2020 berichten Betroffene öffentlich, dass auf Pornhub auch Videos ohne Einwilligung der darin gezeigten Personen sowie Aufnahmen von Minderjährigen verbreitet worden seien. Die Vorwürfe werfen die Frage auf, wie die Plattform Inhalte kontrolliert und wie sie mit Betroffenen umgeht, die die Löschung solcher Videos verlangen.
Das Geschäft mit privaten Videos
Die Dokumentation beleuchtet das "System Pornhub" und den damaligen Mutterkonzern MindGeek, der seit 2023 unter dem Namen Aylo firmiert. Zum Unternehmen gehören neben Pornhub weitere Plattformen für pornografische Inhalte.
"Das System Pornhub - Schmutzige Geschäfte mit der Lust" zeichnet die Entstehung, Entwicklung und das Geschäftsmodell der Online-Pornografie nach und nimmt eine Branche unter die Lupe, die wesentlich von nutzergenerierten Inhalten geprägt ist. Dabei geht es auch um die Menschen vor der Kamera: Frauen berichten, wie sie mit ihren Inhalten Geld verdienen. Andere erzählen davon, dass Videos ohne ihre Einwilligung veröffentlicht wurden, von ihrem Kampf um deren Löschung und von den psychischen Folgen.
Der Kampf um die Löschung von Videos
Der New Yorker Anwalt Michael Bowe vertritt zahlreiche Betroffene. In der Dokumentation schildert er, welche Schwierigkeiten seine Mandantinnen bei dem Versuch hatten, unerlaubt veröffentlichte Aufnahmen von der Plattform entfernen zu lassen. Auch ein ehemaliger langjähriger Mitarbeiter des damaligen Pornhub-Mutterkonzerns MindGeek kommt zu Wort.
Die Fälle zeigen ein grundsätzliches Problem großer Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten: Wie lässt sich verhindern, dass Aufnahmen ohne Zustimmung der Betroffenen veröffentlicht und weiterverbreitet werden?
Pornhub unter strengeren Regeln
Seit Entstehung der Dokumentation gelten für große Online-Plattformen strengere Regeln. Ende 2023 stufte die Europäische Kommission Pornhub als sehr große Online-Plattform nach dem Digital Services Act ein. Seit April 2024 unterliegt Pornhub damit den besonderen Pflichten für sehr große Online-Plattformen nach dem Digital Services Act.
Im März 2026 stellte die EU-Kommission vorläufig fest, dass Pornhub und weitere Pornoplattformen gegen Vorgaben des Digital Services Act zum Schutz Minderjähriger verstoßen haben. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.
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