ZDF-Moderator hält ein Bündel Geldscheine in der Hand vor einem Graphik-Hintergrund mit der Skyline von Frankfurt
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  • 12.06.2026

Immer mehr Menschen nutzen bargeldlose Zahlung oder Online-Banking. Die Zahl der Geldautomaten nimmt seit einigen Jahren kontinuierlich ab. Brauchen wir da überhaupt noch Bargeld oder kann das weg?

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Immer mehr Menschen nutzen bargeldlose Zahlung oder Online-Banking. Die Zahl der Geldautomaten nimmt seit einigen Jahren kontinuierlich ab. Brauchen wir da überhaupt noch Bargeld oder kann das weg?

Handy statt Portemonnaie, Karte statt Cash. WISO-Moderator Marcus Niehaves fragt: Bargeld, kann das weg? Denn Bargeldparadies Deutschland, das war einmal. Münzen und Scheine werden immer seltener genutzt, das digitale Bezahlen boomt. Hat Bargeld also ausgedient?

Bargeld: unersetzlich oder altmodisch?

Für die einen ist Bargeld unersetzlich. Es ist sicher und einfach im Umfang, macht unabhängig von technischer Infrastruktur, ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe – und schützt die eigene Privatsphäre. Barzahlungen sind anonym und hinterlassen keine digitalen Spuren. Gerade in Krisensituationen oder bei technischen Ausfällen – durch Stromausfälle, Naturkatastrophen oder einen Cyberangriff – gilt Bargeld vielen als verlässliches und sicheres Zahlungsmittel. Cash schafft Vertrauen und ein Gefühl von Sicherheit; es vermittelt Kontrolle über Ausgaben.

Andere finden Münzen und Scheine einfach nur noch altmodisch und unpraktisch. Denn digitales Bezahlen geht im Vergleich zu Bargeld schneller, ist bequemer und passt besser in einen zunehmend vernetzten Alltag. Ob mit EC- oder Kreditkarte, Smartphone oder Smartwatch: Bargeldlose Zahlungen lassen sich kontaktlos, unkompliziert und oft sogar automatisch abwickeln. Zudem hoffen viele, dass weniger Bargeld Kriminalität und Schwarzarbeit erschwert – und den Umgang mit Geld insgesamt transparenter macht.

Schweden: Zurück zum Bargeld?

Doch viele Länder in Europa sind beim digitalen Zahlen abhängig von US-amerikanischen Bezahldienstleistern. Die US-Dominanz beim bargeldlosen Zahlen erstreckt sich von Kartensystemen über Wallets bis hin zu den technologischen Standards. Apple Pay, Google Pay und PayPal dominieren mobile Zahlungen. Visa und Mastercard bilden mit ihrer Infrastruktur quasi das Rückgrat des weltweiten Zahlungsverkehrs. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) laufen in 13 der 21 Euro-Staaten fast alle Kartenzahlungen ausschließlich über internationale Systeme. Allein Visa und Mastercard machen in der Eurozone demnach mehr als 60 Prozent aller Kartenzahlungen aus.
Bargeld trotzdem einfach abschaffen? Ganz so einfach ist es nicht, wie sich gerade in Schweden zeigt. Dort wird fast nur noch bargeldlos bezahlt; manche Läden nehmen gar kein Bargeld mehr an. Doch die Kriege und Krisen in der Welt führen selbst dort zum Umdenken: Ausgerechnet im Digitalland Schweden wird über eine Annahmepflicht diskutiert. Geschäfte wie Apotheken oder Lebensmittelläden sollen Barzahlungen wieder akzeptieren müssen.

Bargeld fürs Smartphone

Über die Zukunft des Bargeldes wird hitzig debattiert. Die Europäische Union (EU) plant bis 2029 nun die Einführung einer virtuellen Alternative zum physischen Euro, die Bargeld-Fans und Karten-Enthusiasten versöhnen soll: Der Digitale Euro soll als Ergänzung zum Bargeld die Gemeinschaftswährung zukunftsfähig machen – und die Abhängigkeit von US-Diensten reduzieren. Der Digitale Euro soll die Vorteile von Bar- und Kartenzahlung miteinander verbinden. Sieht so die Zukunft des Bezahlens aus?

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