 – Die Physikerin Laura Bassi
Erstausstrahlung ZDF: 20. Oktober 2024

Buch Arne Peisker, Elin Carlsson
Szenenregie Sigrun Laste

Redaktion TV Claudia Moroni
Redaktion Online Michael Büsselberg

Fachberatung
Prof. Dr. Beate Ceranski:
Historisches Institut, Abteilung für Geschichte der Naturwissenschaften und Technik, Universität Stuttgart. Hat ihre Forschungen über Laura Bassi in dem Buch „Und sie fürchtet sich vor niemandem“ veröffentlicht

Zusätzliche Experten im Film
-Prof. Dr. Luisa Cifarelli:
Professorin für Experimentalphysik, ist emeritierte Professorin an der Universität Bologna
-Dr. Sofia Talas:Kuratorin des Giovanni-Poleni-Museums an der Universität Padua, Italien. Forschungsgebiet: Geschichte wissenschaftlicher Instrumente, insbesondere physikalischer Instrumente aus dem 18. bis 20. Jahrhundert
-Prof. Dr. Maria Teresa Guerrini: Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit und Vorstandsmitglied im Kuratorium „Centro Interuniversitario per la Storia delle Università Italiane“
-Prof. Dr. Stefan Tenbohlen: Leiter Institut für Energieübertragung und Hochspannungstechnik an der Universität Stuttgart

Alle Staffeln, alle Folgen