Die Spur - die Einzeldokus - TFA: Gefahr im Trinkwasser
Unterschätzten die Behörden bislang die Risiken? Umweltbundesamt und Bundesinstitut für Risikobewertung veröffentlichen während der ZDF-Recherche eine neue Gefahreneinstufung für TFA: Der Stoff steht im Verdacht, das Kind im Mutterleib zu schädigen und die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen. Eine Einstufung, die aktuell bei der EU-Chemikalienagentur ECHA geprüft wird. Die Europäische Kommission verweist auf das laufende Verfahren, eine europaweite Regulierung ist offen. Verbindliche Grenzwerte und rechtliche Konsequenzen bei Überschreiten gibt es weiterhin nicht.
Währenddessen gelangt TFA jeden Tag in die Umwelt und unser Wasser. Eine bundesweite Datenanalyse der Autoren zeigt, dass TFA überall im Grundwasser vorhanden ist und die Konzentration über die Jahre ansteigt.
Wasserversorger wie Prof. Dr. Matthias Maier von der Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein, die zehn Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgen, kritisieren fehlende Regulierungen. Sie warnen vor den Folgen der steigenden TFA-Kontamination: "Ich werde TFA wohl nie aus dem Wasser herausbringen. Das ist eine absolut große Gefahr für Trinkwasservorkommen und das wäre eigentlich gegenüber unseren nachfolgenden Generationen nicht verantwortbar, wenn wir hier nicht gegensteuern."
Stab
- Kamera - Timo Höft