Ein FIFA WM-Fußball fliegt durch die Luft und zieht dabei einen Schweif aus Erde, Dreck und Geldscheinen hinter sich her. Sherif Rizkallah beobachtet die Szene nachdenklich.
Greenwashed?
ZDF

Greenwashed? - FIFA WM 2026: Grün ist hier nur der Rasen

Greenwashed?
FIFA WM 2026: Grün ist hier nur der Rasen
ZDF
Greenwashed?
FIFA WM 2026: Grün ist hier nur der Rasen
  • 10.05.2026

Countdown für das Fußball-Highlight des Jahres: die WM 2026. Die größte Weltmeisterschaft ever. Und obendrein noch nachhaltig. So die FIFA.

planet e.
Greenwashed
FIFA WM 2026: Grün ist hier nur der Rasen

Countdown für das Fußball-Highlight des Jahres: die WM 2026. Die größte Weltmeisterschaft ever. Und obendrein noch nachhaltig. So die FIFA.

Es soll ein nachhaltiges Fußballfest werden - mit 48 Teams und 104 Spielen in drei Ländern: Mexiko, Kanada, USA. Wird die FIFA ihrem Anspruch gerecht? Für Nachhaltigkeit ist sie bislang eher nicht bekannt. Umweltreporter Sherif Rizkallah macht den Videobeweis.

Landgericht: Behauptung war "irreführend"

Schon die Weltmeisterschaft 2022 in Katar bewarb die FIFA als "klimaneutral". Was sie dann aber doch nicht war. Das Landgericht Berlin beurteilt die Behauptung der FIFA als "irreführend", zuvor rügte bereits die Schweizer Lauterkeitskommission.

Dieser Fall fügt sich für Sherif Rizkallah nahtlos in eine Reihe von Negativschlagzeilen rund um Turniervergaben, Korruptionsskandale oder beste Beziehungen zu autoritären Regimen ein. Was er bisher nicht mit der FIFA in Verbindung gebracht hat, sind Dinge wie Klimaneutralität, nachhaltige Ressourcennutzung, Bau und Umbau von Stadien sowie soziale Verantwortung. Aber entscheidend ist ja bekanntlich, was auf dem Platz passiert.

Aufwändige Renovierungen

Der Platz ist in diesem Falle das legendäre Aztekenstadion in Mexiko City. Zwei WM-Eröffnungsspiele hat es bereits gesehen, zuletzt 1986. Nun soll hier erneut die WM eröffnet werden, quasi ein Triple. Das gab es noch nie. Bis dahin allerdings braucht das Stadion eine komplette Renovierung. Und diese müsse laut FIFA auf die lokalen kulturellen Faktoren und die verfügbaren Ressourcen abgestimmt werden.

Und dann gibt es da noch einen der Hauptsponsoren der FIFA: Saudi Aramco, größter Ölkonzern der Welt. Ein Unternehmen mit gigantischem CO2-Fußabdruck, das riesige Raffinerieanlagen betreibt. Unter anderem in Port Arthur, Texas, im WM-Gastgeberland USA. Doch die Einhaltung der eigenen Nachhaltigkeitskriterien fordert der Weltfußballverband auch von seinen Partnern und Sponsoren. Wie kann eine Firma wie Saudi Aramco das erfüllen?

Interview mit ehemaligem FIFA-Boss

Auf der Spur der FIFA-Nachhaltigkeitsziele reist Sherif Rizkallah schließlich nach Zürich und trifft den ehemaligen FIFA-Boss Sepp Blatter. Während seiner Amtszeit hat die FIFA-Nachhaltigkeitskriterien definiert und entwickelt. Aber hat die FIFA das je ernst gemeint? Tut sie es heute? Kann eine Fußball-WM überhaupt nachhaltig sein?