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Titan - Todesfahrt zur Titanic

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Titan - Todesfahrt zur Titanic

Fünf Passagiere tauchen mit der "Titan" zum Wrack der "Titanic". Der Kontakt bricht ab – fünf Tage später entdeckt man nur noch Trümmer. War es ein Unglück? Oder Verantwortungslosigkeit?

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Titan - Todesfahrt zur Titanic

Fünf Passagiere tauchen mit der "Titan" zum Wrack der "Titanic". Der Kontakt bricht ab – fünf Tage später entdeckt man nur noch Trümmer. War es ein Unglück? Oder Verantwortungslosigkeit?

Mini-Tauchboot Titan vor Titanic-Wrack (Montage)

Extras

  1. Mini-Tauchboot Titan vor Titanic-Wrack (Montage)

    Trailer: Todesfahrt mit der Titan

    • 2025

    Fünf Passagiere tauchen mit der "Titan" zum Wrack der "Titanic". Der Kontakt bricht ab – fünf Tage später entdeckt man nur noch Trümmer. War es ein Unglück? Oder Verantwortungslosigkeit?

Die letzte Tauchfahrt des Tauchbootes "Titan" beginnt am 18. Juni 2023 um 9.14 Uhr Ortszeit. Am Steuerknüppel sitzt ihr Erbauer und Chef der Betreiberfirma OceanGate, Stockton Rush. Mit an Bord sind der französische "Titanic"-Experte und Tiefseeforscher Paul-Henri Nargeolet, der britische Geschäftsmann Hamish Harding sowie Shahzada Dawood, ein pakistanisch-britischer Geschäftsmann, mit seinem 19-jährigen Sohn Suleman.

Das letzte Lebenszeichen der Titan nach 105 Minuten Tauchgang

Ihr Ziel ist das legendäre Wrack der "Titanic", das in 3800 Metern Tiefe vor der Küste Neufundlands liegt. Um die 25-mal ist die "Titan" schon im Nordatlantik zu Tauchgängen zum Wrack der "Titanic" aufgebrochen, aber sie hat die Überreste des Oceanliners nur 13-mal erreicht. In der Saison 2023 ist bis zum Juni noch kein einziger Tauchgang erfolgreich gewesen.

Nach zwei Stunden soll die "Titan" das Wrack am Meeresgrund erreichen, doch nach 105 Minuten verliert das Begleitschiff den Kontakt zu dem Tauchboot. Die "Titan" ist verschollen.

Rettung der Titan kam zu spät

Die US-Küstenwache beginnt gemeinsam mit kanadischen Einsatzkräften eine groß angelegte Suche, an der schon bald rund um den Globus Millionen Menschen Anteil nehmen, denn die Zeit ist knapp: Der Sauerstoffvorrat an Bord der "Titan" reicht nur für 96 Stunden. Und selbst wenn das Tauchboot irgendwo auftauchen sollte, ist die Gefahr noch nicht gebannt: Die Insassen können die Druckzelle nicht selbst von innen öffnen.

Nach fünf Tagen intensiver Suche dann die traurige Gewissheit: Ein eigens herbeigeschaffter Tauchroboter entdeckt Trümmerteile am Meeresgrund, nur 500 Meter vom Wrack der "Titanic" entfernt. Offenbar ist die "Titan" bereits beim Abtauchen implodiert. Die Passagiere müssen sofort tot gewesen sein.

Tiefsee statt Raumfahrt - Stockton Rushs Vision von Forschung und Tourismus in der Tiefsee

Stockton Rush, der Erfinder der "Titan", versteht sich als visionärer Entdecker. Als Kind träumt er davon, Astronaut zu werden. Er macht einen Flugschein, studiert Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitet als Flugtestingenieur. Sein Traum vom Weltall platzt wegen einer Sehschwäche. Doch Unbekanntes erforschen will er weiterhin, besonders die Tiefsee: "All die coolen Dinge, die ich da draußen vermutet habe, sind in Wirklichkeit unter Wasser. Wir haben bessere Karten vom Mond als vom Grund des Ozeans."

Doch um in die Tiefsee abzutauchen, braucht er ein Gefährt. Er beginnt, seinen eigenen Prototyp zu konstruieren. Die Druckzelle von Tauchbooten wird üblicherweise aus Stahl oder Titan gefertigt. Stockton Rush entscheidet sich jedoch anders: Er baut sein Tauchboot aus günstigerer und leichterer Kohlefaser. Unorthodox will er sein, Innovation erschaffen, Regeln brechen. In seinem ersten Tauchboot aus Kohlefaser klafft 2019 nach nur wenigen Tauchgängen ein Riss, es muss verschrottet werden.

Schwachstelle Kohlefaser - Stockton Rush überschreitet Grenzen bewusst

Doch Stockton Rush glaubt an das Material und fertigt auch die Druckzelle des Nachfolgemodells wieder aus Kohlefaser. Die Warnungen aus der Industrie ignoriert er. Die Aussicht, in einem Tauchboot zur "Titanic" abzutauchen, bringt ihm außerdem genügend zahlende Interessenten ein: "Es ist zwar schon immer eine Herausforderung gewesen, Leuten zu erklären, warum sie in einem U-Boot mitfahren sollten, weil sie normalerweise nervös sind, wenn sie da einsteigen. Aber wenn man sagt, dass man zur "Titanic" taucht, ist es ihnen egal. Sie haben die Bilder und den Film gesehen und wollen unbedingt die "Titanic" sehen. Aus geschäftlicher Sicht war das also sehr verlockend."

Der Erfolg scheint Stockton Rush zunächst recht zu geben. Bis Ende 2021 erreicht die "Titan" insgesamt sechsmal das Wrack der "Titanic". Auch 2022 gehen die Expeditionen in die Tiefsee weiter. Im Juli 2022 erleben die Passagiere der "Titan" dann eine beängstigende Situation: Beim Auftauchen ist ein immenser Knall zu hören - "als würde das Boot auseinanderbrechen", beschreibt es Passagier Alfred Hagen. Stockton Rush versichert den Fahrgästen und der Besatzung jedoch, dass es keinen Grund zur Sorge gäbe. Die Tauchgänge gehen unverändert weiter. Jedes Mal lastet ein kaum vorstellbarer Druck auf dem Tauchboot - über 400 Kilogramm wirken auf jeden Quadratzentimeter des Druckkörpers ein.

Tödliche Implosion der Titan - was Ermittler jetzt aufdecken

Über den Winter wird die "Titan" in Neufundland im Freien gelagert - Eis und Schnee ausgesetzt. In die Mikrorisse dringt Wasser ein und dehnt sich aus. Im Frühjahr beginnen die Tiefsee-Expeditionen der "Titan" aufs Neue. Am 18. Juni 2023 - beim ersten Tieftauchgang der Saison - geschieht dann die Katastrophe: Eine massive und tödliche Implosion, bei der alle fünf Insassen des Tauchbootes ums Leben kommen.

Bereits nach wenigen Tagen beginnt die Aufarbeitung des tödlichen Tauchgangs. Sorgfältig werden aus dem Grab in der Tiefe alle noch auffindbaren Überreste der "Titan" geborgen - die US-Küstenwache erhofft sich von ihnen wichtige Informationen zur Ursache des Unglücks. Dabei sind die zentralen Fragen: Was genau hatte die Implosion des Tauchbootes ausgelöst? Warum hatte die Betreiberfirma OceanGate die "Titan" nie bei den Behörden registrieren und von unabhängiger Seite auf Sicherheit überprüfen lassen? Und war das Tauchboot wirklich nach den Tauchgängen in der Tiefsee ordnungsgemäß gewartet worden?

Titan: Ikarus der Tiefsee - und der Preis für ignorierte Warnungen

Schritt für Schritt enthüllt die Dokumentation die Hintergründe über die wahren Ursachen des Unglücks. Eine Geschichte zwischen Technikfaszination und Hybris, eine moderne Legende eines Ikarus, der nicht zur Sonne wollte, sondern auf den Grund des Meeres, und alle Warnungen in den Wind schlug - mit fatalen Folgen, nicht nur für sich selbst.
"Titan" - Todesfahrt zur "Titanic"
Streamen ab 5. Juni 2025
TV-Erstausstrahlung ZDF am 22. Juni 2025, 19:30 Uhr

Film von Pamela Gordon

Redaktion TV Thomas Kramer
Redaktion Online Michael Büsselberg