Die Sachbuch-Bestenliste für April 2026
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Die Sachbuch-Bestenliste für April 2026
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Die Sachbuch-Bestenliste für April 2026
  • 25.03.2026

Eine Jury aus 30 Kritikerinnen und Kritikern von ZDF, Deutschlandfunk Kultur und DIE ZEIT empfiehlt monatlich zehn herausragende Bücher.

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Die Sachbuch-Bestenliste für April 2026

Eine Jury aus 30 Kritikerinnen und Kritikern von ZDF, Deutschlandfunk Kultur und DIE ZEIT empfiehlt monatlich zehn herausragende Bücher.

TOP TEN April 2026

1. (-) Jill Lepore, We the People. Eine Geschichte der amerikanischen Verfassung, a. d. Amerikanischen von W. Roller & A. Zettel, C.H.Beck

Was hat uns die US-Verfassung heute zu sagen? Ob Rassentrennung oder Abtreibungen, die gesellschaftlichen Kämpfe Amerikas spiegeln sich seit jeher in dieser Frage. Pünktlich zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit erzählt Starhistorikerin Jill Lepore eine umfassende Verfassungsgeschichte. Beeindruckend recherchiert, brillant erzählt. 101 Punkte

2. (-) Eva von Redecker, Dieser Drang nach Härte. Über den neuen Faschismus, S. Fischer

Wer den neuen Faschismus verstehen will, kommt mit NS-Analogien nicht voran, findet die Philosophin Eva von Redecker. Im Zentrum ihrer Analyse: der Begriff des "Phantombesitzes" – die Idee, Nation, Lebensweise oder Status gegen vermeintliche Feinde verteidigen zu müssen. Ein widerständiges Buch, das den Verhärtungen unserer Zeit Denkfreude entgegensetzt. 63 Punkte

3. (-) Annette Ramelsberger, Am Abgrund. Reportagen aus den Gerichtssälen dieser Republik, Kunstmann

Seit über zwanzig Jahren berichtet Annette Ramelsberger für die Süddeutsche Zeitung aus den Gerichtssälen der Bundesrepublik. Vom NSU-Prozess über das Hanau-Attentat bis zu spektakulären Mordfällen erzählt sie von Verbrechen, die den Rechtsstaat herausfordern. Eine eindringliche Sammlung von Gerichtsreportagen – und ein Blick auf die Abgründe der deutschen Gegenwart. 58 Punkte    

4. (-) Thomas Sparr, Come out. Wie der Aufstand in der Christopher Street die Welt veränderte, C.H. Beck

Die Nacht zum 28. Juni 1969 in der New Yorker Homosexuellenbar Stonewall Inn: Junge Männer und Frauen wehren sich gewaltsam gegen eine Polizeirazzia. Die Ereignisse inspirieren Menschen weltweit, beim Christopher Street Day für Gleichberechtigung einzutreten. Nahe an den Protagonisten erzählt Literaturwissenschaftler Thomas Sparr die Geschichte jener Nacht – und ihrer Folgen bis heute. 42 Punkte

5. (-) Barbara Manthe, Terror. Die Geschichte einer andauernden Gefahr von Rechts, C.H.Beck, 383 Seiten

Als am 8. November 2011 der NSU auffliegt, spricht plötzlich das ganze Land über Rechtsterrorismus. Dabei begleitet rechte Gewalt die Bundesrepublik seit ihren Anfängen. Die Historikerin Barbara Manthe rekonstruiert diese verdrängte Geschichte – von den Nachkriegsjahren über das Oktoberfestattentat bis zu den Anschlägen von Halle und Hanau. 35 Punkte

6. (-) Daniela Dröscher, Sprechen, Hanser Berlin 

Als Kind einer Zugezogenen wuchs Daniela Dröscher im Hunsrück auf – und lernte früh, dass Sprechen nie neutral ist, sondern Herkunft und Zugehörigkeit verrät. In ihrem Essay erzählt die Schriftstellerin von ihrer Sprach-Emanzipation: vom schamhaften Schweigen zum öffentlichen Wort. Ein persönlicher Text über die Kunst, einander wirklich zuzuhören. 31 Punkte

7. (-) Susanne Heim, Die Abschottung der Welt. Als Juden vor verschlossenen Grenzen standen. 1933–1945, C.H.Beck

Nach 1933 versuchten viele Juden verzweifelt, aus Deutschland zu fliehen – fast überall stießen sie auf geschlossene Grenzen. Die Historikerin Susanne Heim zeigt, wie bürokratische Hürden und politische Interessen die Rettung unzähliger Menschenleben verhinderten. Eine eindringliche Studie über das Versagen der Staatengemeinschaft vor dem Holocaust. 30 Punkte

8. (-) Matthias Brandt, Nein sagen. Über den 20. Juli 1944, meine Eltern und persönliche Verantwortung heute, Kiwi

Was bedeutet es heute, Nein zu sagen? Matthias Brandt ist Schauspieler und der Sohn des Ex-Bundeskanzlers Willy Brandt. Bei seiner Rede in der Gedenkstätte Plötzensee erinnerte er an das Hitler-Attentat des 20. Juli 1944; und an den Widerstand seiner eigenen Eltern. Jetzt erscheint sie in Buchform. Über Mut zur Verantwortung im Angesicht der wiederkehrenden Bedrohung von rechts. 27 Punkte

9. (-) Jens Soentgen, Luft. Eine Entdeckungsreise zwischen Erde und Himmel, C.H.Beck         

Nichts scheint uns so selbstverständlich wie Luft – trotzdem beschäftigen sich Menschen mit deren Wesen seit Jahrhunderten. Von Windgöttern und alchemistischen Experimenten bis zu Flugzeugen und Klimaforschung erzählt der Philosoph Jens Soentgen die Wissenschaftsgeschichte jenes Elements, das alles Landleben miteinander verbindet. 25 Punkte

10. (-) Jan Jekal, Paranoia in Hollywood. Wie die USA exilierte Künstler erst retteten und dann verfolgten 1941–1953, Matthes&Seitz               

Während der Nazi-Herrschaft wird Hollywood zum "Weimar am Pazifik": von Bertolt Brecht über Thomas Mann bis Billy Wilder emigriert die deutschsprachige Kunstelite nach Kalifornien. Der Kulturjournalist Jan Jekal erzählt vom hoffnungsvollen Neuanfang unter Palmen – und seinem jähen Ende, als die Neuankömmlinge im McCarthyismus wieder zu Verfolgten werden. 21 Punkte

10. (-) Quinn Slobodian & Ben Tarnoff, Muskismus, Aufstieg und Herrschaft eines Technoking, A. d. Amerikanischen von S. Gebauer, edition Suhrkamp

Wie wurde aus dem genialischen Nerd die kettensägenschwingende Ikone der globalen Rechten? Die Publizisten Quinn Slobodian und Ben Tarnoff rekonstruieren Elon Musks Aufstieg und analysieren die Ideologie des "Muskismus": eine Mischung aus Disruptionskult, CEO-Heldenverehrung und Cyborg-Fantasien – die am Ende darauf abzielt, unser aller Denken zu kontrollieren. 21 Punkte

*Bei Punktgleichheit entscheidet die Anzahl der Nominierungen durch die Jurymitglieder. Mehr Nominierungen wiegen stärker als einzelne hohe Bewertungen.

Jedes Jury-Mitglied der Sachbuch-Bestenliste vergibt monatlich an vier Sachbücher je einmal 15, 10, 6 und 3 Punkte.

Die Jury der Sachbuch-Bestenliste: Peter Arens (ZDF),  Maja Beckers (DIE ZEIT) Susanne Billig (Deutschlandfunk Kultur), Ralph Bollmann (F.A.S.), Stefan Brauburger (ZDF), Alexander Cammann (DIE ZEIT), Gregor Dotzauer (Der Tagesspiegel), Heike Faller (DIE ZEIT), Daniel Fiedler (ZDF), Anja Fix (3sat), Jenny Friedrich-Freksa (Kulturaustausch), Manuel J. Hartung (ZEIT-Stiftung), Thorsten Jantschek (Deutschlandfunk Kultur), Kim Kindermann (Deutschlandfunk Kultur), Hannah Lühmann (DIE WELT), Tania Martini (FAZ), Susanne Mayer (DIE ZEIT), Peter Neumann (DIE ZEIT), Catherine Newmark (Deutschlandfunk Kultur), Jutta Person (freie Literaturkritikerin), Jens-Christian Rabe (Süddeutsche Zeitung), Christian Rabhansl (Deutschlandfunk Kultur), Anne Reidt (ZDF), Anna Riek (ZDF), Stephan Schlak (Zeitschrift für Ideengeschichte), Nils Schniederjann, (Deutschlandfunk Kultur), Katharina Schmitz (freie Autorin), Hilal Sezgin (freie Autorin), Catrin Stövesand (Deutschlandfunk), Elisabeth von Thadden (DIE ZEIT)

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