Die Sachbuch-Bestenliste für Juni 2026
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Die Sachbuch-Bestenliste für Juni 2026
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    Die Sachbuch-Bestenliste für Juni 2026
    • 27.05.2026

    Eine Jury aus 30 Kritikerinnen und Kritikern von ZDF, Deutschlandfunk Kultur und DIE ZEIT empfiehlt monatlich zehn herausragende Bücher.

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    Die Sachbuch-Bestenliste für Juni 2026
    • 27.05.2026
    • ZDF

    Eine Jury aus 30 Kritikerinnen und Kritikern von ZDF, Deutschlandfunk Kultur und DIE ZEIT empfiehlt monatlich zehn herausragende Bücher.

    TOP TEN Juni 2026

    1. (1) Christoph Möllers & Nils Weinberg, Öffentliche Kunstfreiheit, Suhrkamp

    Ob auf der Documenta, der Berlinale oder beim Deutschen Buchhandelspreis: Um die Frage, was staatlich geförderte Kunst darf, entbrennen immer wieder Debatten. Doch was sagt eigentlich das Grundgesetz dazu? Zwei Rechtswissenschaftler werfen einen juristischen Blick auf das Spannungsfeld zwischen Kunstfreiheit und öffentlichem Auftrag. Erhellend. 57 Punkte

    2. (-) Golo Maurer, Olevano - Als ein paar romantische Aussteiger in Italien die deutsche Kunst erfanden, C.H. Beck

    Olevano, ein abgelegenes Bergdorf nahe Rom, wird um 1820 zum Sehnsuchtsort junger Romantiker. Fern der Heimat suchen sie Ursprünglichkeit – und erfinden dabei eine neue deutsche Kunst. Ebenso heiter wie detailverliebt erzählt der Kunsthistoriker Golo Maurer von der ersten deutschen Malerkolonie der Geschichte. 52 Punkte 

    3. (-) Dirk Laabs, Armee der Einzeltäter. Wie sich junge Männer online radikalisieren und zur tödlichen Gefahr werden, Heyne

    Ein immer verbreiteteres Muster: Junge Männer radikalisieren sich im Internet und verüben Anschläge. In digitalen Subkulturen verbinden sich Frauenhass, Verschwörungsideologien und rechtsextreme Gewaltfantasien zu einem neuen Extremismus. Der Terrorismusexperte Dirk Laabs analysiert eine Parallelwelt, die längst zur gesamtgesellschaftlichen Bedrohung geworden ist. 49 Punkte

    4. (-) Hamza Abu Howidy, Muscheln am Strand von Gaza. Erinnerungen an ein zerstörtes Land, S. Fischer

    Hamza Abu Howidy wuchs im Gaza der 2000er Jahre auf – zwischen Familienalltag und der Gewaltherrschaft der Hamas. Nachdem er gegen die Terrororganisation protestierte, wurde er verhaftet, gefoltert und musste fliehen. Heute zählt er zu den wichtigsten Stimmen des palästinensischen Exils, ohne sich von einer Seite vereinnahmen zu lassen. Über die Hoffnung auf Frieden trotz allem. 43 Punkte

    5. (6) Jonathan Haidt, Die Macht der Moral. Warum Politik und Weltanschauungen unsere Gesellschaft spalten, A. d. Amerikanischen von J. Wissmann & M. Niehaus, Rowohlt  

    Progressive und Konservative glauben, in verschiedenen Welten zu leben, dabei sind ihre Probleme oft ähnlich. Schuld an der Spaltung ist unser Bauchgefühl, schreibt der Sozialpsychologe Jonathan Haidt. Anhand vieler Studien zeigt er, dass Werturteile weniger auf Vernunft beruhen als auf Intuition oder Sozialtrieb. Der Klassiker von 2012 erstmals auf Deutsch, aktuell wie nie. 35 Punkte

    6. (-) Tobias Roth & Wolfgang Hörner, Die hohe Kunst des Schimpfens. Zum verantwortungsvollen Gebrauch eingesammelt und ausgegeben, Verlag Das Kulturelle Gedächtnis

    Schimpfen gilt oft als Zeichen schlechter Manieren – dabei steckt darin enorme Sprachkunst. Ein Lyriker und ein Verleger versammeln die originellsten, boshaftesten und lustigsten Beschimpfungen aus Jahrhunderten deutschsprachiger Literatur- und Kulturgeschichte. Von antiken Flüchen bis zu Dialekt-Tiraden: eine Wunderkammer des kultivierten Dampfablassens. 30 Punkte

    7. (-) Ingrid Carlberg, Marionetten. Eine kurze Geschichte der politischen Propaganda von der Oktoberrevolution bis heute, A.d. Schwedischen von S. Dahmann, Penguin

    Fake News und Desinformationskampagnen zählen zu den größten Problemen der Gegenwart. Die schwedische Journalistin Ingrid Carlberg sucht nach den historischen Wurzeln. Im Zentrum steht der sozialistische Medienstratege Willi Münzenberg aus der Weimarer Zeit. Von verdeckten Finanzierungen bis zur Strategie des glaubwürdigen Abstreitens wirken seine Methoden bis heute fort. 25 Punkte

    7. (-) Thomas Sparr, Come out. Wie der Aufstand in der Christopher Street die Welt veränderte, C.H. Beck

    Die Nacht zum 28. Juni 1969 in der New Yorker Homosexuellenbar Stonewall Inn: Junge Männer und Frauen wehren sich gewaltsam gegen eine Polizeirazzia. Die Ereignisse inspirieren Menschen weltweit, beim Christopher Street Day für Gleichberechtigung einzutreten. Nahe an den Protagonisten erzählt Literaturwissenschaftler Thomas Sparr die Geschichte jener Nacht – und ihrer Folgen bis heute. 25 Punkte

    7. (10) Andrea Stoll, Zwei Menschen sind in mir. Ingeborg Bachmann. Die Biografie, Piper

    Das Erscheinen mehrerer Briefwechsel in den vergangenen Jahren verlangt einen neuen Blick auf Ingeborg Bachmanns Lebensweg. Die Literaturwissenschaftlerin Andrea Stoll liefert diese Neubewertung: von frühen Prägungen bis zur Spirale aus Selbstinszenierung und Selbstzerstörung. Ein vielschichtiges Porträt einer widersprüchlichen Jahrhundertfigur. 25 Punkte

    10. (-) Annette Dittert, Dear Britain. Auf der Suche nach der Seele Großbritanniens, DuMont

    Als Annette Dittert am 31. Januar 2020 für die Tagesthemen über den Vollzug des Brexits berichtete, schossen ihr die Tränen in die Augen. Sechs Jahre nach dem EU-Ausstieg fragt sich die ARD-Journalistin, was aus dem Land geworden ist. Ein vielschichtiger Reisebericht zwischen Nostalgie, Nationalismus und sozialem Zerfall – von London bis zu den Küsten Schottlands. 24 Punkte
    *Bei Punktgleichheit entscheidet die Anzahl der Nominierungen durch die Jurymitglieder. Mehr Nominierungen wiegen stärker als einzelne hohe Bewertungen.

    Jedes Jury-Mitglied der Sachbuch-Bestenliste vergibt monatlich an vier Sachbücher je einmal 15, 10, 6 und 3 Punkte.

    Die Jury der Sachbuch-Bestenliste: Peter Arens (ZDF),  Maja Beckers (DIE ZEIT) Susanne Billig (Deutschlandfunk Kultur), Ralph Bollmann (F.A.S.), Stefan Brauburger (ZDF), Alexander Cammann (DIE ZEIT), Gregor Dotzauer (Der Tagesspiegel), Heike Faller (DIE ZEIT), Daniel Fiedler (ZDF), Anja Fix (3sat), Jenny Friedrich-Freksa (Kulturaustausch), Manuel J. Hartung (ZEIT-Stiftung), Thorsten Jantschek (Deutschlandfunk Kultur), Kim Kindermann (Deutschlandfunk Kultur), Hannah Lühmann (DIE WELT), Tania Martini (FAZ), Susanne Mayer (DIE ZEIT), Peter Neumann (DIE ZEIT), Catherine Newmark (Deutschlandfunk Kultur), Jutta Person (freie Literaturkritikerin), Jens-Christian Rabe (Süddeutsche Zeitung), Christian Rabhansl (Deutschlandfunk Kultur), Anne Reidt (ZDF), Anna Riek (ZDF), Stephan Schlak (Zeitschrift für Ideengeschichte), Nils Schniederjann, (Deutschlandfunk Kultur), Katharina Schmitz (freie Autorin), Hilal Sezgin (freie Autorin), Catrin Stövesand (Deutschlandfunk), Elisabeth von Thadden (DIE ZEIT)
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