Die Erde als Figur mit Kapsel
Kunz und die Welt
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Kunz und die Welt - Marsträume und Unterwasserwälder

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Die Menschen wollen weg auf den Mars und die Erde flippt aus. Terra X-Moderator und Meeresbiologe Uli Kunz ist unterwegs zu einer ganz besonderen Mission, einer Marssimulation in in Spaniens Bergen.

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Marsträume und Unterwasserwälder

Die Menschen wollen weg auf den Mars und die Erde flippt aus. Terra X-Moderator und Meeresbiologe Uli Kunz ist unterwegs zu einer ganz besonderen Mission, einer Marssimulation in in Spaniens Bergen.

Unter welchen Bedingungen könnten Menschen auf dem Mars leben? Kurz vor Ankunft in der Höhle erscheint Uli – in einem Pumuckl-Meister Eder-Moment – die Welt höchstpersönlich. Und sie ist sauer, stinksauer. Erst überlässt sie der Menschheit alle ihre Ressourcen, lässt sich ausbeuten und schlecht behandeln – und jetzt, wo sie runtergewirtschaftet ist, denken die Menschen offenbar darüber nach, auf den Mars auszuwandern.

Geht's noch? Es reicht! Höchste Zeit, sich von dieser miesen Spezies zu trennen. Uli Kunz bekommt den ganzen Hate der Erde ab, schafft es aber, 100 Tage Zeit auszuhandeln, um die Welt umzustimmen. Gemeinsam reisen "Kunz und die Welt" zu Projekten, die Hoffnung machen: Erster Stopp auf ihrer gemeinsamen Reise: geheimnisvolle Kelpwälder unter Wasser, die als effektive CO2-Speicher gelten.

"Wie bringen wir Humor und Leichtigkeit in so dramatische Themen wie Klimawandel oder Ausbeutung von Ressourcen?"

Interview mit Martin Tischner und Arne Sinnwell, den Machern von "Kunz und die Welt"

Eine sprechende, grumpy Erde – wie kommt man auf so eine Idee?
Uli Kunz reist seit Jahren für seine Live-Shows mit einem riesigen Relief-Globus durch die Welt, um seinen Zuschauerinnen und Zuschauern die unterschiedlichsten Vorgänge rund um unseren Heimatplaneten besser erklären zu können. Und bei unserem Dreh zum ersten Checker-Tobi-Kinofilm, in dem Uli eine wichtige Rolle gespielt hat, haben wir ihn als einen hochseriösen Wissenschaftler, zugleich aber auch als schrägen und witzigen Spaßvogel mit top Comedy-Qualitäten kennengelernt. Für uns war klar: Uli braucht ein eigenes, maßgeschneidertes Format. Wir haben dann über Jahre lose Ideen ausgetauscht, bis es eines Abends Klick gemacht hat und die Idee zu "Kunz und die Welt" geboren war.

Was waren die besonderen Herausforderungen?
Herausfordernd war vor allem, für die Rolle der Welt den richtigen Ton zu treffen: Wie genervt von uns Menschen soll und darf sie sein? Wie schaffen wir es, dass sie dennoch sympathisch bleibt, auch wenn sie ständig rumnörgelt? Und: Wie bringen wir Humor und Leichtigkeit in so wichtige und dramatische Themen wie Klimawandel oder Ausbeutung von Ressourcen?

Warum macht diese kleine Welt die große Erde zu einer besseren Welt – hoffentlich?
Wir glauben, dass wir mit der Welt als zynisch nörgelnden 3D-Charakter einen neuen Zugang gefunden haben. Unser Fokus liegt auf Menschen und Projekten, die sich für eine bessere Zukunft einsetzen – ohne dabei die Widersprüche, Herausforderungen und menschlichen Schwächen auszublenden, die diesen Prozess begleiten. Wir erzählen die Geschichte des Versuchs, die Welt zu retten, so, wie sie ist – und das ist ein steiniger Weg voller Hindernisse. Umso stärker wirken die hoffnungsstiftenden Storys all der Menschen, die sich für unseren Planeten einsetzen und ermutigen hoffentlich andere, es ihnen gleichzutun.

Wie habt ihr die Welt lebendig werden lassen?
Nachdem auf dem Papier viele, viele verschiedene Entwürfe der Weltkugel entstanden waren, haben wir uns auf ein Design geeinigt und die Erde in einem 3D-Programm nachgebaut. Dann hat ein Sprecher die Texte der Welt eingesprochen und eine Schauspielerin im sogenannten Motion-Capture-Anzug Mimik und Gestik für die einzelnen Szenen nachgespielt. Mithilfe des Anzugs werden alle Bewegungen von Körper, Armen, Augen und Lippen per Computer aufgezeichnet und in Echtzeit auf die 3D-Weltkugel übertragen. Wenn die Schauspielerin also lächelt, lächelt auch die Welt, wenn die Schauspielerin den linken Arm hebt, hebt auch die Weltkugel den linken Arm. Schließlich wurden diese animierten Welt-Sequenzen mit den von Uli gedrehten Bildern kombiniert, der vor Ort die Dialoge eigentlich mit der Regie-Assistentin geführt hat. In den fertig komponierten Szenen entsteht im Film dann der Eindruck, dass Uli mit einer lebendigen Weltkugel spricht.

Was ist Euch beim Dreh so alles passiert?
Lustig war zum Beispiel Blanquita, der Packesel, der unsere Kameratechnik zur Mars-Simulations-Station mitten in den spanischen Bergen bringen sollte. Forscherinnen und Forscher lassen ihr Equipment regelmäßig von Blanquita dorthin tragen, sie hat wohl nie Probleme gemacht. Doch als Uli Kunz mit dem Esel losgehen wollte, hat er sich von seiner bockigsten Seite gezeigt. Einen Schritt gehen, dann wieder fünf Minuten stehen, einen Schritt gehen, zehn Minuten stehenbleiben. Für Uli war es eine Tortur – der Esel wollte einfach nicht, zumindest nicht mit Uli. In der Zeit hätte man das ganze Equipment vermutlich dreimal den Berg hochtragen können.

Die Fragen stellte Katharina Kohl (Redaktion "Terra X").